Der Biogarten im Oktober


„Ich bin so froh, in einer Welt zu leben, in der es die Oktober gibt.“
Aus „Anne auf Green Gables“ von L. M. Montgomery (1874–1942), kanadische Schriftstellerin

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

der Oktober ist ein Monat voller Wunder. Wenn die Blätter in warmen Gelb- und Rottönen zu leuchten beginnen, die Luft frisch und klar wird und Äpfel, Kürbisse, Kartoffeln und viele weitere Ernten eingebracht werden, zeigen sich Garten und Natur von einer besonders schönen Seite. Vielleicht hat Anne mit ihrer Liebeserklärung an den Oktober genau diese Momente gemeint, die dazu einladen, innezuhalten und die Schönheit des Herbstes zu bewundern. Diese Zeit ist bestens geeignet, um Beerensträucher wie Heidelbeeren, Johannisbeeren oder Stachelbeeren zu pflanzen. Aber auch Wildobst wie Kornelkirsche oder Aronia kann jetzt gut in den Garten ziehen. Sie alle bringen in den folgenden Jahren schöne Blüten, leckere Früchte und jede Menge buntes und vielseitig nutzbares Herbstlaub. In diesem Sinne: Genießen Sie die letzten warmen Tage im Garten!

Ihr Team vom Hof Jeebel

Erntezeit im Oktober
Wildobsthecke


Getopfte Obsthecke

Getopfte Obsthecke

Wenn sich der Sommer langsam vom Acker macht, beginnt die Zeit für neue Gartenprojekte. Einzelne Sträucher setzen, einen Beerengarten anlegen oder ein Rasenstück in eine Wildobsthecke umwandeln. Alles gut möglich, wenn die Temperaturen sinken, die Sonne nicht mehr so knallt und die Feuchtigkeit länger im Boden bleibt. Mit unseren gerade frisch eintreffenden, getopften Gehölzen können Sie gleich loslegen. Der große Vorteil der getopften Ware: Die gute Durchwurzelung im Container ermöglicht den Pflanzen ein schonendes Umpflanzen und ein leichtes Anwachsen.

Heidelbeeren 

Wer Heidelbeeren pflanzen möchte, der hat ein bisschen mehr zu planen. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Beeren brauchen Heidelbeeren für ein gesundes Wachstum einen sauren Boden. In vielen Gärten sind solche Böden nicht vorhanden, doch mit Schaufel oder Spaten, eventuell Kübeln und natürlich Moorbeeterde lässt sich diese Hürde problemlos meistern. 

Heidelbeeren Standort

Um Heidelbeeren zu pflanzen, bieten sich drei Möglichkeiten an. Die einfachste Variante, die sich am besten für kleine Heidelbeersorten wie Hortiblue Petite, Brigitta Blue oder die Waldheidelbeeren eignet, ist die klassische Kübelpflanzung. Eine andere Option sind im Boden versenkte Kübel, die den Anschein erwecken, es handele sich um ein herkömmliches Gartenbeet. Die dritte Möglichkeit besteht darin, ein ganzes Moorbeet anzulegen. 

Tipp: Oft ist in Moorbeeterde Torf enthalten. Wenn Sie torffreie Erde wählen, schützen Sie Moore und Klima.  

torffreie Moorbeeterde herstellen

 

Man kann die Moorbeeterde aber auch selbst herstellen.
Rezept für 120 l Moorbeeterde:

  • 20 l Rindenhumus 
  • 20 l halb verrotteter Laub- oder Nadelkompost
  • 40 l Gartenerde möglichst kalkarm
  • 40 l Sand
  • 1 kg Rinderdung (getrocknet)

Wichtig:

  • keinen (unverrotteten) Rindenmulch oder Holzhackschnitzelmulch verwenden, sondern Humus.
  • Die Gartenerde sollte möglichst kalkarm sein. Auf ausgesprochen kalkhaltigen Standorten muss die Gartenerde durch 2/3 Sand und 1/3 Kompostgemisch ersetzt werden.
  • Bei sehr lehmiger Gartenerde, den Sandanteil ggf erhöhen, bei sehr sandigem Gartenboden kann ein Teil Sand durch Bentonit ersetzt werden

Alle Teile gut vermischen und in den Kübel oder das Pflanzloch füllen.


 

Heidelbeeren im Kübel pflanzen

Heidelbeeren sind selbstfruchtbar. Sie brauchen also nicht unbedingt eine zweite Sorte, um Früchte zu bilden. Dennoch lässt sich der Ertrag erhöhen, wenn mindestens zwei Sorten gepflanzt werden. Wenn Sie mehrere Sorten geschickt kombinieren, können Sie von Anfang Juli bis in den September hinein laufend frische Heidelbeeren ernten. 

Gute Nachrichten für Heidelbeer-Fans, die sich nicht mit Bodenvorbereitungen aufhalten möchten: Die Sibirischen Blaubeeren wachsen auch auf normalem Gartenboden. Botanisch betrachtet sind sie mit den Heidelbeeren zwar nicht verwandt, geschmacklich aber nicht ganz unähnlich und daher ein prima Ersatz. 

Weitere Arten für den Beerenhunger

Himbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren sind Klassiker im Nutzgarten. Ergänzt werden sie durch Kreuzungen dieser Arten sowie verwandte Arten wie Jostabeeren, Loganbeeren, Taybeeren, Boysenbeeren, die Schwarze Honigbeere oder die Japanische Weinbeere. Die meisten Beeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen durchlässigen, humusreichen und tiefgründigen Boden. Wenn Sie ein wenig Kompost oder einen organischen Dünger ins Substrat einarbeiten, verhelfen Sie den Sträuchern zu einem guten Start. Auch eine schützende Mulchschicht ist immer willkommen. 

Wildobsthecke Pflanzen kaufen

Wildobst – in Einzelstellung gepflanzt oder als gemischte Hecke

Natürlich kann man Wildobststräucher auch solo platzieren. Eine Kornelkirsche im Vorgarten etwa, die mit ihrer frühen Blüte bei vielen Insekten hoch im Kurs steht. Oder einen Holunder, der schon in alten Zeiten oft in die Nähe von Häusern und Höfen gesetzt wurde, um Unglück fernzuhalten und Glück anzuziehen. Auch Felsenbirnen oder Zieräpfel ziehen, einzeln gepflanzt, alle Blicke auf sich. 

Wer mehr Platz im Garten zur Verfügung hat, kann ebenso eine ganze Hecke pflanzen. Geeignet sind hierfür unter anderem Felsenbirne, Apfelbeere, Kornelkirsche, Weißdorn, Zierapfel, Schlehe, Holunder, Sanddorn, Mispeln und Haselnuss. Wildobsthecken können viele Funktionen haben. Sie können als Wind- oder Sichtschutz dienen, Grundstücksgrenzen markieren, Gartenbereiche voneinander abtrennen, Nahrungsmittel produzieren und natürlich einen Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger bieten. Außerdem sind sie mit ihren unterschiedlichen Blütenfarben und -zeiten, mit Herbstfärbung und teils knalligen Früchten eine wunderschöne Bereicherung im Garten. 

Wie Kartoffeln im Lager lange haltbar bleiben


Wie Kartoffeln im Lager lange haltbar bleiben

Kartoffeln lagern

Beim Lagern von Kartoffeln kann einiges schiefgehen: Die Knollen können schrumpelig werden, keimen oder faulen. Damit Ihnen das nicht passiert, bekommen Sie hier in paar Hinweise für eine schonende Lagerung.

Können alle Kartoffeln gelagert werden?

Für eine lange Lagerung sollten die Kartoffeln möglichst spät geerntet werden. Mit zunehmender Reife bilden sie eine immer dickere Schale aus, die für die Lagerfähigkeit entscheidend ist. Außerdem verkürzt eine späte Ernte die Zeit, die die Kartoffeln im Keller verbringen müssen. 

Ob es sich um eine frühe oder späte Sorte handelt, spielt bei der Lagerfähigkeit nur eine untergeordnete Rolle. So lassen sich auch die meisten frühen Sorten, wenn sie entsprechend ausgereift sind, durchaus einige Monate lagern. Wenn man die Kartoffeln extra für die Lagerung anbaut, empfiehlt es sich jedoch, auf mittelfrühe und späte Sorten zurückzugreifen, die in der Regel eine etwas längere Keimruhe aufweisen.

Lagerkartoffeln voll ausreifen lassen

 

Der richtige Erntezeitpunkt

Kartoffeln, die für eine lange Lagerung bestimmt sind, dürfen erst geerntet werden, wenn das Laub abgestorben ist, spätestens aber vor dem ersten Frost. Gleichzeitig muss die Schale so hart sein, dass sie sich nicht mit den Fingern abreiben lässt. 

Qualitätskontrolle

Nach dem Motto „Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“ müssen Kartoffeln vor der Einlagerung auf ihre Unversehrtheit hin kontrolliert werden. Knollen mit verletzter Schale kommen nicht ins Lager, sondern zum schnellen Verzehr in die Küche, da ihre Haltbarkeit sehr begrenzt ist. 

Trocknen lassen

Geerntet wird, wenn möglich, an einem trockenen Tag. Anschließend werden die Kartoffeln an einem luftigen und vor Regen geschützten Platz einige Stunden getrocknet. In dieser Zeit verschwindet die Restfeuchte und die Schale wird noch fester. An der Kartoffel haftende Erde sollte nicht entfernt werden, da sie die Kartoffeln wie eine Schutzschicht vor frühzeitigem Verderb bewahren kann.

Das optimale Lager ist dunkel, luftig und kühl

Kartoffeln müssen unbedingt komplett dunkel gelagert werden, denn bei Lichteinfall entsteht das giftige Solanin. Zu erkennen ist dieser Stoff an grünen Stellen, die sich an den Knollen bilden. Komplett entsorgen braucht man diese Kartoffeln aber nicht. Es reicht vollkommen aus, die betroffene Stelle großzügig abzuschneiden. Der Rest der Knolle kann danach bedenkenlos verzehrt werden. 

Das Lager sollte gut belüftet und kühl sein. Die Kartoffeln mögen bei der Lagerung keine direkte Feuchtigkeit. Eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit vermindert jedoch den Feuchtigkeitsverlust und damit das frühzeitige Schrumpeln der Knollen.

Zur Lagerung eignen sich Holzkisten, Jutesäcke, Weiden- oder Haselkörbe. Plastikbehältnisse und andere luftundurchlässige Aufbewahrungsmöglichkeiten sollten nicht verwendet werden, da sie einen Luftaustausch unmöglich machen. So eine Luftzirkulation ist aber nötig, weil sie der Bildung von Schwitzwasser und damit von Fäulnis entgegenwirkt.

Die optimale Temperatur für eine längere Lagerung liegt bei vier bis acht Grad. Werden die Knollen kälter gelagert, wandelt sich die enthaltene Stärke in Zucker um, was zu Geschmackseinbußen führt. Eine zu warme Lagerung hingegen begünstigt die Keimbildung. 

Kartoffelkiste

32,50 EUR / Stück

Lagerorte

Mögliche Lagerorte sind unbeheizte Kellerräume, Garagen oder auch frostfreie Erdmieten. Notfalls tut’s auch eine regensicher aufgestellte, mit trockenem Stroh gut isolierte und lichtundurchlässig abgedeckte Holzkiste auf Balkon oder Terrasse. 

Warum Äpfel schlechte Lagernachbarn für Kartoffeln sind

Auch Äpfel, genauso wie Birnen, Pflaumen oder Zwiebeln, werden oft so reichlich geerntet, dass sie gelagert werden müssen. Sie zusammen mit Kartoffeln zu lagern, ist aber keine gute Idee. Denn sie verströmen das Reifegas Ethylen, das bei Kartoffeln und anderen Früchten den Reifeprozess beschleunigt beziehungsweise das Keimen anregt. Daher empfiehlt es sich, Kartoffeln möglichst in einem anderen Raum zu lagern als die Ethylenbildner.

Immer wieder kontrollieren

Etwa einmal pro Woche sollten die eingelagerten Kartoffeln kontrolliert werden. Faulende oder schimmelnde Knollen werden entsorgt, damit sie die restlichen Kartoffeln nicht anstecken können.

Wie Igel, Marienkäfer und andere Nützlinge gut durch den Winter kommen


Wie Igel, Marienkäfer und andere Nützlinge gut durch den Winter kommen

Igel im Winter

Draußen wird es ungemütlich. Die Temperaturen sinken, die Niederschlagshäufigkeit steigt und der Wind pfeift zwischen Hecken und Sträuchern über meist abgeerntete Beete. Während wir uns mit Tee, Buch und Decke aufs Sofa zurückziehen können, machen es sich die Wildtiere im Garten auf ihre eigene Weise gemütlich. Wer Igel, Spitzmäuse, Eidechsen, Vögel, Insekten und andere Nützlinge bei der Überwinterung unterstützen möchte, braucht dafür wenig mehr als ein gewisses Maß an Lässigkeit und etwas Mut zur Wildnis. 

Überwinterungsarten von Wildtieren

Während einige Tiere wie etwa Igel sich ein Quartier suchen, in dem sie die kalte Jahreszeit verschlafen, bleiben andere, wie beispielsweise Spitzmäuse oder Vögel, den Winter über aktiv. Manche Insekten, so die meisten Wildbienen, überwintern als Ruhelarven in ihren Brutzellen. Andere Insekten wie Marienkäfer rotten sich zusammen und verbringen die Wintermonate im Pulk unter Rinden oder Laub, in Mauerritzen oder in Scheunen. Die Bedürfnisse der einzelnen Arten in Sachen Überwinterung sind so unterschiedlich wie die Arten selbst. Wir geben Ihnen ein paar Tipps, wie Sie es den Wildtieren in Ihrem Garten richtig heimelig machen können. 

Steinhaufen bieten Insekten Schutz

 

Überwinterungsplätze und Futterquellen

In klassisch aufgeräumten Gärten gibt es für Wildtiere nur wenig Unterschlupfmöglichkeiten. In naturnah gestalteten, arten- und strukturreichen Gärten hingegen finden sich reichlich passende Verstecke. Besonders praktisch: Die meisten der folgenden Elemente haben eher mit Lassen zu tun als mit Tun. Sie sparen also Arbeit und Zeit.

  • Spätestens im November ziehen sich Igel in ihr Winterlager zurück. Laub- und Reisighaufen stehen bei ihnen hoch im Kurs. Gut, wenn diese Haufen in windgeschützten und möglichst trockenen Bereichen liegen. Wenn sie zusätzlich etwas ab vom Schuss sind, haben die Igel beste Voraussetzungen für einen ungestörten Winterschlaf. Auch Spinnentiere und Insekten wie Marienkäfer und beispielsweise Florfliegen haben im Laub und Reisig ein gutes Versteck. Für sie muss es nicht einmal ein Haufen sein. Spinnen und Insekten fühlen sich auch in der einfachen Laub- und Streuschicht unter Sträuchern und Bäumen wohl. 
  • Totholzhaufen mit dicken Ästen und Baumstümpfen werden ebenfalls gerne von Igeln und Insekten als Winterquartier gewählt. Auch Eidechsen finden hier eine passende Bleibe. Totholzhaufen sind für die Tiere am attraktivsten, wenn sie eine wind- und wettergeschützte und ruhige Lage haben. 
  • Steinhaufen und Trockenmauern bieten Kröten, Blindschleichen, Eidechsen, Spinnen und Insekten ausreichend Schutz. 
  • Erdkröten und Blindschleichen schätzen die Wärme von Komposthaufen.Aber auch Spitzmäuse profitieren von der wärmeren Umgebung, in der sie Spinnen und Insekten jagen können. Auf das Umsetzen des Komposthaufens sollte in den Wintermonaten deshalb verzichtet werden. 
  • Nahrung für Vögel bieten abgeblühte Samenstände von Flockenblumen, Wilder Karde, Wegwarte, Sonnenblumen, Disteln, Natternkopf oder auch Nacht- und Königskerzen. Daher empfiehlt es sich, die Samenstände über den Winter stehen zu lassen und erst im Frühjahr zur Schere zu greifen. Ganz nebenbei sind manche Samenstände auch eine optische Bereicherung im winterlichen Einerlei. 
  • Nicht ganz so schnell wie das Zusammenkehren von Laub- und Reisighaufen oder das Anlegen von Totholz- und Steinhaufen ist das Pflanzen von Sträuchern und anderen Gehölzen, die Vögeln Schutz und Nahrung bieten. Passende Pflanzen sind beispielsweise Haselsträucher, Schlehen, Sanddorn, Pfaffenhütchen, Brombeeren oder Zieräpfel. 

Extratipp: Natürlich helfen auch Vogelhäuschen oder Igelhäuschen den Tieren über die kalte Jahreszeit.





ARBEITEN
Arbeiten im Oktober

- Obst und Gemüse ernten, konservieren, einlagern (und Erntedank feiern!)
- abgeerntete Beete leerjäten und mit Kompost, Mist und Mulch versorgen
- Wurzelunkräuter ausstechen
- Baum- und Sträucherpflanzungen vorbereiten
- Hecken anlegen
- abgeerntete Gehölze schneiden
- Fallobst einsammeln auch bei Nicht-Verwertung
- Wiesen mähen und abharken
- Pflanzen in Kübeln winterfest machen


ERNTE
Was kann man im Oktober ernten?

Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Pastinaken, Sellerie, Porree, Chicoréewurzeln zum Antreiben

Salate, Spinat, Mangold, Fenchel, Endivien, Feldsalat und Winterpostelein, Asia-Gemüse

alle Kohlarten

letzte Tomaten und Paprika, Chilis, Kürbisse, Mais

späte Himbeeren, Physalis, Weintrauben, Feigen und Kiwis

Äpfel, Birnen, Quitten, Pflaumen und Zwetschgen

Walnüsse und Esskastanien