Erdbeeren, sie lachen von fern mich schon an,
Ich hab’ so recht meine Freude dran.
So oft ich sie kostete, hab’ ich gedacht,
Gott hat sie wohl nur für die Engel gemacht.
So duftig, so schön von Farb’ und Gestalt,
Die herrlichste Frucht im ganzen Wald!
O könnt’ ich sie pflücken
An jedem Ort,Ich würde mich bücken
In Einem fort!
(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)


Liebe Biogärtnerinnen und Biogärtner,

damit Sie im nächsten Jahr mit einer guten Erdbeerernte belohnt werden, pflanzen Sie noch in diesem Jahr!

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team






OBSTGARTEN  |  Erdbeeren pflanzen

Haben Sie die letzte Erdbeerzeit noch auf dem Gaumen, den Duft von Erdbeermarmelade in der Nase? Die Anlage eines ausreichend großen Erdbeerbeetes lohnt sich, auch wenn man sonst nur wenig gärtnert. Die beste Zeit dafür ist jetzt: Erdbeerpflanzen, die im Spätsommer gesetzt werden, entwickeln schnell stabile Wurzeln und kommen dadurch schon im Folgejahr in vollen Ertrag.

Erdbeeren brauchen einen unkrautfreien, lockeren Boden, der mittelstark mit Nährstoffen versorgt ist. Vor der Pflanzung können Sie also gerne eine gute Gabe Kompost oder eine halbe Menge Beerendünger (50 g/m²) ins Beet einarbeiten. Setzen Sie die Pflanzen im Abstand von 30 mal 60 cm. Erdbeerpflanzen lieben Mulch wie Laub oder Stroh, so wird auch das – bei Erdbeeren wirklich lästige – Unkraut im Wachstum unterdrückt. Der halbjährliche Austausch des Mulchmaterials verhindert Schäden durch den Erdbeerblütenstecher.

Gute Mischkulturpartner zwischen den Erdbeerreihen sind Zwiebeln, Knoblauch und Borretsch. Wintersteckzwiebeln und Winterknoblauch versenden wir ab Oktober, sodass Sie noch in dieser Saison ein perfektes Mischkulturenbeet bepflanzen können. Freuen Sie sich auf den nächsten süßen Juni!

GEMÜSEGARTEN  |  Frisches Grün für die kalte Zeit säen

Auf jeden Fall, und selbst wenn Sie nur noch ein kleines Fleckchen Beet frei haben, sollten Sie im August noch einmal Blattgemüse aussäen. Feldsalat ist gesund, winterhart und zudem im Laden relativ teuer, sodass sich der Anbau auch finanziell lohnt. Wo kein Weinbauklima ist, hat sich der August als Aussaatzeit unbedingt bewährt, da die Feldsalatpflänzchen sonst vor dem Winter nicht mehr groß genug werden.

Versorgen Sie das Beet noch einmal mit etwas Kompost oder Dünger, denn besonders auf leichten, sandigen Böden reichen die Nährstoffe oft nicht mehr für die Nachkultur aus. Lockern Sie den Boden mit der Grabegabel. Feldsalatwurzeln gehen schnell in die Tiefe und fördern eine gute Struktur der tieferen Bodenschichten. Geben Sie dem Feldsalat einen Reihenabstand von mindestens 15 oder besser 20 cm, der erleichtert das spätere Hacken. Sie können diesen Salat in QuickPot-Platten vorziehen, dazu werden sogenannte Horste von etwa 5 Körnern (eine sehr kleine Prise) in 54er- oder auch 150er-Platten gesät und später in Reihen ausgepflanzt.

Eine saftige und unkomplizierte Abwechslung auf dem winterlichen Salatteller ist Winterpostelein. Dieses ursprünglich aus Nordamerika stammende Quellkrautgewächs wird ebenfalls jetzt gesät und kann über Herbst, Winter und Frühling in etwa 3 bis 4 Erntedurchgängen geschnitten werden, da es schnell nachwächst, wenn es nicht zu kurz abgeschnitten wird. Säen Sie es mit etwa 30 cm Reihenabstand, da die Blätter mehr überhängen als bei Feldsalat. Gut funktioniert beim Winterpostelein auch eine Aussaat größerer Horste (ca. 30 Korn) direkt in Schneckenkragen mit 30 cm Abstand.

Die Augustsaaten müssen natürlich in den ersten Wochen bei hochsommerlichen Temperaturen regelmäßig mit Wasser versorgt werden. Diese Mühe lohnt sich sehr, wenn man dann im November, sobald frisches Grün rar wird, eine feine Auswahl im Garten stehen hat! Setzen Sie dieser Tage Endivienpflanzen an ihren endgültigen Platz, vielleicht auch ins offen stehende Gewächshaus oder in den Frühbeetkasten. Die robusten Salatköpfe brauchen mindestens 30 mal 30 cm Platz. Alle Spinatsorten und Asiagemüse bereichern ebenfalls die herbstliche Gemüsepalette und werden jetzt, am besten in Direktsaat mit 20 bis 25 cm Reihenabstand, auf frei werdende Beete gesät. Bitte beachten Sie, dass die meisten Asiagemüse Kreuzblütler wie Kohl, Radies und Gelbsenf sind. Zur Vermeidung von Krankheiten empfiehlt es sich, nur alle vier Jahre Kreuzblütler auf demselben Beet anzubauen oder sehr gemischte Gemüsebeete zu bewirtschaften, denn die vielfältigen Pflanzengemeinschaften tragen zur Bodengesundheit bei. Als Mischkulturpartner werden die Asiagemüse genauso wie Kohl eingesetzt und passen gut zwischen Tomaten, Kopfsalat, Lauch, Mangold und Ringelblumen.

ERNTEZEIT  |  Passata kochen und Dörrapparat einschalten

Der August ist einer der richtig üppigen Erntemonate: Kartoffeln können nach Bedarf vor jeder Mahlzeit aus der duftenden Erde geholt werden und schmecken unvergleichlich. Möchten Sie Ihre Knollen einkellern, so ernten Sie sie erst, wenn das Laub abgestorben ist und bei trockenem Wetter. Kartoffeln sind lagerfähig, sobald sich die Schale nicht mehr abreiben lässt. Die Tomatenzeit erreicht jetzt ihren Höhepunkt. Besonders dort, wo die Pflanzen unterm Dach stehen oder durch günstige Bedingungen wie trockenes Wetter noch keine Braunfäule haben, werden Sie vielleicht mit großen Mengen beschenkt. Kochen Sie ein! Selbstgemachte Tomatenkonserven schmecken so würzig-süß, dass damit später an einem Wintertag die Spaghetti zum Festmahl werden. Kleine Cocktailtomaten und Zucchinischeiben lassen sich im Dörrapparat bestens trocknen. So ergeben sie, mit etwas Salz in Olivenöl eingelegt, hervorragende Antipasti. Achten Sie darauf, dass das Öl das Gemüse vollständig bedeckt. Eine tolle Ergänzung hierzu sind Schafskäse, Knoblauch und Thymian. Sammeln Sie reife Chilischoten und hängen Sie sie an Schnüren zum Trocknen auf. Getrocknete Chilis halten sich lang und können später noch mit Tomatenmark und Zwiebeln zu Harrissa (scharfem Brotaufstrich) verarbeitet werden. Tragen Sie bei der Verarbeitung der scharfen Chilis dünne Handschuhe und vermeiden Sie die Berührung mit Augen und Gesicht – es brennt wirklich sehr!

Schneiden Sie Kräuter noch einmal leicht zurück und hängen Sie die Sträußchen zum Trocknen auf. Die Pflanzen werden gejätet und erhalten eventuell eine letzte Flüssigdüngung, sodass sie den Rest des Sommers noch gut nachwachsen. Das klappt auch mit Ringelblumen, die Blüten kann man für Tee und Tinkturen trocknen und die Pflanze treibt nach einem Rückschnitt noch einmal nach.

Wenn Sie Glück haben, gibt es bei Ihnen jetzt eine Fülle von Himbeeren und Brombeeren, die Sie in sortenreiner Abfüllung oder in Mischungen mit anderen Obstsorten in schöne Marmeladengläser zaubern können. Mit runden Stoffdeckchen als Haube über dem Deckel und einem selbstgestalteten Etikett ergeben sie gute Mitbringsel! Konservieren Sie den Spätsommer, dass, „wenn der Sommer längst verweht, das Leuchten immer noch besteht” (Goethe).

PFLEGEARBEITEN  |  Kleine Pflegearbeiten im August

Viele Gemüse sind schon auf dem besten Weg zur Erntereife, freuen sich aber, wie z.B. Kohl, wenn sie noch einmal gehackt werden. Mulchen Sie danach mit Grasschnitt oder etwas Stroh. Tomaten wollen weiter hochgebunden und ausgegeizt werden, bei Freilandtomaten kappt man schon den Haupttrieb, um die vorhandenen Blüten- und Fruchtansätze zum Ausreifen zu bringen. Winterlauch sollten Sie noch einmal häufeln, dabei jedoch keine Erde in die Blattachseln schütten. Legen Sie möglichst sofort wieder ein Kulturschutznetz auf den Lauch, es scheint zunehmend schwierig, die Pflanzen von Porree- und Minierfliegen und Lauchmotten frei zu halten.

Sensen Sie jetzt hochgewachsene Brennnesselflächen. Mit diesem Schnittgut können Sie – tragen Sie dazu auf alle Fälle Handschuhe – wunderbar mulchen. Brennnesseln sind wertvolle Pflanzen am Rande des Gartens, aber wo sie überhandnehmen, funktioniert regelmäßiges Sensen und Abharken am besten.

NUTZ- UND ZIERGARTEN  |  Aufräumzeit

Für uns ist der Garten ein Raum, in dem wir einen Teil unserer Freizeit verbringen, etwas zwischen Vergnügen und Nutzen, und er liefert uns einen Teil unserer Nahrung. Für andere ist genau dieses Fleckchen Erde Schlafhöhle, Kinderstube, Esstisch und Badesee: Alle kleineren und kleinsten Lebewesen in diesem Garten sind essentiell auf dieses Stück Land angewiesen und vertrauen auf Ihr Wohlwollen und Ihre Rücksicht.

Der August ist für viele Wesen eine relativ unbeschwerte Zeit: Die meisten Jungtiere sind aus dem Bau, es ist noch warm und über Winterstarre oder -schlaf müssen sie sich noch keine Gedanken machen. Werden sie irgendwo gestört, haben sie noch Zeit und Kraft, sich eine neue Bleibe zu suchen.

Zu diesem Zeitpunkt dürfen Sie als Bestimmer dieses Landes einmal aufräumen: Möchten Sie Ihren Kompost umsetzen, damit er noch einmal durchmischt wird und keine Fäulnis entsteht? Wollten Sie die Hecke etwas stutzen, damit zum Herbst hin wieder etwas mehr Sonne ans Haus vordringt? Auch dort, wo Efeu alte Bäume zu sehr bedrängt oder hohes Gras nichts mehr blühen lässt, darf geschnitten werden. Ist das Teichwasser schmutzig, und kann kein Filter oder Schilf das ändern, so säubern Sie Ihren Teich im August. Später im Jahr schlafen die Amphibien im Schlamm, und im Frühjahr würden Libellenlarven leiden. Ob Sie Vogelhäuser jetzt reinigen können oder erst im Spätherbst, müssen Sie sehr vorsichtig beobachten. Möglicherweise sind die Häuschen fast durchgängig bewohnt, von Singvögeln, Hummeln und später im Jahr von Siebenschläfern. (Auch diese haben bessere Laune, wenn man ihnen nicht mitten in der Nacht die Decke wegzieht.)


AUSSAAT/PFLANZUNG
Arbeiten
- Feldsalat
- Spinat
- Rucola
- Winterpostelein
- Rettich
- Mairüben

Asiasalate:
- Rouge Metis
- Red Giant
- Grün im Schnee

fast alle Gründünger:
- Gelbsenf
- Phacelia
- Buchweizen
- Sommerwicke
ARBEITEN
Ernte
- Erdbeeren pflanzen
- Gemüse und Obst ernten und konservieren
- unbedingt letzte Blattgemüse jetzt aussäen!
- bestehende Beetkulturen pflegen, hacken, jäten, stützen
- Kompostplatz und Gartenteich säubern bzw. aufräumen
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- Kartoffeln
- Tomaten
- Paprika
- Peperoni
- Zucchini
- Gurken
- Bohnen
- Broccoli
- Blumenkohl
- Frühkohl
- Sommerlauch
- Mangold
- Salate
- Möhren
- Zwiebeln
- Kräuter
- Trockenblumen
- Saatgut
- Himbeeren
- Heidelbeeren