Wenn alles üppig wächst, darf man ein wenig für Ordnung sorgen: Wein- und Kiwipflanzen tendieren dazu, unheimlich viel Laub zu produzieren. Hier kann man bei den Laubarbeiten die Triebe ruhig etwas einkürzen, zu dichte Gebüsche ausdünnen und dafür sorgen, dass die duftenden, unscheinbaren Reben-Gescheine und die schönen weißen Schalenblüten der Kiwi genug Luft und Licht bekommen. Das erhöht die Befruchtungsrate. Heften Sie alle Rankpflanzen, und so auch die Rosen, die bald in voller Pracht stehen werden, gut an ihr Gerüst, vorzugsweise mit einem biologisch abbaubaren Material wie Raffiabast, Flachsgarn oder einer Drahtkordel. Für größere und schwerere Triebe und Pflanzen wie Tomaten und Stangenbohnen eignet sich das Sisal-Bindegarn, mit welchem früher Strohballen zusammengehalten wurden.

Um Pilzkrankheiten vorzubeugen, kann man Gehölze mit einer Schachtelhalm-Spritzung etwas Gutes tun. Sie sollte bei trockenem Wetter ausgebracht werden. Idealerweise folgt einige Tage später eine Pflanzenstärkung mit Brennnesseljauche. Ohnehin profitieren die meisten Bäume und Büsche im Juni noch einmal von einer sanften Flüssigdüngung. Besonders hungrige Gehölze kann man mit Vinasse aufpäppeln.

Viele Störungen im Pflanzenwachstum lassen sich durch ausgewogene Ernährung beheben. Hier sind neben einer guten Versorgung mit Kompost besonders Algenpräparate zu nennen: Produkte aus Knotentang enthalten fast alle von Pflanzen benötigten Spurennährstoffe. Sie wirken auch über eine Blattspritzung und können beispielsweise die Entstehung von Stippe-Flecken in Äpfeln verhindern. Stippe ist eine durch einen unausgewogenen Kalzium-Magnesium-Haushalt hervorgerufene Störung, die das Fruchtfleisch der Äpfel braunfleckig macht. Ähnliche Mangelsymptome werden auch bei Kartoffeln beschrieben. Algan Wachstumshilfe aus Knotentang gibt es fertig in Fläschchen. Sie können aber auch aus unserem getrockneten Seetang eine Jauche herstellen oder mit einer Kombination aus Algen und Brennnesseln arbeiten.

Sehr günstig für die Gesundheit Ihrer Obstgehölze ist die Unterpflanzung mit einer passenden Mischkultur: So gedeihen die meisten obsttragenden Bäume gut, wenn ihnen ab einem gewissen Alter Meerrettich zu Füßen steht. Die scharf-würzigen Wurzeln verhindern den Befall mit Monilia-Pilzen. Aus den Blättern und Wurzeln kann man Tee oder Brühe herstellen, die als Pflanzenschutzmittel dienen. Aprikosen lassen sich gerne von läuseabweisender Kapuzinerkresse begleiten. Weinreben werden auf schweren Böden klassischerweise mit Ölrettich grün gedüngt, weil dieser für sie tiefe Bodenbereiche erschließt. Natürlich muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden: Ein frisch gesetztes oder schwach wachsendes Bäumchen möchte nicht überwuchert werden, sondern erst einmal anwachsen und genug Wasser, Nährstoffe und Licht abbekommen. Bewahren Sie junge Gehölze unbedingt vor einem dick verfilzten Grasteppich. Sorgen Sie für eine gute Stütze und einen harmonisch -luftigen Aufbau, um der Pflanze einen guten Start und ein langes Obstbaumleben zu ermöglichen!