Der Biogarten im Juni


„Biogarten

„Wer anderen eine Blume sät,
blüht selber auf …“


Liebe Gartenfreunde, 

im Juni wächst alles, und alles erscheint möglich. Fast alle Gartengemüse kann man noch oder schon aussäen oder pflanzen. Es ist endlos Licht vorhanden, und jede im Juni erledigte Arbeit wird sich noch den ganzen Sommer über auszahlen. Die Natur läuft auf Hochtouren, und die ersten größeren Mengen an Gemüse und Obst werden erntereif. Wenn wir bedenken, dass wir unsere Gärten nicht nur für uns selber pflegen und lenken, sondern dass hier tausende von Lebewesen zu Hause sind, können wir ab und zu mal auf leisen Sohlen herumschleichen und jeden Quadratmeter auch als Lebensraum in seiner Perfektion bewundern. Und wo noch Platz ist, da lässt sich jetzt noch die eine oder andere Blume säen …

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team

NACHSCHLAG

Endlich gibt es beim Hof Jeebel auch Grünkohlpflanzen! Lerchenzungen sind eine traditionelle norddeutsche Grünkohlsorte mit aromatischen, krausen Blättern. Grünkohl wächst in so gut wie jedem Boden und kann vom Herbst bis ins Frühjahr hinein geerntet werden. Als zweiten Satz Gemüsejungpflanzen für die Pflanzung im Mai oder Juni bieten wir jetzt noch einmal eine Auswahl von Freilandgemüse in Erdballen an. Der Grünkohl mit seinem recht späten Pflanzzeitpunkt wird ergänzt durch den Rosenkohl Groninger, der uns im Spätherbst und Winter mit seinen köstlichen, zarten Röschen verwöhnt. Neu ist auch unsere Spitzkohlpflanze Berns. Diese neue Kohlsorte, die im selben niedersächsischen Demeter-Zuchtbetrieb entstanden ist wie die Spitzentomate Ruthje, besitzt ein süß-knackiges Aroma, das sie als Rohkost genauso lecker macht wie als Kohlroulade oder Sauerkraut.

Da die Eisheiligen und mit ihnen die letzten Frostnächte jetzt hoffentlich vorbei sind, können Sie ohne Bedenken die exotischen und dekorativen Süßkartoffelpflanzen ins Beet pflanzen. Dieses leckere pflanzliche Grundnahrungsmittel wächst gerne in einem lockeren, nährstoffreichen Boden und braucht viel Wärme und Wasser. Unsere Sorte Beauregard erzielte in einem Sortenvergleich der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau den Spitzenertrag.

Auch Porree für die Ernte im Herbst können Sie sich jetzt noch in den Garten setzen: Die Biozüchtung Haldor aus dem Stuttgarter Raum bildet einen langen, dicken Schaft mit hohem Weißanteil und wird bis in den Dezember hinein Ihren Speisezettel bereichern. Pflanzen Sie Porree möglichst tief – umso länger wird der weiße, feine Schaft. Tango: Mit diesem Stangensellerie erhalten Sie eine langstielige Sorte für die ganze Saison, denn er kann von Juli bis Oktober geerntet werden. Die saftigen, feinwürzigen Stängel eignen sich als Suppenzutat oder zum Dippen von pikanten Saucen wie z.B. Skordalia, dem legendären griechischen Kartoffelbrei mit Knoblauch, Zitrone und Olivenöl.

Abgerundet wird unser Gemüsepflanzen-Nachschlag durch Blattsalate wie Lollo, Kopfsalat, Asia-Salat und Wilde Rauke. Von diesen frischen Blättern kann man nie genug im Garten haben, um jede Mahlzeit mit etwas knackiger Rohkost zu garnieren.

Unser „Nachschlag“ verursacht Ihnen keine Extra-Versandkosten, sondern wird zusammen mit der Lager- und Baumschulware verschickt.

UNKRAUT

Wo es feucht genug ist, da wächst jetzt alles so schnell, dass man dabei fast zusehen kann. Nicht nur schöne Heuwiesen und prächtige Rosen entfalten sich üppig. Leider ist auch zwischen Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln und Tomaten alles Mögliche am Keimen und Gedeihen. Bei aller Liebe zum Wildkräutersalat muss man im Juni einmal sortieren: Darf dieses Kraut hier stehen und blühen oder will ich auf diesem Beet doch das ernten, was ich eigentlich gesät oder gepflanzt habe? Entfernen Sie regelmäßig das Gras, wenn Sie Ihre Beete dauerhaft nutzen wollen. Graswurzeln sind von sprichwörtlicher Widerstandskraft und verfilzen oder unterwandern schnell größere Flächen. Quecken wurzeln tief und müssen sorgfältig entfernt werden, da sie sonst immer wieder austreiben.

Ihre noch kleinen Aussaaten sollten Sie mit der Jätefaust betreuen. So werden die Pflänzchen nicht beschädigt, profitieren aber von der Lockerung des Bodens und entwickeln sich schnell. Hochbeet-Freunden und Gartenfeen mit gesunden Knien empfehlen wir Handgeräte wie das Häulein mit kurzem Stiel, die den Boden recht tief lockern und auch mal für einen kräftigen Hieb gegen Graswurzeln oder zur Schaffung kleiner Pflanzlöcher zu gebrauchen sind.

Wo Gemüse in geraden Reihen steht und schon etwas größer gewachsen ist, empfiehlt sich der Einsatz eines Sauzahns. Er lockert die Erde tief und verschüttet Unkraut. Zudem macht die Belüftung Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar und zerstört den einen oder anderen Wühlmausgang.

Wenn immer wieder die Wiese von der Seite ins Beet wächst, könnten Sie mit einem Spaten oder Rasenkantenstecher eine Linie ziehen und mit einer Rasenkante aus Metall dafür sorgen, dass das Gras an seinem Platz bleibt.

Grundsätzlich muss jeder Garten sowohl gepflegte als auch wilde Bereiche beherbergen, um Menschen und anderen Lebewesen gleichermaßen gerecht zu werden. Wer diese Bereiche von vornherein definiert, erspart sich Arbeit und vielleicht auch ein Gefühl der Überforderung. Wo ein kleines Dickicht entstehen darf, brauche ich mich gar nicht erst abzumühen. Dafür halte ich lieber meinen Lieblingsplatz gemäht und mein Kräuterbeet gejätet. Um die wilden Bereiche zu intensiv genutzten Lebensräumen zu machen, schichten Sie Backsteinstapel, Totholzhaufen und Äste auf und sorgen Sie für Wasserstellen, die für Vögel, Insekten und kleine Säugetiere gut erreichbar sind. Optimal ist es, wenn man das vom Lieblingsplatz aus beobachten kann …

GRÜNDÜNGER UND BIENENWEIDE

Frei werdende Flächen, beispielsweise von abgeerntetem Spinat, Radieschen oder Kohlrabi, können sofort wieder eingesät werden. Jetzt keimt alles schnell, und der Boden ist so nur kurze Zeit unbedeckt. Ob Sie eine klassische Gründüngung wählen wie den tief lockernden Ölrettich oder die bienenfreundliche, hübsche Phacelia, immer tun Sie damit dem Bodenleben einen Gefallen. Sehr wirkungsvoll für den Herbst und nahrhaft für Bienen, Hummeln und Vögel sind die stattlichen Sonnenblumen, die allerdings im Jugendstadium vor Schnecken geschützt werden müssen. Perserklee und Serradella reichern wie alle Schmetterlingsblütler den Boden mit Stickstoff an, was besonders für das Gärtnern ohne tierische Produkte interessant ist. Wer trockene Standorte für mehrere Jahre begrünen und tief durchwurzeln lassen will, ist mit dem robusten Waldstaudenroggen gut beraten. Er wird, im Juni gesät, im Spätsommer einmal abgemäht, damit sich die Pflanze verzweigt. Im nächsten Jahr bildet sich die erste größere Körner-Ernte.

Für Bienen ist es wichtig, auch spät im Sommer noch blühende Flächen vorzufinden. Wo keine größeren Bereiche für Phacelia, Ölrettich und Sonnenblumen zur Verfügung stehen, ist die Aussaat von Ringelblumen und Mädchenauge oder Kräutern wie Oregano und Ysop noch zu empfehlen. Wenn Sie viel Kohl anbauen, können Sie diesen durch malerisch schöne Nachbarpflanzen stärken: Kohl steht gerne neben Buchweizen, Dill und Klatschmohn sowie Koriander, Kornblume, Lein und Perserklee. Säen Sie sich bunte Ränder um die Beete und erfreuen Sie sich an der lebendigen Vielfalt, die ein Biogarten zu bieten hat!

H ZWEI O!

Durst ist schrecklich. Jeder Vogel und jede Himbeerpflanze leidet, wenn nicht genug Wasser zur Verfügung steht. Aussaaten ohne Wasser keimen erst gar nicht. Letztes Jahr sind zudem viele Nadelbäume in der Trockenheit eingegangen, weil ihre Wurzeln sich eher flach als tief ausbreiten und in den oberen Erdschichten kein Wasser mehr war. Vielerorts haben die Regenfälle dieses Jahres das Wasserdefizit nicht wieder auffüllen können. Zum Sommer hin sollten Sie deshalb die Gehölze, die Ihnen besonders am Herzen liegen, regelmäßig mit Wasser versorgen.

Um Kulturpflanzen wie z.B. Gemüse oder Beerensträucher mit wenig Wasser optimal zu versorgen, empfehlen wir eine Tropfbewässerung. Diese sorgt durch das langsame Tropfen für eine gleichmäßige Durchfeuchtung des Bodens. Dabei wird die Erde nicht verschlämmt, wie es bei Regnern und Gießkannen passieren kann. Dass eine Tropfbewässerung so gut wie immer aus Kunststoff besteht, ist ein Wermutstropfen. Doch wenn man in hohe Qualität investiert, zahlt sich das aus, und man kann das Wasser in knappen Zeiten viel effizienter nutzen, als wenn man es mit dem Regner durch die Luft sprüht.

Wer keine Bewässerungsschläuche verlegen möchte, sollte zumindest alle Kulturpflanzen in Mulden mit Gießrändern oder in Furchen setzen, damit das Wasser beim Gießen mit der Kanne nicht flächig übers Beet davonläuft.

Versuchen Sie, durch den Einsatz von Mulch die Verdunstung zu verringern. Das Beimischen von Kompost, Lehm (Bentonit) und Pflanzenkohle macht Ihren Boden wasserhaltefähiger. Sparen Sie das kostbare Nass, indem Sie gebrauchtes Wasser auffangen und zum Gießen verwenden. Stellen Sie überall kleine und große Gefäße auf, aus denen Lebewesen trinken können. Gönnen Sie sich am Wasserhahn selber ein kleines Becken, in dem Sie Ihre Füße erfrischen können und wo gespielt werden darf. Wasser tut so gut! Ob in einer kleinen Pfütze, in einem kurzen, gemauerten Bachlauf oder in einem stillen Teich, Wasser wird immer für Erholung und Erfrischung sorgen  …

9,90 EUR / Stück

(3,30 EUR/ kg)


SOMMER UNTER ZWEIGEN UND REBEN

Wenn alles üppig wächst, darf man ein wenig für Ordnung sorgen: Wein- und Kiwipflanzen tendieren dazu, unheimlich viel Laub zu produzieren. Hier kann man bei den Laubarbeiten die Triebe ruhig etwas einkürzen, zu dichte Gebüsche ausdünnen und dafür sorgen, dass die duftenden, unscheinbaren Reben-Gescheine und die schönen weißen Schalenblüten der Kiwi genug Luft und Licht bekommen. Das erhöht die Befruchtungsrate. Heften Sie alle Rankpflanzen, und so auch die Rosen, die bald in voller Pracht stehen werden, gut an ihr Gerüst, vorzugsweise mit einem biologisch abbaubaren Material wie Raffiabast, Flachsgarn oder einer Drahtkordel. Für größere und schwerere Triebe und Pflanzen wie Tomaten und Stangenbohnen eignet sich das Sisal-Bindegarn, mit welchem früher Strohballen zusammengehalten wurden.

Um Pilzkrankheiten vorzubeugen, kann man Gehölze mit einer Schachtelhalm-Spritzung etwas Gutes tun. Sie sollte bei trockenem Wetter ausgebracht werden. Idealerweise folgt einige Tage später eine Pflanzenstärkung mit Brennnesseljauche. Ohnehin profitieren die meisten Bäume und Büsche im Juni noch einmal von einer sanften Flüssigdüngung. Besonders hungrige Gehölze kann man mit Vinasse aufpäppeln.

Viele Störungen im Pflanzenwachstum lassen sich durch ausgewogene Ernährung beheben. Hier sind neben einer guten Versorgung mit Kompost besonders Algenpräparate zu nennen: Produkte aus Knotentang enthalten fast alle von Pflanzen benötigten Spurennährstoffe. Sie wirken auch über eine Blattspritzung und können beispielsweise die Entstehung von Stippe-Flecken in Äpfeln verhindern. Stippe ist eine durch einen unausgewogenen Kalzium-Magnesium-Haushalt hervorgerufene Störung, die das Fruchtfleisch der Äpfel braunfleckig macht. Ähnliche Mangelsymptome werden auch bei Kartoffeln beschrieben. Algan Wachstumshilfe aus Knotentang gibt es fertig in Fläschchen. Sie können aber auch aus unserem getrockneten Seetang eine Jauche herstellen oder mit einer Kombination aus Algen und Brennnesseln arbeiten.

Sehr günstig für die Gesundheit Ihrer Obstgehölze ist die Unterpflanzung mit einer passenden Mischkultur: So gedeihen die meisten obsttragenden Bäume gut, wenn ihnen ab einem gewissen Alter Meerrettich zu Füßen steht. Die scharf-würzigen Wurzeln verhindern den Befall mit Monilia-Pilzen. Aus den Blättern und Wurzeln kann man Tee oder Brühe herstellen, die als Pflanzenschutzmittel dienen. Aprikosen lassen sich gerne von läuseabweisender Kapuzinerkresse begleiten. Weinreben werden auf schweren Böden klassischerweise mit Ölrettich grün gedüngt, weil dieser für sie tiefe Bodenbereiche erschließt. Natürlich muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden: Ein frisch gesetztes oder schwach wachsendes Bäumchen möchte nicht überwuchert werden, sondern erst einmal anwachsen und genug Wasser, Nährstoffe und Licht abbekommen. Bewahren Sie junge Gehölze unbedingt vor einem dick verfilzten Grasteppich. Sorgen Sie für eine gute Stütze und einen harmonisch -luftigen Aufbau, um der Pflanze einen guten Start und ein langes Obstbaumleben zu ermöglichen!


ARBEITEN
Ernte
- wässern und jäten
- vorgezogene Pflänzchen ein- und umpflanzen
- Aussaaten vereinzeln
- Pflanzen stützen und festbinden
- Tomaten ausgeizen
- mit Pflanzenjauchen gießen
- Erde zwischen den Reihen mit dem Sauzahn lockern
- nassen Mulch zwischen größeren Pflanzen verteilen
- erstes Obst einkochen
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- Möhren
- Radieschen
- Mairübchen
- Kohlrabi
- Salat
- Mangold
- Spargel
- Küchenkräuter
- Rhabarber
- Erdbeeren
- Johannisbeeren
- sibirische Blaubeere
- Blumensträuße