Der Biogarten im November


„Aussaatkalender

Was dem Menschen leicht wird,
pflegt er gern zu tun.
Hermann von Helmholtz (1821-1894)


Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

was macht es Ihnen leicht? Mögen Sie Struktur und einen guten Plan? Lieben Sie gemütliche Orte, an denen es warm und hell ist? Ist es eine Wohltat, mal niemanden zu sehen, oder genießen Sie jeden Plausch am Gartenzaun?

Richten Sie jetzt im November, wo Ihr Garten Sie etwas weniger braucht, Ihr Augenmerk wieder darauf, was Sie von Ihrem Garten brauchen. Setzen Sie nur die Pflanzen, für die Sie bereit sind, alles zu tun. Richten Sie sich unbedingt praktisch und arbeitssparend ein. Lassen Sie Räume wachsen, für fröhlichen Besuch und fürs ruhige Alleinsein. Machen Sie es sich einfach mal leicht!

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team


UNSERE FÜNF BELIEBTESTEN LEICHTMACHER

1: Die Doppelgrabegabel
Macht es leicht, ein zugewuchertes Beet zu lockern, um danach zu jäten. So wird die kostbare Humusschicht nicht untergegraben. Es geht damit wirklich mindestens doppelt so schnell wie mit einer herkömmlichen Grabegabel, vor allem wegen der doppelten Arbeitsbreite von 50 cm.
2: Schneckenkragen Schneckenstopp PP
Machen es leicht, Salate, Kohlrabis und junge Zucchini vor Schnecken zu schützen. Es darf bloß kein Blatt über den Rand hängen. Ja, sie sind aus Plastik. Aber es ist wirklich eine große Freude, das, was man pflanzt, auch zu ernten.
3: Hochbeet-Aufsetzrahmen
Machen es sehr leicht, ein Hochbeet zu bauen. Direkt mit Erdkontakt oder auf einer Europalette. Nein, sie halten nicht so lange wie Hochbeete aus Douglasienholz. Aber sie funktionieren gut, sind in der Höhe variabel, erschwinglich und aus Holz.


4: Insektenschutznetze
Sehen zwar etwas mysteriös aus, aber es ist herrlich, Möhren ohne Fraßgänge der Möhrenfliege und Grünkohl ohne Weiße Fliegen unter den Netzen vorzufinden. Die Netze sind wasser- und luftdurchlässig. Es ist ganz leicht: über dem Beet ausbreiten, seitlich mit Erde, Steinen oder Latten beschweren und dabei Schlupflöcher vermeiden. Gibt’s aus Baumwolle (nicht ganz so leicht, wenn es nass wird), biologisch abbaubarem Kunststoff und aus Polyethylen.
5: Unkrautschutzmatte aus Schafwolle
Leicht und weich. Wenn Sie auf dem Beet oder auf dem Komposthaufen eine feine, kostbare 2,10 m x 1,15 m große Fläche für mindestens ein halbes Jahr unkrautfrei halten möchten, ist die Matte perfekt. Wenn gewünscht, können Sie zur Bepflanzung immer noch Löcher in die Matte schneiden. Sie lässt Luft und Wasser durch, schützt den Humus vor Starkregen, Kälte und Austrocknung und zerfällt irgendwann zu organischem Dünger.


OBSTBÄUME, WURZELNACKT

Ab November versenden wir wieder wurzelnackte Obstbäume. Alte Apfelsorten wie der saftige, duftende Gravensteiner, den man schon im September frisch vom Baum genießt, oder feine französische Tafelbirnen wie Conference, die sich sogar eine Weile lagern lässt, sind eine zu große Versuchung, um sie auf Dauer im Garten zu entbehren. Auch Quitten, Zwetschgen und Co werden jetzt wieder auf den Weg geschickt. Aber warum erst jetzt? Und was heißt wurzelnackt?
Ein wurzelnackter Obstbaum ist ein Baum, so wie er aus der Erde ausgegraben ist. Er hat keinen Topf und auch keinen Wurzelballen in einem Tuch, sondern eingekürzte, „nackte“ Wurzeln. Das ist in Ordnung, sobald der Baum im Herbst seine Blätter verloren hat, denn jetzt verdunstet er kaum noch Feuchtigkeit. Die Kraft ist im Holz, und der Baum kann - leicht, wie er jetzt ist - gut verschickt werden. Nach der Ankunft bei Ihnen möchten die Wurzeln möglichst schnell wieder in die Erde, und wenn es vorläufig nur ein Kübel oder ein leeres Gemüsebeet ist. Spätestens vor dem Blattaustrieb im Frühling, etwa Mitte März, muss der Baum an seinem richtigen Platz eingepflanzt sein, mit allem, was er braucht: tief gelockerte, nährstoffreiche Erde, mindestens einen Pfahl und eine unkrautfreie, gemulchte Baumscheibe.

Eine ausführliche Kulturanleitung für Obstbäume finden Sie hier.

Obstbäume sind seit Beginn der Covid-19-Pandemie wie alle Haus- und Gartenartikel sehr beliebt. So ein Baum braucht dennoch seine eigene Zeit, um heranzuwachsen. Unser Angebot an Obstbäumen ist unfreiwilligerweise begrenzt: Denken Sie in Ruhe nach, an welchem Platz Ihr Baum groß werden darf. Wenn Sie entschlossen sind, bitten wir Sie, zeitnah zu bestellen.

Herzlichen Glückwunsch: Die Pflanzung und Pflege eines Baumes ist eine nicht mit Gold aufzuwiegende Investition in die Zukunft.
Übrigens bieten wir in diesem Herbst zu einigen alten Apfel- und Birnensorten wetterfeste, gelochte Sortenschilder an. Auf den Schildern findet sich ein QR-Code, der zur Sortenbeschreibung führt. So kann man vielleicht endlich diesem bekannten Phänomen entgegenwirken, dass, sobald ein Obstbaum leckere Früchte trägt, sich keiner mehr an die Sorte erinnert.


CHICORÉE: DER SALAT AUS DER KAMMER

Chicorée ist ein feiner und frischer Salat, der uns in den Wintermonaten sehr willkommen ist. Die grünlich weißen, länglichen „Köpfe“, die es im Laden zu kaufen gibt, entstehen aus Chicoréewurzeln, die an einem warmen Ort ohne Licht frisch austreiben.

In diesem Herbst bieten wir erstmalig Bio-Chicoréewurzeln für Sie zum Selberantreiben an. Die Wurzeln stammen von einem Biolandbetrieb in einem Dorf in der Nähe von Jeebel.
Antreiben von Chicorée:
Die bleichen, zarten Chicorée-knospen erhalten Sie so: Nehmen Sie ein mindestens 40, besser 50 cm hohes Gefäß (Eimer oder Fass oder sehr großen Blumentopf) und füllen Sie es etwa 5 cm mit Erde. Dann stellen Sie die Wurzeln aufrecht und dicht an dicht und bedecken Sie sie mit 15 cm Erde. Zu lange Wurzeln lassen sich unten etwas kürzen. Die Erde soll jetzt festgedrückt und angegossen werden. Der Nährstoffgehalt oder die genaue Bezeichnung der Erde ist relativ egal, da die Chicoréeknospen sich aus den Wurzeln versorgen. Anschließend stellen Sie das Gefäß in einen dunklen, halbwarmen Raum. Hier treiben die Wurzeln aus und liefern bald feinen Salat. Um diesen zu „finden“, fühlen Sie ab und zu mit der Hand in der Deckerde nach dem Wachstum der Knospen. Bei 15 bis 18 °C dauert das etwa 14 Tage, in dieser Zeit sollte die Erde weder austrocknen noch zu nass sein.

Zur Ernte zieht man den ausgetriebenen Chicorée mit Wurzel aus der Erde, bricht oder schneidet diese ab und entfernt die äußersten erdigen Blätter.

Übrigens: Wenn die Knospen beim Austreiben Licht bekommen, werden sie grün und bitter. Der Bitterstoff ist stark, aber völlig ungiftig und ähnelt dem des verwandten Radicchio.

Bis zum Antreiben können Sie die Wurzeln auch noch einige Wochen im Kühlschrank lagern, oder Sie treiben „satzweise“ an und stellen immer nur einige Wurzeln warm.
Info: Chicorée ist nah verwandt mit Endivie, Wegwarte und Radicchio. Die Samen unserer Chicoréewurzeln werden im Frühling gelegt und wie Wurzelgemüse gepflegt. Die Pflanzen sehen aus wie große dunkelgrüne Endiviensalate. Im Herbst rodet man die Wurzeln und dreht das Laub ab. Dieses wird sehr gerne von Kühen, Kaninchen und anderen vegan lebenden Haustieren gefressen. Die so entstandenen Wurzeln eignen sich dann zum Antreiben. Setzt man einige unserer Chicoréewurzeln ins Beet im Freiland, so werden sie dort austreiben und im nächsten Sommer blau blühen. Sie sehen dann so aus wie die hübsche wilde Wegwarte, bieten Wildbienen Futter und tragen am Ende der Saison Chicoréesaatgut. Zerkleinerte, geröstete und gemahlene Chicoréewurzeln ergeben einen Kaffee-Ersatz. Genetisch und botanisch sind Chicorée und Wegwarte übrigens fast identisch: Cichorium intybus.


KALENDER, KALENDER, DU BIST JA SCHON SO DÜNN!

Der spannende biologische Züchtungsbetrieb Culinaris aus dem Raum Göttingen hat für die Adventszeit 2021 einen Kalender mit samenfestem Saatgut gefüllt:
Tag für Tag öffnen Sie ein Kästchen, das eine Balkon- oder Hausgartenportion einer ausgewählten regionalen Gemüsesorte enthält. Die im Kalender enthaltenen Saatgutsorten sollen als Kulturgut allgemein nutzbar bleiben, unsere Nahrungsvielfalt erhalten und eine gesunde Ernährung sichern.

Der Kalender lässt sich wie ein Würfelpuzzle in sechs verschiedenen Variationen aufbauen, enthält Pflanz- und Pflegeanleitungen auf den Beuteln und kostet 29,95 €.

Wenn Sie diesen Kalender nicht verschenken, sondern selber nutzen wollen, lesen Sie erst beim nächsten Abschnitt weiter, sonst ist es keine Überraschung mehr:

 
Inhalt:
8 verschiedene Tomatensamen, Paprikas, Chili, Mais, Salate, Winterheckenzwiebeln, Zucchini, Kohlrabi und Grünkohl, Auberginen und 4 Exoten


> Tomate Resibella, Cocktailtomate Sunviva, Fleischtomate Vivagrande, Cocktailtomate Dorada,

> Wildtomate Golden Currant, Buschtomate Silbertanne, Buschtomate Ida Gold,

> Salattomate Weißer Pfirsich,

> Paprika Roter Augsburger, Spitzpaprika Sweet Banana, Chili Prairie Fire,

> Popcorn-Mais Negro Cine, Zuckermais Lisanco,

> Schnittsalat-Mischung, Asiasalat Feathergreen,

> Minigurke Melothria, Zucchini Cocozelle von Tripolis,

> Winterheckenzwiebel,

> Kohlrabi Gigant/Superschmelz, Altmärker Braunkohl,

> Aubergine Benarys Blaukönigin, Physalis Dulceria, Tomatillo Aurora, essbare Dahlie
 

Abtei Fulda
Für 2022 gibt es auch wieder die kleinen und fundierten Arbeitskalender von der Abtei Fulda. Sie bieten keinen Platz für Eintragungen, sondern beantworten schnell und fachkundig die Frage: Was kann und sollte ich diesen Monat im Garten tun?


Taschengarten
Ein schöner und informativer Gartenkalender mit Platz für eigene Termine und Ereignisse ist der Taschengarten. Dieser politische Kalender aus der GartenWerkStadt Marburg bietet einen Wochenplan für den Gemüsegarten und blickt dabei über den eigenen Tellerrand: Wie können wir vorhandene Äcker und Gärten so nutzen, dass möglichst viele Menschen ernährt und Böden zugleich wieder fruchtbarer werden?


Aussaattage
Auch den Blick in den Kosmos gibt es 2022 wieder: die durch viele Anbauversuche gewonnenen Erkenntnisse von Maria und Matthias Thun im „genauesten Mondkalender der Welt“. Selbst wenn man nicht so recht dran glaubt: Manches gelingt an manchen Tagen einfach besser. Und für die Freude an der Gartenarbeit ist es wunderbar, wenn nicht alles heute gemacht werden muss.


 

WIE WIR VERPACKEN

Ware, die verschickt werden soll, muss sorgfältig eingepackt werden. Wir versuchen, diese Versandverpackungen so praktisch und so ökologisch wie möglich zu gestalten.

 
Wir nutzen:

Kartons aus Graspapier (40 % Heu statt Papier, recyclingfähig)

Geschredderte Altpappe und Recyclingschrenzpapier als Polsterung im Karton

Klebeband aus Papier mit Nasskleber

Papierbeutel für Saatgut (nur in „trockenen“ Sendungen ohne Erde und Staub)

Lieferscheintaschen aus Papier

Kompostierbare Netze für Pflanzkartoffeln, Knoblauch, Steckzwiebeln und Ähnliches. Die Anlieferung von Kartoffeln erfolgt traditionell in 25-kg-Jutesäcken. Die Säcke werden hier weiter verwendet, weitergegeben oder, wenn beschädigt, kompostiert.

Unverpackte oder sinnvoll eingepackte Ware: Fertilpots ohne Portionsverpackung werden hier mit Papierklebeband gebündelt. Gründünger füllen wir in Altpapierportionstüten ab. Ebenfalls verpacken wir lose gelierte Ware in Papiertüten.

Biostroh zur Verpackung von Baumschulware, Stützstäbe aus Bambus

Wiederverwendbare Airpots statt Einwegtöpfen in der Baumschule. In diesem Fall kommt die Ware ohne Topf zu Ihnen.

Topfhalterungen im Karton aus Faserguss aus Biomasse

Kleine Gemüsejungpflanzen mit 4-cm-Erdballen wie Salat und Kohl liefern wir ebenfalls in einer Faserguss-Halterung. Als Beschilderung größerer Gemüsejungpflanzen wie z. B. Chili dienen kleine Steckfähnchen aus Papier und Holz.
 

Alle diese Verpackungen sind leider noch nicht Standard im weltweiten Verpackungswesen. Sie sind aber auch noch nicht der Weisheit letzter Schluss. So ist uns zum Beispiel bewusst, dass auch Altpapier eine knappe Ressource ist, und wir würden die Wiedereinführung eines Pfandkistensystems bei der Post sehr begrüßen. Wir halten die Augen offen und wollen unsere Verpackungen ständig verbessern, um Ihnen und der Welt Müll zu ersparen.



ARBEITEN
Ernte
- Kräuter und Stauden teilen und umsetzen
- Obst- und Gemüselager kontrollieren
- Winterschutz an jungem Wein, Kiwis und Feigen anbringen
- Topf- und Kübelpflanzen vor Frost schützen
- Dahlienknollen aus der Erde nehmen
- Gartengeräte aus Holz und Metall ins Trockene räumen
- Wasserleitungen und Gefäße leeren, winterfest machen
- leere Beete mit Direktkompost und Mulch versorgen
- Baumscheiben mulchen
- Laubkompost aufsetzen
- vollen oder ruhenden Kompostbehälter abdecken gegen Auswaschung und Unkrautwuchs
- Obstbaumschnitt
- tote und schwache Gehölze fällen und entfernen

- Gewächshaus ausräumen und ausharken, vor allem Tomatenreste (Hygiene)
- Zäune und Strukturen bauen/reparieren
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- letzte Kartoffeln
- Rote Bete und Pastinaken
- Porree
- Süßkartoffeln
- Schwarzwurzeln und Topinambur
- Grünkohl
- Rosenkohl
- Kohlrabi und Kohlrüben
- letzte Kohlköpfe
- Endivien
- Spinat
- Feldsalat und Winterpostelein
- Asia-Gemüse
- Radicchio
- Chicorée aus dem Eimer
- späte Äpfel
- Kiwis
- Wildobst wie Schlehen und Hagebutten