Jungpflanzen im Herbst: Frisches Grün für kalte Tage

Herbstgemüse

„Ein ruhiger Blick, eine stille Konsequenz, in jeder Jahreszeit, in jeder Stunde das ganz Gehörige zu tun, wird vielleicht von niemand mehr als vom Gärtner verlangt.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), deutscher Dichter, Politiker und Naturforscher

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

das Gartenjahr ist schon fast vorbei? Von wegen! Salat, Erbsen oder Kartoffeln sind geerntet – und vermutlich längst verspeist. In den Beeten entstehen nun Lücken, die sich ideal für Nachkulturen nutzen lassen. So wird freie Fläche optimal ausgeschöpft.
Dafür gibt es jetzt bei uns frischen Nachschub: kräftige Herbstjungpflanzen für Wintergemüse – in allen Grünnuancen, teils auch bunt, und geschmacklich von mild bis bitter oder scharf.


Oft unterschätzt, ist Wintergemüse weit mehr als Lagerware. Die richtigen Arten und Sorten wachsen noch bis in den späten Herbst hinein. Manche lassen sich im Herbst und sogar in frostigen Monaten ernten, andere überwintern als Jungpflanze und starten im Frühjahr erneut durch.

Ihr Team vom Hof Jeebel

Wintersalate pflanzen
Hirschhornsalat Pflanze

Milde Salate für die kühle Jahreszeit

In unseren Breiten sind vor allem Spitz- und Breitwegerich als Wildpflanzen bekannt – doch auch der Hirschhornsalat gehört botanisch zur Familie der Wegeriche.

Er ist robust, pflegeleicht und liebt sonnige, trockene Standorte. 

Besonders praktisch:
Die Pflanze ist mehrjährig und sehr winterhart. Nur bei starkem Frost ohne schützende Schneedecke empfiehlt sich ein Winterschutz, zum Beispiel aus Vlies oder Zweigen. So kann sie nicht nur im Winter, sondern fast das ganze Jahr über beerntet werden.

Hirschhornsalat bereichert Salate mit seinem leicht nussigen, dezent bitteren Aroma. Auch kurz gedünstet oder in der Pfanne angebraten ist er ein feiner Genuss.

Ebenfalls empfehlenswert:

      Herbstgemüse
      Pak Choi Pflanze

      Feine Schärfe im Winterbeet

      „Yorokobi“ bedeutet auf Japanisch Freude, Glück oder Begeisterung. Und wer Pak Choi Yorokobi anbaut, wird diese Empfindungen hoffentlich teilen!


      Pak Choi wächst schnell, wenn er in nährstoffreichen Boden mit guter Wasserversorgung gepflanzt wird. 

      Temperaturen bis –5 °C hält er stand; bei stärkerem Frost empfiehlt sich ein Vlies.


      Sein Geschmack ist angenehm mild mit einer dezenten Schärfe, die eher an jungen Kohlrabi als an scharfen Senf erinnert. Geerntet wird die ganze Pflanze: Blätter und Stiele lassen sich sowohl roh als auch gegart verwenden – in Salaten, Pfannengerichten oder der asiatischen Küche.

      Ergänzen die scharfe Geschmackspalette:

          Herbstgemüse
          Endivie Pflanze

          Bittersalate mit Charakter

          Was man sonst lieber meidet, gehört bei der Endivie Anconizum guten Ton: Ihre feine Bitterkeit ist charakteristisch und macht sie zu einem wertvollen Wintersalat – besonders, wenn sie in feine Streifen geschnitten wird. Die Sorte wächst aufrecht, bildet schwere, dicht geschlossene Köpfe und ist bis in den November hinein erntebereit. Endivien gehören botanisch zur Gattung der Wegwarten; genau genommen erntet man Blattrosetten statt Salatköpfen. 

          Leichten Frost bis etwa –5 °C vertragen sie gut, benötigen dann aber einen einfachen Schutz. Ideal ist ein Platz im Frühbeetkasten: Dort sind sie nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Nässe geschützt, die Fäulnis verursachen kann. Wer zarteres, helleres Blattwerk bevorzugt, kann die Pflanzen rund drei Wochen vor der Ernte bleichen - einfach einen Eimer verkehrtherum darübersetzen. Das reduziert die Lichteinwirkung und mildert den Geschmack. 

          Auch nach der Ernte lassen sich die Pflanzen gut lagern: Entweder mit Wurzeln in feuchten Sand setzen, am besten im kühlen Keller, oder kopfüber aufhängen, um für gute Belüftung zu sorgen. 

          Ebenfalls robust und geschmackvoll:

              Herbstgemüse
              Mangold Rainbow Pflanze

              Kräftige Gemüse mit Substanz

              Falls Sie sich in der Einleitung gewundert haben, was denn dieses bunte Wintergemüse sein soll: Wir meinten den Mangold Rainbow. Mit seinen gelben, roten, orangen und violetten Stielen hat er manch grauer Herbsttristesse einiges entgegenzuhalten. Auch die strahlend weißen, breiten Stiele der Sorte Jessica sind eine gute Wahl. 

              Gut etablierte Pflanzen überstehen den Winter mit einem Winterschutz aus Anhäufeln, einer Mulchschicht (z. B. Laub, Zweige) oder einem Vlies. Je nach Witterung und Temperaturen wachsen immer neue Blätter nach, und die äußeren können geerntet werden. Früh im Jahr stehen sie so schon kräftig da und bereiten die Frühlingsernte vor. 

              Weitere kräftige Begleiter:

                  Herbstgemüse
                  Winterheckenzwiebel Pflanze

                  Frische Kräuter bei frischen Temperaturen

                  Die Winterheckenzwiebel, auch „ewige Zwiebel“ genannt, ist ein unkompliziertes, mehrjähriges Lauchgewächs, das zuverlässig Jahr für Jahr austreibt.

                  Im Herbst in wasserdurchlässige, nährstoffreiche Erde gepflanzt, entwickelt sie kräftige Horste, die gut durch den Winter kommen. Starker Frost lässt zwar die Blätter absterben, doch im zeitigen Frühjahr treibt erneut zartes Grün aus. Bis zur Blüte im Juli kann durchgehend geerntet werden. Danach legt die Pflanze eine Pause ein, um bis zum Frost noch einmal nachzuliefern. 

                  Ihre mild-scharfen Röhrenblätter lassen sich wie Schnittlauch verwenden – zum Beispiel in Pfannengerichten, Salaten, Quark, Eierspeisen oder Suppen. 

                  Für noch mehr Aroma:

                      Herbstgemüse
                      Minzpflanzen

                      Minzen – nicht nur ein Genuss „After Eight“

                      Die Welt der Minzen ist erstaunlich vielfältig: Ihre Aromen reichen von intensiv mentholhaltig bis mild-frisch, ihre Blätter leuchten in sattem Dunkelgrün oder sind zart weiß-hellgrün marmoriert. Manche duften nach Früchten wie Erdbeere, Birne, Grapefruit, Orange, Zitrone, Ananas oder Mandarine; andere erinnern an Schokolade oder Kaugummi. Und ihre Verwendungsmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos – klassisch als Tee, im Sommercocktail, in süßen Köstlichkeiten oder herzhaften Gerichten.

                      Hier geht’s zu unserer Minzauswahl (Aber Vorsicht: So manche Person hat dabei schon die Sammelleidenschaft gepackt!):

                      Tipp:
 Die meisten Minzsorten gedeihen üppig und bilden unermüdlich Ausläufer, die rasch neue Flächen erobern. Wer verhindern möchte, dass die Minze das gesamte Beet in Beschlag nimmt, sollte ihr von Anfang an klare Grenzen setzen. Eine unkomplizierte und wirksame Lösung ist eine Wurzelsperre. Dafür eignet sich ein großer Kunststofftopf mit mindestens 30 Zentimeter Durchmesser. Schneiden Sie mit einer scharfen Schere oder einem Messer den Boden heraus und setzen Sie den Topf in das vorbereitete Pflanzloch. Achten Sie darauf, dass der Rand etwas über die Erdoberfläche ragt. In diesen „Rahmen“ pflanzen Sie nun die Minze.