
Noch hauchen Rosen ihre süßen Düfte,
Und freuen Falter sich im Sonnenschein,
Und schießen Schwalben durch die lauen Lüfte,
Als könnt des Sommerspiels kein Ende sein.
Nur ab und an, kaum dass der Wind die Äste
Des Baumes rührt, löst leise sich ein Blatt,
Wie sich ein stiller Gast vom späten Feste
Heimlich nach Hause stiehlt, müde und satt.
Aus „September“ von Gustav Falke (1853 – 1916), deutscher Schriftsteller
Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,
die Tage werden kürzer, die Sonne steht schon tiefer, und über den Beeten liegt am Morgen ein feiner Hauch von Herbst. Spinnennetze glitzern im Tau, während die Dahlien noch einmal in allen Farben aufleuchten – ein letzter Sommergruß, bevor es in den Gärten ruhiger wird.
Zwischen Wehmut über den vergangenen Sommer und auch Vorfreude auf den Herbst: es wird noch reichlich geerntet und auch für das nächste Jahr vorgesorgt. Der Boden freut sich über eine schnellwachsende Gründüngung, Beerensträucher können nun gepflanzt werden und Knoblauch sowie Steckzwiebeln finden ihren Platz. Nicht zu vergessen die Blumenzwiebeln! Dann begrüßt Sie der Frühling mit einem bunten Blütenmeer.
Ihr Team vom Hof Jeebel


Knoblauch kann sowohl im Frühjahr als auch im Herbst gesteckt werden. Im Frühjahr geschieht das meist im März oder April, im Herbst zwischen September und November.
Welche Zeit günstiger ist, hängt von der Sorte ab: Manche gedeihen besser im Frühjahr, andere entwickeln sich bei einer Herbstpflanzung kräftiger, und einige Sorten vertragen beide Termine gleichermaßen gut.
Besonders die Herbstpflanzung hat Vorteile: Der Knoblauch bildet im noch warmen Boden schnell Wurzeln, überwintert als kräftige Jungpflanze und bringt im folgenden Sommer oft größere Knollen hervor. Außerdem nutzt er die Feuchtigkeit des Winters und des frühen Frühjahrs optimal aus, sodass er häufig schon ab Juli erntereif ist.

Für die Pflanzung werden die Knollen in einzelne Zehen geteilt. Jede Zehe wird mit der Spitze nach oben so tief gesetzt, dass sie noch leicht aus der Erde schaut. Der Abstand beträgt etwa 15 cm in der Reihe und 30 cm zwischen den Reihen. Knoblauch liebt einen sonnigen Standort und einen unkrautfreien, mit Kompost angereicherten Boden. Auf Staunässe reagiert er empfindlich. Schwere Böden sollten daher mit Sand und Kompost durchlässiger gemacht werden.
Nach dem Stecken brauchen die Zehen guten Kontakt zur Erde und genug Feuchtigkeit. Ist der Boden trocken, sollte einmal kräftig angegossen werden – danach versorgt meist die Herbst- und Winterfeuchte die Pflanzen. In rauen Lagen kann eine dünne Mulchschicht den Boden schützen. Sie sollte im Frühjahr aber rechtzeitig entfernt werden, damit sich der Boden schnell erwärmt. Gute Nachbarn für den Knoblauch sind Erdbeeren und Möhren.


Manche Zwiebeln sind schon geerntet, andere warten noch im Beet. Erntereif sind sie, wenn etwa zwei Drittel des Laubs vertrocknet sind. Dann hebt man sie vorsichtig aus der Erde. Früher war es üblich, die Schloten abzuknicken, um die Abreife zu beschleunigen. Heute weiß man: Das stresst die Pflanzen und mindert die Lagerfähigkeit. Besser ist es, der Natur freien Lauf zu lassen. Nach der Ernte sollten die Zwiebeln an einem luftigen Platz nachtrocknen. Eine Alternative zur Lagerung in Netzen oder Kisten sind dekorative Zwiebelzöpfe. Dazu drei Zwiebeln mit Laub nebeneinanderlegen, ähnlich wie beim Haareflechten einmal übereinanderschlagen und dann in regelmäßigen Abständen von außen eine neue Zwiebel samt Laub einarbeiten, bis alle eingearbeitet sind. Die Enden mit einer Kordel fixieren und den Zopf an einem luftigen, schattigen Platz aufhängen.

Auch bei den Zwiebeln gibt es Sorten, die schon im Herbst starten und den Winter über als Jungpflanzen im Beet stehen. Auch sie brauchen ein sonniges Plätzchen und einen lockeren, mit Kompost gedüngten, unkrautfreien Boden. Sie werden so gesteckt, dass die Spitze knapp aus der Erde herausschaut. Abstand in der Reihe: 10 cm, Abstand zwischen den Reihen: 25 cm. Bei Kahlfrost schützt eine Abdeckung aus Reisig oder Mulch. Die Ernte ist meist schon im Mai oder Juni möglich.
Tipp: Wer mal was Besonders ausprobieren möchte, kann jetzt auch Etagenzwiebeln stecken. Sie sind eine kuriose Kreuzung aus Zwiebeln und Winterheckenzwiebeln.


Stellen Sie sich vor: Ein sonniger Gartenteil, in dem Sträucher mit roten, schwarzen, gelben und blauen Früchten reifen – nicht nur für ein paar Wochen, sondern vom späten Frühjahr bis in den Herbst hinein. Maibeeren sind oft schon im Mai reif, danach geht es Schlag auf Schlag – fast bis zum ersten Frost, wenn die letzten Herbsthimbeeren geerntet werden.


Allackerbeeren sind bodendeckend wachsende Wildhimbeeren aus Skandinavien, die gerne auf recht feuchtem und leicht saurem Boden wachsen. Die Pflanzen bleiben mit einer Höhe von maximal 30 Zentimetern recht klein. Ihre Früchte sehen Himbeeren ähnlich und haben einen süß-intensiven Geschmack. Für gute Erträge empfiehlt sich die Pflanzung zweier Sorten.
Zu den Allackerbeeren
Heidelbeeren, Preiselbeeren und Cranberrys lieben sehr saure Erde (pH 4–5). Am besten gedeihen sie in großen Kübeln mit speziellem Substrat, die auch in den Boden eingelassen werden dürfen. Alternativ lässt sich das Pflanzloch mit Folie auskleiden. So verhindert man, dass sich die saure Erde mit der normalen Gartenerde vermischt.
Tipp: Probieren Sie mal eine Heidelbeere, die etwas aus der Reihe tanzt: die Heidelbeere Pink Lemonade.

Die meisten Beerensträucher lieben es sonnig, kommen aber auch mit halbschattigen Lagen zurecht, solange es dort warm und geschützt ist. Ideal ist ein Platz, an dem die Luft zirkulieren kann, ohne dass es ständig zieht.
Der Boden sollte tiefgründig, humos und gut durchlässig sein, Staunässe mögen sie nicht. Bei schweren, tonigen Böden hilft eine ordentliche Portion Kompost und etwas Sand, um die Struktur zu lockern. In leichten, sandigen Böden bringen Kompost und Bentonit das nötige Wasserhaltevermögen.

Hoch wachende Sträucher kommen nach hinten oder auf die Nordseite, kleinere nach vorn oder südlich – so bekommen alle Pflanzen genug Licht. Auch die Wege im Beerengarten sollten gut überlegt sein, damit Ernte und Schnitt bequem zu handhaben sind.
Man kann die Arten in Grüppchen pflanzen, aber ebenso ist es möglich, bunter zu kombinieren. Besonders gut funktionieren Kombinationen aus Arten mit ähnlichen Ansprüchen und Wuchsstärken, zum Beispiel:
Manche Kombinationen gelten dagegen als weniger günstig:
Ein großzügiger Pflanzabstand sorgt in allen Fällen für gesunde Sträucher, gleichmäßige Entwicklung und leichtere Pflege.

Johannisbeeren, Stachelbeeren, Taybeeren, Boysenbeeren, Loganbeeren, Japanische Weinbeeren und Brombeeren setzt man etwas tiefer als sie im Container standen. Das regt sie an, kräftige neuen Bodentriebe zu bilden.
Brombeeren und Himbeeren wachsen am besten am Spalier. Auch Taybeeren, Boysenbeeren, Loganbeeren und Japanische Weinbeeren benötigen für eine bequeme Pflege und Ernte eine Rankhilfe. Übrigens: Auch Johannisbeeren und Stachelbeeren können am Spalier gezogen werden. Besonders in kleinen Gärten ist das eine sinnvolle Lösung.
Nach dem Einsetzen gut angießen und den Boden mit einer Schicht organischen Mulchs bedecken – so bleibt die Feuchtigkeit länger im Boden und störende Beikräuter haben kein so leichtes Spiel.

Ein clever geplanter Beerengarten liefert köstliche Früchte non-stop: Ende Mai geht es mit den Sibirischen Blaubeeren los. Es folgen Sommerhimbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren, Jostabeeren, Taybeeren, Loganbeeren, Boysenbeeren, Japanische Weinbeeren, Brombeeren, Aronia und Herbsthimbeeren.
Tipp: Auch die Sorten einer Art haben teilweise sehr unterschiedliche Erntezeiten. Wer etwa Johannisbeeren mehr liebt als andere Beeren, kann mit der passenden Sortenwahl ebenfalls über viele Wochen hinweg ernten.

Ein Beerengarten ist nicht nur eine Erntefläche, sondern kann auch ein Lieblingsplatz werden. Sträucher in Bögen oder entlang kleiner Pfade gepflanzt, ergeben Wege, an denen man sich gern vorbeinascht. Unterschiedliche Fruchtfarben und Wuchshöhen schaffen Abwechslung, und Begleitpflanzen wie Ringelblumen, Zitronenmelisse oder Phacelia locken Bestäuber an und fühlen sich im Beerenbeet wohl. Manche Sträucher, etwa Aronia oder Heidelbeeren, überraschen im Herbst mit einer besonders schönen Blattfärbung, so dass der Beerengarten bis weit über die Ernte hinaus attraktiv bleibt.


Dieses „Gericht“ lohnt sich wirklich! Mit der Blumenzwiebel-Lasagne können Sie in ein und demselben Pflanzgefäß vom Frühling bis in den Frühsommer eine Blumenpracht genießen. Die Blumenzwiebeln werden nun im September bis Ende November in verschiedenen Tiefen in einen Topf, Kasten oder Ähnliches gepflanzt. So wird auch ein kleiner Platz optimal genutzt, und zu unterschiedlichen Blühzeitpunkten erfreuen verschiedene Zwiebelgewächse.

Schritt für Schritt zur Blumenzwiebel-Lasagne:
Im Beet sind Blumenzwiebeln meist von Natur aus gut vor Kälte geschützt. Stehen sie jedoch im Topf, brauchen sie einen sicheren Platz, zum Beispiel in einem kühlen Keller. Eine Ummantelung aus Vlies, Jute oder Zeitungspapier bietet auch Frostschutz.
Wichtig: Nur sparsam gießen, damit weder Staunässe noch Fäulnis entstehen.

Sie möchten die Frühlingsblüher lieber direkt ins Beet setzen? Falls Sie schlechte Erfahrungen mit Wühlmäusen gemacht haben, sollten Sie Vorkehrungen treffen. Damit die hungrigen Nager nicht das Spektakel vermiesen, setzen Sie die Zwiebeln am besten in einen Wühlmauskorb, der oben zugefaltet wird. So sind die schlummernden Blütenschätze geschützt. Anschließend werden die Zwiebeln im Pflanzloch genauso in Schichten gelegt wie zuvor im Topf beschrieben.
Zum Wühlmauskorb

Jeder braucht mal Zeit zum Durchatmen, auch der Gartenboden. Er hat monatelang sein Bestes gegeben, knackiges Gemüse produziert und dabei seine Nährstoffreserven angezapft. Jetzt ist der richtige Moment, ihm etwas zurückzugeben, und dabei hilft die Gründüngung.
Der Name lässt es schon erahnen: Bei der Gründüngung bringen wir lebende Pflanzen auf die Beete. Nicht für die Ernte, sondern für das Wohl des Bodens. Während sie wachsen, decken sie freie Flächen ab, verhindern, dass Nährstoffe verloren gehen, lockern den Boden und füttern das Bodenleben. Sie tragen zum Humusaufbau bei und manche Gründüngerpflanzen binden sogar Stickstoff aus der Luft, um ihn für die nächste Saison im Boden bereitzuhalten. So bleibt der Boden nicht brach liegen, sondern nutzt Herbst und Winter als Erholungs- und Aufbauzeit.

Genau wie im Gemüsegarten sollte auch bei der Gründüngung die Fruchtfolge mitgedacht werden. Viele Gründüngerpflanzen gehören nämlich zu den gleichen Pflanzenfamilien wie typische Gemüsearten – zu den Hülsenfrüchtlern (Erbsen, Bohnen, Linsen) und den Kreuzblütlern (alle Kohlgewächse vom Radieschen bis zum Grünkohl). Werden die empfohlenen Anbaupausen nicht eingehalten – bei Hülsenfrüchtlern 5–6 Jahre, bei Kreuzblütlern 6 Jahre – haben Krankheiten oder Schädlinge leichteres Spiel. Fruchtfolgeneutrale Pflanzen wie Phacelia sind die Joker in der Fruchtfolge, denn sie sind mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt und lassen sich daher überall einsetzen.

Der Gelbsenf (Kreuzblütler) ist ein Schnellstarter im Beet. Er ist anspruchslos, kommt relativ gut mit Trockenheit klar, ist für fast jeden Boden geeignet und hat reichlich Grünmasse im Gepäck, die später dem Humusaufbau dient. Er durchwurzelt den Boden intensiv und lässt ihn feinkrümelig zurück. Im Winter friert er zuverlässig ab.
Die Winterwicke (Hülsenfrüchtler) überwintert im Beet und legt im März oder April richtig los. Vor der Blüte im April oder Mai sollte sie abgeschnitten und dann entweder flach in den Boden eingearbeitet oder als Mulch auf dem Boden liegengelassen werden. Weil die Winterwicke Stickstoff aus der Luft sammelt und in ihren Wurzeln speichert, ist der Boden in der folgenden Saison bestens gerüstet für Starkzehrer wie Tomaten, Mais oder Kürbisgewächse.
Tipp: Wickroggen kombiniert die Vorteile von Winterwicke und Roggen: Die Wicke bindet Stickstoff, während der Roggen den Boden tief durchwurzelt und Nährstoffe festhält. Die Pflanzen überwintern und müssen im Frühjahr vor der Folgekultur in den Boden eingearbeitet werden.Phacelia ist ein Alleskönner. Sie ist fruchtfolgeneutral, ein guter Humusbildner, sie verbessert die Bodenstruktur und ist nebenbei ein Insektenmagnet.
Inkarnatklee (Hülsenfrüchtler) überwintert im Beet, lockert durch seine tiefen Wurzeln den Boden und bindet Stickstoff. Im Frühjahr setzt er rote Farbtupfer ins Beet, wenn er nicht schon vorher eingearbeitet wird. Als Folgekultur eignen sich Starkzehrer. Tipp: Inkarnatklee ist zusammen mit Winterwicke und Welschem Weidelgras Teil der Gründüngermischung Landsberger Gemenge.
Darüber hinaus gibt es viele weitere Boden-Booster, die jetzt noch gesät werden können – etwa Ölrettich, Spinat, Buchweizen, Sandhafer oder Wintereiweißerbse.
Zum Gründünger
Die Gründüngungsmischung Faba (Aussaat bis Ende September) enthält Sandhafer, Phacelia, Sommerlein, Sonnenblumen, Buchweizen und Leindotter. Sie eignet sich besonders gut als Vorkultur für Bohnen und Erbsen.
Die Mischung Wintergrün semopur 9.11 (Aussaat bis Ende Oktober) enthält Grünschnittroggen, Wintererbse, Inkarnatklee, Winterweizen, Winterrübsen und Winterraps. Sie dient dem Humusaufbau, hält die Nährstoffe im Boden, sammelt Stickstoff und sorgt für eine Tiefendurchwurzelung des Bodens. Im Frühjahr müssen die Pflanzen in den Boden eingearbeitet werden. Achtung: Die Mischung enthält sowohl Kreuzblütler als auch Hülsenfrüchtler.
„Früher dachte ich immer, Gründüngung sei langweilig! Ja, ich weiß: Gründüngung hat ihre Berechtigung, damit der Boden im Winter nicht frei liegt und von Regen oder Wind ausgewaschen oder weggeweht wird. Sie hemmt das Beikrautwachstum und erhöht die Humusschicht, wenn sie abgemäht und das Schnittgut auf den Beeten verbleibt und den Winter über von den Bodenlebewesen zersetzt wird. Ist mir alles klar – aber mein Selbstversorger-Gen sträubt sich einfach dagegen, etwas auf die Beete zu pflanzen, was man nicht essen kann.“
(Tini Vogt)

Tini Vogt gärtnert seit über 20 Jahren mit Leidenschaft. In ihrem 800 m² großen Garten erntet sie eine Fülle an Obst und Gemüse, die Familie und Haustiere das ganze Jahr über versorgt. Ihr Wissen teilt sie in Büchern, Kursen und künftig auch auf unserem Instagram-Kanal.
Was es mit der essbaren Gründüngung auf sich hat, zeigen wir Ihnen im aktuellen Beitrag auf Instagram:



