
Bei aus Samen gezogenen Spargelpflanzen erfolgt die Ernte etwa ein Jahr später
als bei der Pflanzung von Rhizomen (den sogenannten „Kronen“).
Die erste Ernte ist daher meist erst im dritten oder vierten Jahr möglich.
Die zarten Pflänzchen, die Sie von uns in 4 x 4 cm Erdpressballen erhalten, werden ab Mai in ein Aufzuchtbeet gepflanzt – mit einem Reihenabstand von etwa 30 cm und einem Abstand von 10 cm innerhalb der Reihe. Dort können sie in Ruhe ihre Wurzelkronen (Rhizome bzw. Speicherorgane) ausbilden. Der Standort sollte sonnig sein und einen nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden bieten. Unkraut wird vorsichtig entfernt, der Boden regelmäßig gelockert und gleichmäßig feucht gehalten.
Die im Herbst abgestorbenen oberirdischen Pflanzenteile sollten sorgfältig entfernt und nicht kompostiert, sondern über den Biomüll entsorgt werden, um Krankheiten vorzubeugen. Das gilt auch für die folgenden Jahre.

Der endgültige Standort sollte mit besonderer Sorgfalt gewählt werden, da Spargel dort zehn bis zwanzig Jahre steht. Am besten gedeiht er in vollsonnigen, warmen und möglichst windgeschützten Lagen mit lockerem, gut durchlässigem Boden. Besonders geeignet sind sandige Böden; schwerere Böden lassen sich durch das Einarbeiten von grobem Sand in ihrer Struktur verbessern. Wichtig ist außerdem ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert im Bereich von etwa 5,5 bis 6. Vor der Pflanzung lohnt es sich, den Boden gründlich zu lockern und von Steinen sowie Wurzelunkräutern zu befreien.
Das Spargelbeet wird idealerweise etwa 1,5 m breit angelegt. Ab April kann mit dem Umpflanzen begonnen werden. In der Mitte des Beetes wird ein etwa 50 cm breiter und 20 bis 25 cm tiefer Pflanzgraben ausgehoben. In dessen Boden werden verrotteter Stallmist, Kompost und etwas Kalk eingearbeitet und anschließend mit einer dünnen Erdschicht abgedeckt.


Die Wurzelkronen der im Vorjahr gesetzten Pflanzen werden im März oder April ausgegraben und mit fächerförmig ausgebreiteten Wurzeln in die Mitte des vorbereiteten Pflanzgrabens gelegt.
Der Abstand in der Reihe beträgt bei Grünspargel etwa 20 cm, bei Bleichspargel etwa 35 cm. Anschließend wird der Pflanzgraben mit dem Erdaushub wieder aufgefüllt: Zunächst werden die Pflanzen mit etwa 5–10 cm Erde bedeckt und leicht angedrückt. Im Laufe des Sommers wird der Graben schrittweise weiter aufgefüllt, bis die Oberfläche wieder eben ist. Optimal ist, wenn die Pflanzkrone bei Grünspargel 12 bis 14 cm und bei Bleichspargel etwa 20 cm unter dem Bodenniveau liegt.
Spargel zählt zu den nährstoffhungrigen Kulturen und ist besonders in der Aufbauphase sowie in den Folgejahren auf eine verlässliche Nährstoffversorgung angewiesen. Zwischen April und Juni empfiehlt es sich, ein- bis zweimal reifen Kompost oder Hornspäne behutsam in den Boden einzuarbeiten. In den Sommermonaten Juli und August kann ergänzend zweimal mit einem Flüssigdünger oder Brennnesseljauche nachgedüngt werden. Etwa alle zwei Jahre ist zudem eine maßvolle Kalkgabe sinnvoll.


Dämme aufzubauen ist nur beim Bleichspargel nötig und fällt beim Grünspargel weg.
Je symmetrischer die Dämme sind, desto gerader wachsen die Bleichspargelstangen, da sie von beiden Seiten die Wärme gleichmäßig erreicht. Sie werden nach der Ernte wieder eingeebnet und im kommenden Frühling wieder geformt. Die Erde wird dafür vom Bereich zwischen den Reihen etwa 20 bis 30 cm hoch auf die Reihe aufgetürmt und gut glattgestrichen.
Es können in diesem Jahr schon die ersten Spargelstangen geerntet werden, jedoch nur ein Teil, damit die Pflanze weiter Kraft zum Aufbauen sammeln kann.

Nun stehen die produktivsten Jahre bevor: Die Pflanzen können etwa 50 Tage lang beerntet werden, wobei der letzte Erntetag traditionell auf den 24. Juni fällt. Der restliche Sommer dient der Pflanze zur Regeneration.
Grünspargel wird einfach in Bodennähe mit einem scharfen Messer geschnitten. Beim Bleichspargel wird der Damm regelmäßig kontrolliert: Wo sich Risse zeigen, können die Stangen vorsichtig mit den Händen freigelegt und möglichst tief mit einem Spargelstecher abgestochen werden.
Auch in diesen Jahren gilt: auf eine gute Nährstoffversorgung achten, das Beet möglichst unkrautfrei halten, bei Bedarf gießen und abgestorbenes Laub im Herbst entfernen.


Die jungen Pflänzchen werden direkt an ihren endgültigen Platz gepflanzt.
Da das Umpflanzen entfällt, ergibt sich ein kleiner Entwicklungsvorsprung.


Die Pflänzchen werden in einen 20 bis 25 cm breiten und 15 cm tiefen Graben gesetzt.


Im ersten Jahr ist auch hier die Unkrautregulierung besonders wichtig, damit die zarten Pflänzchen nicht überwuchert werden. Dafür wird der Graben in zwei bis drei Schritten nach und nach mit Erde aufgefüllt, die mit Kompost oder verrottetem Mist angereichert ist.


Im zweiten Standjahr wird über Bodenniveau angehäufelt, und es wird weiterhin nichts geerntet.
Ab hier geht es im 3. Jahr weiter wie oben beschrieben.