Nach dem Regen

Die Vögel zwitschern, die Mücken,
sie tanzen im Sonnenschein
tiefgrüne feuchte Reben
gucken ins Fenster hinein

Die Tauben girren und kosen
dort auf dem niederen Dach.
Im Garten jagen spielend
die Buben den Mädeln nach.

Es knistert in den Büschen.
Es zieht durch die helle Luft
das Klingen fallender Tropfen,
der Sommerregenduft.
(Ada Christen)


Liebe Gartenfreunde,

Gartenglück hängt stark vom Wasser ab. In den vergangenen Wochen waren die Niederschläge in Deutschland sehr ungleich verteilt. Es war heiß, und nicht alle haben Regen so positiv erleben dürfen wie die Autorin des Gedichtes.
Es ist jedoch immer wieder spannend, mit welchen Tricks viele Pflanzen zu überleben wissen: Sie können nicht nur durch Sonnenlicht aus Wasser und Luft Nahrung herstellen, sie wissen meist auch, wann es schlau ist, zu keimen, ob man erst lange Triebe oder schon Früchte bilden sollte und wann eine Notreife am besten das Überleben der Art sichert.
Unser Part sind das Begleiten und das Beobachten. Wenn wir immer wieder Neues lernen, können wir uns mit unseren Pflanzen in einer glücklichen Gartengemeinschaft weiterentwickeln.

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team




DIE ZUCKERTÜTENASTER

Annegret Rose aus Erfurt ist eine Blumenfee. Ihre Demeter-Gärtnerei „Saatzucht Rose“ vermehrt seit Jahren wunderschöne Pfingstrosen. Die neuste Leidenschaft der Gärtnerin gilt jedoch einer einjährigen Schönheit: der Sommeraster. Frau Roses Bio-Astern bereichern den hoch- und spätsommerlichen Garten um unzählige weiß, rosa und hellblau leuchtende Sterne. Eine besondere Tradition hat in Thüringen die „Zuckertütenaster“: Diese strahlenden, gefüllten Sommerastern blühen genau zur Einschulung ab Mitte August und schmücken als kleine farbenfrohe Sträußchen die Schultüten der frischgebackenen, stolzen Erstklässler.

BEERENOBST IM JULI

Beeren sind lecker, gesund und vielseitig verwendbar. Gehölze wie Johannisbeeren , Stachelbeeren und Heidelbeeren sind unkomplizierte und dankbare Sträucher, wenn man sie regelmäßig auslichtet und in Trockenphasen vor zu großem Durst rettet. Vor allem brauchen sie, da sie lange an einem Platz stehen, immer wieder Kompost und Mulch. Hier kann durchaus auch „unfertiger“ Kompost wie Kohlstrünke, kleingeschnittene Äste, Grasschnitt und abgesenste Brennnesseln ausgebracht werden. Da sich unter Gehölzen gerne Brennnesselstauden ansiedeln, die bei Beerenobst die Ernte wirklich sehr stören, ist ein geschlossenes Mulchgewebe als oberste Schicht sehr komfortabel. Eventuell können dafür alte Kartoffelsäcke zum Einsatz kommen. Ernten Sie alle Ihre Beeren mehrmals durch, möglichst alle zwei Tage. Die Beeren, die am längsten hängen durften, entwickeln das beste Aroma. Sollten Sie viel Konkurrenz von Vögeln bekommen, netzen Sie einige Ihrer Sträucher ein oder betrachten Sie die verlorenen Beeren als kleines Dankeschön für das Vertilgen von Läusen und Mücken und für den schönen Gesang.

Ihre Erdbeerbeete können Sie fit machen fürs nächste Jahr, indem Sie Ausläufer entfernen und umsetzen. Die Mutterpflanzen werden gehackt und erneut mit Kompost, verrottetem Mist oder einem guten Beerendünger versorgt. Die Pflanzen nutzen den Rest des Sommers, um sich für die nächste Saison zu stärken. Auch Flüssigdüngungen und Rainfarnspritzungen gegen Schädlinge sind im Juli noch sinnvoll. Einen guten Abschluss bildet eine dünne Schicht Stroh oder ab August eine Untersaat mit Spinat.

Bald dürfen Sie sich auf den Beginn der Himbeer- und Brombeerzeit freuen. Stellen Sie schon mal Gläschen für Marmelade bereit!

IN KLEINEN SCHRITTEN DURCHS GEMÜSEBEET

Säen Sie noch einmal Kopfsalat, Eissalat oder den knackigen, süßen Romanasalat aus. Zur besseren Übersicht und Pflege dient eine Anzucht im kühlen Haus. Vielleicht bietet Ihr Keller die optimale Keimtemperatur von etwa 15 Grad, denn Salat keimt bei über 20 Grad schlecht. Bei Direktsaaten im Beet kann man die nötige Kühlung durch Gießen mit kaltem Wasser am Abend erreichen.

In Anzuchtschalen ausgesäte Pflänzchen werden später in Quickpotplatten in Universalerde pikiert und gedeihen im Freien schneckensicher auf der Terrasse oder auf dem Gartentisch, bis in den Beeten Lücken für sie frei werden. Übrigens kann man solche Jungpflanzen, die noch im Topf oder Quickpot stehen und sichtbar anfangen zu hungern, wunderbar mit verdünnter Brennnessel- oder Kompostjauche düngen. Man sieht sie in den folgenden Tagen förmlich wachsen und erhält schnell große und kräftige Jungpflanzen.

Im Juli ist der Porree dankbar für eine Pflegedüngung: Wo er als Schutz vor der Lauchmotte und Zwiebelfliege unter Netz angebaut wird, entfernen Sie dieses erst unmittelbar vor der Bearbeitung. Größeres Unkraut wird gejätet und kompostiert. Jetzt bietet sich ein Guss mit verdünnter Brennnesseljauche an. Danach sollte die Erde gehackt werden. Häufeln Sie dabei die Pflanzen noch einmal an. Nun kann der Porree sich, wieder unter Netz, optimal weiterentwickeln. Sommerlauch lässt sich ab Ende August ernten. Genießen Sie ihn, sobald er groß ist, denn er verkraftet den Herbst nicht so gut. Die „bläulicher“ gefärbten Herbst- und Winterporreesorten können Sie meist bis November/Dezember im Garten lassen.

Wie geht es Ihren Tomaten? Bei guter Wasser- und Nährstoffversorgung müssten schon reichlich Früchte daran hängen, die mit Sonne und Wärme bald ihre Farbe ändern werden. Denken Sie daran, die Pflanze weiterhin auszugeizen. Wo Tomatenpflanzen in voller, tiefgrüner Pracht dastehen, aber kaum Blüten und Früchte ansetzen, könnte eine Überdüngung die Ursache sein. Lassen Sie bei diesen Pflanzen die Geiztriebe groß werden, bevor Sie sie kappen, damit Nährstoffe verbraucht werden. Wässern Sie häufig und durchdringend, um die Düngerkonzentration im Boden zu verringern. Wo, eventuell schon an grünen Früchten, eine braune feste Fläche an der Basis der Frucht erscheint, kann man schnell mit in Gießwasser aufgelöstem Kalk helfen. Durch die ausreichende Kalkversorgung wird dieses Symptom, „Blütenendfäule“ genannt, für die nachfolgenden Früchte dieser Pflanze wieder behoben.

DAS KÜHLE NASS

Ist auch in Ihrem Garten dieses Jahr Wasser das große Thema? Vielerorts waren Mai und Juni so trocken, dass sogar eingewachsene Erdbeerpflanzen zu schlappen begannen. So ein Anblick ist schwer zu ertragen. Ein Regner schafft schnell Erleichterung und dient gut, wo wenig Zeit und Kraft zum Gießen vorhanden sind. Beim Beregnen verdunstet jedoch ein großer Teil des Wassers auf dem Weg durch die Luft. Weder Grund- noch Trinkwasser ist überall unbegrenzt vorhanden. Zudem mögen viele Pflanzen keine nassen Blätter, und die meisten Blüten leiden unter der Beregnung. Je genauer man mit der Gießkanne, einem Gießstab oder bequem mit einer Tropfbewässerung das Wasser direkt an die Pflanzen bringt, desto effizienter wird es genutzt. Nur wiederholtes Gießen ohne Pfützenbildung oder ein stetiges Tropfen des Wassers lässt es wirklich tief eindringen. Gießen Sie größere Pflanzen, deren Wurzeln schon tiefer reichen, durchdringend, aber nicht täglich.

Schnecken sind bei Trockenheit kaum unterwegs. Dennoch helfen die gebördelten Schneckenkragen aus Kunststoff auch dann: Wo wenig Wasser vorhanden ist und man mit der Kanne gießt, sorgen die Kragen dafür, dass das Wasser wirklich der gegossenen Pflanze zugutekommt. Wenn die Schneckenkragen gut in der Erde stecken, versickert das Wasser zur Pflanzenwurzel hin und fließt nicht oberflächlich ab. Dafür verzeiht man diesen stabilen und praktischen Helfern sogar ihre mangelnde Schönheit …

Wo hingegen Starkregen den Boden verschlämmen, ist es wichtig, öfter zu hacken. Besonders der Sauzahn hilft, die Erde tief zu belüften, ohne die Erdschichten zu vermischen. Decken Sie bloßliegende Erde mit grobem Mulchmaterial wie Stroh ab, um die Bodenstruktur zu schützen. Erbsen, Stangenbohnen und Rosen müssen in Regenzeiten gut gestützt bzw. angebunden werden. Da nasse Blätter manche Pilzkrankheiten fördern, ist es wichtig, durch Jäten und eventuelles Auslichten überall einen guten Durchzug der Luft zu ermöglichen. Für den Sommerschnitt der Gehölze ist der Juli sowieso ein guter Zeitpunkt. Setzen Sie junge Salatpflänzchen so hoch ein, dass ihre untersten Blätter nicht den Boden berühren. So bleiben sie gesund und faulen nicht.

GRASGEFLÜSTER

Im Juli wachsen oft die Ränder der Beete oder der Zaun stark mit Unkraut zu. Es wirkt sehr verlockend, hier mit einem Rasenmäher entlangzufahren oder mit einer Motorsense alles einmal zu kürzen. Bitte bedenken Sie, dass diese Geräte für alles, was in diesen Gräsern und Kräutern lebt, eine erschreckende Gefahr darstellen. Und Sie selber bringen sich um Zeiten der Stille. Schärfen Sie Ihre Sichel in Ruhe mit einem guten, nassen Wetzstein. Investieren Sie in eine nachhaltige Technik, indem Sie sich eine vernünftige Rasenkantenschere zulegen. All diese Handgeräte sind dann anstrengend, wenn sie stumpf sind oder blockieren. Laute Motorgeräte sind immer anstrengend, zumindest für die Mitmenschen.

Falls Sie gerade dabei sind: Der Juli ist unter Gesichtspunkten des Naturschutzes der beste Monat, um eine Wiese zu mähen. Gräser und Wildkräuter hatten schon Zeit, Samen zu bilden. Diese fallen beim Mähen größtenteils aus, besonders wenn das Schnittgut wie beim Heumachen noch einige Tage liegen bleibt und gewendet wird. Danach entsteht durchs Rechen Platz für die Keimung der Samen, die hoffentlich im nächsten Jahr zur Blüte kommen und die Wiese weiter bereichern.

Alle Arten von Grasschnitt und Heu sind sehr nährstoffreich und wertvoll für den Boden. Problematisch ist jedoch zum einen, dass Grasschnitt schnell faulen kann, und zum anderen, dass Heu die oben erwähnten Samen enthält. Probieren Sie trotzdem, diese Stoffe zu kompostieren: entweder durch Heißrotte in einer frisch aufgesetzten, mit Rottebeschleuniger durchtränkten Kompostmiete oder an einer Stelle, wo Unkräuter nicht so sehr stören, z.B. unter größeren Gehölzen. Eine dritte Möglichkeit ist, den Kompost und die Beete zwischen den Reihen konsequent abzudecken. So wird das meiste Unkraut kaum eine Möglichkeit finden, sich zum Störenfried zu entwickeln.

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GEDANKEN ZUM BODEN

In einer Handvoll gutem Boden arbeiten Milliarden von Organismen daran, zu lüften, zu krümeln und zu verdauen. Der Humusgehalt ist der Anteil von belebter organischer Masse im Boden. Humus muss man unbedingt durch gute Bewirtschaftung erhalten und vermehren. Er sorgt für gute Wasserhaltekraft, Pflanzengesundheit und dauerhafte Fruchtbarkeit des Bodens und sichert unsere Ernährung.

Manche Menschen sind der Ansicht, dass man nur mit konventioneller Landwirtschaft die wachsende Erdbevölkerung ernähren kann. Einigen Quellen zufolge soll jedoch in China und in Südamerika ein Hektar Ackerland jahrhundertelang bis zu fünf Menschen ernährt haben, von Hand bewirtschaftet und ohne langfristigen Verlust der Bodenfruchtbarkeit. Auch wenn solche Zahlen unter Umständen nicht belastbar sind: Möglich würde so ein gutes Ergebnis wohl durch besonders effiziente Bodenpflege und Wasserwirtschaft sowie eine vorwiegend pflanzliche Ernährung.

Im Biogarten haben wir die Chance, das wunderbar eingefädelte System Boden sowie die kleinräumige Landwirtschaft selber zu erkunden: Eine intensive Kompost- und Mulchwirtschaft, Gründünger und viele andere tolle Ideen können wir im Kleingarten mit weit weniger Erfolgsdruck ausprobieren als in einem großen landwirtschaftlichen Betrieb. Von unseren Gärten und Gartengesprächen aus verbreiten sich solche Ideen jedoch in der Welt und bringen dort vielleicht etwas ins Rollen.

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ARBEITEN
Ernte
wässern und flüssig düngen,
hacken und jäten,
Tomaten ausgeizen,
Obstgehölze pflegen,
Beetränder und Wiesen mähen
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
Gurken, Tomaten, Peperoni, Bohnen, Erbsen, Zucchini, Kohlrabi, Fenchel, Frühkohl, Frühkartoffeln, Möhren, Mangold, Salat, essbare Blüten wie
Kapuzinerkresse und Borretsch,
Himbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Kräuter, Blumensträuße