Der Biogarten im Dezember


„Biogarten

Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte —
Rechnet sich aus all dem Braus
Doch ein richtig Leben raus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.
(Theodor Fontane)


Liebe Gärtnerinnen und Gärtner,

lassen Sie zu Advent mal das Krumme gerade sein. Wahrscheinlich haben Sie sich in diesem Jahr sehr flexibel gezeigt. Für die durch Corona verursachten Schwierigkeiten können Sie nichts. Vermutlich haben Sie alles, was zu tun war, nach bestem Wissen und Gewissen getan. Nebenbei haben Sie Ihren Garten bewirtschaftet, sich mehr Mühe gemacht, statt einfach billige, in Plastik verpackte Lebensmittel aus dem Supermarkt zu holen, haben gegossen und gezupft, gedüngt, gebangt und gebunden. Und aus all dem Braus rechnet sich wohl doch ein richtiges Jahr heraus. Auch wenn man das Jahr 2020 manchmal gerne wegen Virusbefall wie einen Computer auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und neu gestartet hätte:
Frohe Weihnachten!

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team

WINTERGEMÜSE

Nicht nur der Frühling mit traumhaft zarten Kohlrabis, der Sommer mit seinen leuchtenden Paprika und der Kürbisherbst sind Gemüsezeit: Mit etwas geschickter Planung dürfen Sie auch im Winter zu den glücklichen Leuten gehören, die gesundes, eigenes Gemüse in ihre Küche tragen.

Die Lagerung von Zwiebeln, nach Tomaten die beliebteste Gemüseart, beginnt schon ab Juli oder August. Zwiebeln steckt man am einfachsten als Steckzwiebeln im April und erntet sie, wenn das Laub welkt, an einem trockenen Sommertag. Gesäte Zwiebeln reifen etwas später. Luftig gelagert, halten Ihre Zwiebeln bis ins nächste Frühjahr und würzen jede gebratene Speise.

Möhren sind als unterirdische, überwinternde Speicherorgane der zweijährigen Pflanze wie geschaffen zur Einlagerung. Wenn man im April oder Mai lagerfähige Möhrensorten sät, früh genug vereinzelt und vor der Möhrenfliege schützt, lassen sich im Oktober die großen Möhren samt Stielansatz in Sandkisten oder Erdmieten einlagern und den ganzen Winter über entnehmen. So ähnlich funktioniert es auch mit Roter Bete und Pastinaken.

Doch selbst aus dem Freiland gibt es noch Wurzelgemüse: Schwarzwurzeln, im März ausgesät, und der allzeit bereite Topinambur sind winterharte Wurzeln, die Sie, solange der Boden weich ist, jederzeit frisch aus dem Garten holen können.

Klassisch ist der Anbau von Winterlauch, das sind langsam wachsende, blaugrüne Porreesorten mit großer Frostfestigkeit. Porree muss Ende März geschützt ausgesät werden, im Frühbeetkasten oder unter Vlies. Anfangs ist häufiges Jäten notwendig und die Jungpflanzen sollten rechtzeitig tief verpflanzt werden. Auch hier ist ein Schutz vor fliegenden Schädlingen wichtig. Der Winterlauch kann, außer in sehr kalten Phasen, bis zur Ernte im Beet bleiben, sonst stellt man ihn rechtzeitig eng an eng mit Wurzeln in einen Bottich im Keller.

Endlich gibt es auch Rosenkohl und Grünkohl, dem man schon seit April oder Mai beim Wachsen zuschaut. Diese Kohlsorten sind absolut frosthart und köstlich. Man kann kaum genug davon im Garten stehen haben. Grünkohl ist recht genügsam, dennoch bleiben eine gute Düngung und ein großer Pflanzabstand von mindestens 40 mal 50 cm das Wichtigste beim Kohlanbau.

Auch zartes Grün kann es im Dezember noch geben: Feldsalat und Winterpostelein, buttrige Winterkopfsalate und Asiagemüse stehen, wo sie im August früh genug ausgesät wurden, unerschrocken im Winterbeet und bieten uns dankbaren Menschen jetzt grüne Rohkost.

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EIN FEST FÜR BIENEN: DIE POLLENWEIDE

Bienen gibt es bei uns in über 40 Gattungen mit unzähligen Unterarten, von denen Honigbienen und Erdhummeln die bekanntesten sind. Um möglichst vielen dieser gelb- bis braunschwarzen, puscheligen Frühlingsboten und Hoffnungsträgerinnen eine Freude zu machen, sollten Sie gezielt Nektar- und Pollenpflanzen kultivieren. Über einhundert Insektenarten können sich von Weiden ernähren, entweder als Futterstrauch für Raupen oder als Nektarpflanze für Honigbienen, Wildbienen und Schmetterlinge.

Die Pollenweide ist eine der Favoriten: Die Art wurde 2001 in einem wilden Weidengebüsch in einer Kiesgrube in Nordrhein-Westfalen gefunden und weiter vermehrt. Sie blüht früher und reicher als die Salweide. Die Pollenweide trägt auffällig große, nach Honig duftende und ergiebige Blüten. Diese sind etwa 4 cm groß, erst gelb und später silbrig. Ihr Nektar- und Pollenwert ist ausgezeichnet. Der Großstrauch wird mindestens 3 m hoch, ungeschnitten wesentlich höher. Stärkere Rückschnitte verträgt er sehr gut. Der beste Zeitpunkt hierfür ist nach der Blüte im Juni. Aus den jungen Schnitthölzern lässt sich diese Weide – im Gegensatz zur Salweide – sehr einfach vermehren und in Töpfen zu neuen Jungpflanzen heranziehen.

So können Sie vielleicht einen kleinen „Kettenbrief“ losschicken: Wenn aus jeder Pollenweide zehn Steckhölzer genommen und diese bewurzelt, weitergereicht und eingepflanzt werden, wird Ihre Region im Frühling bald zu summen beginnen. Das Insektensterben und die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre stellen leider Realitäten unserer Zeit dar. Unter besonderen Umständen darf man sich ja den Spaß erlauben und die Pflanzung von Bäumen und Trachtpflanzen nicht mehr ausschließlich auf das eigene Grundstück beschränken.

KOMPOST: STANDORT UND ZUBEHÖR

Wenn im Dezember im Garten auch sonst nicht viel passiert:
Organische Abfälle, seien es Küchenabfälle, Laub, Kleintierstreu oder anderer „Kehricht“, fallen immer an. Wer nicht genug Kapazitäten zur Kompostierung hat, sollte diese schaffen, um nichts von der kostbaren Substanz zu verschwenden.

Als Standort für einen klassischen Komposter oder Komposthaufen kommen beschattete, aber vom Regen erreichbare Orte in Frage. Ein ausgetrockneter Kompost rottet nicht. Stellen Sie Ihren Sammelplatz fern von Sitz- und Spielplätzen auf, denn neben frisch aufgeschütteten Küchenabfällen möchte man nicht unbedingt seine Freizeit verbringen. Für kleine Gärten und Höfe gibt es allerdings den grünen Neudorff Thermokomposter, der luftseitig verschlossen ist und Insekten und Gerüche bremst, aber dennoch Erdkontakt zur Zuwanderung von Regenwürmern zulässt. Für offene Kompostmieten eignet sich ein Selbstbau aus Pfosten und Brettern, ein Holzkomposter oder der mit einem Gitter vor Katzen und Hühnern verschließbare Brista. Bauen Sie bei den offenen Mieten möglichst zwei Fächer nebeneinander auf, um jeweils eines zu füllen und eines bis zur Entnahme ruhen zu lassen. Geschickt und nützlich ist es, wenn der ruhende Kompost mit Naturmaterialien wie Stroh, Jute oder Schafwolle abgedeckt wird. So bleiben Wärme und Feuchtigkeit im Haufen, und Unkraut wächst nicht wieder an.

Alternativ kann man einen Komposter für eine Weile genau dahin stellen, wo das nächste Beet oder ein neuer Baum geplant ist. Denn Kompost hinterlässt den besten Boden für alles, was hier wachsen wird.

DER REBSCHNITT

Weintrauben sind lecker, als Bioware recht teuer, als konventionelle meist stark gespritzt. Auch aufgrund ihrer mäßigen Haltbarkeit lohnt es sich, dieses köstliche Obst selbst anzubauen. Reben am Spalier oder Haus sind eine große Zierde, geben lichten Schatten und erinnern an gemütliche Gasthöfe im Süden.

Weinreben brauchen ein stabiles Rankgerüst und wachsen stark. Ungeschnitten können sie zu einem Knäuel an Trieben wuchern. Während man übers Jahr nur Triebe anbindet und kürzt und Trauben freischneidet, findet der jährliche Rebschnitt im Winter statt.

Eine Rebe braucht einen Stamm oder Haupttrieb. Dieser endet, je nachdem, ob Sie die Reben wie in einem Weinberg am freistehenden Spalier ziehen wollen, ob Sie Ihre Hauswand begrünen möchten oder ob die Weinranken Ihren Sitzplatz an einer Pergola beschatten sollen, auf Hüfthöhe oder bei etwa 2 bis 3 m Höhe.

Weinreben sind in der Regel so starkwüchsig, dass sie fast jeden Schnitt mitmachen. Da nur die Triebe Trauben tragen, die im Frühling neu gewachsen sind, ist es grundsätzlich ratsam, viel abzuschneiden, um die Pflanze zu einem starken Neuaustrieb anzuregen. Dazu muss sie ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt sein. Wie für alle Gehölze gilt hier, dass man mit Kompostgaben, Gründünger und Mulch auf Dauer die besten Voraussetzungen schafft. Dünger kann zusätzlich im Frühjahr auf den Wurzelbereich ausgebracht werden.

Wenn Sie Ihren Weinstock regelmäßig schneiden, wird automatisch ein Grundgerüst aus bleibendem Holz entstehen, auf welches Sie Ihren Weinstock jährlich ungefähr reduzieren. Das bleibende Holz ist fast schwarz und rissig, das neue Holz hellbraun, glatt und biegsam. Wenn Sie vom neuen Holz im Winter nur kurze, stummelartige Triebstücke wie Zapfen stehen lassen, so treiben aus den Knospen an diesem neuen Holz im nächsten Frühjahr die Triebe, die Früchte tragen.

Befestigen Sie vor allem das dunkle, bleibende Holz gut. Da es mit den Jahren dicker wird, sollten Sie entweder Naturmaterialien wählen und diese Bindungen jährlich erneuern oder mit stabilen Gummis binden, die dem Dickenwachstum nachgeben. Eine Kunststoffschnur oder ein dicker Draht kann auf Dauer den Trieb einschnüren. Kürzen Sie beim Schnitt auch wilde Triebe, die aus der Veredelungsstelle am Boden kommen. So erhalten Sie einen übersichtlichen und bei guter Versorgung ertragreichen Weinstock.

Bündel aus getrocknetem Rebschnitt sind übrigens tolles Anmachholz und duften beim Verbrennen herrlich nach Herbst. Eine ausführliche Pflanz- und Schnittanleitung finden Sie hier.


AUSSAAT/PFLANZUNG
Arbeiten
- Kresse und Microgreens auf der Fensterbank

BEI MILDEM WETTER:
- Spinat
- Möhren
- Asiasalate
ARBEITEN
Ernte
- Obstbäume, Beerenobst und Trachtpflanzen für Bienen setzen
- Obstbäume und Reben schneiden
- Baumstämme mit Weißanstrich, Verbissschutz und Leimringen schützen
- an Kräutern und Stauden, Töpfen und jungen Gehölzen Winterschutz anbringen
- Kompost pflegen
- Wasserbehälter leeren
- Obst- und Gemüselager kontrollieren
- Geräte säubern und fetten
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- Feldsalat
- Postelein
- Spinat
- letzte Endivien
- Herbst- und Winterporree
- Grünkohl
- Rosenkohl
- Asiasalate
- Topinambur