„Ein jegliches hat seine Zeit,
und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde …“
(Prediger Salomo)


Liebe Gartenfreunde, 

ist im März eigentlich schon Frühling? Aus gärtnerischer Sicht ist diese Frage unbedingt mit Ja zu beantworten! Und sei das erste frische Grün nur ein Kartoffeltrieb auf der Fensterbank …
Stecken Sie einen Obstzweig in die Vase und stellen Sie sie auf den Tisch. Beobachten Sie die Entfaltung der Knospen von Nahem, während Sie auf die milden Stunden und Tage lauern, die uns schon bald vor die Tür locken …

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team

FRÜHE KARTOFFELN

Sie heißen Solist, Rosara und Annabelle, benötigen zur Reifung nur etwa 100 Tage und schmecken köstlich. Diese Sorten pflanzen Landwirte, wenn es das Wetter erlaubt, meist schon im März. Frühkartoffeln bzw. neue Kartoffeln aus deutscher Herkunft sind im Handel etwa ab Juni erhältlich. Frühkartoffeln sind sehr aromatisch und relativ teuer, deshalb lohnt es sich, zumindest eine kleine Fläche des eigenen Gartens mit Frühkartoffeln zu bepflanzen.

Wir empfehlen für alle Kartoffelpflanzungen das Vorkeimen, denn auf diese Weise kann man Kartoffeln noch weiter verfrühen: Zum Vorkeimen lagert man die Pflanzkartoffeln zunächst ein bis zwei Tage im warmen Wohnraum, um die Keimruhe zu beenden und ihnen zu signalisieren, dass der Frühling jetzt kommt. Dann verteilt man sie in flachen Kisten oder Eierkartons und stellt sie an einen hellen und mäßig warmen Ort, wo sich bald die ersten Keime zeigen. Nach etwa drei Wochen kann man die Frühkartoffeln in ein tief gelockertes und gut mit Nährstoffen versorgtes Beet pflanzen. Der Pflanzabstand sollte mindestens 60 x 30 cm betragen. Am besten setzt man sie in flache Dämme, auf denen sich die Erde schnell erwärmt. Grundsätzlich ist eine Pflanzung von Kartoffeln erst bei mindestens 9 °C Bodentemperatur sinnvoll. Wer noch weiter verfrühen möchte, kann unsere Kartoffel-Anzuchtbeutel ausprobieren: Hier hinein legt man die (vorgekeimte) Knolle in ein wenig Anzuchterde. Die Pflanze entwickelt sich nun im geschützten Raum ähnlich einer Gemüsejungpflanze rasch weiter und kann später, nach ausreichender Abhärtung, mitsamt dem Beutel ins Beet oder in einen großen Topf gesetzt werden. Dadurch werden diese Frühkartoffeln noch schneller erntereif und liefern die allerersten, herrlich duftenden Pellkartoffeln.

Kartoffelblätter und -triebe sind frostempfindlich und sollten etwa bis Ende April mit Folien, Vliesen oder Netzen geschützt werden. Für alle mittelfrühen Kartoffelsorten und für rauere Gegenden empfehlen wir das Vorkeimen ab Ende März und die Pflanzung Mitte/Ende April.

BÄUME UND BEEREN: BEREIT FÜR DEN SOMMER

Bis Ende März versenden wir wurzelnackte Obstbäume: Halbstämme und Buschbäume von Äpfeln und Birnen, Süßkirschen und Quitten sowie von Aprikosen und Pfirsichen. Die wurzelnackten Gehölze müssen jetzt zügig verpflanzt werden, da sie schon bald austreiben und dann nicht mehr gestört werden wollen. Natürlich lassen sich auch Beerenobst und Heckensträucher, die wir im Topf verschicken, jetzt gut pflanzen.

Wenn Ihnen nach den Erfahrungen des vergangenen Sommers wichtig ist, dass das Gehölz Trockenheit verträgt, bieten wir hier ein paar geeignete Kandidaten zur Auswahl: Birnbäume, Mispeln, Goji, Sanddorn und Brombeere bringen auch unter etwas trockeneren Bedingungen noch erntefähiges Obst. Zu stattlichen Bäumen werden an wenig bewässerten Orten Esskastanie, Elsbeere und Immergrüne Eiche. Für Vogelschutz- und Wildhecken eignen sich der Wollige Schneeball, der Weißdorn und die Berberitze. Schlehen kommen ebenfalls gut mit Trockenheit zurecht. Natürlich brauchen all diese Gehölze ihr Maß an Wasser, besonders in der Anfangszeit. Dennoch kann man mit der richtigen Wahl die Weichen so stellen, dass später nur noch ein Minimum an Bewässerung notwendig sein wird.

FRISCH FRISIERT IN DEN FRÜHLING

Für Rosen und Feigen ist der März ein günstiger Schnittzeitpunkt. Jetzt ist die Gefahr von Frostschäden recht gering, und man erwischt trotzdem die Pflanzen noch kurz vor dem Austrieb. Lichten Sie diese Gehölze großzügig aus und entfernen Sie alle aneinanderreibenden Zweige. Bei Rosen werden die Triebe um etwa ein Drittel gekürzt. Das nun oberste Auge sollte nach außen zeigen. So erhalten Sie reich blühende, gesunde Stöcke. Binden Sie Kletterrosen und andere Rankpflanzen wie Wein gut am Spalier fest, möglichst mit einer Sisal- oder Kokosschnur, die sich irgendwann zersetzt, bevor sie die Triebe einschnürt.

Auch Ihre Stauden dürfen Sie jetzt ausputzen, denn was in den alten Stängeln an Kleinstlebewesen überwintert hat, nimmt im März bei einer Störung nicht mehr so viel Schaden. Wo zwischen Stauden noch Platz ist, lassen sich bald zur Freude der Insekten noch einjährige Sommerblumen und reich blühende Gründüngungspflanzen säen oder setzen. Aus dem Rasen wird mit einem stabilen Rechen alter Filz entfernt, damit neue, zarte Grashalme sprießen können. Wenn Sie all Ihre Sträucher, Bäume, Stauden und Rasenflächen jetzt noch großzügig mit einer guten Portion Dünger oder reifem, feinem Kompost versorgen, steht einem guten Start ins Frühjahr nichts mehr im Wege.

HUMUS PFLEGEN UND ERHALTEN

Wir weisen immer wieder auf die Kostbarkeit des Humus hin. Er ist die lebendige Substanz im Gartenboden, die nicht Wasser, Sand, Lehm oder Nährsalz ist, sondern alles andere: zersetzte Pflanzen, Pilzmyzel, Bakterien, Krabbeltierchen. Durch den Humus erhält der Boden seine Krümelstruktur und seinen Duft. Besonders bei der Bodenbearbeitung kann Humus abgebaut werden und verloren gehen, wobei auch CO2 in die Atmosphäre entweicht. Mit Bedacht kann man hier vieles richtig machen:
Bearbeiten Sie ein Beet zur Zeit: Wenn Sie heute einen Gartentag machen, versuchen Sie, eine (kleine) Fläche komplett fertig zu bewirtschaften. Alter Mulch wird abgeharkt. Mit der Grabegabel lockert man schonend den Boden und zieht Unkräuter heraus. Jetzt kommt eine oder mehrere Schubkarren voll reifem Kompost dazu. Der Rest vom Kompost wird gleich wieder abgedeckt. Nach dem Glattharken bringen Sie Ihre Samen in die Erde. Nun mulchen Sie ganz dünn zwischen den Reihen, mit etwas Stroh, angerottetem Gras oder Laub. Fertig! Die Erde war nur einige Stunden unbedeckt. Die Feuchtigkeit des Bodens und der Komposterde kommt direkt den Keimlingen zu Gute, und der dünne Mulch schützt den Boden vor Wind und Regen.

Sie können den Anteil von bodenbildenden Organismen in Ihrer Gartenerde zudem noch bewusst erhöhen: Nicht nur durch fertige Präparate wie Mykorrhiza-Pilze und effektive Mikroorganismen schaffen Sie gute Voraussetzungen fürs Wachstum. Das Herz der Humusbildung ist die Kompostierung aller organischen Abfälle, und von den wertvollen Inhaltsstoffen dieser Materialien geht am wenigsten verloren, wenn sie vor Ort verrotten dürfen: Mit Rohkompost, also direkt mit dem Inhalt Ihres Komposteimers, können Sie beispielsweise frisch gepflanzte Obstbäume oder große Beerensträucher düngen. Sofort mit Stroh oder Laub abgedeckt, verschwindet der unappetitliche Anblick, und die Regenwürmer haben Futter. Da diese den Boden bis in 80 cm Tiefe auf vorsichtigste Weise lockern und für Wurzeln zugänglich machen, können hier die Bäume wunderbar Fuß fassen.

Wo Beete auf die Bearbeitung warten und kein unzersetzter Kompost herumliegen soll, sind Jauchen ein Krafttrank fürs Bodenleben: Der Einsatz von Brennnesseljauche erhöht die Bodenaktivität. Reste von Naturjoghurt, z.B. beim Ausspülen von Gläsern, versorgen das Gießwasser mit Milchsäurebakterien. Auch eine Handvoll reifer, duftender Kompost, ins Gießwasser gerührt und übers Land gegossen, führt zu einer großflächigen Besiedelung der Fläche mit Millionen von günstigen Mini-Helfern!

6,90 EUR / Pack

(46,00 EUR/ kg)


ALLEINE, ZWEISAM, GEMEINSAM GÄRTNERN

Manchmal möchte man im Garten einfach nur seine Ruhe haben. Man hört ab und zu ein vorbeifliegendes Insekt, muss mit niemandem sprechen und ist schon nach kürzester Zeit erholt und der Welt besonders gnädig gestimmt.

Schön wäre es jedoch manchmal schon, wenn einem jemand helfen würde: In manchen Partnerschaften wird das perfekt gelöst: Eine Person denkt sich den Küchengarten aus und behält die Aussaatzeitpunkte im Blick, bekommt aber bei schweren und langwierigen Arbeiten wie Unkrautjäten oder beim Verteilen von Kompost Hilfe von der Partnerin oder vom Partner. Oder man hat verschiedene Arbeitsbereiche wie Kräuter-, Gemüse- und Ziergarten, wo jeweils klar ist, wer den Hut aufhat, trifft sich aber zur Pause am Kaffeetisch.

Für manche ist Gärtnern eine an sich schon gesellige Angelegenheit: Wenn ich keinen ganzen Garten allein bewirtschaften möchte und wenn die grüne Oase zum Treffpunkt werden soll, lohnt es sich, gleich als Gemeinschaftsgarten zu planen: Wer macht mit? Was wollen wir anbauen? Wann wollen wir uns treffen? In so einem Umfeld kann man viel voneinander lernen, verschiedene Pflanzenarten ausprobieren, und ein Urlaub lässt sich nach Absprache gut überbrücken. Schon ein großes, gemeinschaftliches Kartoffelbeet oder ein zusammen eingepflanzter Baum verbinden uns. Sternstunden einer Gartensaison sind Picknicks, Erntetage und das Einkochen von Tomatensoße oder Apfelmus. Nehmen Sie sich die Zeit, zu überlegen, worauf Sie sich in diesem Gartenjahr freuen. Mit Glück lässt es sich verwirklichen!


ARBEITEN
Ernte
- Beetvorbereitung und Bodenpflege
- Aussaaten im Haus pflegen
- Büsche und Rasen düngen
- Bäume und Sträucher pflanzen
- Rosen und Pfirsiche schneiden
- Ranken und Ruten an Spalieren festbinden
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- überwinterte Winterheckenzwiebeln
- Petersilie und Mangold
- letzten Feldsalat und Postelein
- Sprossen und Microgreens
- Wildkräuter wie Vogelmiere und Löwenzahn