Der Biogarten im September


„Aussaatkalender

Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg’ ich der Vögel wundervollen Flügen,
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.  
Hinwandelnd durch den nachtverschloss’nen Garten,
Träum’ ich nach ihren helleren Geschicken,
Und fühl’ der Stunden Weiser kaum mehr rücken
– So folg’ ich über Wolken ihren Fahrten.
(Georg Trakl)


Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

im September kommt die Natur langsam zur Ruhe. Alles reift, wird noch süßer oder bekommt eine feste Schale, die unsere Ernte lagerfähig macht. Psst – stören Sie jetzt nicht! Ernten Sie in Ruhe und behutsam das, was gerade an der Reihe ist.

Verbrauchen Sie so viel wie möglich frisch und sammeln Sie Kraft. Gut versorgt und satt sind Sie am besten aufgestellt für den kommenden Herbst, das neue Schuljahr oder den wiedergekehrten Alltag.

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team


DAS SPÄTE BEET: HERBSTPFLANZUNG

Dort, wo sich Ihre Gemüsebeete langsam leeren, sollten Sie den Boden mit der Grabegabel lockern, eventuell ein wenig Kompost ausbringen und dann noch schnell etwas für den Winter vorbereiten.

In diesem Herbst liefern wir erstmalig ein kleines, feines Sortiment an Herbstjungpflanzen. Pak Choi, Winterpostelein, Hirschhornsalat, Speisechrysanthemen und Blutsauerampfer stehen in kleinen Erdpresstöpfen bereit, um spät im Jahr noch Ihren Gemüsegarten zu begrünen. Pflanzen Sie Pak Choi mit ausreichend Abstand, etwa 30 x 20 cm, damit er schön dick wird. Als feiner asiatischer Kohl wird Ihnen Pak Choi, gedünstet und mit Sojasauce serviert, als leckere Beilage zu Reisgerichten ans Herz wachsen. Winterpostelein ist, ähnlich dem Feldsalat, ein ergiebiger Schnittsalat für die dunklere Jahreshälfte und liefert bis Ende März frischgrüne, saftige Blättchen. Hirschhornsalat, die italienische Salatspezialität, ist dort unter dem Namen Erba Stella verbreitet. Die mehrjährige Pflanze kann ganzjährig geerntet werden und verkraftet auch starke Rückschnitte. Junge Blätter verwendet man roh, ältere gedünstet oder blanchiert wie Spinat. Der aromatische Hirschhornsalat passt zu Nüssen und Käse. Speisechrysanthemen lassen sich in Salaten und Suppen nutzen, und der Blutsauerampfer und die Schnitt-Rote-Bete werden jeden Salat mit ihren schönen, rot geäderten Blättern zieren.

Diese Gemüsejungpflanzen passen im Rahmen unserer üblichen Versandpauschale in Pakete mit Baumschulware, Werkzeug, Dünger und Saatgut und werden ab der 36. KW versendet.




Haben Sie noch Saatgut? Blattgemüse wie Rucola und Spinat keimen schnell, wachsen auch bei niedrigeren Temperaturen und werden Ihnen im Winter einige leckere Mahlzeiten oder Beilagen bescheren. Säen Sie die beiden Blattgemüse jetzt in Reihen mit etwa 25 cm Abstand direkt ins Beet. Wenn Sie Spinatsamen mit großem Abstand von etwa 6 cm in der Reihe legen, werden die Einzelpflanzen und die Blätter schön groß und machen beim Ernten und Putzen wenig Arbeit.

3,00 EUR / 100 g

(30,00 EUR/ kg)

Knoblauch sollte in keinem Garten und in keiner Küche fehlen. Über Winter wächst er besonders gut und entwickelt unerschrocken und in Ruhe große Knollen. Zur Winterpflanzung bieten wir spezielle, kältetolerante Sorten an. Man steckt die einzelnen Zehen am besten in einem recht großen Abstand von 15 cm in ein sonniges Beet. Knoblauch ist trockenheitstolerant und unkompliziert, er bildet aber bei guter Versorgung deutlich größere und küchenfreundlichere Knollen und Zehen als bei Mangel. Geben Sie ihm noch etwas Kompost und Holzasche oder gemahlenen Seetang und lassen Sie ihn nicht komplett austrocknen. Im Frühling passen zwei schnelle Reihen Spinat zwischen die sprießenden Knoblauchpflanzen. Der im Herbst gesteckte Knoblauch wird spätestens im Juni erntereif. Danach darf, mit einer zusätzlichen Kompost- oder Düngergabe, Grünkohl auf das freigewordene Beet.


EIN KLEINER FARBTUPFER

Tiefrot, himbeerrosa oder edel und weiß. Sonnengelb. Fröhlich hellblaue Sternchen oder ein ruhiges, warmes Lila: Alle Farben lassen sich durch Frühblüher in jeden Garten holen. Wenn Sie jetzt einige Ränder, Ecken und Baumscheiben frei jäten und hier Blumenzwiebeln stecken, bereiten Sie sich selbst eine Überraschung im nächsten Frühling: Ähnlich einem lebendigen Kalender werden die frühen Blumen Ihnen versichern, dass der Winter vorbei und das Licht zurückgekommen ist und ein neues Jahr voller Abenteuer vor Ihnen liegt.

Osterglocken oder Narzissen sind der Inbegriff von Frühling. Sie verbreiten mit ihren sonnigen Farben im Balkonkasten und unter jedem Baum ihr sternförmig strahlendes Licht. Narzissen halten sich einige Tage in einer Vase und eignen sich gut als Mitbringsel in einem kleinen Strauß. Man kann sie in Töpfe pflanzen und diese bis Anfang Januar kühl stellen. Wenn man die Töpfe dann zu Jahresbeginn in der warmen Wohnung antreibt, hat man einen fröhlichen Frühlingsgruß zu der Zeit, in der man ihn am dringendsten braucht.

Die klassische Narzisse ist gelb und groß. Diese Eigenschaften bieten die Sorten Dutch Master, Yellow Cheerfulness und Brackenhurst. Recurvus hingegen ist dezenter gefärbt und ausdrucksvoll mit ihrer fein gezeichneten Mitte. Für den Topf eignen sich am besten die niedrigen, fröhlichen Tazetten-Narzissen.

Die gelbe Farbe hätten wir. Jetzt hellblau, denn das ist der Frühlingshimmel. Teppiche aus Sibirischem Blaustern legen Ihnen den Himmel zu Füßen, kleine Gruppen von Traubenhyazinthen stehen wie blaue „Bauernbübchen“ – so ihr schwäbischer Name – zusammen, lungern an Ecken und Hauseingängen herum und verbreiten Geselligkeit. Große Hyazinthen entfalten sich auf spektakuläre Weise und stellen jedes Parfüm in den Schatten der Frühlingssonne.

Für alle Rottöne von Rosa bis Dunkellila sind die Tulpen da. Mit ihnen lässt sich je nach Gartengröße eine prächtige knallrote Rabatte mit Fernwirkung oder eine ruhige, zarte und helle Lichtung gestalten.

Gehen Sie als Maler*in in unserem Shop spazieren und tupfen Sie Ihren Garten in Ihren Lieblingstönen. Freuen Sie sich auf ein Frühlingserwachen und feiern Sie es mit der ersten Hummel.


WAS AUS EINEM AUTOHAUS WERDEN KANN

Es gibt Städte, die berühren uns. Besonders wenn sie wegweisend sind in eine Zukunft, in der Ballungszentren vielleicht ihre vielen Autos und den nervenzerrüttenden Lärm abschütteln können und in der die glühend heißen Betonfassaden mit Obst und Gemüse zuwachsen. Und plötzlich sieht man, wie es gehen könnte.

Kopenhagen: Schwimmbecken gratis mitten im Hafen. Vorfahrt für Fahrräder. Öffentliche Plätze, die alte und junge Menschen mit schattigen Bänken und coolen Skateboard-Rampen zum Verweilen einladen.

Und urbane Gärten: Im nördlich der Innenstadt gelegenen Stadtteil Østerbro haben unerschrockene Leute nach einer soliden und gut durchdachten Planung im Frühling 2014 etwa 110 Tonnen Erde auf das Dach eines alten Auto-Auktionshauses gepackt: Das Projekt ØsterGRO war geboren.

Heute stehen auf dem Dach von ØsterGRO Beete und Gewächshäuser voller Kräuter und Gemüse. Hier leben Bienen, Hühner und Kaninchen. In Zusammenarbeit mit einem außerhalb gelegenen Biohof, wo beispielsweise die Kartoffeln wachsen, versorgt die internationale Gruppe etwa 40 Familien mit biologisch angebautem Essen. ØsterGRO will das Wissen über Nahrungsanbau zurück in die Städte bringen und so eine Verbindung zwischen Stadt und Land schaffen. Ganz nach seinem Motto:

„Der bliver sået frø i jord og folks bevidsthed“:
Samen werden in den Boden und das Bewusstsein der Menschen gesät.


BEERENOBST UND BIENENNAHRUNG

Wenn der Sommer sich neigt und die Erde nicht mehr so schnell auszutrocknen droht, kommt wieder die beste Zeit zur Pflanzung von Gehölzen. Den Anfang machen hier die getopften Büsche, Beerensträucher und Rosen. Durch die Aufzucht im Container haben diese Pflanzen einen gut durchwurzelten Ballen entwickelt, den sie in ihr neues Zuhause mitbringen und der sie unempfindlich macht gegen das Verpflanzen.

 
Verwöhnen und versorgen Sie sich und die Menschen in Ihrer Nähe mit einem Garten, in dem es immer etwas zu naschen gibt: Himbeeren stehen gerne an gut versorgten Gartenecken mit viel Humus und werden ganz sicher von irgendjemandem gefunden und hocherfreut geerntet. Noch glücklicher können Sie sich schätzen, wenn genug zum Marmeladekochen bleibt. Wenn Ihnen Himbeeren zu anspruchsvoll sind oder Ihr Grundstück zu trocken ist, können Sie die unkomplizierte Schwarze Honigbeere setzen. Die Früchte ähneln ganz dunklen, süßen Stachelbeeren, und der Busch trägt jedes Jahr zuverlässige Mengen an knackigen, reifen Früchten.
 

 
Mögen Sie das Aroma von Cassis und ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass es zu den „dunkelrotesten“ und gleichzeitig erfrischendsten Fruchtaromen gehört? Warum setzen Sie sich nicht einige Schwarze Johannisbeeren und verfeinern mit den Früchten Desserts, Müsli, Aufstriche und Eis? Schwarze Johannisbeeren wachsen und tragen auch im Halbschatten und lassen sich etwas näher an Bäume setzen als andere Beerensträucher.

Honigbienen, Wildbienen und Hummeln lieben alle stachelbeerartigen Pflanzen sowie Himbeeren und auch Johannisbeeren und finden hier einen großartigen Lebensraum und Nahrung.
 

 
Ein Hauch von Ostsee und knallorangene vitaminreiche Beeren bringt der Sanddorn auf Ihr Grundstück. Da Sanddorn mit Hilfe von Bodenbakterien Stickstoff aus der Luft aufnehmen kann, ist er in der Lage, auch an sehr nährstoffarmen Standorten prächtig zu gedeihen. Sanddorn zählt zu den für die menschliche Ernährung wertvollsten Wildobstarten. Unsere Sorten Leikora und Orange Energy sind auf große Beeren und Ertrag gezüchtete Auslesen der Wildform.
 

 
Und wenn Sie sich einfach nur einen schönen oder anmutigen Garten wünschen, in dem es blüht und summt, ist die Rose immer noch eine der bezauberndsten Blumen. Durch die große Sortenvielfalt gelingt auch hier das Kunststück, Menschen, Vögelchen und Bestäuber*innen gerecht zu werden: Mit Rosen, die halbgefüllte Blüten tragen, bei denen der Pollen gut sichtbar und erreichbar ist, und die dennoch unermüdlich bis in den Herbst hinein blühen, pflanzen Sie sich einen Gartenschmuck, bei dem niemand leer ausgeht. Besonders unsere Sorten Matador, Rotes Phänomen, Westerland und die Bienenweide rosa erfüllen alle Wünsche …
 

 
Ist Ihnen mehr nach Wildrosen in ihrer natürlichen, schlichten Schönheit und ihrem besonders hübschen Wuchs? Auch diese gibt es nicht nur in dem vertrauten Zartrosa der Hundsrose, sondern auch in stärkerem Pink der Rosa canina von Kiese und dem tiefen Rot der Rosa moyesii. Alle Wildrosen, allen voran Piro, bilden viele knallrote Hagebutten und liefern hungrigen Vögelchen im Herbst und Winter einen vitaminreichen Imbiss.
 



KLIMASTREIK 24.9.

Am 24.9., zwei Tage vor der Bundestagswahl, ist globaler Klimastreik! Zusammen gehen wir auf die Straße und machen die Mehrheiten für konsequenten Klimaschutz sichtbar.

Deshalb bleibt unser Shop an diesem Tag geschlossen.

Wir wollen, dass klimafreundliches Wohnen, eine sinnvolle Nahrungsproduktion und der Verzicht auf Verbrennungsmotoren nicht weiterhin eine teure und mitunter unbequeme Privatentscheidung bleiben. Wir bevorzugen und betreiben seit Jahr und Tag eine naturnahe Landwirtschaft. Wir fordern städteplanerische Anreize zum Fahrradfahren und Laufen, günstige Bahnverbindungen und finanzielle Vorteile für alle CO2-neutralen Technologien. Wir wünschen uns, dass die Welt wenigstens ein bisschen so bleiben darf, wie sie ist, und sind sehr gespannt auf alle Neuheiten, Ideen und Erfindungen, die uns eine ernst gemeinte Wende bescheren werden.



ARBEITEN
Ernte
- Ernten und konservieren
- Saatgut sammeln, trocknen, beschriften
- Kürbistriebe kappen und Früchte auf Bretter legen
- bei Tomaten Haupttrieb kappen und kranke Blätter zum Teil entfernen
- bei Rosenkohl die Spitze kappen
- abgeerntete Beete jäten und mulchen oder Gründünger einsäen
- Erdbeerbeete ausputzen und Mulch austauschen
- krankes, befallenes Obst sammeln und entsorgen
- abgeerntete Beerensträucher auslichten und darunter mulchen
- Kompost aufsetzen
- Baumpflanzungen vorbereiten
- Stützen, Pfähle und Schneckenkragen einsammeln
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Pastinaken, Porree, Sellerie, Kohlrüben

Kopfkohl, Kohlrabi, Blumenkohl und Broccoli, Chinakohl und Pak Choi

Salat und Endivien, Mangold und Spinat, Asia-Gemüse, Fenchel

Tomaten, Paprika und Chilis, Auberginen, Gurken, Zucchini und frühe Kürbisse, Bohnen und Erbsen, Zuckermais

letzte Küchenkräuter zum Trocknen

Herbst- Himbeeren, frühe Weintrauben, Feigen und Minikiwis, Physalis

frühe Äpfel und Birnen, Pfirsiche und Nektarinen, Pflaumen, Zwetschgen, Renekloden und Mirabellen

Haselnüsse

Wildobst wie Holunder, Apfelbeeren, Sanddorn und Hagebutten

Blumensträuße

Saatgut