Der Biogarten im Juni


Aussaatkalender im Juni

„Es mag sein,
dass ich meine Ziele nie erreichen werde,
aber ich kann sie schauen,
mich an ihnen erfreuen und sehen,
wohin sie mich führen.“
Luisa May Alcott


Liebe Gärtner*innen,

ist ein Garten im Sommer nicht wunderschön? Sieht Ihr Sommergarten so gut aus, wie Sie ihn sich vorgestellt haben? Mal angenommen, Ihr Garten hält sich nicht hundertprozentig an Ihre Pläne, dann sind wahrscheinlich kleine Misserfolge dabei, aber es gibt auch viele positive Überraschungen. Vermutlich gedeiht irgendetwas ganz prächtig, was Sie nicht erwartet haben. Und vermutlich haben Sie dazugelernt.

Machen Sie Fotos. Machen Sie Picknick im Garten. Essen Sie alles, was sich dafür eignet, roh, frisch und sonnenwarm:
Basilikum, zarter bunter Pflücksalat, zarte Möhrchen und Erdbeeren übertreffen sich gegenseitig an Aroma, Farbe und Duft.
Tanken Sie auf: Licht, Rohkost, Wärme.
Sommer 2022.

Ihr Team vom Hof Jeebel


PFLEGE IM SOMMER: DIE BESTEN GERÄTE

Alles fängt klein an: Wo Basilikum, Buschbohnen und bunte Möhren direkt im Beet keimen, wird kurz nach Erscheinen der ersten Blätter schon die erste Sortierarbeit nötig: Hier gilt es, auf den Knien und mit scharfem Blick zu entscheiden, was stehen bleiben darf und was nicht. Üblicherweise würde man jetzt erst einmal von Hand jäten, da die meisten Hacken für Pflanzenbabys gefährlich unpräzise und scharfkantig sind. Glücklicherweise hat jemand die Jätefaust erfunden. Das handliche, kleine Gerät besteht aus einem Kunststoffgriff und zwei verschieden breiten, abgerundeten Drahtbügeln, mit denen man sehr nah an jungen Pflanzen das frisch gekeimte Unkraut aus der Erde ziehen kann. Auch zum Lockern der Erde zwischen jungen Steckzwiebeln, zum Vereinzeln von Möhren und Pastinaken sowie zum schnellen, oberflächlichen Aufbrechen der Erdkruste im Salatbeet eignet sich die Jätefaust perfekt. Das Gerät gibt es in fünf verschiedenen Farben, und es eignet sich wunderbar als nützliches, kleines Mitbringsel oder sogar als Geschenkanhänger.
Für das Entfernen von etwas größerem Unkraut ist die Pendelhacke sehr beliebt. Sie besteht aus einer beidseitig geschliffenen und seitlich abgerundeten Klinge und wird an einem langen Stiel geführt. Das Unkraut wird, bei nur geringer Bewegung der Bodenoberfläche, unterschnitten, so dass zwischen den Gemüsereihen nur eine minimale seitliche Erdbewegung entsteht. Mit der Pendelhacke kann deshalb sehr nahe an der Kulturpflanze gearbeitet werden, ohne deren Wachstum zu stören.
Wo Beete frei werden und Sie eine Arbeitsbreite von mindestens 50 cm unbebauter Erde haben, darf sofort wieder die Doppelgrabegabel zum Einsatz kommen. Kein anderes Gerät vereint auf vergleichbare Weise Effizienz, Stabilität und eine schonende Bearbeitung des Bodens: Die Grabegabel lockert den Boden und macht ihn tief durchwurzelbar. Sie hebt Wurzelunkräuter aus, die danach leicht zu entfernen sind. Und sie lässt dabei die verschiedenen Bodenschichten dort, wo sie waren, was zu einem fast ungestörten Weiterleben der kleinen Helferwesen im Humus führt. An diesen Wesen hängt unser Gartenglück.
Um Kräutersträuße, frische Salatköpfe, Frühkartoffeln und die ersten Möhrchen in die Küche zu tragen und dabei möglichst wenig Erde mitzubringen, ist seit vielen Jahrzehnten der Kartoffelkorb aus Draht ein treuer Begleiter. Er lässt sich wunderbar mit einer Hand tragen und wird durch seine robuste Herstellungsart auch die nächsten Jahrzehnte in Ihrem Garten miterleben.

Welches Gerät Sie auch nutzen:
Sorgen Sie dafür, dass es weder zu schwer für Sie ist noch stumpf oder beschädigt. Halten Sie Ihre Gartengeräte in einem feinen, attraktiven und jederzeit benutzbaren Zustand und passen Sie auf sich, Ihre Hände und Ihren Rücken auf. Machen Sie sich die Arbeit angenehm, und genießen Sie jede Minute in Ihrem geliebten Garten.


EIN FESTMAHL FÜR DIE BIENE

Unsere Gärten sind Oasen der Artenvielfalt in einem zu aufgeräumten Land. Für Bienen und andere Insekten ist es unerlässlich, an möglichst vielen Monaten im Jahr ein ausreichendes Angebot an Blüten vorzufinden. Denken Sie deshalb im Juni noch einmal daran, Blütenpflanzen für den Hoch- und Spätsommer auszusäen, damit die kleinen, gestreiften Flieger und ihre Verwandten satt und zufrieden den nächsten Winter verschlafen können.

 
Bienenweide Blumen und Kräuter: Diese Kleinpackung enthält viele Heilpflanzen und Wildblumen. Manche Kräuter, wie Dost, Koriander und Dill, können Sie auch in der Küche nutzen. Reicht für einen Quadratmeter und kann auch in Balkonkästen oder Kübeln ausgesät werden. Wegen der vielen enthaltenen Heilpflanzen und Wildblumen ist eine Aussaat in völlig unkrautfreie Erde wichtig.
 

 
Bienenweide Kräuter, Duft- und Blütenpflanzen: Diese für vier Quadratmeter Beet, Hochbeet, Kasten oder Kübel gedachte Mischung ist unkompliziert und bietet Insektennahrung und bunte Blüten, von denen Ringelblumen und Borretsch sogar mit in den Salat dürfen.
 

 
Das Insektenbuffet Blühstreifenmischung ist eine besonders gute und keimkräftige Kombination aus bodenverbessernder Gründüngung und Insektenfutterpflanzen: Irgendwas blüht immer, und gleichzeitig wird der Boden durch den hohen Kleeanteil gedüngt. Reicht für 15 Quadratmeter und bietet sich als Randstreifen oder für beetweise Aussaat an.
 



BIOLOGISCHER PFLANZENSCHUTZ

Es gibt eine Vielzahl von Mitteln, die uns auch im Bioanbau die Abwehr von Schädlingen ermöglichen. Unserer Erfahrung nach ist es am wirksamsten, wenn es gelingt, die Plagegeister zwischenzeitlich einfach auszusperren. Die sogenannten Barrieremethoden sehen manchmal etwas nach Hochsicherheitstrakt aus, machen aber Spaß, weil man sie je nach Bedarf einsetzen und wieder abbauen kann, ohne irgendeinem Wesen weh zu tun. Und es macht wirklich Freude, die kleinen, liebevoll gehegten Zucchini- und Porreepflanzen geschützt wachsen zu sehen, statt immer Bedenken wegen der nächsten Schnecke oder Fliege zu haben.
Unsere beiden besonders wirksamen Abwehrmethoden gegen Schnecken sind Schneckenkragen und Schneckenzaun. Schneckenkragen gibt es aus transparentem oder grünem Kunststoff und aus verzinktem Stahlblech. Sie sehen aus wie ein Topf ohne Boden und sind mit ihrem umgeknickten Rand so geformt, dass wirklich nur extrem sportliche Schnecken sie entern können.

Den Schneckenkragen setzt man über die junge Pflanze, sobald diese ins Beet kommt. Auch Aussaaten, zum Beispiel von Gurken, Rucola oder Basilikum, direkt im Schneckenkragen sind jetzt im Juni gut möglich. Wichtig ist, dass keine Blätter, zum Beispiel von Nachbarpflanzen, den Rand berühren und von den Schnecken als Leiter benutzt werden können. Die Schneckenkragen haben wir seit Jahren im Einsatz. Sie sind so gut wie unverwüstlich, UV-stabil und abwaschbar.
Der Schneckenzaun besteht aus Meterstücken und Eckelementen und lässt sich, angepasst an die Flächengröße, um Ihre Gartenbeete herum aufbauen. Die Meterstücken können relativ weit ineinander geschoben werden, um variable Breiten zu erhalten. Auch der Schneckenzaun besitzt einen umgeknickten Rand, der für Schnecken unüberwindbar ist.
Um Möhren, Zwiebeln oder Porree vor wirklich unangenehmen Schädlingen zu schützen, kann man ab der Aussaat ein Insektenschutznetz auflegen. Auch Grünkohl wird unter einem Netz oft makellos gut, und von allen Kohlarten hält ein Netz den Kohlweißling ab. In Gebieten mit starkem Vorkommen der Kirschessigfliege schützt ein Netz das Beerenobst vor diesen neuen Geschmacksverderbern.

Netze gibt es bei uns in verschiedenen Materialien und Maschenweiten. Der Klassiker ist die Meterware Insektenschutznetz, wie es in der Landwirtschaft gebräuchlich ist. Bei einer Breite von 2 m wählen Sie die Länge selbst, je nachdem, wie lang das Netz für Ihren Garten sein soll. Wir haben diese Netze seit 15 Jahren in Gebrauch, und sie scheinen ein recht nachhaltiger Einsatzzweck von Kunststoff zu sein. In unserem Sortiment gibt es Kunststoffnetze auch noch mit extraengen Maschen, wie das Modell Rantai und das Schädlingsschutznetz von Neudorff. Neu ist ein französisches Netz aus PLA, einem biologisch abbaubarem Kunststoff. Seit einigen Jahren führen wir ein Insektenschutznetz aus Biobaumwoll-Abdeckgaze, das bei guter Handhabung etwa drei Jahre hält.
Alle Netze müssen am Rand mit Steinen oder Sandsäcken beschwert werden, damit sie wirksam, dicht und windfest sind. Die beiden „Bionetze“ funktionieren besser, wenn sie außerdem über ein Gestell gelegt werden.

Grundsätzlich lassen sich vielleicht nie alle Schäden von Gartenpflanzen abhalten. Eine gesunde Anbauweise mit Kompost und ausreichenden Pflanzabständen, außerdem genug Wasser und wilde Ecken, in denen sich Nützlinge wohl fühlen: Das sind fürs Gartenglück nach wie vor die wichtigsten Eckpfeiler.


BEWÄSSERUNG: LOVE NEEDS CARE LIKE A PLANT NEEDS WATER

Pflanzen brauchen Wasser. Um ihnen das kostbare Nass im richtigen Maße zur Verfügung zu stellen, können wir schon vor der Pflanzung mit ein paar Handgriffen gute Bedingungen schaffen. Bei der Bodenvorbereitung lässt sich wasserspeicherndes Material mit in die Garten-, Hochbeet- oder Topferde einarbeiten: Schafwolle, Bentonit/Lehm oder Pflanzenkohle helfen, das Gießwasser in der obersten Bodenschicht zu halten. Die Wasserhaltefähigkeit steigt auch mit dem Humusgehalt der Erde. Dieser lässt sich durch Kompostgaben und durch den Einsatz von Gründüngungspflanzen wie Ölrettich und Ackerbohnen steigern. Durch gründliches Lockern des Bodens ermöglichen Sie Ihren Pflanzen, rasch in die Tiefe zu wurzeln und dort nach Feuchtigkeit zu suchen. Bearbeiten Sie Ihre Beete unmittelbar vor der nächsten Pflanzung oder Aussaat, so dass sie zwischendurch nicht unbedeckt liegen und austrocknen. Der Keimerfolg ist in solchem Boden besonders hoch.

9,60 EUR / Stück

(1,37 EUR/ m²)

Bei der Pflanzung von Gemüsejungpflanzen, Beerenobst und Gehölzen lässt sich aus der Erde eine Art Gießrand formen. So steht die Pflanze in der Mitte einer kleinen, aus Erde geformten Mulde, wodurch das Gießwasser in den nächsten Wochen wirklich an diese Wurzeln sickert und nicht oberflächlich abläuft. Samenkörner lassen sich in Rillen oder kleine Mulden legen.

Legen Sie so früh wie möglich Mulch auf, wo es möglich ist: Gartenmulchpapier, kompostierbare Folien, in die man die Pflanzlöcher schneidet, Grasschnitt, Stroh und gehäckselter Grünschnitt beschatten den Boden und reduzieren die Verdunstung. Wo im Moment kein Mulch liegen soll, hilft flaches Hacken. Durch die Krümelung des Oberbodens wird die Verdunstung aus der Tiefe gebremst.
Um das Wasser zu den Pflanzen zu bringen, gibt es natürlich die gute alte Gießkanne: Oval, 12 Liter fassend und feuerverzinkt ist unser wunderbar normales und langlebiges Standardmodell. Der Tragebügel liegt gut in der Hand, und je nach Verwendung für Töpfe oder Beete setzen Sie die Gießbrause auf oder lassen sie weg. Sehr handlich und ergiebig ist das Wässern mit einem am Schlauch angeschlossenen Gießgerät. Hiermit lassen sich große Mengen Wasser sehr kräfteschonend unters Pflanzenvolk bringen. Der kleine Nachteil bei den an die Leitung angeschlossenen Systemen ist die Kälte des Wassers im Vergleich zu tageswarmem Wasser aus der Regentonne. Denn Paprikapflanzen und andere südlichere Gewächse sind von Natur aus gerne Warmduscher.
Wer die Bewässerung vereinfachen möchte, sollte über das Verlegen einer Tropfbewässerung nachdenken. Wir bieten grundsätzlich zwei verschiedene Systeme an: das Kleingarten-Bewässerungsset funktioniert ab 0,1 bar Wasserdruck und kann aus einer hochstehenden Regentonne gespeist werden. Das Uni-Techline-System benötigt mit mindestens 0,5 bar etwas mehr Druck auf der Leitung, es lässt sich dann jedoch fast unbegrenzt erweitern. Kombinierbar ist es mit einem Bewässerungscomputer, der wunschgemäß eingestellt, sehr regelmäßig die Leitung öffnet und schließt, so dass man theoretisch wochenlang weg sein kann. Wenn dann nicht auch das Unkraut so gut mit Wasser versorgt wäre!
Relativ neu hierzulande und in unserem Sortiment sind die Ollas. Ollas sind unglasierte Keramikbehälter, die man so weit in den Boden eingräbt, dass das Wasser durch die Keramikwand langsam hindurchdringt und den umliegenden Boden und die Pflanzen mit befeuchtet. Dieses Bewässerungssystem kann mitunter schon einige Tage Abwesenheit überbrücken und ist sehr unkompliziert.

Ein Blick in die Weite: Ganz indirekt, aber genauso wichtig fürs zukünftige Gartenglück ist der Klimaschutz. Durch die Reduzierung des CO2-Ausstoßes verhindern wir, dass die Wasserkreisläufe der Erde weiter durcheinandergeraten. Damit es einfach ganz normal ab und zu regnet und wir faul in der Küche sitzen können und lesen.


ENTSCHULDIGUNG!

Im letzten Newsletter haben wir ein Gedicht von Agnes Miegel als Einleitung genutzt. Das Gedicht stammte aus einem Buch von 1927. Wir haben vor der Veröffentlichung leider nicht ausreichend recherchiert. Die Autorin hat später das NS-Regime unterstützt und sich auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht vom Nationalsozialismus distanziert. Mit dem Wissen über Agnes Miegels Nähe zum Nationalsozialismus hätten wir die Autorin selbstverständlich nicht zitiert. Wir entschuldigen uns hiermit für die Veröffentlichung und sprechen uns ganz klar für eine vielseitige, von Respekt getragene und freundliche Gesellschaft aus.



ARBEITEN
Ernte
- wässern und jäten
- Erde zwischen Gemüsereihen lockern
- Aussaaten vereinzeln und umsetzen
- Kartoffeln häufeln, ebenso Möhren, Kohl, Zwiebeln, Erbsen leicht häufeln
- leer werdende Beete nachpflanzen oder mit Gründünger versorgen
- nassen Mulch zwischen größeren Pflanzen verteilen
- trockenes Stroh unter Erdbeeren ausbreiten
- erstes Obst einkochen (Rhabarber, Erdbeeren, Johannisbeeren)
- Ansetzen und Gießen oder Sprühen von Pflanzenjauchen zur Stärkung
- Töpfe und Container flüssig düngen
- Starkzehrer gegebenenfalls flüssig düngen (Tomaten, Kürbis, Mais, Kohl)
- Tomaten, Paprika, Auberginen stützen und festbinden
- Rankpflanzen (Brombeeren, Wein, Rosen, Kiwis) anbinden und hochleiten
- Triebe kürzen (bei Wein und Melonen)
- bei Äpfeln eventuell Fruchtbehang ausdünnen

PFLANZENSCHUTZ:
- kranke Triebe ausschneiden
- Läuse und Schnecken bekämpfen
- Wühlmauskontrolle
- Vogel- und Insektenschutznetze auflegen
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
Frühe Möhren, Radieschen, Rettiche, Mairüben, Lauchzwiebeln, Winter-Knoblauch

Kohlrabi, Salate, Mangold, Spargel

Dicke Bohnen

Küchen- und Teekräuter wie Zitronenmelisse, Minze, Oregano, Thymian, Basilikum

Rhabarber

Erdbeeren, Johannisbeeren, Sibirische Blaubeeren

frühe Kirschen

Blumen-Sträuße