2020 März


„Biogarten

„Das Gras wächst nicht schneller,
wenn man daran zieht.“
(Afrikanisches Sprichwort)


Liebe Gärtnerinnen und Gärtner,

manchmal braucht man Geduld, wenn man auf das Keimen der Paprikasamen wartet und darauf, dass die Radieschen endlich eine erntefähige Größe haben. Es ist nicht ganz einfach, sich jetzt schon vorzustellen, wie prächtig die Esskastanie einmal ihre Zweige über uns ausbreiten wird, und ihr deshalb einen großen Platz einzuräumen.

Geduld brauchen wir im März, wenn der Boden noch zu kalt ist, um Kartoffeln zu pflanzen. Und wir brauchen Geduld mit uns selbst, wenn uns etwas misslingt.

Aber jedes Jahr gibt es diesen Morgen, an dem wir durch den nassen Garten stapfen und plötzlich etwas entdecken: Die Mirabelle blüht! Jedes Jahr gibt es im Garten irgendetwas, das besonders gut gelingt und uns mit seinem Aroma überrascht, dieses Jahr vielleicht Palmkohl, vielleicht Wasabino, vielleicht Markerbsen. Und jedes Jahr gibt es irgendwann die sonnenwarme, vollreife Erdbeere an einem Juninachmittag.
Nur Geduld …

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team
Wildblumenwiese anlegen

KARTOFFELN: NAHRHAFT UND LECKER

Kartoffeln gehören neben Bohnen aller Art zum Nahrhaftesten, was man im Garten anbauen kann. Sie stellen hohe Ansprüche an den Zustand des Bodens und brauchen ein reiches Nährstoffangebot genauso wie eine gute Gare, diesen Duft und das Weiche, das lebendig Lockere am Boden. Diese Bodengare belohnen Kartoffeln und die meisten anderen Wurzelgemüse mit einem unvergleichlichen Aroma. Wo Sie für dieses Jahr ein Kartoffelbeet planen, sollten Sie den Boden bereits jetzt mit der Grabegabel lockern, mit reifem Kompost oder geeignetem Dünger verbessern und danach eine schnelle Gründüngung einsäen oder noch einmal dick mulchen.

Frühkartoffeln sind besonders zart und lecker. Sie haben frisch geerntet einen hervorragenden Geschmack, sind im Laden vergleichsweise teuer und geben ihr Beet spätestens im Juli wieder frei, z. B. zur Anlage eines neuen Erdbeerbeetes oder zur Aussaat von Feldsalat im August. Wer nur einen kleinen Garten hat, ist deshalb mit frühen, schnell reifenden Sorten gut beraten. Eine bewährte Frühe ist Annabelle, die auch auf schweren Böden wächst und sehr schnell viele Knollen in feiner, glatter Salatqualität bringt. Eine neuere Biozüchtung unter den Frühkartoffeln ist Vitabella, die eine besonders hohe Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule zeigt und sich trotz ihrer frühen Reife gut lagern lässt.

Wer mehr Platz hat und Vorräte schaffen will, sollte mittelfrühe Sorten ausprobieren. Diese setzen schnell genug Knollen an, um der Krautfäule davonzuwachsen, sind etwa Anfang September reif und dabei größtenteils gut lagerfähig. Für viele ist Linda die Lieblingssorte. Aber auch die ertragreiche, schöne rote Laurasowie Ditta in ihrer leckeren Unkompliziertheit stehen ihr nicht nach. Wer eine würzige, nicht ganz so fest kochende Allzweckkartoffel sucht, ist mit Quarta immer gut beraten. Und für Freunde der Mehligen ist die ergiebige DDR-Sorte Adretta die bewährte Wahl. Einige richtig späte Sorten sind besonders traditionsreich und bringen ein unvergessenes Aroma mit, welches für manche Menschen Opas Garten aus ihrer Kindheit wiederauferstehen lässt. Bamberger Hörnchen, British Queen und Vitelotte sind die prominentesten Vertreter dieser Gruppe. Sarpo Mira nimmt unter den Späten eine Sonderrolle ein, da sie eine hohe Krautfäuletoleranz besitzt. Durch das späte Absterben des Laubes werden die Knollen von Sarpo Mira meist sehr groß und bringen dadurch einen hohen Ertrag.

Wenn Sie Ihre Kartoffeln Ende des Monats in einem mäßig warmen Raum ins Licht legen, so entwickeln sie bis zur Pflanzung Mitte April schon stabile Keime. Dieses Vorkeimen gibt der Knolle einen guten Wachstumsvorsprung, bevor sie mit eventuell im Boden schlummernden Krankheitserregern in Kontakt kommt.


PFLANZENERNÄHRUNG

Wenn Sie bei der Vorbereitung der Beete schon wissen, welche Pflanzen auf welchem Beet wachsen werden, können Sie den Boden entsprechend vorbereiten. Während Kohl, Kürbis, Sellerie und Tomaten einiges an Nährstoffen verlangen, brauchen Sie dem Beet für den Anbau von Salaten, Radieschen und Kräutern vielleicht gar nichts mehr hinzuzufügen. Ein guter Gartenboden besteht aus einer unendlich großen Anzahl von Stoffen, Verbindungen und Organismen, die den Pflanzen in verschiedenen Mengen und auf verschiedenste Weise nützen.

Besonders in reifem Kompost sind dank der vielen Bestandteile meist alle nötigen Pflanzennährstoffe enthalten und sogar lebend verbaut. Das Füttern des Bodenlebens durch verrottende Küchen- und Gartenabfälle ist durch nichts zu ersetzen und schafft die Voraussetzungen für jahrelange Fruchtbarkeit des Bodens. Oft steht jedoch im Verhältnis zur Fläche zu wenig Kompost zur Verfügung. Beste Anbauergebnisse werden erzielt, wo organische Dünger das Nährstoffangebot in einem mit Kompost und Mulch gepflegten Bioboden ergänzen. In einem harmonisch gedüngten Boden haben Ihre Pflanzen die besten Chancen, Krankheiten zu widerstehen und üppige Ernten zu bringen.

Gründüngungspflanzen beleben den Boden, erhöhen den Humusgehalt und sammeln teilweise noch für die nachfolgenden Pflanzen verfügbaren Stickstoff. Die Aussaat einer Gründüngung lohnt sich schon ab einer Anbaupause von vier Wochen. Sehr schnell keimen Gelbsenf und Phacelia.

Strohiger Mist von Pferden, Rindern oder Kleinvieh hat eine große Düngewirkung und wird seit Jahrhunderten auf Äckern verwendet. Zur Verwendung im Garten sollte der Mist immer abgelagert oder noch besser fertig kompostiert sein, da er sonst ungünstige Mikroorganismen mit in den Gartenboden einbringt. Besonders Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln dürfen nicht auf einem frisch mit Mist gedüngten Beet stehen.

Wenn dem Boden noch Dünger zugeführt werden soll, können Sie anhand der am Produkt angegebenen Nährstoffe entscheiden, welche Art von Dünger sinnvoll ist. Nach der klassischen Bodenkunde sind die fünf wichtigsten Pflanzennährstoffe:
- Stickstoff: N sorgt für zügiges, prächtiges Wachstum und große, grüne Blätter. Kartoffeln, Kopfkohl und Tomaten gedeihen nur mit ausreichend Stickstoff. Doch Achtung: Eine Überdüngung führt zu wässrigem Gewebe, schwächerem Aroma und mangelndem Fruchtansatz.
- Phosphor: P bewirkt eine gute Blüten- und Fruchtbildung und ist für Rosen, Beerensträucher und Prachtstauden unerlässlich.
- Kali: K festigt das Gewebe und macht es stabil gegen Frost, Hitze und Trockenheit. Gurken, Kartoffeln und Tomaten brauchen recht viel Kali. - Magnesium: Mg wird zur Photosynthese und somit beim Stoffwechsel der Pflanze benötigt. Magnesiummangel tritt bisweilen an Nadelbäumen und Buchsbaum auf, aber auch Beeren, Tomaten und Kohl haben einen großen Bedarf.
- Kalk: Ca beeinflusst den pH-Wert des Bodens und fördert die Verfügbarkeit anderer Nährstoffe. Grundsätzlich sollten Sie unter den Pflanzen und auf den Beeten alle zwei Jahre etwas Kalk verteilen. Nur Heidelbeeren, Rhododendren und Hortensien mögen gar keinen Kalk.

Die Nährstoffe werden bei Düngemitteln immer in der festgelegten Reihenfolge N/P/K/Mg/Ca angegeben. Wenn Sie sich ein wenig näher mit den Inhaltsstoffen beschäftigen, können Sie unter Umständen teure Spezialdünger durch „Bausteine“ aus größeren und günstigeren Abpackungen ersetzen. Unter https://biogartenversand.de/duengertabelle finden Sie eine Übersicht, die den Nährstoffgehalt und die Herkunft der Düngemittel aus tierischen oder pflanzlichen Rohstoffen zeigt. Inzwischen gibt es einige Dünger aus kontrolliert biologisch angebauten Rohstoffen, die den Biogarten erst zu einer runden Sache werden lassen.


„MELDE DICH MAL WIEDER!“

Die Melde, auch Spanischer Salat oder Orache genannt, wurde bis zur Einführung des Spinates überall in Europa als Blattgemüse angebaut. Aus den Samen dieses einjährigen heimischen Krautes lässt sich ein Mehl zubereiten, welches bereits zur Bronzezeit genutzt wurde. In Indien verarbeitet man die Samen zu Brot.

Meldeblätter haben einen guten, vollen Geschmack und passen roh in Salat. Die wie bemehlt wirkende Oberfläche ist angenehm auf der Zunge. Lecker ist Melde auch, wenn sie kurz blanchiert und z.B. mit Feta und Olivenöl serviert wird. Dabei fällt sie etwas weniger zusammen als Spinat. Sie enthält viel Vitamin C, Calcium und Eisen.

Melde ist ein sehr trockenheitsverträgliches Kraut. An der Grenze zwischen Gartengemüse und Wildkraut, bildet sie tiefe Wurzeln und ist in den letzten beiden Sommern sehr positiv aufgefallen, weil sie auch ohne Bewässerung noch grün blieb und wuchs. Zudem schießt sie bei Hitze weniger schnell in die Blüte als Spinat. An den zahlreichen Seitentrieben der Melde sind mehrere Ernten möglich. Meist erntet man nur die Triebspitzen, die sich daraufhin weiter verzweigen. Ausgesät wird Melde in Direktsaat von März bis Mai. Sie wird etwa sechs Wochen nach der Aussaat erntefähig. Die Pflanze ist sehr robust und erreicht bei guten Bedingungen im Laufe des Sommers stattliche 2  m. Wer die Melde nur über einen kurzen Zeitraum und im ganz zarten Zustand ernten möchte, sät sie im April und legt Anfang Juni Buschbohnen zwischen die Meldereihen. Wenn die Bohnen heranwachsen, wird die Melde abgeerntet und entfernt. Die Gartenmelde blüht, wenn sie darf, ab Juli an kräftigen, aufrecht stehenden Trieben und samt sich selbst aus.

In unserem Saatgutsortiment finden Sie die Gartenmelde Mondseer mit großen, weichen, hellgrünen Blättern und die zweifarbige französische Sorte Opera mit geschmackvollem, samtigem Laub. Daneben die stattliche rubinrote Gartenmelde, die in der Mischkultur einen wunderbaren Farbkontrast zu hellgrünem Salat oder Möhren ergibt, und eine bunte Mischung: den Gartenmelde-Mix Tricolor. Melden Sie sich doch auch mal wieder!


PFLANZEN HAT SEINE ZEIT …

Im März wird es allerhöchste Zeit, noch schnell einen Obstbaum zu pflanzen! Für wurzelnackte Gehölze kommt sonst erst wieder der November in Frage. Wer kurzentschlossen ist und noch einen guten Platz frei hat, kann jetzt die Grundlage für eine reichliche Versorgung mit köstlichem eigenem Tafelobst schaffen, seien es Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pflaumen. Manche Bäume, wie Pfirsiche und Aprikosen, sind sogar dankbar, wenn sie nicht vor dem Winter verpflanzt werden, sondern jetzt. Obstbäume brauchen immer einen luftigen, ausreichend bemessenen Platz mit tief gelockerter Erde. Der Zusatz von Urgesteinsmehl, aktivierter Pflanzenkohle und, bei leichten Böden, Bentonit sorgt für eine gute Krümelstruktur und Wasserhaltekraft. Später düngt man den Baum durch Auflage von Kompost oder Dünger auf die Baumscheibe. Halbstämme müssen 6 m und Buschbäume 4 bis 5 m auseinanderstehen. Spindel- und Zwergobst kommt mit etwa 2 m zurecht. Eine Pflanzung als Obsthecke mit 1 m Abstand ist nur bei regelmäßig stark geschnittenem Säulenobst zu empfehlen: Dieses ergibt dann eine leicht pflückbare und hübsche Obsthecke und einen gelungenen Sichtschutz.

Besonders die im Frühjahr gesetzten Bäume müssen zum Anwachsen regelmäßig gewässert werden. In den letzten zwei Jahren war die Trockenheit ein so großes Problem, dass vielerorts selbst alte, eingewachsene Bäume eingegangen sind oder große Schäden davongetragen haben. Auch bei der allerbesten Bodenvorbereitung muss man sich inzwischen ein Bewässerungskonzept überlegen, um die Pflanzen, die einem am Herzen liegen, dauerhaft zu erhalten. Die wassersparendste und für die Pflanze günstigste Variante ist das Verlegen einer Tropfbewässerung mit Einzeltropfern.


LA VIE EN ROSE

Wer an einem erhabenen Ort Platz findet, pflanzt dort eine Rose. Was für ein Privileg, diesen edlen Gartengestalten das Leben so angenehm wie möglich zu machen und dafür ab Juni mit duftenden und samtweichen Blüten verwöhnt zu werden! Nicht nur in Rosa wie die klassische Damaszenerrose, sondern auch in reinem Weiß, tiefem Violett und leuchtendem Rot krönt die Rose Ihren Hauseingang, den Platz am Zaun oder einen großen Kübel auf der Terrasse.

Rosen schneidet man am besten im März. Hierbei entfernt man mit einer guten Rosenschere totes Holz, dünnt zu dicht aneinanderliegende Triebe aus und kürzt zum Schluss alle bestehenden kräftigen Ranken um ein Drittel ein. So findet sich eine gute Balance zwischen einem Rückschnitt, der die Blütenbildung fördert, und der Sicherheit, dass der Pflanze genug Blattfläche für die Versorgung bleibt. Rosen brauchen einen luftigen Aufbau, damit ihre Blätter nach Regen und Tau schnell abtrocknen und gesund bleiben.

Rambler- und Kletterrosen profitieren sehr von einer sicheren Befestigung an einem starken Rankgerüst. Wählen Sie hierfür Drahtkordel oder Pflanzenringe aus Metall. Rosen lieben Humus und zehren stark von der organischen Substanz im Boden, daher sollte unter einem Rosenstock immer eine gewisse Schicht Mulch oder Direktkompost liegen, der vor Ort zu wertvollem Humus wird. Neben angerottetem Stroh und Grünschnitt sind ganz besonders Bananenschalen und Kaffeesatz mit etwas Kalk oder Asche der Rose sehr willkommen.

Auffallend hübsch als Bodendecker unter höheren Rosenstöcken und dabei noch zum Naschen eignen sich Walderdbeeren. Durch eine Mischkultur mit Tagetes aller Art beugt man der Rosenmüdigkeit des Bodens vor. Und als gesellige Blütenstauden lassen sich Salbei, Akelei, Katzenminze und, ganz klassisch, Lavendel wunderbar mit Rosen kombinieren.



AUSSAAT/PFLANZUNG
Arbeiten

WARM:
- Tomaten
- Auberginen
- Physalis
- Microgreens
Küchenkräuter wie
- Lavendel
- Salbei
- Majoran
- Oregano

GESCHÜTZT:
- Kohlrabi
- Salat
- Porree

IM FREILAND:
- Möhren
- Pastinaken
- Radieschen
- Säzwiebeln
- Schalerbsen
- Dicke Bohnen
- Melde
- Spinat
- Kresse
- Asiagemüse
- Ringelblumen

ARBEITEN
Ernte
- Zwiebeln und Knoblauch stecken
- Topinambur, Rhabarber und Spargel pflanzen
- Obstbäume und Gehölze pflanzen
- Kartoffeln vorkeimen
- Dahlien vortreiben
- Kübelpflanzen umtopfen
- Beete vorbereiten und düngen
- Rosen schneiden
- Obstbaumschnitt beenden
- Rank- und Kletterpflanzen nach dem Schnitt befestigen/stützen
- Rasenflächen ausharken oder vertikutieren
- Wiesen striegeln
- Lebensräume schaffen (Benjeshecken, Steinstapel, Wasserstellen, Nistmöglichkeiten)
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- Microgreens und Sprossen
- letzter Feldsalat
- Winterpostelein und Grünkohl
- Winterheckenzwiebel und Schnittlauch
- Wildkräuter