Der Biogarten im September


„Biogarten

„Wir hoffen immer auf den nächsten Tag.
Wahrscheinlich erhofft sich der nächste Tag
einiges von uns.“
(Ernst Hauschka, 1926–2012)


Liebe Gärtnerinnen und Gärtner,

2020 ist ein besonderes Jahr. Vielleicht hat es uns flexibler gemacht, um in ungewohnten Situationen zurechtzukommen. Wir haben ganz zufällig weniger CO₂ ausgestoßen. Viele Menschen haben zum ersten Mal oder viel mehr als sonst gegärtnert. Vielleicht ist die Welt doch veränderbarer, als wir es zu hoffen wagten. Vielleicht kann diese Veränderung großen Spaß machen. Zumindest beim Gärtnern helfen wir Ihnen gerne.

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team

BEFRIEDIGEND: KARTOFFELN ERNTEN

Durch den Anbau im Biogarten mausert sich die Kartoffel von der Beilage zur Delikatesse. Im September ist es an der Zeit, die heiß ersehnten mittelfrühen Sorten wie Linda, Quarta und Adretta aus der Erde zu holen. Fünf Punkte, auf die Sie achten müssen:

Zeitpunkt: Das Laub muss eingetrocknet sein. Ernten Sie die Kartoffeln an einem trockenen Tag, denn feuchte Kartoffeln faulen schneller.
Ort: Genau unter dem noch verbliebenen Stängelansatz sitzen die meisten Knollen.
Werkzeug: Scharfes Werkzeug wie Spaten und Grabegabel kann die Knollen verletzen. Am besten die Hände benutzen oder 30 cm neben dem Stängelrest tief einstechen und hebeln.
Hygiene: Altes Laub und Stängelreste entfernen, um die Sporen der Braunfäule zu vernichten. Vorsicht: Waschen Sie sich auf jeden Fall die Hände, bevor Sie Tomatenpflanzen anfassen – denn die reagieren besonders empfindlich auf die Braunfäule.
Lagerung: Lassen Sie die Kartoffeln abtrocknen. Nicht werfen oder schütten. Lagern Sie ausschließlich unverletzte, feste Knollen in Kisten oder Säcken ein. Dunkel, kühl, frostfrei und trocken gelagert halten sie am längsten.

Haben Sie verschiedene Kartoffelsorten angebaut? Essen Sie die Frühen zuerst auf. Informationen über Reifezeit und Lagerfähigkeit finden Sie im Shop bei der jeweiligen Sorte.

Noch eine Idee:
Manche Kartoffelsorten werden mit der Lagerung aromatischer oder verändern ihre Kocheigenschaften. Testen Sie bewusst Ihre Favoriten: Wie schmecken sie ganz frisch aus dem Boden und wie nach einigen Monaten Lagerzeit? Wer weiß, vielleicht entsteht ja aus diesem Geschmacksvergleich Ihr Anbauplan fürs nächste Kartoffeljahr.

FRÖHLICH: BLUMEN UND ZWIEBELN

Platz ist im kleinsten Innenhof: Pflanzen Sie jetzt eine bunte Welt für den nächsten Frühling. Unter Gehölzen, die erst spät austreiben, könnten Zwiebelblumen wie Krokusse ihren ersten Frühlingsgruß in die Welt hinausschicken. Füllen Sie sich einen Balkonkasten mit zierlichen, spitzen Wildtulpen, oder malen Sie sich mit einer Narzissenmischung ein kleines Stückchen Bilderbuch an den Gartenweg. Mit Zwiebeln, die bereits aus biologischer Vermehrung stammen, wählen Sie in jedem Fall robuste Blumen, die in Ihrem Biogarten gut gedeihen.

Dieses Jahr bieten wir neben vielen neuen Einzelsorten auch besonders bienenfreundliche Mischungen an: Der Krokus-, der Narzissen- und der Wildtulpenmix bestehen jeweils aus vier Sorten à zehn Blumenzwiebeln, die jetzt gepflanzt werden wollen. Im Februar oder März bringen sie mit ihren fröhlichen Gelb- und Rottönen die Sonne zurück und bereiten das Frühstück für die ersten Insekten, die aufwachen und sich ihre magischen Facettenaugen reiben.

Bringen Sie Leichtigkeit in Ihren Alltag. Setzen Sie bunte Farbtupfer in Ihren Biogarten, so dass er Sie nicht nur mit Nahrung rundum gut versorgt.

FRUCHTBAR: KOMPOSTHELFER

Guter Kompost ist unersetzlich. Meistens hat man etwas zu wenig davon. Doch durch gezielte „Gewürze“ lässt sich fast jede Art von Kompost so verbessern, dass Ihre Pflanzen den größtmöglichen Nutzen aus dem braunen Gold ziehen können.

Wie ist Ihr Kompost beschaffen und was soll er leisten?

Ein strohiger, trockener Laub- oder Heuhaufen braucht neben Feuchtigkeit noch Nährstoffe. Tränken Sie ihn mit stickstoffhaltigen Flüssigkeiten. Brennnesseljauche oder Präparate wie Schacht Biorott liefern den Treibstoff. In einem frisch aufgesetzten Komposthaufen ermöglichen diese Zusätze sogar eine desinfizierende Heißrotte, die Unkrautsamen abtötet.

Soll Ihr Gartenboden die Feuchtigkeit besser halten – etwa weil er sandig ist und Wasser schnell versickert –, geben Sie ihm über den Kompost Lehmpulver oder Bentonit. Die dort lebenden Regenwürmer verkleben organische Abfälle mit Lehmpartikeln zu sogenannten Ton-Humus-Kolloiden. Diese Krümel halten Feuchtigkeit und Nährstoffe in der oberen Bodenschicht fest.

Wer eine gute Materialmischung aufgehäuft hat und sich eine schnelle und geruchsarme Kompostierung wünscht, gibt Heilkräuter wie Löwenzahn, Baldrian und Kamille dazu. Die Heilkräuterkomposition Humofix aus der Abtei Fulda schafft im Boden perfekte Bedingungen für nützliche Mikroorganismen.

Besteht Ihr Kompost hauptsächlich aus Küchenabfällen mit hohem Kaffeesatzanteil? Ist viel Walnuss- oder Eichenlaub dabei? Dann ist ein schichtweiser Aufbau mit Zusatz von Kalk oder Urgesteinsmehl günstig. So wird die Erde nicht zu sauer, was den meisten Kulturpflanzen besser bekommt.

Manchmal fällt Kompost so stark in sich zusammen, dass kaum etwas fürs Beet übrig bleibt. Das ist schade. Hier hilft aktivierte Pflanzenkohle. Sie wird mit Flüssigdünger getränkt und stabilisiert den Kompost, während er die Kohle mit Mikroorganismen auflädt. Pflanzenkohlehaltiger Kompost speichert und spendet in Ihrem Boden jahrzehntelang Feuchtigkeit und Nährstoffe.

Der September ist ein guter Monat zum Umsetzen von Kompost. Denn dabei schrecken Sie zwar all die kleinen Lebewesen auf – doch jetzt haben diese noch genug Zeit, sich einen neuen Platz für ihre Winterruhe zu suchen. Ruhe sei den kleinen Gartenseelen schließlich vergönnt!

39,60 EUR / Stück

(1,58 EUR/ kg)


KLEIN UND FLEXIBEL: SPINDELÄPFEL

Klein bleibende Obstbäume sind in unserem Sortiment relativ neu. Sie werden aber immer beliebter, denn sie schaffen ganz neue Möglichkeiten bei der Gestaltung Ihres Nutzgartens und ermöglichen Obstbau auf kleinstem Raum.

Spindelapfelbäume sind bekannte und zum Teil alte Apfelsorten, die auf schwach wachsenden Unterlagen veredelt sind. Die Bäumchen brauchen wenig Platz – etwa 2,5 bis 3 m Pflanzabstand genügen. Dadurch können Sie auch in kleineren Gärten eine große Vielfalt pflanzen.

Während andere Apfelbäume erst nach mehreren Jahren Früchte tragen, bringen unsere Säulenäpfel schon im Jahr nach der Pflanzung eine erste Ernte. Spindelapfelbäume brauchen einen regelmäßigen Schnitt, um in Form zu bleiben. Dieser ist gut leistbar und erfordert keine Akrobatik auf einer hohen Leiter, da die Bäume auf Augenhöhe wachsen und fruchten.

Spindeläpfel haben, anders als Säulenäpfel, keinen genetisch bedingten Säulenwuchs. Sie sind daher sehr flexibel: Eine Möglichkeit ist ein Spalier an waagerechten oder fächerförmig angeordneten Latten oder Drähten, an dem die Apfeltriebe befestigt werden. Das Spalier kann frei stehen und im Wandel der Jahreszeiten zu einem spannenden, grünbunten Zaun werden oder die Wärme einer Hauswand zum Reifen der Früchte nutzen.

Spindeläpfel, die als Einzelbäume stehen sollen, brauchen einen Pfahl. Die Seitentriebe müssen Sie regelmäßig einkürzen, damit diese stabil werden und die Früchte gut tragen können.

Wegen der geringen Wurzelstärke muss man den Bereich um den Stamm bei diesen kleinen Bäumen besonders gut pflegen: Halten Sie die Baumscheibe unkrautfrei und versorgen Sie sie mit Kompost. Mulchscheiben, Stroh oder Kapuzinerkresse und Ringelblumen halten den Baum glücklich und gesund.

DRINGEND: KLIMASTREIK

Schon vor einigen Jahren hat es Kopenhagen auf das Titelblatt des Magazins „National Geographic“ geschafft. Zu Recht: Die dänische Metropole zeigt uns, wie attraktiv eine fahrradfreundliche Großstadt sein kann. Man ist mit dem Fahrrad meist schneller als mit dem Auto, hat eigene Wege und Ampeln und bekommt noch ein schriftliches „Danke, dass du Fahrrad fährst“ an der Kreuzung gezeigt.

Das kleine Beispiel aus Kopenhagen zeigt: Umweltfreundliches Verhalten lässt sich politisch steuern. Und es kann, wenn es gut gemacht ist, großen Spaß machen und Menschen bewegen.

Wir haben keine Zeit mehr, darauf zu warten, dass sich von selbst etwas ändert. Wir müssen jetzt unseren CO2-Ausstoß drastisch senken. Deshalb unterstützt der Hof Jeebel den Aufruf zum globalen Klimastreik am 25. September. Wir werden an diesem Tag unser Geschäft ruhen lassen und gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Jungen und Alten auf die Straße gehen.


AUSSAAT/PFLANZUNG
Arbeiten
- Feldsalat
- Postelein
- Spinat
- Asiasalate
- Kresse
- Koriander
- Salatrauke

- Gehölze und Beerensträucher aus dem Topf
- Rosen
- Blumenzwiebeln
- Knoblauch
- Erdbeeren
- vorgezogene Salate
- Stauden und Kräuter
ARBEITEN
Ernte
- Ernten und konservieren
- Kompost aufsetzen
- Tomatenpflanzen entgeizen und kranke Blätter entfernen
- Kürbistriebe kappen und Früchte auf Bretter legen
- Rosenkohl entspitzen
- befallenes Obst einsammeln und entsorgen
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
- Tomaten
- Paprika und Auberginen
- Zucchini und Kürbisse
- Kartoffeln
- Karotten und Pastinaken
- Kohlrüben
- Kohlrabi
- Fenchel
- Salate und Endivien
- Kopfkohl
- Broccoli und Blumenkohl
- Stangen- und Buschbohnen
- Erbsen

- Haselnüsse
- frühe Äpfel und Birnen
- Zwetschen und Mirabellen
- Pfirsiche und Nektarinen
- Minikiwis und frühe Trauben
- Himbeeren
- Feigen

Wildobst wie
- Hagebutten
- Apfelbeeren
- Sanddorn
- Holunder