„Die Natur ist das einzige Buch,
das auf allen Blättern großen Gehalt bietet.“
(Johann Wolfgang von Goethe)



Liebe Gartenfreunde,

besonders schön gestaltet ist in diesem Buch das Kapitel Mai:
Fliederbüsche verströmen ihren betörenden Duft. Stattliche Rosskastanien strecken ihre Blütenkerzen in die Luft, und Pfingstrosen verzaubern unsere Sinne. Bäume und Hecken bilden wieder ein grün-buntes Dickicht, das unsere Sinne erfrischt und Singvögeln eine geschützte Kinderstube bietet.

Der Gemüsegarten liefert uns jetzt wieder frische, hoch willkommene Blattsalate, Kräuter und Frühlingszwiebeln mit unvergleichlichem Aroma. Jungpflanzen stehen in jugendlicher Frische und erzählen uns von sommerlichen Genüssen wie gegrillter Paprika, frischer Tomatensauce und gebackenen Zucchini.

Ab Mitte Mai müssen wir keinen Frost mehr fürchten. Wir pflanzen und säen einfach alles, was wir wollen, und dürfen uns endlich ganz sorglos dem grünen Sommerhalbjahr hingeben!

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team



SÄEN UND PFLANZEN

Der viel besungene Wonnemonat Mai ist wirklich der Gartenmonat schlechthin. Diesen Monat sollten Sie möglichst alle Beete und Pflanzstellen füllen: Ob Sie Kartoffeln legen, Bohnen säen, vorgezogenen Broccoli setzen oder den Bienen zuliebe ein Beet mit Phacelia oder Buchweizen anlegen – die richtige Zeit ist jetzt! Die aufgewärmte Erde und die immer länger werdenden Tage machen alles möglich, und unbedecktes Land wächst sowieso viel zu schnell zu. Achten Sie immer darauf, dass das Beet vor der Aussaat tief gelockert und vor allem von Wurzelunkräutern wie Quecke befreit ist, und geben Sie, wo möglich, reifen Kompost auf die Erde.

Sie können jetzt so gut wie alles, was Sie gerne essen, einsäen:
Süße Zuckererbsen, knackige Sommersalate oder aromatische Möhren sät man einfach direkt in Reihen. Auch Kohl und Bohnen werden im Mai direkt ins Freiland gesät. Salate, Kohl, Küchenkräuter und viele Sommerblumen können Sie erst einmal in dichteren Reihen säen und später auseinanderpflanzen. Möhren sollen möglichst dünn gesät werden, und dennoch muss man sie meist später noch vereinzeln. Es lohnt sich, hier genau hinzuschauen: Manche Wildkräuter wie Erdrauch und Wiesenkerbel sehen der Möhre sehr ähnlich.

Bei den handlichen Bohnen- und Erbsensamen säen Sie gezielt auf den richtigen Abstand: Erbsen brauchen einen Reihenabstand von 40 cm und unbedingt ein Rankgerüst. An dessen Fuß legen Sie alle 5 cm eine Erbse. Achtung: Vögel lieben diese Körner! Stangenbohnen legt man zu je fünf Körnern am Fuße einer Stange. Etwa drei Stangen kommen auf einen Quadratmeter. Buschbohnen stehen selber und brauchen einen Reihenabstand von 40 cm. Legen Sie alle 8 cm eine Bohne. Alle Bohnen und Erbsen sammeln Stickstoff, benötigen nur eine schwache Düngung und hinterlassen einen schönen, lockeren Boden. Auch die großen Körner des Zuckermaises keimen jetzt schnell. Im Abstand von 40 mal 20 cm gelegt und vor Vögeln geschützt, muss Mais stets genug Wasser und später auch viele Nährstoffe zur Verfügung haben, um die leckeren, süßen Kolben hervorzubringen.

Wer Kräuter, Gemüse, Blumen oder Gehölze in Töpfen kultiviert, ist jetzt am Anfang der Saison gut beraten, die Erde auszutauschen. Entfernen oder lockern Sie dabei das untere Drittel des alten Ballens und füllen Sie frische Erde unten in den Container. Aus den angerissenen Wurzeln treiben nach dem Angießen umso schneller neue in die nährstoffreiche, frische Erde.

NEUES GEMÜSE

Dieses Jahr neu in unserem Sortiment ist die Süßkartoffeln. In warmen Ländern ein Grundnahrungsmittel, lässt sich dieses Windengewächs dank sorgfältiger Sortenauslese jetzt auch bei uns anbauen. In einem hängenden Topf oder von einem Bambusrankgitter gestützt, kommt die dekorative Pflanze besonders gut zur Geltung. Über Sommer bilden sich die kräftig gefärbten Speicherknollen. Süßkartoffeln sind sehr wärmebedürftig und müssen unbedingt vor dem ersten Frost geerntet werden. Die Knollen lassen sich dünsten, frittieren oder im Ofen backen. Ihr wunderbares Aroma und die cremige Konsistenz machen sie bald zu einem Lieblingsgemüse.

Möchten Sie einmal Abwechslung in Ihrem Angebot an Blattgemüse? In der warmen, frostfreien Jahreszeit ist der Neuseeländer Spinat besonders empfehlenswert. Die Pflanze wächst wild an warmen Küsten und bildet über Sommer viele schmackhafte grüne Triebe, von denen immer wieder Spitzen geerntet werden können. Neuseeländer (botanisch Tetragonia) ist ergiebiger als herkömmlicher Spinat (Spinacia) und fällt beim Kochen weniger zusammen. Junge, zarte Triebe eignen sich als Rohkost, sonst sollte kurz blanchiert werden. Nach einer warmen Anzucht wächst Neuseeländer Spinat bestens unter Tomatenpflanzen oder in Reihen zwischen Kohlrabi und Pflücksalat und sogar im Kübel auf dem Balkon.

Wer einen Zaun oder ein Geländer mit Naschgemüse bepflanzen möchte, sollte den Malabarspinat ausprobieren. Seine rötlichen Triebe mit den glänzenden, gesunden Blättern sind sehr dekorativ, und besonders die knackigen Triebspitzen schmecken wunderbar süß. Die aus Indien stammende Kletterpflanze braucht eine sehr warme Anzuchttemperatur von über 20 °C und ein Rankgerüst. Malabarspinat gedeiht auch gut im Kübel auf dem Balkon und bildet hier einen hübschen, essbaren Sichtschutz.

MISCHEN UND MULCHEN

Wenn Sie beim Pflanzen die günstigen Wirkungen von Kräutern auf Gemüse und Obst nutzen möchten, so halten Sie überall ein wenig Platz frei: Die Gesundheit und das Aroma Ihrer Tomatenpflanzen profitieren von einer Mischkultur mit Kohl oder der Unterpflanzung mit Basilikum und Petersilie. Diese Pflänzchen können Sie vorziehen und pflanzen oder im Freiland säen, z. B. direkt in einen Schneckenkragen. Zwischen die Bohnen passt, auch im Garten, Bohnenkraut. Unter Apfel- und Birnbäumen sorgen Ringelblume und Kapuzinerkresse für gutes Wachstum. Unter Ihren Himbeeren darf Melisse und Feldsalat wachsen, und zwischen Ihre Erdbeeren stecken Sie einige Knoblauchzehen, Zwiebeln oder Lauchpflanzen.

Natürlich ist zu dieser fruchtbaren Jahreszeit, in der alles wächst, auch das Mulchen geboten. Durch Auflage von Mulchpapier, Folien, Matten oder Stroh bleibt der Boden schön feucht und unkrautfrei. Auch ausgerissenen blühenden Spinat oder Gelbsenf können Sie als grüne Mulchauflage verwenden. Grasschnitt aus dem Rasenmäher muss sehr dünn ausgebreitet werden, damit er nicht fault. So wird er von Regenwürmern sehr gerne verzehrt und bringt lebendige, frische Nährstoffe in den Boden.

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KRAUTEN UND HACKEN

Gehen Sie jetzt regelmäßig um Ihre Gemüsebeete: Alle Ränder müssen von Gras befreit werden, z. B. mit einer kräftigen Herzhacke oder einem scharfen Spaten. Der Sauzahn sorgt dafür, dass Wühlmausgänge zerkrümeln und Luft in die Erde kommt. Wer eine Radhacke besitzt, geht mit schmaler Hackenbreite etwa alle zehn Tage durch die Reihen der Gemüsejungpflanzen. Neue Beete werden mit der Grabegabel tief gelockert und leergejätet, und auf kleinen Stücken und Hochbeeten kommt ein kleines Häckchen zum Einsatz.

Brennnesselnester sollten Sie, wo sie stören, mit der Wurzel ausgraben und verjauchen. Ab Mai ist ein Fass Brennnesseljauche aus Blättern und Wurzeln Ihr ständiger Begleiter: Frisch gejätete Erdbeerpflanzen werden mit verdünnter Jauche genauso beglückt wie überwinterter Knoblauch, aufblühende Prachtstauden und alle Beerensträucher. Wenn Sie die Jauche sehr stark verdünnen, kann einmal der ganze Garten damit geduscht werden. Brennnesseln enthalten neben dem stark wachstumsfördernden Stickstoff viele Spurennährstoffe. Davon profitiert das Bodenleben, an dem die gesamte Fruchtbarkeit hängt.

Auch dort, wo eine Mulchauflage die Unkrautbekämpfung weitgehend überflüssig macht, sollte man die Beete und Pflanzen hin und wieder von Nahem anschauen: Gibt es dennoch Risse im lehmigen Unterboden? Ist der Mulch gut mit dem Boden verbunden oder unterseitig zu trocken? Verstecken sich Unmengen von Schnecken im Laub? Regelmäßiges genaues Hinschauen ist im Garten unersetzlich, denn „der beste Dünger ist der Schritt des Gärtners“.

SCHÜTZEN UND PFLEGEN

Mit den wärmeren Tagen tauchen wieder unzählige kleine Krabbel- und Kriechtiere auf, die großen Appetit auf frisches Gemüse und Obst haben. Eines der schlimmsten Probleme sind in manchen Gegenden die Schnecken: Besonders wo feuchte und schattige Ränder und Wiesen an den Garten angrenzen, verschwinden manche Reihen von Gemüsejungpflanzen plötzlich über Nacht. Am wichtigsten sind die tägliche Kontrolle und das Absammeln, z. B. mit einer Schneckenzange. Große Wirksamkeit zeigen Barrieren wie Schneckenzaun und Schneckenkragen. Abwehrstreifen aus Kupfer oder Wolle bieten einen begrenzten Schutz, da die Tiere die Berührung mit diesen Stoffen meiden. Halten Sie die Erde um Ihre empfindlichsten Pflanzen eher glatt und kahl, da sie dann schnell abtrocknet und wenig Unterschlupf bietet. Mähen Sie das Gras um die Beetränder kurz. Als Hausmittel können dicke Streifen von trockenem Sägemehl oder Asche zur Absperrung ausgestreut werden. Dieses Material bleibt an den Schnecken kleben, was ihnen sehr unangenehm ist.

In der Erde finden sich beim Graben häufig feste, weiße Würmer, die sich beim Aufdecken stark hin und her ringeln. Hier handelt es sich um Drahtwürmer, die sich später bräunlich färben. Sie verursachen große Schäden an Salat und Kartoffeln. Durchsuchen Sie kleinere Beete, wenn möglich, noch einmal, bevor Sie gefährdete Kulturen setzen. Auch Hühner bewerkstelligen diese Aufgabe gern. Man sollte gefährdete Flächen öfter hacken. Als Köder können halbe Kartoffeln ausgelegt und regelmäßig kontrolliert werden. Einzelne trotz ausreichender Bewässerung welkende Salatpflänzchen muss man sofort herausziehen. So kann man den Drahtwurm meist noch fangen.

Haben Sie letztes Jahr unangenehme Erfahrungen mit Fraßgängen und Maden in Möhren und Lauch gemacht? Dann sollten Sie diese Kulturen dieses Jahr frühzeitig mit Insektenschutznetz oder einer Gaze aus Baumwolle abdecken. Es sieht aus wie eine Tüllgardine – nicht ganz so hübsch im Garten, aber sehr effektiv. Packen Sie die Pflanzen lückenlos und ohne Schlupfloch in die Netze ein und befestigen Sie sie seitlich mit Erde, Steinen oder Metallheringen. Die Netze hindern fliegende Schadinsekten an der Eiablage. Auch gegen die an Kohl so lästigen weißen Fliegen bieten die Netze einen wirksamen Schutz.

Ab Mai sind die ersten Kartoffelkäfer unterwegs. So hübsch diese glänzenden, gestreiften Käferchen auch sind: Man sollte sie jetzt absammeln, damit sie erst gar nicht ihre unzähligen gelben Eier legen können. Für Nachtschattengewächse wie Kartoffeln und Auberginen können diese Käfer eine ernsthafte Gefahr werden und ganze Beete in einigen Tagen kahl fressen. Eine der wenigen Möglichkeiten außer Netzen, um im Biogarten ums Absammeln herumzukommen, besteht im Stäuben von Urgesteinsmehl. Die Käfer sitzen allerdings häufig geschützt unter den Blättern und entgehen dort dieser für sie kratzigen Substanz.

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STANGEN UND STÜTZEN

Kennen Sie die Zeitrafferfilme, in denen man in bewegten Bildern zusehen kann, wie sich eine Windenranke um einen Grashalm wickelt oder eine Apfelblüte sich öffnet? Manchmal fühlt es sich zurzeit so an, als könne man den Pflanzen beim Wachsen direkt zuschauen. Um bei so viel Wuchskraft optimal blühen, gedeihen oder reifen zu können, brauchen viele Gartenpflanzen etwas Unterstützung:
Die meisten Tomatensorten benötigen eine Schnur oder eine Stange, an der sie emporwachsen können. Besonders schön sind Holzstangen. Lärchenholz gehört zu den haltbarsten heimischen Hölzern. An diesen Stangen muss man die Tomatenpflanzen anbinden, beispielsweise mit Zwirn. Besonders reißfest ist das Sisalbindegarn. Es ist konzipiert als Schnur für Strohballen und so stabil, dass Tomatenpflanzen, z. B. im Gewächshaus an einer Stange angebunden, eine ganze Saison nur an so einer Sisalschnur wachsen können. Hierbei werden die Pflanzen regelmäßig um die Schnur gewickelt. Regelmäßiges Ausgeizen der kleinen Triebe in den Blattachseln sorgt bei den Stabtomaten für Ordnung und gute Erträge.

Stangenbohnen wachsen ebenfalls an Schnüren oder Stangen, halten sich aber selber fest und sind leichter als Tomaten. Man kann für Stangenbohnen daher auch lange Tonkinstangen zum Dreibein binden und die Bohnensamen ab dem 10. Mai direkt am Fuße der Stangen aussäen. Für Erbsen, besonders die hohen Sorten wie die Zuckersorten Schweizer Riesen und die Graue Rotblühende, brauchen Sie ein hohes, windfestes Rankgerüst. Sie können aus Bambusstangen und sogenannten Tonkinklammern ein beliebig langes Gerüst zusammenstellen. Auch mit einem Stück Wildschutzzaun oder einem Aufspannnetz aus Jute lässt sich ein gutes Erbsenspalier herstellen. Von den knackigen, süßen Zuckererbsen kann man kaum zu viele haben! Paprika und Wildtomaten stehen gut in einer Staudenstütze.

Die Rosen werden bald ihre ersten Knospen bilden und uns im Juni mit ihrem Duft und ihrer Anmut verzaubern. Nehmen Sie dieser Gartenkönigin jetzt nichts: Wo Ranken im Weg hängen, werden sie nicht geschnitten, sondern sorgsam angebunden, um keine Blüte zu verschwenden. Mit der Drahtkordel kommt man an schwierigen Stellen gut zurecht, da sie steifer ist als Schnur und sich gut festdrehen lässt. Wenn alles gut gebunden ist, können die Tage jetzt so lang werden, wie sie wollen: Genießen Sie die Fülle!


ARBEITEN
Ernte
- säen und pflanzen
- Unkraut im Zaum halten
- Mulch verteilen
- Schädlingsbefall verhindern
- gießen
- Pflanzen stützen und anbinden
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- erste Rauke
- Spinat
- überwinterten Mangold
- Kresse
- Schnittlauch
- Frühlingszwiebeln und grünen Knoblauch
- Radieschen
- Spargel
- Rhabarber
- Sibirische Blaubeere (Lonicera)
- Himbeerblätter und Kräuter für Tee