Der Biogarten im August


„Biogarten

„Traue keinem Ort,
an dem kein Unkraut wächst!“



Liebe Gartenbegeisterte,

wussten Sie schon, dass manche Industriebrachen mittlerweile zu den artenreichsten Flächen Deutschlands gehören? Auch auf selten geschnittenen Flächen entlang von Gräben, Straßen und Bahnlinien finden heimische Pflanzen und Tiere einen Lebensraum. Das Verwilderte ist zu einer Art Arche geworden in einer von Menschen geprägten Landschaft. Ebenso wie unsere Biogärten mit ihrem reichen Blütenangebot, wertvollem Humus und lebenswichtigen Wasserstellen: Wenn wir uns klarmachen, dass der Lebensraum nicht nur unserer ist, können wir getrost unsere Ernte entnehmen, unsere Lieblingspflanzen pflegen und dann die Natur machen lassen. Wenn die Vogel- und Bienentränken gefüllt sind und das Gemüse freigelegt und gegossen ist, nehmen Sie sich ein Buch mit in den Garten, eine Thermoskanne mit gutem Kaffee oder einen Zeichenblock. Lassen Sie keimen, wachsen und blühen, was mag. Es gehört hierhin.

Ihr Gerhard Wacha und das Team vom Hof Jeebel

ERDBEERZEIT!

Im August ist der beste Zeitpunkt für die Anlage eines neuen Erdbeerbeetes gekommen. Die jetzt gesetzten Pflanzen können sich bei guter Versorgung dieses Jahr noch so weit entwickeln, dass sie im nächsten Jahr schon fast einen Vollertrag bringen. Erdbeeren brauchen einen sonnigen und luftigen Standort, an dem die Pflanzen gut abtrocknen, jedoch gleichfalls eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Ein tief gelockertes und mit reifem Kompost versorgtes Beet ist ideal. Da Erdbeeren relativ vehement und übers ganze Jahr vor Unkrautbewuchs geschützt werden müssen, sollte man sie an einen gut zugänglichen Ort pflanzen. Standorte neben Gehölzen oder am Zaun sind schwerer gegen Quecke und Co zu verteidigen als Hochbeete oder Erdbeerreihen zwischen dem Gemüse. Sehr hilfreich ist jede Art von Mulch. Setzen Sie Erdbeeren in eine Unkrautschutzmatte aus Schafwolle, dann wird in den ersten Monaten der Unkrautwuchs unterdrückt. Später bringt die sich zersetzende Wolle Nährstoffe in den Boden. Größere Erdbeerpflanzen werden traditionell mit Stroh gemulcht. Dieses hält Feuchtigkeit im Boden, schützt ihn vor Starkregen und hält die reifenden Früchte sauber.

Die meisten Erdbeersorten tragen im Juni. Neben unseren bewährten Sorten wie die reich tragende Korona und Senga Sengana bieten wir dieses Jahr einige Neuheiten an. Besonders angetan hat es uns Sonata, die in unserem Schaugarten wunderbar große, glänzende Beeren trägt. Eine süße und ergiebige Grundlage für jeden Kuchen!

Wieder im Programm ist die aromatische Sorte Polka, die wegen ihres hohen Ertrages in Nordeuropa im Erwerbsanbau genutzt wird und von all unseren Sorten am besten mit kalten Lagen zurechtkommt. Wer hingegen das Aroma von Walderdbeeren und ihren unvergleichlichen Duft schätzt, aber nicht nur Naschmengen ernten will, ist mit Manille gut beraten. Sie hat einen etwas zarteren Wuchs als die üblichen Erdbeerpflanzen, gedeiht auch im Halbschatten und ist sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten. Die tiefroten, saftigen Früchte verleihen Konfitüren ein charakteristisches Aroma und eine leuchtend rote Farbe.

Einzelne Erdbeeren tanzen aus der Reihe und fruchten nicht nur im Juni, sondern bis in den Herbst hinein. Dadurch wirkt zum Beispiel Ostara besonders hübsch, da sie zeitgleich grünes Laub, weiße Blüten und rote Beeren trägt. Solche Pflanzen machen sich sehr gut in einem großen Balkonkasten oder an einem anderen Ort in der Nähe des Sitzplatzes: Hier entdeckt man wirklich jede Beere, die der Sommer bringt …

ERNTEFREUDEN

Ein gut gepflegter Nutzgarten, der übers Jahr schön versorgt wurde, fängt spätestens im August an, einen großen Erntesegen zu bringen. Beerenobst wird zu Marmelade und Saft verarbeitet. So manche Johannisbeere ist schon im Glas. Jetzt folgen leckere Brombeeren und Himbeeren, die uns in den kommenden Monaten das Frühstücksbrötchen versüßen werden. Pflaumen und Aprikosen lassen sich, entsteint und halbiert, im Dörrapparat trocknen und zu gesunden, hochwertigen Süßigkeiten für den Winter verarbeiten.

Zwiebeln und Knoblauch, deren Laub umgefallen ist, müssen jetzt unbedingt aus der Erde und sind, am Laub zu Zöpfen geflochten oder einfach in flachen Kisten ausgebreitet, monatelang lagerfähig.

Duftende Küchenkräuter wie Oregano und Thymian, zu Sträußen gebunden, können Sie jetzt noch zum Trocknen aufhängen und in einigen Wochen gerebelt in Gläser oder Tütchen füllen. Oregano entfaltet im Sommer während der Blüte seine höchste Würzkraft; Thymian ist blühend am besten für die Trocknung zum Teekraut geeignet.

Gedünstete Blattgemüse wie zum Beispiel Mangold und Neuseeländer Spinat friert man portionsweise als Beilage ein. Besonders förderlich für die Inhaltsstoffe von Kohl und Lauch ist die milchsaure Konservierung bei der Verarbeitung zu Sauerkraut oder Sauerlauch. Bei uns erhalten Sie hierfür Gärtöpfe aus Steingut sowie Beschwerungssteine und Krauthobel.

Zu den beliebtesten Konserven gehören solche aus Tomaten: Kochen Sie, sobald es eine Tomatenschwemme in Ihrem Garten gibt, einige Gläser ein. Die geschnittenen Tomaten werden hierfür etwa eine halbe Stunde gekocht und mit dem Pürierstab zerkleinert. Wer mag, fügt noch Basilikumblätter hinzu. Heiß in Schraubdeckelgläser abfüllen – fertig. Diese Tomatensauce ist viele Monate haltbar und wird auf jeden Fall mit Freuden verbraucht.

EINE VOLLENDETE KOMPOSITION

Viele kleine und größere Bodenorganismen sind jetzt in der Wärme aktiv und beweglich. Eine Störung wird recht leicht verkraftet. So bietet sich der August bestens an, um den Kompost umzusetzen: Schaffen Sie alles Material, das noch nicht verrottet ist, auf eine Seite. Die schöne, gare Komposterde, die darunter zum Vorschein kommt, verteilen Sie auf frei werdenden Beeten, oder Sie heben sie abgedeckt auf für spätere Pflanzungen. Das Unverrottete können Sie jetzt schön aufsetzen, damit es zu gutem Boden wird: Feuchten Sie strohige Lagen einmal an und versuchen Sie, sie mit nährstoffreichem Material wie Küchenabfällen und Grünschnitt zu mischen. Sollte Ihr Kompost sehr „gartenlastig“ sein und im Wesentlichen abgeschnittene Staudenstängel und trockenes Gras enthalten, geben Sie beim Umsetzen etwas Brennnesseljauche auf die Schichten oder einen Kompostbeschleuniger. So wird die Zersetzung angekurbelt. Kompost, der hingegen hauptsächlich aus Abfällen wie Bananenschalen und Kaffeesatz besteht, verträgt als Zwischenschicht ab und an mal eine Lage Stroh, welche für ausreichende Belüftung sorgt und Fäulnis verhindert. Wir bieten in unserem Shop verschiedene Kompostbehälter an: Der Holzkomposter ist am günstigsten und sieht gut aus. Er ist leicht zusammenzusetzen und lässt sich bei Bedarf einfach umstellen. Nachteilig ist, dass der Kompost darin schnell austrocknet und von Tieren geplündert werden kann. Der feuerverzinkte Komposter Brista besteht aus feinmaschigem Metallgeflecht. Optional kann man Deckel und/oder Boden dazubestellen, so dass weder Mäuse noch Katzen oder Hühner etwas aus dem Kompost herausziehen können.

Unser grüner Thermokomposter von Neudorff eignet sich gut für kleine Gärten, da man sich und den Nachbarinnen und Nachbarn den Anblick des Biomülls erspart. Durch den Deckel und die gedämmten Wände hält er Feuchtigkeit und Wärme und sorgt bei ausgewogener Befüllung für eine schnelle Rotte. Optional können Sie ein Mäusegitter dazubestellen.

Regenwürmer und Co fühlen sich in feuchtem Boden wohl. Ein Komposter sollte daher schattig stehen und gelegentlich Regen abbekommen oder gegossen werden.

Jegliche Kompostierung funktioniert nur mit den entsprechenden Mikroorganismen. Wo die Bioabfälle Kontakt zum Erdboden haben, wandern nützliche Organismen von selbst ein. Kräuterpräparate wie Humofix schaffen für diese Lebewesen günstige Bedingungen.

Es gibt für das gesunde und zügige Wachstum von Gemüse und Obst kaum einen besseren Dünger als guten Kompost. Auch auf Geschmack und Haltbarkeit der Ernte wirkt er sich positiv aus. Je mehr Kompost Sie herstellen und auf den Beeten verteilen, desto weniger werden Sie mit Mangelerscheinungen und Schädlingen zu tun haben.

IN DER TIEFE

Wir sehen meist nur die Oberfläche der Dinge. So ist es auch mit unseren Gartenböden. Wer nicht gerade ein neues Hoch- oder Hügelbeet angelegt hat oder regelmäßig umgräbt, weiß nicht wirklich, wie es unter den Pflanzen aussieht. Darüber nachzudenken, lohnt sich: Das meiste Wurzel- und Bodenleben findet in den oberen 30 cm statt. Diese sollten stets locker, feucht und gut mit Nährstoffen versorgt sein. Im besten Fall ist die Erde flauschig weich und duftet würzig. Viele Bodenlebewesen sind auf eine bestimmte Erdtiefe spezialisiert. Deshalb ist es bei nur leicht verdichtetem Boden besser, die Erde mit einer Grabegabel durch Einstechen und Hebeln zu lockern, als sie mit dem Spaten zu wenden.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit das Betreten der Beete. Setzen Sie sich einzelne Trittsteine an Stellen, wo sich das Betreten nicht vermeiden lässt, oder legen Sie von vorneherein alle 1,20 m einen Weg an.

Falls eine Tiefenlockerung nötig ist, lässt sich diese auch durch entsprechende Pflanzen unterstützen: Winterroggen und – nicht ganz so schwer wieder loszuwerden – Ölrettich wurzeln so tief, dass sie mit ihren Wurzeln Humus in den tieferen Boden bringen. Von den wild wachsenden Pflanzen sollten Sie bei Verdacht auf Bodenverdichtung den Löwenzahn stehen lassen. Er holt Nährstoffe aus den tiefen Schichten und bricht über die Jahre harte Erdklumpen auf. Wenn sein Job erledigt ist, verschwindet der Löwenzahn wieder. Bis dahin können wir ihn als Wildkraut nutzen.

Auch durch Zusatz von Urgesteinsmehl werden sehr schwere Böden etwas luftiger. Ihr Gartenboden wird auf Dauer schön locker bleiben, wenn Sie ihn mit lebendigem Kompost versorgen, feucht halten und durch die Auflage von Flächenkompost und Mulch den Regenwürmern etwas zu tun geben.


ARBEITEN
Ernte
- Tomaten ausgeizen und anbinden
- Gemüse und Obsternten und konservieren
- Herbstgemüse mit Brennnesseljauche düngen
- abgetragene Beerensträucher und Kirschbäume zurückschneiden
- Sommerblumen ausputzen
- Saatgut sammeln
- Kulturschutznetze auf Kohlpflanzen auflegen oder Raupen absammeln
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- Zucchini
- Tomaten
- Gurken
- Bohnen
- Zuckermais
- Kohl
- Zwiebeln und Knoblauch
- Sommerlauch
- Stangensellerie und Mangold
- Möhren
- Rote Bete
- Pflaumen
- Pfirsiche
- Mirabellen
- Brombeeren
- Kräuter und Blumensträuße