Der Biogarten im Februar


„Biogarten

Liebe Gärtnerinnen und Gärtner,

das Jahr nimmt wieder Fahrt auf. Das Licht kehrt zurück. Schon strecken die ersten Krokusse und Perlhyazinthen ihre neugierigen Nasen in die kalte Sonne, und Weidenkätzchen vertrauen mit großer Zuversicht ihre Pollen dem Wind an.

Wir fragen uns, was das Jahr wohl bringen mag, doch vieles haben wir selbst in der Hand. Weil Pflanzen ihre eigene Logik haben und vom Sinn des Lebens zutiefst überzeugt sind, werden wir auch in diesem Jahr etwas ernten. Suchen Sie sich das Leckerste bei uns aus. Bleiben Sie einfallsreich und neugierig! Denn …

„Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“ 
(Theodor Heuss)

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team


DAS FRÜHE BEET

Die ersten Früchte und Gemüse sind immer die begehrtesten: Das erste Radieschen, die erste Zuckererbse und die erste eigene Möhre begrüßt man besonders freudig. In unseren gemäßigten Breiten lohnt es sich, alles so früh zu säen und zu pflanzen wie nur möglich. Besonders leicht ist das mit frosthartem Gemüse: Säen Sie jetzt eine Mischkultur aus Spinat und Radieschen und ein Beet mit Dicken Bohnen oder Frühmöhren aus, so ernten Sie mit etwas Glück schon im April feine Rohkost und Anfang Juni nahrhaftes Kochgemüse. Und das ohne aufwändige Voranzucht im Haus.

Bei der Vorbereitung Ihrer frühen Gemüsebeete sollten Sie unbedingt die ganze Fläche mit der Grabegabel lockern. Besonders die Wurzelgemüse werden durch das ungehinderte Wachstum in weicher Erde schön und ebenmäßig, doch letztendlich profitiert jede junge Pflanze davon, dass sie rasch tiefe Wurzeln bilden kann. Das lockere und von Unkraut befreite Beet versorgen Sie jetzt am besten mit einer ca. 2 cm dicken Schicht reifem Kompost. Ist keiner vorhanden, so wählen Sie einen organischen Universaldünger wie z.B. Phytoperls, Rinderdung oder Luzernepellets und bringen etwa die Hälfte der empfohlenen Menge aus: Diese frühen Gemüse brauchen keine volle Ladung Dünger. Harken Sie das Beet anschließend mit dem Rechen glatt.




In einer Gärtnerei, wo sich jeder Quadratmeter lohnen muss, setzt man Gemüse manchmal etwas enger. Im biologischen Hausgarten kann man meist nicht alle Wachstumsfaktoren optimieren. Hier sind größere Pflanzabstände von besserem Erfolg gekrönt. Um gerade Reihen zu erhalten, verwenden Sie eine Pflanzleine und einen Zollstock oder ein Aussaatlineal. Ziehen Sie mit einem Saatrillenzieher oder von der Seite mit dem Rechen eine kleine Aussaatfurche, geben Sie das Saatgut in die Erde und drücken Sie es an, am besten senkrecht von oben mit der Vorderfläche des Rechens. Kennzeichnen Sie die Reihen mit Datum, Art und Sorte. Später ist es interessant zu sehen, wie lange die Pflanzen bis zur Ernte gebraucht haben, und besonders wenn Sie verschiedene Radieschen und Bohnen ausprobieren, lohnt sich eine Dokumentation der Sorte sehr.
Sie können jetzt Ihre Aussaaten entweder angießen oder warten, bis es regnet. Wenn das Saatgut erst einmal richtig Wasser bekommen hat, muss man es bis zur sichtbaren Entfaltung der Blätter durchgehend feucht halten, sonst vertrocknet der Keim. Sinnvoll ist bei Möhren- und Radieschenbeeten eine Abdeckung mit einem Insektenschutznetz. Das licht- und wasserdurchlässige Netz hält Maden und Erdflöhe fern und puffert Schlagregen, Hagel und Temperaturschwankungen ab. Es ist nicht hübsch anzusehen, aber effektiv. Sie müssen nur etwas genauer durch die Maschen gucken, um die Zeit zum Vereinzeln und Jäten nicht zu verpassen!


DER GLÜCKLICHE OBSTBAUM

Am wichtigsten für das Wohl eines Baumes sind Platz zur Entfaltung und eine gute Versorgung über den Boden. Ein gelungener Obstbaumschnitt macht die Sache perfekt. Im Februar ist dazu Zeit, solange die Knospen noch nicht anschwellen.
Schneiden Sie Ihre Bäume möglichst regelmäßig und gleichmäßig, dann stellen sie sich in ihrem Wachstum darauf ein. Stark geschnittene Bäume treiben auch wieder stark aus und müssen in den Folgejahren gut in Form gehalten werden. Zurückhaltend geschnittene Bäume finden ihre eigene Form, sind aber mitunter zu dicht belaubt, um hohe Erträge zu bringen. Finden Sie das Mittelmaß, das für Sie über die Jahre leistbar ist. Nur bei verwilderten oder verletzten Bäumen ist ein einmaliger starker Verjüngungsschnitt manchmal sinnvoll.

Setzen Sie sich immer einen luftigen und ausgewogenen Aufbau der Baumkrone als Ziel. Behalten Sie während des Schneidens die Gesamtgestalt des Baumes im Blick. Bei allen Obstbäumen tragen die eher waagerecht wachsenden Zweige mehr Obst als steil oder senkrecht nach oben zeigende Triebe. Fruchtknospen sind rundlich, Blattknospen dagegen länglich und liegen weit auseinander. Beide sind wichtig.

Um artgemäß zu schneiden, muss klar sein, wie gut der Baum wieder austreibt. Äpfel und Birnen können auch aus älterem Holz Knospen aktivieren. Kirschen, Pflaumen und Aprikosen bringen eher aus den bis zu dreijährigen Ästen neue Triebe hervor. Pfirsiche und Sauerkirschen treiben nur aus Knospen wieder aus, die schon vor dem Schnitt gut sichtbar waren. Diese Arten werden jedoch innen kahl, wenn man sie zu wenig zurückschneidet. Junge, gut versorgte Bäume wachsen stärker als alte. Buschbäume und Halbstämme haben weniger Wuchskraft als Hochstämme. Zwergobst wächst meist sehr schwach, sollte aber durch Kürzen der Triebe in einer ausgewogenen Form gehalten werden. Auch Säulen- und Spindeläpfel muss man regelmäßig einkürzen.
Geschnittene Bäume heilen bei guter, maßvoller Versorgung, ausreichender Luftbewegung und sauberen Schnitten am besten. Verwenden Sie scharfes und gutes Werkzeug. Senkrechte Schnitte trocknen besser ab als waagerechte, auf denen der Regen steht. Wählen Sie die Schnittwinkel so, dass die Schnittfläche möglichst klein ist und vom Baum gut überwallt wird, also vom Rand her mit lebendigem Gewebe überwachsen werden kann.

Und wenn Sie schon am Schneiden sind: Schaffen Sie Platz! Ein Baum, der mit ausreichend Licht von Sonne, Mond und Sternen seine Äste frei im Himmel ausbreiten darf und dessen Wurzeln in alle Richtungen Nahrung und Wasser finden, ist sehr gut aufgestellt und kann dem Sturm, dem Frost und der Hitze seine ganze Kraft entgegensetzen.


EIN LEVEL HÖHER

Hätten Sie gerne ein Hochbeet? Vieles spricht dafür: Die rückenschonende Arbeitshaltung. Die Möglichkeit, in guter, extra herbeigeschaffter Erde zu arbeiten, statt mühsam einen vorgefundenen Boden zu verbessern. Für manche Pflanzen ist die schnelle Erwärmung der Erde im Frühjahr ein Vorteil. Auch die klare Abgrenzung des Hochbeetes, sei es gegen Unkraut, Hunde oder von unten gegen Wühlmäuse, sowie der Nutzen als Raumteiler im Garten kann ein Grund für den Bau sein. Wann, wenn nicht jetzt? Das Jahr liegt vor Ihnen.

Es gibt Hochbeete aus sehr stabilem und aus weichem Holz, Hochbeete aus geflochtener Hasel, aus Paletten, Zinkblech, Betonelementen oder Steinplatten. Bedenken Sie bei der Wahl des Materials neben ästhetischen Gesichtspunkten vor allem, wie lange es hält. Hochwertiges Douglasienholz steht ohne Probleme mehr als zehn Jahre lang. Dünnes Fichten- oder Haselholz wird viel schneller morsch. Stein- und Betonplatten sind wesentlich schwerer als Holzelemente und nicht so leicht zu befestigen. Dafür sind sie ziemlich unverwüstlich.

Schützen Sie Ihre Hochbeete von innen mit Folie, um das Baumaterial vor der Nässe der Erde und vor den Wurzeln zu schützen. Diese Folie sollte bei Holzbeeten genoppt sein, um das Holz zu hinterlüften. Von unten können Sie ein Wühlmausgitter anbringen.
Die Höhe des geplanten Hochbeetes muss für Sie und niemand anderen perfekt sein. Bedenken Sie aber, dass ein sehr hohes Hochbeet viel Schatten wirft und man auf der Nordseite kalte Füße bekommt. Ist das Beet zu niedrig, bietet es andererseits wenig Füllstand an guter Erde und kaum seitlichen Schutz gegen Wildwuchs und Hunde. Die optimale Höhe liegt wohl zwischen 50 und 90 cm.

Bedenken Sie, wenn Sie die Dimension Ihres Hochbeetes planen, wie viel Erde Sie heranschaffen können. Dreidimensional betrachtet ist das ganz schön viel – und schwer. Der Boden des Beetes kann mit Grünschnitt und anderem organischen Abfall gefüllt werden, doch mindestens die obersten 30 cm sollen aus Gartenerde, Mutterboden oder Universalerde bestehen. Zwar ist jetzt kühler Februar, doch stellen Sie sich einen heißen Sommer vor: Die Erde im Hochbeet liegt erhöht, das Wasser fließt gut ab. Sie müssen eine Möglichkeit einrichten, Ihr Hochbeet in Trockenphasen wirklich mit Wasser zu tränken, sonst sind alle Vorteile dahin. Am effektivsten ist eine Tropfbewässerung, doch auch schon ein gut erreichbarer Gartenschlauch ist eine große Erleichterung gegenüber dem Tragen von Gießkannen. Arbeiten Sie Lehm bzw. Bentonit und aktivierte Holzkohle in die Erde ein und mulchen Sie das Beet bald nach der Bepflanzung, um das Wasser zu halten.

Und jetzt kommt das Beste: Wählen Sie aus! Welche Pflanzen finden Sie so lecker und so hübsch, dass sie diesen Ehrenplatz einnehmen dürfen? Bunte Chilis! Immertragende Erdbeeren? Mediterrane Kräuter. Oder so richtig Porree, bunten Salat und Möhren auf dem Präsentierteller? Melonen … Süßkartoffeln? Gurken und Basilikum! Broccoli? Kapuzinerkresse. Minze.




DA IST WAS IM BUSCH

Heckenpflanzen und Wildobst, also das, was man gemeinhin als Gebüsch wahrnimmt, sind ein Kosmos für sich: Ein Lebensraum für Singvögel und Kleinsäuger. Ein Windschutz, der Grundstücke und Gebäude schön einrahmt, ein Sichtschutz zum Nachbargrundstück. Viele Heckenpflanzen sind eine Quelle von Obst, bringen schönen Blütenschmuck im Frühling und bunte Blätter im Herbst. Aus diesen Gehölzen kann man Blumensträuße und Stöcke schneiden, und am Hang halten ihre Wurzeln die Erde fest.

Hecken brauchen ihren Platz. Sie besitzen eine gewisse Dicke, je nach Pflanzenart und Schnitt, und unter Umständen werden sie recht hoch. Sie sollen nicht nur als Randbegrünung weitläufiger Anwesen auftreten, sondern nahbar und angenehm in Stadtgärten funktionieren. In unserer Tabelle können Sie nachschauen, welche Heckenpflanzen für Sie in Frage kommen könnten. Für kleine Gärten haben wir Johannis- und Heidelbeeren als Idee mit in die Liste aufgenommen.
Pflanze schnittverträglich Platzbedarf mit/ohne Schnitt Höhe bei mäßigem Schnitt Bienennahrung/Vogelnistgehölz Blütenschmuck und Herbstfärbung essbare Früchte Standort
Hasel ja, auch starke Rückschnitte 1,50 bis 4 m 3 m Eichhörnchennahrung schöne gelbe Kätzchen, rotlaubige Sorten ja, hochwertig ausreichend feucht, kein Magerstandort, verträgt Wind und Schatten
Felsenbirne eher nicht 2 bis 5 m, je nach Art 3 bis 5 m, je nach Art Vogel- und Bienennahrung, Nistgehölz sehr schöne weiße Blütenfülle, tolle Austriebs- und Herbstfärbung ja, hochwertig, süß und weich anspruchslos, verträgt Wind und Stadtklima
Rote Johannisbeere ja, mäßig 0,80 bis 1,50 m oder Stämmchen 0,60 m 1,20 m Bienen- und Vogelnahrung nein ja, hochwertig Sonne, nährstoffreicher Boden
Wildrose, Heckenrose, Rugosarose sehr schnittverträglich ab 0,80 bis 3 m 0,80 bis 2 m Bienennahrung, Vogelnistgehölz, Winternahrung Blütenschmuck Wildobst Sonne, humushaltiger Boden
Heidelbeere begrenzt, nur auslichten 1 m 1,20 m Bienennahrung kleine Glockenblüten, schöne Herbstfärbung ja, hochwertig braucht extra Bodenpflege, sauren Boden, feucht, verträgt Schatten
Berberitze ja, Formschnitt möglich 1 bis 3 m 3 m Bienen- und Vogelnahrung üppige gelbe Blüte, Herbstfärbung leuchtend orange Wildobst, schwer zu ernten anspruchslos, verträgt Überpflanzung und Trockenheit
Kornelkirsche ja, sehr schnittverträglich 1,50 bis 3,50 m 4 m Bienennahrung, Vogelnistgehölz sehr schöne frühe gelbe Blüte Wildobst, adstringierend, aromatisch Sonne, verträgt Wind und Trockenheit, aber keine Konkurrenz
Zierapfel ja, sehr gut 1 bis 4 m 4 m Bienennahrung, Vogelnistgehölz, Winternahrung wunderbare rosa oder weiße Blüte, bestäubt Apfelbäume Wildobst anpassungsfähig, verträgt Unterpflanzung und Stadtklima


In den ersten Jahren nach der Pflanzung und in Trockenzeiten brauchen Ihre Heckenpflanzen Extrawasser. Die meisten von ihnen geben sich mit wenig Dünger zufrieden. Bis eine Hecke dicht ist, braucht man Geduld. Eng gesetzte Pflanzen schließen die Reihe schneller, der Lichtmangel treibt sie aber in die Höhe, und sie tragen im unteren Bereich weniger Blüten und Früchte als weit auseinander gesetzte. Als Faustregel ist ein Pflanzabstand von etwa 2,50 m ein gutes Maß.

Wenn Sie Gehölze im Spätsommer schneiden, wird mit dem Laubverlust ihre Wuchskraft reduziert. Wollen Sie die Hecke verjüngen und den Wuchs anregen, so schneiden Sie im Winter. Die in den Wurzeln eingelagerten Kräfte stehen dann einer reduzierten Menge an Trieben zur Verfügung und sorgen für Saftdruck.

Ein achtsamer Schnitt nach der Logik des einzelnen Gehölzes mit Auslichten und luftigem Aufbau wie bei einem Obstbaum wirkt anders als ein gerades Daran-lang-Schneiden mit einer motorisierten Schere. Dieses macht Hecken auch etwas schlechter zugänglich für Tiere, weil sich die „Außenhaut“ so stark verästelt. Aber natürlich muss der Schnitt überhaupt leistbar sein, und sehr oft ist man heilfroh, motorgetriebene Geräte zur Verfügung zu haben. Entscheiden Sie im Einzelfall, wohin Ihr Wildobstgehölz wachsen darf, und erfreuen Sie sich an dem Anblick im Wandel der Jahreszeiten!



AUSSAAT/PFLANZUNG
Arbeiten
WARM:
- Wirsing (Sorte Vorbote)
- Spitzkohl (Sorte Berns)
- Kohlrabi
- Tomaten
- Paprika und Chili
- Auberginen
- Physalis
- Kresse
- Microgreens und Keimsaaten

GESCHÜTZT:
- Lauchzwiebeln
- Salate
- Asiasalate
- Löwenmäulchen

FREILAND:
- Möhren
- Radieschen
- Spinat
- Kresse
- Dicke Bohnen

- Pflanzung von Obst- und Wildgehölzen (bei frostfreier Witterung)
ARBEITEN
Ernte
- Gartenplanung
- Aussaaten im Haus
- Beetvorbereitung und erste Freilandaussaaten
- Obstbaumschnitt
- Hecken pflanzen
- Frühbeet und Gewächshaus einrichten
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- Topinambur
- Grünkohl
- Rosenkohl
- Feldsalat und Winterpostelein
- Fensterbankgemüse