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Vorfrühling
Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.
(Rainer Maria Rilke)



Liebe Gartenbegeisterte,

Frühblüher schieben ihre grünen Nasenspitzen schnuppernd in die Luft, am 2. Februar feiert man mit Maria Lichtmess die spürbar längeren Tage, und Mitte des Monats treiben die Narren es bunt: Der Februar bietet in seinen knapp bemessenen 28 Tagen viele Anlässe zum Feiern. Erleichtert stellen wir eines Tages fest, dass der Winter schon fast vorbei ist. Wir beobachten gespannt unsere Aussaaten auf der Fensterbank beim Entfalten ihrer ersten Blättchen. Jetzt lohnt es sich wieder, in den Garten zu gehen, denn hier gibt es diesen Monat schon einiges zu tun.

Ihr Gerhard Wacha und das Biogartenversand-Team







ARBEITEN
Ernte
- Beetvorbereitung
- Obstbäume und Beerensträucher schneiden (und einige Zweige in die Vase stellen)
- Gehölze pflanzen
- Saatgut sortieren
- Mistheizung ins Frühbeet packen
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- Sprossen von der Fensterbank
- Winterpostelein
- Feldsalat
- Grünkohl
- Rosenkohl
- Vogelmiere
- Löwenzahn

DIE ERSTEN SCHRITTE

Für die ersten Aussaaten im Freiland sollten Sie die Beete besonders gut vorbereiten, denn Gras und Vogelmiere wachsen bei niedrigen Temperaturen manchmal schneller als viele Gemüse. Warten Sie auf sicher frostfreies Wetter und harken Sie zuerst den Mulch zur Seite. Er kann auf dem Komposthaufen oder unter Gehölzen verrotten oder andere Beete abdecken, die noch warten müssen. Lockern Sie die Erde so tief, wie es geht, möglichst mit einer Grabegabel, und sammeln Sie sorgfältig alle Unkräuter und Wurzeln ab. Diese werden auf einem Extrahaufen abgedeckt kompostiert. Verteilen Sie nun reifen Kompost auf Ihrem Beet. Steht von diesem nicht genug zur Verfügung, so kommen organische Dünger wie Luzerne- oder Kleepellets zum Einsatz. Die meisten Gemüse, die man jetzt aussäen kann, wie z.B. Rucola und Möhren, brauchen nicht ganz so viele Nährstoffe, also wird etwa die Hälfte der auf der Düngerverpackung angegebenen Aufwandmenge pro Quadratmeter ausgestreut und leicht eingearbeitet. Jetzt können auf dem glatt geharkten Beet Reihen gezogen und Samen ausgestreut werden. Achten Sie bei der Aussaat auf genügend große Abstände, damit sich die Pflanzen gut entwickeln können. Mischkulturen, z.B. Spinat in Reihen abwechselnd mit Radieschen oder Möhren mit Knoblauch, halten Pflanzen und Boden gesund.
Eine besondere Art der Beetvorbereitung: Traditionell wurden Frühbeete und kleine Gewächshäuser nicht mit Heizungen oder Öfen, sondern mit einer dicken Schicht Pferdemist aufgewärmt. Dazu hebt man den Boden 65 cm tief aus, packt 35 cm dick frischen strohigen Pferdemist hinein und stampft diesen fest. Darüber kommt nun eine 20 cm dicke Schicht guter Humuserde. Jetzt werden die Frühbeetfenster geschlossen und einige Tage nicht geöffnet. Zur Kontrolle der Temperatur sollte ein Thermometer im Kasten liegen. Ist der Kasten warm, aber nicht mehr zu heiß, können hier Kohlrabi, Kopfsalat, Radieschen und frühe Kohlsorten ausgesät werden. Auch Porree wächst gut im Frühbeetkasten. Bei zu großer Wärme muss gelüftet werden. Manche Frühbeetkästen besitzen automatische Öffner. Nachts kann man eine Decke oder Schilfmatten auflegen. Die Bewirtschaftung eines Frühbeetes braucht nahezu tägliche Aufmerksamkeit, zahlt sich aber durch die guten Licht- und Wärmeverhältnisse sehr aus, da man hier schon früh im Jahr stabile Jungpflanzen und zartes, erntereifes Gemüse erhält.
Wenn Sie gerade am Beetrand stehen und noch ganz viel Platz frei ist, denken Sie daran, dieses Jahr genügend Wintergemüse einzuplanen. Es ist großartig, an Weihnachten eigenen Möhrensalat zu essen oder im Februar noch Rosenkohl, Grünkohl und Feldsalat aus dem Garten zu holen. Die erwähnten Kohlarten wollen ab April bis Mai vorgezogen werden und spätestens im Juni ihren endgültigen Platz beziehen. Lagermöhren sät man im Mai und Feldsalat im August. Planen Sie für dieses Frühjahr einige „schnelle“ Vorkulturen wie Radieschen, Kopfsalat, Kohlrabi und Frühkartoffeln, nach denen solches Wintergemüse ins Beet passt. Wer sich hiermit näher befassen möchte, eben auch weil im Winter frisches Biogemüse viel teurer ist als im Sommer, dem empfehlen wir das Buch „Frisches Gemüse im Winter ernten“ von Wolfgang Palme. Der Autor trägt die Erfahrungen aus zehn Jahren Forschungsarbeit zusammen. Besonders gut sind Frosthärte und geeignete Aussaatzeitpunkte erklärt.

DIE BABY-STATION

Einen Anzuchtort im warmen Haus brauchen jetzt alle Gemüse, die frostempfindlich sind oder früher vorgezogen werden sollen, als es im Freiland möglich ist. Zeit, die Fensterbänke aufzuräumen! Viel Wärme, also über 20 °C, benötigen die Samen südlicher Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika, Auberginen und Physalis, um zu keimen. Reservieren Sie ihnen einen erhöhten Ort in Ihrem wärmsten Zimmer. Kohlrabi-, Knollenfenchel- und Porreesamen brauchen anfangs 15 bis 20 °C. Salate haben es zur Keimung lieber etwas frischer und stehen gut im Schlafzimmer oder Treppenhaus bei 12 bis 15 °C. Alle Aussaaten kommen in Schalen oder Töpfe mit Abflusslöchern in lockere, nur schwach gedüngte Erde. Verwenden Sie hierfür spezielle Anzuchterde oder vermischen Sie reifen Kompost mit viel Sand. Wichtig ist, dass die Erde vor der Anzucht schön feucht ist, sonst läuft man Gefahr, dass beim Angießen die Samen „wegschwimmen“. Jedes Saatkorn braucht zum Keimen Platz. Säen Sie deshalb einzeln oder in kleinen Prisen – in „Horsten“ – in Töpfe, Quickpot-Platten oder Anzuchtschalen. Plastik lässt sich vermeiden, indem man aus alten Zeitungen Papierpresstöpfe herstellt oder kompostierbare Fertilpots nutzt. Eine wasserdichte Unterlage ist immer nötig. Hier lässt sich gut improvisieren und z.B. eine alte Auflaufform oder ein Metalltablett recyceln.
Sobald Ihre Aussaaten gekeimt sind und zwei bis drei Blättchen entwickelt haben, werden sie noch einmal umgesetzt. Manches ist durch Lichtmangel auf der Fensterbank lang geworden, sodass man das Pflänzchen jetzt etwas tiefer setzt. Besonders Tomaten und Paprika bilden nach dem Pikieren viele neue Wurzeln und zeigen danach einen richtigen Wachstumsschub. Fürs Lockern und Neueinsetzen eignet sich ein Pikierstab am besten. Angießen kann man mit einem Sprühgerät oder einer „sanften“ Gießkanne mit feinem Brausekopf. In ebenen Untersetzern und Bewässerungswannen lassen sich Jungpflanzen sehr schonend fluten und dabei später sogar mit einer leichten Flüssigdüngung versorgen. Stellen Sie Pflanzen im Haus immer so hell, wie es irgend geht, und bald an einen kühleren Ort. An milden und windfreien Tagen darf der „Kindergarten“ schon mal einen Ausflug an die frische Luft auf den Balkon- oder Terrassentisch machen. So härten Sie Ihre Pflänzchen ab und bereiten sie auf das Leben im Garten vor. Ende März dürfen Kohlrabi, Salat und Fenchel unter Frostschutzvlies ins Freiland oder in einen ungeheizten Frühbeetkasten, während alle frostempfindlichen Gemüse noch bis Mitte Mai in größeren Töpfen geschützt auf der Fensterbank warten.

DER LETZTE SCHLIFF

Wenn es im Februar für einige Tage sicher frostfrei ist, schneiden Sie Bäume und Gehölze. Beschränken Sie sich zu dieser Jahreszeit auf den üblichen Pflegeschnitt. Nur wer einen starken Neuaustrieb fördern will, schneidet sehr stark zurück. Ansonsten werden nur kranke und beschädigte Stellen, z.B. Obstbaumkrebs oder Scheuerstellen, großräumig ausgeschnitten. Die meisten steil nach oben zeigenden Zweige entfernt man, da sie keine Früchte bringen. Die Krone eines Obstbaumes sollte nach dem Schnitt luftig und dennoch reich verzweigt wirken. Als Schutz vor Temperaturschwankungen können Sie den Stamm mit einem Weißanstrich versehen oder einer selbst gemachten Paste aus Lehm, Kalk und Schachtelhalmbrühe streichen. So verhindern Sie die Entstehung gefährlicher Frostrisse besonders an jungen Bäumen mit noch dünner Rinde. Schneiden Sie Ihr Beerenobst, damit die Büsche nicht verwildern und verfilzen: Bei Roten und Weißen Johannisbeeren schneidet man sehr alte Zweige mit abblätternder Rinde bodennah ab und lässt von den allerjüngsten, unverzweigten Trieben nur die sechs stärksten als Nachwuchs stehen. Ertrag bringen die mittelbraunen, zweijährigen Triebe, an denen man schon die dicken, rundlichen Fruchtknospen erkennt. Schwarze Johannisbeeren können stärker verjüngt werden, da sie am einjährigen Holz tragen. Lassen Sie je nach Pflanzengröße etwa acht bis zwölf kräftige, junge Triebe stehen. Bei Himbeeren schneidet man, sofern dies nicht im Herbst schon geschehen ist, die alten, abgetragenen Ruten bodennah ab und entfernt schwache Jungtriebe. Lassen Sie kein zu dichtes Rutengewimmel entstehen! Am Brombeerspalier werden junge Triebe vom letzten Jahr etwas eingekürzt und hochgebunden. Abgetragene und überflüssige Ranken schneiden Sie knapp über dem Boden ab.
Heidelbeeren lichtet man leicht aus und Erdbeeren „putzt“ man so, dass ausschließlich grüne Blätter dranbleiben. Bei Trauben muss man sich den Aufbau des Stockes etwas genauer anschauen: Nur wenige junge und biegsame Ruten werden eingekürzt und bilden, am Spalier befestigt, die Ausgangsbasis für die Trauben ragenden Triebe, der Rest muss ab. Lassen Sie einen Rebstock nicht ausufern, sonst hat er im Herbst wesentlich mehr Blätter als Trauben. All der Gehölzschnitt sollte, sofern er nicht von Krankheiten verfärbt oder verformt ist, zu Haufen aufgeschichtet werden. In den trockenen Ästen fühlen sich Insekten zu Hause. Mit der Zeit verrotten die Haufen zu wertvollem Mulch und Kompost. Verteilen Sie unter allen Gehölzen Mulch, um das Unkraut am Wachsen zu hindern und den Boden weich zu halten. Ob Rohkompost, Mist oder Stroh, Jute oder Laub: Alles ist besser als nackter Boden. Ein gelegentlicher Guss mit Humofix regt das Bodenleben an und lässt den Fruchtansatz reicher ausfallen.

DAS GEMÜSE VON MORGEN

„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: Keine Bildung.“ (John F. Kennedy) Der Hof Jeebel unterstützt mit Sach- und Geldspenden Einrichtungen, die Kindern das Gärtnern und ökologische Zusammenhänge näherbringen: Eine professionelle Anleitung für Lehrerinnen und Lehrer, die Schulgärten betreuen, gibt es vom gemeinnützigen Verein „Ackerdemia“. Der Verein bietet ausgezeichnete Lehrmaterialien, Pflanzgut und eine Gartenfortbildung für Lehrkräfte an. Bemerkenswert ist auch die Arbeit der SÖL (Stiftung Ökologie und Landbau), die auf Gut Hohenberg in der Pfalz einen Schul- und Kindergarten-Bauernhof betreibt, der beispielsweise im Rahmen einer Klassenfahrt besucht werden kann. Wie sieht das Außengelände aus, das den Kindern an der Kita und Schule in Ihrem Ort zur Verfügung steht? Können sie auf Bäume klettern, sonnenwarme Erdbeeren naschen und im Lagerfeuer stochern? Alles, was Kindern guttut, beeinflusst die Zukunft positiv. Bildung im Bereich Garten und Ernährung und die Gewöhnung an alltägliche, sinnvolle Handlungen, wie die Pflege eines Komposthaufens oder die Zubereitung eines Rohkosttellers, vereinfacht für Kinder vieles, denn sie wissen über die Zusammenhänge Bescheid.
Der Betrieb eines ökologischen Schulgartens mit erlebnispädagogischer Betreuung eröffnet allen Kindern die Möglichkeit dieser Bildung, unabhängig vom Alltag der jeweiligen Familien. Da manche Einrichtungen vor dieser ungewohnten Aufgabe zurückschrecken, sind wir gartenverrückten Eltern, Nachbarn und Verwandten mit unserem Wissen (und vielleicht etwas Zeit und Geld in unseren Händen) aufgerufen, echten „Kinder-Gärten“ das Grünen und Blühen zu ermöglichen. Hoffen wir, dass wir auch in Zukunft noch Kinder mit Grasflecken auf den Hosen zu sehen bekommen!