So langsam neigt sich der Sommer und reifende Obstbäume flüstern von Überfluss und Erntedank. Kosten Sie regelmäßig Ihre frühen Äpfel und Birnen, ob sie schon erntereif sind. Dann werden sie nicht aus Versehen überreif und mehlig: Ein gewisser Säureanteil macht den guten Geschmack. Diese frühen Sorten sind nicht lagerfähig, sie müssen gleich verbraucht oder zu Saft und Mus verarbeitet werden. Auch Pfirsiche und Pflaumen könnten bereits reif sein. Ernten Sie Obst immer vorsichtig, vielleicht mit einem Obstpflücker, und legen Sie es direkt in gepolsterte Körbe oder Kisten, um Druckstellen zu vermeiden und so einen möglichst hohen Genuss von Ihren lange gepflegten Obstbäumen zu haben.

Falls manche Äste zu schwer sind von Früchten, stützen Sie diese ab. Bitte polstern Sie die Berührungsstelle von Stütze und Rinde, z.B. mit etwas Stroh. So vermeiden Sie Verletzungen am Baum, durch die sonst Schaderreger eintreten könnten. Achten Sie beim Obstbaumschnitt später auf einen ausgewogenen Aufbau des Baumes, sodass die Äste sich selber und das Obst in Zukunft gut tragen.

Im August kann man auch noch Kirschbäume schneiden. Süßkirschen werden eingekürzt, abgetragene Zweige abgeschnitten und der Baum ausgelichtet. Aprikosen schneidet man nur leicht zurück. Das andere Steinobst, wie zum Beispiel frühe Pflaumen, lichten Sie lieber erst nach der Ernte aus. Pfirsiche und Sauerkirschen brauchen immer einen recht starken Rückschnitt, damit sie nicht innen verkahlen. Sollten Ihre Sauerkirschen an der verbreiteten Spitzendürre (Zweigmonilia) leiden, die ganze Triebe zum Welken bringt, so müssen Sie die betroffenen Triebe mindestens 15 cm ins gesunde Holz zurückschneiden.

Pflegen Sie die Baumscheiben, also den Wurzelbereich. Dieser ist so groß wie die Krone! Hier passt jetzt winterharter Gründünger wie Winterwicke oder Wintererbse, eine schnelle Portion Gelbsenf, der dann abfriert, oder die ausdauernde und als Kräutertee unersetzliche Zitronenmelisse. Auch die eine oder andere Brennnessel darf ruhig unter einem Obstbaum wachsen und hat eine positive Wirkung. Junge Bäume brauchen aber grundsätzlich einen unkrautfreien Wurzelbereich. Das Freihalten kann auch durch Mulchen erledigt werden. Laut der Abtei Fulda ist besonders das Laub von Hasel und Birke für die Gesundheit von Obstbäumen sehr förderlich.