Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.
(John Steinbeck)


Liebe Biogärtnerinnen und Biogärtner,

im November wird das Gartenleben etwas ruhiger. Wenn die frostempfindlichen Gemüse abgeerntet oder eingelagert sind und die leeren Beete gut mit Mulch versorgt wurden, bleibt uns nur noch wenig zu tun: Man kann noch Pfingstrosen oder einen Baum pflanzen, den Garten winterfest machen und danach mit hoch gelegten Füßen, einer Tasse Tee und einer guten Zeitung alle fünfe gerade sein lassen.

Noch zwei Sätze in eigener Sache: Unseren Onlineshop finden Sie bereits in einem neuen Design und dem soll der Newsletter in nichts nachstehen. Auf den ersten Blick erscheint der neue Newsletter kürzer und kompakter, da wir die Themen nur kurz vorstellen. Ein Klick und Sie gelangen zum vollständigen Artikel.

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team


Planen Sie dieses Jahr noch einen Obstbaum zu pflanzen? Haben Sie Sehnsucht nach Kirschblüten, süßen, weichen Renekloden oder einer Stiege eigener Lageräpfel im Keller? Wenn noch ein sonniger, luftiger Platz im Garten frei ist – etwa 4 m im Durchmesser müssen mindestens vorhanden sein –, steht einer Auswahl aus unserem großen Obstbaumsortiment nichts mehr im Weg. Möchten Sie einen Baum im Kübel kultivieren oder mehrere kleinere Exemplare als blühenden, fruchtenden Sichtschutz zur Obsthecke zusammenfassen, dann sind unsere neuen Säulen- und Zwergobstbäume perfekt: Wir führen mittlerweile Apfel-, Zwetschgen- und Kirschbäume in Säulenform in unserem Bioland-Baumschulsortiment.

Wo ein Baum jahre- und jahrzehntelang wachsen soll, lohnt es sich, ihm einen guten Boden zu bereiten: Heben Sie ein Pflanzloch von etwa 50 cm Durchmesser und 40 cm Tiefe aus und durchstoßen Sie den Boden des Loches noch einige Male mit der Grabegabel oder dem Spaten. Der Aushub wird mit Bodenverbesserern wie Urgesteinsmehl, bei sauren Böden mit etwas Kalk und bei sehr leichten Böden mit Bentonit versetzt. Auch gemahlene und mit Nährstoffen getränkte Holzkohle, wie sie im „Ecosus Bodenverbesserer“ enthalten ist, schafft eine günstige Bodenstruktur, die Wasser und Nährstoffe gut halten kann. Andere nährstoffreiche Dünger kommen zunächst nur sehr sparsam zum Einsatz. Bei der Pflanzung sollte der Baum nicht zu tief gesetzt werden. Die Veredelungsstelle an der Basis des Stammes muss noch aus der Erde gucken. Treten Sie die Erde leicht fest. Um den Stamm herum sollte eine Mulde entstehen, so fließt das Gießwasser wirklich an die Wurzeln. Binden Sie den Stamm mit Kokosstrick an einen Pfahl und gießen Sie den Baum mit viel Wasser an. Wichtig ist, dass der Boden in den kommenden Jahren unkrautfrei bleibt. Das erreichen Sie durch Jäten, Mulchen oder die Einsaat von Gründünger. Gedüngt wird der Baum jährlich im Frühjahr auf die Baumscheibe, z. B. durch Auflage von Mist, Kompost oder Obstbaumdünger. Wir verschicken wurzelnackte Obstbäume von Mitte November bis Ende März bei frostfreier Witterung.
Der Winter bietet auch beste Voraussetzungen für die Pflanzung von Beerensträuchern, da der Boden nicht mehr austrocknet.

Beerensträucher fangen größtenteils schon im Jahr nach der Pflanzung an zu tragen und sorgen so für schnelle Erfolgserlebnisse. Durch ihren eher niedrigen Wuchs sind sie ohne großen Aufwand zu beernten und auch für Kinder zum gesunden Naschen gut zu erreichen. Setzen Sie deshalb Beerenobst nicht nur in den Nutzgarten, sondern an Stellen, an denen Sie täglich vorbeikommen, z. B. ein Stämmchen Rote Johannisbeeren an den Weg zur Haustür oder die aromatische kleine Walderdbeere als Bodendecker unter Ihre Gehölze im Vorgarten. Fast unübertroffen in ihrer Beliebtheit in Konfitüren sind die Himbeersorten mit großen Früchten. Herbstsorten wie „Autumn bliss“ erfreuen uns bis in den Oktober hinein mit ihren köstlichen Beeren. Bitte beachten Sie, dass Himbeerpflanzen Ausläufer bilden. Pflanzen Sie sie also besser in Reihen als „irgendwo dazwischen“. Himbeeren sind sehr dankbar für eine ständige Mulchschicht und mögen es nicht, wenn beispielsweise Hühner diesen Mulch immer wieder wegscharren. Wer Beerenobst liebt und schon ab Mai frisch genießen möchte, sollte Honigbeeren pflanzen. Die bis zu 1,50 m hohen Sträucher gedeihen auch im Halbschatten und sind völlig frosthart. Ihre länglichen blauen Beeren schmecken wie süße, weiche Heidelbeeren und lassen sich durch den hohen Pektingehalt sehr gut zu Konfitüre verarbeiten.

BLÜTEN WIE CHINESISCHES PORZELLAN

In ihrer Heimat China wird die Pfingstrose Paeonia lactiflora schon seit Tausenden von Jahren als Zier- und Heilpflanze mit hohem Symbolwert kultiviert. Auch bei uns haben die prächtigen, oft von berauschendem Duft begleiteten Blumen ihren festen Platz im Bauern- und Ziergarten. Um ihre volle Pracht zu entfalten, braucht die Pfingstrose jedoch ausreichend Platz in gutem Boden und eine regelmäßige Düngung, beispielsweise mit verrottetem Mist, Kompost und Hornspänen. Vor allem möchte sie, einmal angewachsen, nicht gehackt und auch nicht mehr verpflanzt werden. In unserem Sortiment finden Sie weiße Pfingstrosen sowie rosa-, korallenfarbene und tiefrote Sorten. Beispielsweise entstammt die rubinrote „Instituteur Doriat“ einer alten japanischen Sorte und trägt im Mai und Juni duftende, stark gefüllte Blüten mit oftmals drei oder mehr Seitenknospen. Die Blüten halten sich sehr lange im Beet und gut in der Vase. Wegen ihrer zart cremefarbenen, feinen Kugelblüten beliebt ist „Duchesse de Nemours“. Ihre vollendete Blütenform und der zarte Duft lassen sie besonders edel wirken. Schaffen Sie Ihrer Lieblingssorte einen Platz, an dem ihre Schönheit voll zur Geltung kommen kann, setzen Sie sie vorsichtig und flach ein und bewundern Sie dann Jahr für Jahr, wie die prallen, gesunden Knospen sich zu großen, samtigen Schalen öffnen.

DER WINTER NAHT

Im November ist trotz einiger später Sonnentage der Sommer leider wirklich vorbei. Alle Pflanzen, die frostempfindlich, aber mehrjährig sind, brauchen jetzt ein Winterlager. Geranien stellt man am besten so, wie sie sind, ohne noch einmal zu düngen oder zu gießen, an einen kühlen, nicht zu sonnigen Ort (Treppenhaus, heller Kellerraum) und gießt über Winter nur sehr spärlich. Physalis wie Andenbeere und Erdkirsche werden zurückgeschnitten und über Winter in einen großen Topf gesetzt. Die Erde darf nicht austrocknen. Überwinterte Physalis tragen wesentlich früher und reicher als neu ausgesäte!

Feigenbäume, die im Kübel stehen, sollten mit einem Winterschutz aus Strohmulch und Jutegewebe oder Vlies umwickelt werden. Besonders der Stammansatz braucht bei jungen Pflanzen Schutz. Auch junge Kiwis und manche Weinreben und Rosen überwintern besser mit einem geschützten Stamm.

Grundsätzlich sind alle Pflanzen im Topf wesentlich temperaturempfindlicher als Pflanzen im Beet. Kübel mit Heidelbeeren oder Kräutern sollten daher mit einem Schutzgewebe umwickelt werden. Wo Platz ist, kann man sie über Winter mit dem Topf in ein Beet eingraben und Laub darüberhäufen, so puffert die Erde die Temperaturen ab. Im März/April bekommen die Pflanzen dann frische Erde und dürfen wieder an ihren Stammplatz auf dem Balkon, der Terrasse oder der Eingangstreppe zurück.

Haben Sie noch Mangold im Beet, so hat dieser nach der letzten Ernte mit ein paar übriggebliebenen Herzblättern gute Chancen, im Frühling wieder auszutreiben. Allerdings ist hier ein Anhäufeln mit Laub, Stroh oder Reisig empfehlenswert. Kahl geharkte Pflanzen leiden mehr unter Temperaturschwankungen als im Laub und Mulch eingemummelte. Dahlienknollen hingegen überleben nur sehr milde Winter und sollten zur Sicherheit ausgegraben und trocken in einem Eimer im Keller überwintert werden.

Allgemeine Aufräumarbeiten im November umfassen Gerätepflege und Hygiene. So muss jetzt alles, was Wasser enthält, ausgeleert und trocken oder zumindest kopfüber gelagert werden: Wassertonnen, große Übertöpfe, Gießkannen und Vogeltränken könnten sonst bei Frost zerplatzen oder verbeulen. Schläuche werden aufgewickelt, da man sie jetzt nicht braucht und sie sonst irgendwo einwachsen oder beim Mähen beschädigt werden könnten. Gartengeräte mit Holzstielen müssen unbedingt trocken gelagert werden, und Stangen und Pfähle, die nicht gebraucht werden, stellt man besser unter ein Dach. Reißen Sie Ihre abgestorbenen Tomatenpflanzen heraus. Da diese fast immer Träger von Braunfäulesporen sind, muss man dieses Grüngut getrennt vom zukünftigen Tomaten- und Kartoffelbeet entsorgen, z.B. auf einer Baumscheibe. Auch die Tomatenstangen sollten nicht vor Ort verbleiben, sondern gesäubert und trocken gelagert ihren nächsten Einsatz abwarten.


AUSSAAT/PFLANZUNG
Arbeiten
auf der Fensterbank:
- Kresse
- Keimsprossen

im Freiland:
Winterknoblauch
Blumenzwiebeln
Obstbäume
Wildobst und Beerensträucher
Pfingstrosen pflanzen
ARBEITEN
Ernte
Pflanzen und Geräte frostsicher versorgen,
Ernte einlagern und verarbeiten,
aufräumen
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
Sellerie
Lauch
Möhren
Schwarzwurzeln
Rote Bete
Chicoréewurzeln
Kohl
Kohlrabi
Mangold
Spinat
Feldsalat
Winterpostelein
Endivie
späte Kiwis