Auch Wildobsthecken werden im Winter gepflegt. Vor allem wilde Laubbaumsämlinge müssen konsequent entfernt werden, da durch ihr starkes Wachstum sonst irgendwann den Sträuchern das Licht fehlen und der Lebensraum Hecke verloren gehen würde. Die Pflegemaßnahmen einer Wildobsthecke ersetzen die „Beweidung“ durch wilde Pflanzenfresser wie Wisent, Auerochse und Hirsch, unter deren Einfluss sich der Artenreichtum hierzulande entwickelt hat. Deshalb dürfen bei Wildhecken mitunter, aber höchstens alle 10 Jahre, radikale Maßnahmen wie „auf den Stock setzen“ ergriffen werden. So bezeichnet man einen sehr starken Rückschnitt eines Busches oder einer Hecke. Nur etwa 15 bis 20 cm der alten Stämme werden stehen gelassen. Haselnuss, Holunder, Schlehe und Wildrosen vertragen solche Rückschnitte gut und werden schon im kommenden Sommer wieder junge, meterhohe Triebe ausbilden. Da bis dahin jedoch die ökologische Schutzfunktion der Hecke fehlt, sollte nie die ganze Wildhecke auf einmal gekürzt werden. Nutzen Sie zum Gehölzschnitt stets scharfes und angemessen großes Werkzeug: Glatte und möglichst kleine Schnitte heilen am besten. Alles Schnittgut darf immer im Garten verbleiben, z.B. als Reisighaufen, als Totholzzaun und Benjeshecke oder zerkleinert zur Kompostierung. In vielen toten Ästen und Zweigen überwintern Insektenlarven, die man am wenigsten stört, wenn man das Schnittgut möglichst lang lässt und fern der feuchten Erde aufschichtet oder aufstellt. Lassen Sie aus diesem Grund auch trockene Staudenstängel bis zum Ende des Winters stehen. Zum Weiterlesen empfehlen wir das Buch „Der sanfte Schnitt“ von Ulrike Aufderheide, welches Sie in unserem Büchersortiment finden.