„Wenn du ein Gärtchen hast und eine Bibliothek,
so wird es dir an nichts fehlen.“
(Marcus Tullius Cicero)


Liebe Gartenfreunde, 

das Licht kehrt zurück. Vereinzelt entdecken wir hier und da die Knospen von Frühblühern, und manchen dicken Gehölzknospen sieht man schon an, dass sie nur auf den Startschuss warten! Langsam zeigt sich auch das erste Grün in unseren Anzuchtschalen. Jetzt liegt es wieder in unserer Hand, unseren Garten zu einem fruchtbaren und grün-bunten Paradies werden zu lassen und bald wieder viele langersehnte Delikatessen zu ernten.

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team

DIE FRÜHE MÖHRE MACHT DAS RENNEN

Immer wieder überrascht der Hinweis, dass man schon im Februar Frühmöhren ins Freiland säen soll. Da Möhren in der Regel sehr langsam keimen und, zumindest in leichteren Böden, dennoch keinen Schaden nehmen bei ungemütlicher, feuchtkalter Witterung, hat sich solch eine sehr frühe Aussaat von Frühmöhren bewährt. Besonders gut eignen sich hierfür schnell wachsende Sorten, die jeden milden Tag für sich nutzen und uns mit Glück schon ab Ende Mai mit knackigen, süßen Wurzeln erfreuen. Die Sorte Amsterdam 2 ist ausdrücklich für diesen Aussaatzeitpunkt gedacht, aber auch Milan bringt verlässlich eine sehr frühe und herrlich zarte Ernte. Möhren bzw. Karotten wachsen am besten in einem schon seit längerem bewirtschafteten Beet, das mit wirklich reifem, duftendem Kompost versorgt wurde. Möhren reagieren geschmacklich auf den Zustand der Erde und entwickeln sich in einem garen, nicht zu stark gedüngten Boden zu süßen Köstlichkeiten. Frischer Mist oder anderer zu konzentrierter Dünger begünstigt hingegen Krankheiten. Um lange, gerade Möhren zu erhalten, sollte man die Erde etwa 20 cm tief mit der Grabegabel lockern. Steine und Verdichtungen verursachen manchmal beinige Wurzeln, die zwar lustig aussehen wie tanzende Figuren, aber in der Küche viel Arbeit machen.

Auf ein 1,20 m breites Gartenbeet passen fünf, besser nur vier Reihen Möhren mit 25 bis 30 cm Reihenabstand. Man kann auch jede zweite Reihe frei lassen und hier im März Zwiebeln stecken. Die Mischkultur von Zwiebeln und Möhren wird empfohlen und tut den Pflanzen gut, hilft aber leider nicht immer, den Befall mit der Möhrenfliege ganz zu verhindern. Zuverlässig wirken Insektenschutznetze, die man auflegt, sobald die Reihen mit Pflänzchen zu sehen sind.

Möhrensamen sind schwer einzeln abzulegen, man sät sie so dünn wie möglich in der Reihe und vereinzelt später auf einen Abstand von 2,5 bis 3 cm, sonst bleiben die Wurzeln klein. Nach der Aussaat kann man die Reihen mit der Rückseite einer Harke andrücken, so dass die Samen ganz leicht mit Erde bedeckt sind. Achten Sie darauf, dass Ihre Aussaat in den nächsten Wochen nicht austrocknet. Möhren besitzen wegen ihrer langsamen Keimung und ihres zarten Wuchses keine gute Durchsetzungskraft gegen Unkraut. So sind regelmäßige Hack- und Jätedurchgänge unerlässlich, dafür kann man danach den Möhrchen beim Wachsen regelrecht zusehen!

OHNE PFLUG UND SPATEN

Wer jetzt vor dem Beet steht und so gar keine Lust hat, zu graben und das Unkraut zu entfernen, kann mal etwas anderes ausprobieren: Für ein sogenanntes „no-dig-bed“, das in etwa dem klassischen Mulchgarten entspricht, braucht man viel organisches Material jeder Art und einige Wochen bis Monate Geduld. Für Beete, die man erst Mitte Mai für Zucchini braucht, ist das durchaus eine Option.

Nach dem Entfernen gröbster mehrjähriger Wurzelunkräuter (dazu muss man vielleicht doch ein bisschen graben) deckt man die gewählte Fläche ganz dick mit dem ab, wovon man viel hat: Laub, Stroh, Grünschnitt, Reisig; auch Mist und Rohkompost dürfen dabei sein. Durch die vollständige Abdeckung fehlt jetzt allen Unkräutern das Licht, und sie werden bis zum geplanten Pflanzzeitpunkt geschwächt oder gar ganz verschwunden sein. In jedem Fall werden Regenwürmer und sonstiges Bodenleben die Erde sehr gut lockern und krümeln, und die Nutzung des Beetes wird später eine Freude sein. Bequem und geschickt ist es, solche Beete dann zur Pflanzung bereits vorgezogener Gemüsejungpflanzen zu verwenden, denn dann muss man den Mulch an den gewählten Pflanzstellen nur zur Seite schieben und nicht großflächig wieder entfernen. Mulchen und Flächenkompostierung funktionieren mit ausreichend feuchtem Ausgangsmaterial oder ergiebigem Regen, manchmal muss man hier nachhelfen. Zudem lohnt es sich, dem Gießwasser ab und zu etwas Nahrung in Form von Kompost, Flüssigdünger oder Jauche mitzugeben, um die Zersetzung des organischen Materials zu fördern und hungrige Pflanzen vor Mangel zu bewahren.

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DER FRÜHJAHRSPUTZ

Falls das Wetter nicht so ganz Ihren Vorstellungen entspricht und für die ersten Freilandaussaaten noch zu rau erscheint, gibt es trotzdem schon etwas zu tun: Tomatendächer, Frühbeetkästen und Gewächshäuser, die bald wieder in Betrieb genommen werden, sollten, falls noch nicht geschehen, gründlich gereinigt werden: Saubere Glasscheiben und abgewischte Folie lassen mehr Licht fürs Pflanzenwachstum durch. Alle Pflanzenreste auf dem Boden werden abgeharkt und entsorgt. Der Hygiene dient auch das Abschrubben von Bohnenstangen und Staudenstützen. Stellflächen, Stützen, Rosenscheren und Tontöpfe vertragen eine Behandlung mit der Bürste und heißem Wasser, damit sie keine Krankheitserreger mit in die neue Saison nehmen. Spülmittel sollte nur zum Einsatz kommen, wenn es biologisch abbaubar ist. Lassen Sie danach alles gut trocknen.

Entfernen Sie sichtbar kranke Äste an Bäumen und Gehölzen. Schneiden Sie hier tief ins gesunde Holz zurück und räumen Sie deformierte Triebe und alte, tote Früchte aus. All diese Pflanzenteile könnten im Frühjahr sonst Neuinfektionen auslösen. Solches Schnittgut sollte nicht zum Gartenkompost gegeben werden. Vielleicht findet sich ja ein Platz, wo es, mit Mulch bedeckt, so lange liegen kann, bis die Bodenorganismen die Krankheitserreger unschädlich gemacht haben, oder Sie verbrennen es.

Im Topf stehende Pflanzen im Haus profitieren jetzt ebenso von einem Frühjahrsputz: Trockene Pflanzenteile werden entfernt, und mit zunehmender Tageslänge darf man schon mal wieder düngen und etwas reichlicher gießen. Glücklich sind Topfpflanzen über frische Erde, gerne mit etwas gutem Kompost vermischt. Geben Sie schwach wirkenden Exemplaren, wenn möglich, einen helleren Platz. Vielleicht können sich die Töpfe am besten Platz des Hauses auch mal abwechseln. Ersparen Sie Ihren Topfpflanzen jedoch allzu plötzliche Temperaturschwankungen, denn sie haben keinen Erdboden, der diese Unterschiede abpuffert.

Übrigens gedeihen die meisten Topfpflanzen sehr gut, wenn man ihnen gelegentlich einen Schluck kalt gewordenen Kräutertee abgibt. Professionalisiert gibt es das als Humofix, und für spezielle Wirkungen wie Gewebefestigkeit und einen höheren Blütenansatz bieten wir Schachtelhalm- und Baldrianextrakt an.

MULTITALENTE

Zum Frühjahr hin lässt sich die Pflanzung von schönen Obstbäumen, Beerensträuchern oder Ziergehölzen gut in die Gartenplanung integrieren. Die Gehölze befinden sich noch in der Winterruhe und können, jetzt gepflanzt, vor Ort ihre Wurzeln und Knospen dem Frühling entgegenstrecken.

Für Pflanzungen in den „Alltagszonen“ Ihres Gartens, an denen Sie täglich vorbeikommen, lohnt es sich, Büsche auszuwählen, die rund ums Jahr und Tag für Tag angenehm anzuschauen sind, in denen Bienen und Singvögel wohnen und deren jahreszeitlicher Wandel Sie im Vorübergehen zum Lächeln bringt.

Das kleinste dieser Multitalente ist die Heidelbeere. Frische Heidelbeeren direkt vom Strauch sind köstlich und in ihrem gehauchten Blau sehr hübsch. Im Frühling trägt dieser etwa 1,50 m hohe Busch unzählige weiße Blütenglöckchen, in welche Bienen gerne hineinkrabbeln. Im Herbst färbt sich das Laub leuchtend orangerot. Heidelbeeren lassen sich auch in großen Kübeln kultivieren.

Wer etwas mehr Platz hat, könnte sich mit der Blutpflaume Hollywood einen wunderschönen Einzelbaum in den Vorgarten setzen. Hollywood blüht sehr früh und reich in zartem Rosa. Später trägt sie dunkelrotes Laub und saftige rote Früchte. Die Pflaumen haben ein frisch-süßes Aroma und eine säuerliche Schale, lösen sich aber nicht so gut vom Kern. Dieser kleinkronige Baum wird etwa 4 bis 6 m hoch und 3 m breit. Alle Kirschpflaumen sind wertvolle Bienen- und Vogelgehölze und lassen sich auch als Windschutz nutzen.

Viel Leichtigkeit versprüht die Felsenbirne, die mit ihrem anmutigen Wuchs und dem lichten Laub viel Sonne durchlässt. Felsenbirnen sind zu jeder Jahreszeit ein sehr schöner Anblick: Im Frühling leuchten die frisch-weißen Sternchenblüten, im Sommer hängt der Busch voller purpurfarbener süßer Früchte, und selbst im Herbst vermittelt das strahlend orangebraune Laub noch ein Gefühl von Wärme.

Zu den zeitigsten Boten des nahenden Frühlings zählen die Haselsträucher. Hier finden Bienen den ersten Pollen, und gerne überzeugt man sich mit einer leichten Berührung der Haselkätzchen vom Nahen des Lenzes. Haseln stehen am liebsten auf ausreichend feuchten Böden und passen sich in naturnahe Gärten ein, als wären sie hier von selber gewachsen. Die von uns angebotenen Sorten bringen große und schmackhafte Nüsse, die sich getrocknet gut lagern lassen. Zur Haselnussernte sollte man schneller sein als die Eichhörnchen, die allerdings, vom Fenster aus beobachtet, einen unglaublich hohen Unterhaltungswert haben. Die Büsche sind schnittverträglich und liefern bei starkem Rückschnitt schöne Stöcke, beispielsweise für Staketenzäune.


AUSSAAT/PFLANZUNG
Arbeiten
WARM:
Tomaten, Paprika, Auberginen, Physalis, Keimsprossen

GESCHÜTZT:
Kohlrabi, Salat, Microgreens wie Kresse (für die Fensterbank)

IM FREILAND:
Dicke Bohnen, Möhren, Spinat, Rucola, Radieschen
ARBEITEN
Ernte
- Aussaaten im Haus
- Anzucht pflegen, pikieren und umtopfen, an milden Tagen ins Freie stellen
- Topfpflanzen düngen oder umtopfen
- Gerätepflege
- Beerensträucher und Obstbäume auslichten
- Bäume pflanzen
- Beete vorbereiten
- erste Direktsaaten
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- Sprossen und anderes Fensterbankgemüse
- überwinterten Spinat
- Feldsalat und Winterpostelein
- Grünkohl
- Rosenkohl und Winterlauch
- erste Wildkräuter