Bewachsener, feuchter Boden duftet. Er ist weich und krümelig. Hier krabbelt ein Käfer, dort fällt ein welkes Blatt. Sonne, Wind und Regen dringen nur gedämpft durch das schützende Grün, und unter der luftigen, braunen Erdoberfläche wimmelt es von Leben. Auf einem braunen, unbebauten Beet dagegen ist man als kleines Wesen ziemlich ungeschützt. Gründüngung ist dazu da, in Anbaupausen den Boden bedeckt und lebendig zu halten. Gründüngungspflanzen keimen schnell und sind dadurch vor dem Unkraut groß. Sie bilden viel Blattmasse, und bei der Einarbeitung in den Boden entsteht wertvoller Humus.

Durch geduldige Pflege mit Kompostgaben, Mulchen und Gründünger können wir den Humusgehalt unseres Gartenbodens trotz Nutzung der Beete auf ein Ideal von 5 % und mehr erhöhen. Das erhöht die Wasserhaltekraft Ihrer Beete enorm, sorgt für gesunde Pflanzen und bindet nebenbei noch CO₂ aus der Luft.

Wenn Ihr abgeerntetes Beet jetzt im August nur einige Wochen Pause machen soll, beispielsweise bis zum Stecken von Winterknoblauch, ist meist Gelbsenf das Mittel der Wahl, denn Gelber bzw. Weißer Senf (botanisch Sinapis alba) ist der schnellste unserer Gründünger. Er keimt und wächst so rasch, dass schon eine Zeitspanne von nur drei Wochen von der Aussaat bis zur Einarbeitung in Ihrem Beet einen Nutzen bringt. Gelbsenf gehört allerdings zur gleichen Pflanzenfamilie wie Kohl, Radieschen und Asiagemüse; auf Kohlbeeten sollten Sie deshalb auf Phacelia ausweichen und so für einen Fruchtwechsel sorgen.

Die bunte Mischung TerraLife-Solanum bleibt für längere Zeit auf dem Beet. Sie ist die ideale Vorbereitung oder Erholung für Kartoffelbeete. Die vielen enthaltenen Schmetterlingsblütler wie Klee, Erbsen und Lupinen binden an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft und machen ihn für Pflanzen nutzbar. Nach dieser Gründüngung sollten auf dem Beet im nächsten Jahr jedoch keine Erbsen oder Bohnen angebaut werden.

Wenn Sie es schaffen, Ihre Gründüngung „in voller Pracht“ abzusensen und nur ganz flach einzuarbeiten, erhalten Sie ein Höchstmaß an Grünmasse, die durch die Flächenkompostierung zügig verrottet. Wo Ihnen der Winterschutz wichtiger ist, bleibt die Gründüngung bis zum Februar oder März stehen und muss dann abgeräumt werden. Und bei einem milden Herbst kommt vielleicht sogar noch etwas zum Blühen und erfreut eine Biene, die noch nicht ins Bett will …