Früher Frühling

Zwischen Februar und März
liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht’s zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist er da.

Manche Knospe wird verschneit
zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauher Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.
(Fred Endrikat)


Liebe Gartenbegeisterte,
Die vergangene Woche hat uns vielerorts noch einmal einen richtigen Winter beschert. Das Gärtnern blieb auf die Fensterbank beschränkt. Umso dankbarer sind wir dem März dafür, dass er den Frühling einläutet: Wenn der Boden weich ist, darf endlich gepflanzt und gesät werden, was zum Teil schon seit Februar in den Startlöchern stand: Dicke Bohnen und Steckzwiebeln, Obstbäume und Blumensamen kommen jetzt in die Erde. Erste Gehölze gehen in Blüte, die Tage sind lang und hell, und bald verwandelt sich der Garten wieder in ein summendes, grünes Paradies.

Ihr Gerhard Wacha und das Biogartenversand-Team


EINFACH UNENTBEHRLICH: DIE ZWIEBEL UND IHRE VERWANDTEN

Frühlingszwiebeln, Schalotten und Knoblauch sind lecker, würzig und unkompliziert im Anbau. Der März ist optimal, um für die gesunden Allerweltsknollen passende Plätze im Garten zu finden. Besonders gut eignen sich Beete, auf denen in der vergangenen Saison Kohl stand. Wenn Sie Mischkulturen anlegen möchten, so planen Sie Zwiebelgewächse am besten in Kombination mit Möhren, Roten Beten und Kopfsalat. Auch zwischen Erdbeeren und unter Obstbäumen finden die robusten Würzpflanzen einen Platz. Zwiebeln und Knoblauch brauchen nur eine mäßige Düngung. Eine leichte Kompostgabe oder etwa die Hälfte von dem, was bei Universaldüngern wie Phytoperls oder Wolldünger als Aufwandmenge für Starkzehrer angegeben ist, reicht. Frischer Mist darf nicht auf die Zwiebelbeete. Für ausreichend Kali sorgt eine Handvoll Holzasche.
Am weitesten verbreitet ist die Verwendung von Steckzwiebeln. Aus ihnen werden große Speisezwiebeln, die ab Juli reifen. Die gelben oder roten Zwiebelchen werden bei 25 cm Reihenabstand und 10 cm in der Reihe so gesteckt, dass die Zipfel noch gut zu sehen sind. Doppelt so eng gesteckt, kann die grüne Pflanze ab Mai auch als Bund- oder Frühlingszwiebel verwendet werden.
Möchte man Zwiebeln aus Saatgut ziehen, so ist die Sortenauswahl sehr groß. Bei 20 cm Reihenabstand sät man jetzt dünn und flach, und vereinzelt im Laufe des Frühjahres auf 5 bis 10 cm in der Reihe. Gesäte Küchenzwiebeln reifen im August. Zur Herstellung eigener Steckzwiebeln für nächstes Jahr kann man Zwiebelsaat auf einem Extrabeet eng aussäen und im Juli die haselnussgroßen Zwiebelchen ernten.
Lauchzwiebeln sind Sorten, die sich am Ende des grünen Schaftes kaum verdicken und wie Schnittlauch oder Frühlingszwiebeln roh zum Würzen verwendet werden. „Ishikura Long White“ ist einjährig und wird in Reihen mit 25 cm Abstand oder im Topf ausgesät. Winterheckenzwiebeln bleiben mehrere Jahre im Beet und können im Winter und Frühjahr geerntet werden.
Anders als bei der Zwiebel entsteht aus einer Schalotte im Lauf des Sommers ein Bündel neuer Schalotten, ein sogenannter Horst. Deshalb setzt man Schalotten im Abstand von 25 x 25 cm. So können sich diese hocharomatischen Gourmetzwiebeln gut vermehren.
Den heißgeliebten und unverwechselbar würzigen Knoblauch steckt man, aufgeteilt in einzelne Zehen, bei 35 cm Reihenabstand und 15 cm in der Reihe. Hier wird aus jeder Zehe eine ganze große Knolle.
Alle Zwiebelgewächse sind mit ihren schmalen Blättern schlechte Bodendecker und verdrängen kaum Unkraut. Das macht regelmäßiges flaches Hacken oder Mulchen besonders wichtig. Die Pflanzen vertragen Trockenheit, bilden aber bei guter Bewässerung größere Zwiebeln und Knollen. Geerntet wird, wenn das Laub zu etwa zwei Drittel umgekippt ist und anfängt auszutrocknen. Ein möglichst trockener, sonniger Tag im Juli oder August ist optimal für die Zwiebelernte. Die geernteten Zwiebeln, Knoblauchknollen und Schalotten breitet man für einige Stunden zum Trocknen aus. Danach werden sie in flachen Kisten oder am Laub zu Zöpfen gebunden aufgehängt und an einem kühlen, trockenen Ort gelagert. Die Knollen halten viele Monate lang und versorgen uns noch im Winter mit frischer Würze.
Aus den trockenen Schalen lassen sich stärkende Pflanzenjauchen gegen Milben und Pilzkrankheiten herstellen. Auf dem Beet stehen nach der Zwiebelernte am besten Endivien, die schon ab Mitte Juni vorgezogen wurden und bis in den späten Herbst hinein für Salate zur Verfügung stehen. Feldsalat, der im August direkt ins Beet gesät wird, ist eine günstige Nachfrucht für Knoblauch und wird von Oktober bis zum folgenden März erntefähig sein.

WAS FLIEGT UND KRIECHT

Frühling und die dazugehörigen Geräusche gehören zum Besten, was sich draußen erleben lässt: Der laute Bass einer vorbeifliegenden Hummel, melodisch werbende Vogelgesänge, ein milder Windhauch in der aufblühenden Wiese ... Laden Sie jetzt in Ihren Garten ein: Wo Meisenkästen und andere Nisthöhlen gute Aufzuchtmöglichkeiten bieten und zudem ein bunter Garten vor der Tür liegt, werden sich gerne Singvögel einfinden. Und weil eine einzelne Schwalbe noch keinen Sommer macht, bieten wir Doppel- Mehlschwalbennester an. Bitte halten Sie Katzen von den Unterkünften und Nestern fern. Es laufen, aus Vogelsicht, viel zu viele dieser kuscheligen Raubtiere in unseren Gärten herum. An Baumstämmen lassen sich effektive Katzenabwehrbügel anbringen, die man zum Herbst hin leicht wieder abnehmen kann.
In der Nähe Ihrer Rosen und Gemüsebeete können Sie Marienkäfern und Ohrwürmern Unterschlupf bieten. Diese kleinen Krabbeltiere helfen Ihnen, die Blattlausbevölkerung überschaubar zu halten.
Wenn Sie noch Platz auf der Fensterbank haben: Ziehen Sie jetzt aromatische Kräuter vor, mit denen Sie Bienen und Hummeln den ganzen Sommer über begeistern werden: Mediterrane Küchenkräuter wie Thymian, Salbei und Oregano, aber auch Bohnenkraut und Ysop keimen gerne im Warmen und lassen sich später auch in Töpfen auf der Terrasse weiter kultivieren. Geben Sie diesen Südländern stets einen sonnigen Platz, an dem das Wasser gut abläuft, und düngen Sie nur sehr maßvoll. Im Garten ist die Kräuterspirale eine gute Idee, um den Bedürfnissen dieser Pflanzen gerecht zu werden.
Als insektenfreundliche Gründünger lassen sich jetzt schon Phacelia und verschiedene Kleearten aussäen. Gärten sind inzwischen zu Oasen der Artenvielfalt geworden. Hier ist jedes naturnahe Element Gold wert.

ZU POTTE KOMMEN

Mit den länger werdenden Tagen beginnen die mehrjährigen Pflanzen wieder durchzugrünen. Putzen Sie alles, was Sie dauerhaft im Topf kultivieren, jetzt aus: Kräuter werden leicht zurückgeschnitten und bei Physalis und Geranien entfernt man welke Blätter. Beerenobst, Feigen und Rosen im Kübel lichtet man etwas aus und stutzt sie bei Bedarf auf die passende Größe.
Da die Erde im Gefäß begrenzt ist, sollte sie jährlich gegen frische Universalerde oder anderes durchlässiges und nährstoffreiches Substrat ausgetauscht werden. Mengen Sie der Erde etwas reifen Kompost bei, um im Topf für einen lebendigen Boden zu sorgen. Auch die bei uns erhältlichen Mykorrhizapilze dienen diesem Zweck.
Wo die Pflanzen beim Umtopfen aus Platzmangel nicht in einen größeren Behälter umziehen können, kürzt man sowohl Triebe als auch Wurzeln ein. Wer derzeit die Erde nicht wechseln kann, muss ab März regelmäßig flüssig düngen. Dazu kann man Vinasse oder speziellen Flüssigdünger verwenden. Selbst gemacht, dient Brennnesseljauche oder mit reifem Kompost angerührtes Gießwasser demselben Zweck.
Stellen Sie die frisch versorgten und aufgepeppten Pflanzen an einen schönen hellen Platz. Unter Umständen brauchen sie in kalten Nächten draußen noch einen Frostschutz, werden sich aber in den länger und wärmer werdenden Frühlingstagen wunderbar entwickeln.

VORSCHAU: VOM UMGANG MIT WASSER

Auch wenn es im März meist noch überall feucht genug ist, lassen sich jetzt Vorbereitungen für die sommerliche Wasserversorgung in die Gartenplanung einbauen: Wo bräuchten Sie noch eine Wasserleitung und wo ließe sie sich dauerhaft verlegen? Wo möchten Sie dieses Jahr einen Sprenger einsetzen, weil viel Wasser auf einmal nötig werden könnte? Wo im Garten wäre die Neuanlage einer Tropfbewässerung sinnvoll? Kontrollieren Sie bei bestehenden Bewässerungssets den Filter und auch die Tonne des Kleingarten-Bewässerungssets. Eine gründliche Reinigung verringert die Gefahr, dass Tropfer durch Schmutz verstopfen.
Günstig ist eine Tropfbewässerung besonders für Himbeeren, Tomaten, Erdbeeren und andere Gartenkulturen, die lange im Beet bleiben. Nicht alle Pflanzen vertragen nasse Blätter. Im Allgemeinen ist abgestandenes, lauwarmes Wasser für Pflanzen förderlicher als kaltes Leitungswasser. Die Besiedelung des Gießwassers mit Kleinstlebewesen ist im Allgemeinen wünschenswert und ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Fruchtbarkeit des Bodens. In dieser Hinsicht ist das aufwändigere Schöpfen aus Tonnen oder einem Teich durchaus sinnvoll. Sparen Sie aber grundsätzlich Ihre Kraft für die schönen und unumgänglichen Aufgaben und richten Sie sich sinnvoll ein. Manchmal helfen schon Schlauchumlenkrollen dabei, die Arbeit zügiger zu schaffen. Verteilen Sie mehrere Wasserbehälter im Garten, füllen Sie sie immer auf Vorrat auf und denken Sie an Badestellen für Vögel und Frösche sowie Ausstiegshilfen, damit kein Eichhörnchen ertrinkt ...
Wasser sparen lässt sich durch Mulchen, wobei das Mulchmaterial selbst nicht zu trocken sein sollte und am besten auf lockere, feuchte Erde aufgebracht wird. Wo die Erde noch kahl bleiben soll, vermindert feines Krümeln durch Hacken die Verdunstung. Günstig ist es, auf leichten Böden direkt nach der Bodenbearbeitung auszusäen, so ist die Erde noch frisch. Aussaaten müssen durchgängig feucht gehalten werden. Aber schon wenige Tage nach der Keimung sucht sich die Wurzel einen Weg in die Tiefe. Dazu darf sie ruhig durch oberflächliches Abtrocknen der Erde ermutigt werden. Frisch gepflanzte Gehölze gießt man eher selten und dafür viel auf einmal. Auch das lockt die Wurzeln in die Tiefe und macht die Pflanze widerstandsfähiger gegen Trockenheit.
Im letzten Jahr war oft zu viel Wasser vorhanden und auf staunassen Standorten ist das Gärtnern recht schwierig. Für einen guten Wasserabfluss sorgt die Pflanzung auf Dämmen oder in Hochbeeten. Bei den von Natur aus fäulnisempfindlichen Kartoffeln hat sich die Dammkultur im Erwerbsanbau schon lange durchgesetzt, zudem lassen sich die Knollen leichter ernten. Diese Anbauform ist aber auch wegen der besseren Erwärmung des Bodens für viele Gemüse eine gute Idee: So werden im Erwerbsanbau häufig Gurken und Mais auf Dämmen angebaut. Dämme sind luftiger als flache Beete, und sie schaffen durch unterschiedliche Kleinklimazonen mehr Luftbewegung. Damit man stabile Dämme aufschütten kann, werden die Beete auf 1,50 m verbreitert. Dafür wird in der Reihe etwas enger oder wie bei Möhren und Lauch in Doppelreihen gepflanzt.


ARBEITEN
Ernte
- Frühkartoffeln vorkeimen
- Aussaaten pflegen/pikieren
- Beete vorbereiten
- Zwiebeln und Knoblauch stecken
- Rhabarber, Topinambur und Spargel setzen
- Bäume und Gehölze pflanzen
- Rosen schneiden
- Nistkästen aufhängen
- Topfpflanzen umsetzen
- Rasen abharken
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- letzten Feldsalat
- Winterpostelein
- Spinat
- überwinterten Mangold
- ersten Schnittlauch und Winterheckenzwiebel
- Löwenzahn
- Melde
- Sprossen und Kresse von der Fensterbank