Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein …
(Rainer Maria Rilke)


Liebe Gartenfreunde,

wie lang dieser Sommer war und wie endlos seine Wärme und Trockenheit! Gen Himmel schicken wir die Bitte um eine ausgiebige Winterfeuchte, um Gärten, Wiesen und Wäldern und uns selber die lang ersehnte Erfrischung zu bringen. Wenn wir mit Wünschen fertig sind, kümmern wir uns um die Einhaltung unserer Klimaziele, fahren Fahrrad und binden noch mehr CO₂ durch Mulchen, Kompostierung und Humusaufbau. Okay?

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team

VORFREUDE AUF DEN FRÜHLING: bunte Zwiebelchen und frische Würze

Ab Anfang September finden Sie wieder Blumenzwiebeln in unserem Sortiment. Jetzt, wo die heißeste Zeit des Jahres vorüber ist, macht es wieder richtig Freude, vor und hinter dem Gartenzaun frische Farbtupfer einzuplanen. Auch zwischen großen Stauden bleibt oft noch Platz für ein paar Frühblüher. Erinnern Sie sich, mit welcher Begeisterung man im Frühjahr das erste Aufblühen verfolgt und wie gelungen der Besuch der ersten Hummeln hier wirkt? Lockern Sie vor dem Setzen der Zwiebeln die Erde und verteilen Sie eine Schicht schönen reifen Kompost darauf. Als Faustregel setzt man Blumenzwiebeln immer doppelt so tief in die Erde, wie ihr Durchschnitt misst.

Probieren Sie doch mal unsere Neuheiten: beispielsweise die Tulpe Lalibela. Benannt nach einem äthiopischen Kaiser, steht diese rein rote Tulpe wahrhaft stattlich da. Und mit einer guten roten Tulpe kann man einfach nichts falsch machen. Neu ist auch unsere weiße Narzisse Thalia: Frisch und anmutig erhebt sie sich über dem grünen Laub. In gemischten Pflanzungen bringt Thalia die anderen Farben besonders zum Leuchten. Wir empfehlen als Partner zum Beispiel pinkfarbene Tulpen oder blaue Traubenhyazinthen.

Zur Pflanzung im Topf eignen sich Tête-à-Tête-Narzissen, Muscari armeniacum oder Hyacinthus orientalis „Pink Pearl“. Stecken Sie hierfür je eine große oder mehrere kleine Zwiebeln in einen Blumentopf mit feuchter Erde. Stellen Sie die Töpfe in den Schatten und später frostgeschützt auf. Wenn Sie die Töpfe im Januar ins Warme stellen, fangen die Pflanzen schnell an zu treiben. Zum Weiterwachsen kühler und hell gestellt, freuen uns die frühen Blüten im Topf, lange bevor draußen der Frühling aufwacht.

Der beste Pflanzzeitpunkt ist jetzt auch für die robusten Küchenchefs wie Wintersteckzwiebeln und Winterknoblauch. Diese Zwiebelchen werden in Mischkultur ins Erdbeer- oder Kräuterbeet gesetzt, oder sie bekommen ein Extrabeet. Die Erde muss unkrautfrei und mit reifem Kompost versorgt sein. Auf ein 1,20 m breites Beet passen drei Reihen Knoblauch oder vier Reihen Zwiebeln. Stecken Sie so, dass die Papierzipfelchen noch aus der Erde schauen. Beim Knoblauch setzt man die einzelnen Zehen 15 cm auseinander, bei Zwiebeln reichen 6 bis 8 cm. Mulchen Sie nach dem Stecken das Beet dünn mit Stroh, um die Erde zu schützen. Erntereif werden diese Würzpflanzen etwa im nächsten Juni.

PILZE FINDEN

Wenn im September die Tage wieder deutlich kühler werden, beginnt die Pilzzeit: Die leckeren, feinen Austernpilze auf Holz oder Stroh, eine köstliche Gourmeternte von Rosenseitlingen aus der Pilzzuchtbox oder ein eigenes Biowaldpilzbeet Ihrer Wahl – Pilze lassen sich nicht nur sammeln, sondern auch anbauen.

Pilzzuchtboxen enthalten die Pilzkultur sowie den Nährboden und lassen sich in fast jedem Raum, zum Beispiel im Badezimmer, aufstellen. Eine Box bringt mehrere leckere Ernten, das Substrat kann später kompostiert werden.

Zur Anlage eines Waldpilzbeetes wählen Sie in Ihrem Garten einen recht schattigen Platz von 40 mal 40 cm Größe. Entfernen Sie die dort wachsenden Pflanzen und heben Sie eine 20 cm tiefe Grube aus. Diese wird dann mit dem mitgelieferten Boden sowie der Pilzkultur und etwas Blumenerde oder Rindenmulch bedeckt.

Einer der feinsten Pilze ist der Austernpilz. Er bildet große, cremefarbene bis hellgraue, samtige Fruchtkörper. Dank der guten Wuchskraft des Myzels lässt sich dieser „Kalbfleischpilz“ in der Box, im Beet oder auf Holz und Strohballen kultivieren. In diesem Herbst bieten wir Biostrohballen in unserem Versand an. So können Sie sich die Austern-Chipsbrut und den benötigten Ballen einfach zusenden lassen. Der Ballen muss gut gewässert, mit der Chipsbrut beimpft und dann an einem geschützten Platz aufgestellt werden. Dafür eignen sich ein Beet an der schattigen Hauswand, die Werkstatt, Garage oder der Kellerabgang. Hier wird der Ballen nach ein bis zwei Monaten anfangen, Ihnen große Mengen an leckeren Pilzen zu bescheren.

Ausführliche Kulturanleitungen finden Sie in der Rubrik „Informationen“ bei uns im Shop.

KOMM LIEBER HERBST, UND MACHE ...

… den Rasen wieder grün! Viele grüne Flächen haben diesen Sommer sehr unter der Trockenheit gelitten. Der Gartenschlauch wurde fürs Gemüse oder zum Nassspritzen der Kinder genutzt, den Rasen hat man dann vielleicht einfach mal vernachlässigt. Wenn Sie Ihren grünen Teppich aber doch ganze gerne wiederherstellen würden, so ist der September ein günstiger Monat dafür.

Mähen Sie die Fläche auf etwa 5 cm ab und entfernen Sie alle abgestorbenen Teile. Verwenden Sie hierfür einen groben Rechen oder sogar einen Vertikutierer. Wo größere Lücken und kahle Stellen entstanden sind, kann man jetzt nachsäen: Standard- oder Regenerationsrasen bringt gleichmäßige grüne Flächen. Bunte Abwechslung schafft die Mischung „Wildblumenrasen“. Eine relativ tritt- und mähfeste Bienennährpflanze ist der Weißklee, er eignet sich aber nicht für den Barfußbereich. Wer auf einer Wiese besonders strapazierfähige Gräser auch zur Tierhaltung braucht, ist mit dem Saatgut „Country 2217“ gut beraten.

Je feinkrümeliger und glatter Sie die Fläche vorbereiten, desto besser keimt nachher das Saatgut. Bringen Sie die Samen dünn aus. Sie können nun Sand oder Kompost darübersieben oder die Rasensaat ganz leicht einarbeiten und andrücken.

Jetzt sollte es drei Wochen lang regnen! Helfen Sie gegebenenfalls mit dem Regner nach.

Ist keine Nachsaat nötig, oder sind die Halme schon gut gekeimt, so lässt sich zur Stärkung des Rasens noch einmal eine Portion Rasendünger verteilen. Flüssigdünger hat eine tolle Sofortwirkung auf einer schütteren Fläche, man muss ihn aber mit der Gießkanne oder entsprechenden Sprühgeräten ausbringen. Unser gekörnter Rasendünger hat hingegen eine Langzeitwirkung und kann auch noch etwas später im Herbst von Hand ausgestreut werden. Wenig betretene Wiesen muss man nur in Ausnahmefällen leicht düngen, etwa wenn sie Tierfutter/Heu bringen sollen. Meist sind magere Wiesen artenreicher als gedüngte.

Rasenkalk ist vor allem empfehlenswert, wenn man auf sauren Sand- oder Moorböden lebt. Kalk macht andere Nährstoffe für Pflanzen verfügbar. Er hebt den pH-Wert und macht es, nach dem Ausharken ausgebracht, dem Moos schwerer, sich im Rasen auszubreiten. Nach dem Kalken sollten Sie kräftig wässern, um den Dünger in den Boden zu bringen.

Ohne Wasser wird keine Fläche wieder grün, und man scheut sich vielleicht, das kostbare Nass hier zu verwenden. Jetzt im September hat man aber immerhin den Vorteil der abnehmenden Tageslängen und der schwächer werdenden Sonne. Besonders wenn man abends wässert, ist der Effekt sehr gut und frisches Grün kommt zurück in unsere Gärten.

ERNTE: EIN OBSTJAHR

Dieses trockene Jahr hat es dem Gemüse schwer gemacht. Wo gut gewässert wurde und humusreiche, vielleicht halbschattige Gärten bewirtschaftet wurden, sind die Feldfrüchte besonders gesund: Kartoffeln bekamen viel später Krautfäule als sonst, und Schnecken hatten meist keine Chance.

Das Obst hat uns dieses Jahr jedoch reichlich für den Ernteausfall 2017 entschädigt: Schon Kirschen gab es so viele, dass sogar die Vögel irgendwann satt waren. Aprikosen und Pfirsiche füllen die Marmeladengläser, und bald sind Äpfel, Birnen, Pflaumen und Nüsse dran. Den süßen Trauben und Kiwis muss man hinterherklettern.

Alles Tafelobst, das makellos bleiben soll, muss immer vorsichtig von Hand gepflückt werden. Für Äpfel und Birnen ohne Druckstellen ist ein langstieliger Obstpflücker unübertroffen. Wenn die Früchte gleich in flache Kisten gelegt werden, halten sie monatelang.

Alles, was herunterfällt, lässt sich, fast ohne Bücken, mit dem Obst-Rollsammler aufnehmen: Es gibt einen kleinen „Roll-Blitz“ für Haselnüsse, einen mittelgroßen für Walnüsse und Pflaumen, der sogar Golfbälle aufnimmt, sowie einen apfeltauglichen großen Obst-Rollsammler. Man rollt den Sammler zum Auflesen einfach über das Erntegut und entleert diesen mit Hilfe eines Bügels in einen Eimer.

Verarbeiten Sie Ihr aufgelesenes Fallobst schnell. Apfel- und Birnenmus passt zu vielen Speisen wie Kartoffelpuffer, Pfannkuchen mit Vanilleeis oder schmeckt pur mit süßer Sahne. Köstlich, haltbar und gesund ist auch Dörrobst: Trockenpflaumen, -birnen und Apfelringe sind im Winter eine willkommene Süßigkeit. Auch ein guter Saftvorrat mit verschiedenen Sorten ist kostbar.

Nüsse und mit dem Pflücker geerntetes Tafelobst lagern Sie am besten in flachen Kisten. Nüsse sollten vorerst warm stehen, um zu trocknen. Später müssen sie vor Motten und Mäusen geschützt werden. Die Tafelobstkisten stellen Sie, weit weg vom Gemüse, an einen kühlen und dunklen Ort. Wenn Sie hier regelmäßig faulige Früchte entfernen, hält Ihr Lager monatelang.


ARBEITEN
Ernte
- Bodenpflege
- Schneckengelege entfernen
- Beerensträucher mulchen
- Himbeeren schneiden
- Erdbeerbeete ausputzen
- befallenes Obst einsammeln
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Lauch, Kohl, Salate, Mais, Tomaten, Paprika, Chili, Zucchini, Kürbis, Physalis, Kräuter, Pflaumen, Pfirsiche, Trauben, Äpfel, Birnen, Nüsse, Blumensträuße