Der Biogarten im Oktober


Biogarten Oktober 2021

Mut brüllt nicht immer nur.
Mut kann auch die leise Stimme am Ende des Tages sein,
die sagt: Morgen versuche ich es nochmal.
(Mary Anne Rademacher)


Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

im Oktober ist Erntedank. Was hat bei Ihnen eine gute Ernte gebracht, und was werden Sie nächstes Jahr nochmal versuchen? Gibt es Ausfälle zu beklagen, durch Schnecken, zu viel oder zu wenig Regen? Was haben Sie gelernt? Oder haben Sie begeistert Unmengen von Gemüse aus einem nur wenige Quadratmeter großen Hochbeet geerntet?

Genießen Sie die goldene Herbstsonne und richten Sie sich auf einen gemütlichen Winter ein. Versorgen Sie sich selbst mindestens genauso gut wie Ihren Garten. Machen Sie es sich schön. Es ist großartig, satt und lebendig zu sein. Und natürlich versuchen wir Gärtner*innen morgen und nächstes Jahr nochmal, den Birnbaum, die Buschbohne und das Basilikum unseres Lebens zu pflanzen und durch all unsere Fürsorge groß und prächtig werden zu lassen.

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team


BODENPFLEGE IM HERBST

Wenn die Gartensaison zu Ende geht, können Sie sich und Ihrem Boden nochmal einen großen Gefallen tun. Verabschieden Sie sich gebührend von der Grundlage Ihres Gartenglücks:
1: Alles ernten
Auch nicht perfekte Kohlköpfe, krumme und kleine Möhrchen oder zu dünn gebliebener Porree ergeben ein hochwertiges Essen voller Aroma und mit geringstmöglichem CO2-Fußabdruck. Lebensmittel sollten immer verbraucht werden. Für den Kompost bleibt genug Material an Laub und Schalen.

2: Gras ausgraben - jetzt
Wurzelunkräuter müssen vor dem Winter aus der Erde, sonst wird man sie nächstes Jahr nicht los (Quecke, Brennnessel). Im Frühling nehmen große Grasbüschel beim Ausgraben zu viel kostbare Beeterde mit. Auch große, holzige Pflanzen, wie Melde, Beifuß und Rainfarn, welche nicht zu medizinischen oder zu Nahrungszwecken genutzt werden sollen, müssen jetzt raus.

3: Locker machen
Wo die Erde sehr fest wirkt, wo Disteln, Löwenzahn oder Breitwegerich wachsen oder wo viel auf den Beeten herumgelaufen wurde, ist eine schnelle Lockerung mit einer (Doppel)Grabegabel oder dem Sauzahn sinnvoll.

4: Kompost ausbringen
Im Herbst kann auch grober, noch unfertiger Kompost flächig ausgebracht werden. Fauliges Fallobst, Bohnenstroh, strohiger Mist von Kleinvieh und der letzte Rasenschnitt werden über Winter auf dem Beet zu feiner Erde. Nicht verrottete Reste machen im Frühjahr kaum Arbeit und riechen nicht mehr.

5: Winterpflanzung
Auf einigen Beeten können Sie immer noch eine Winterkultur wie z.B. Winterknoblauch oder Wintersteckzwiebeln setzen. Auch die Neuanlage eines Erdbeerbeetes, die Aussaat mancher Asiagemüse und die Pflanzung von winterharten Kräutern sind dort möglich, wo Beete dafür jetzt erst frei geworden sind. Einfach zur Freude darf es auch noch eine Reihe fröhlicher, früher Zwiebelblumen sein.

6: Lehm und Kohle
Bodenzusätze und Hilfsstoffe wie Bentonit bzw. Lehm, der trockene Sandböden etwas bindiger und fruchtbarer macht, können bei Bedarf schon im Oktober aufs Beet gegeben werden und sich mit dem Mutterboden vermengen.
Ebenso ist das Einbringen aktivierter Pflanzenkohle zur Verbesserung der Nährstoff- und Wasserhaltekraft jetzt günstig.
Bitte beachten Sie: Lehm und Pflanzenkohle wirken nur in Kombination mit ausreichend Dünger, Kompost oder Mist gut. Denn Lehm und Kohle enthalten ursprünglich selbst kaum Nährstoffe, speichern diese aber gut im Boden.

7: Schlaf gut, mein Schatz!
Decken Sie alle offen liegenden Beete zu. Dazu eignen sich Laub, Stroh, gehäckseltes Grüngut und anderes Zusammengeharktes. Eine Mulchschicht schützt das Bodenleben, puffert Kälte ab und unterdrückt Unkrautwuchs. Im besten Fall brauchen Sie im Frühjahr wieder nur den Rechen und finden unter der dünn gewordenen Decke duftende, weiche Erde für einen sofortigen Pflanzbeginn.



PFINGSTROSEN – ZART UND ÜPPIG

Haben Sie schon Pfingstrosen in Ihrem Garten? Diese üppigen und klassischen Bauerngartenblumen zeigen mit ihren traumhaft weichen Blüten im Mai an, dass es bald Sommer wird. Pfingstrosen werden an einem günstigen Standort von Jahr zu Jahr schöner.

In unserem Sortiment finden Sie gefüllte Pfingstrosen von weiß über apricot und pink bis tiefrot. Daneben gibt es wunderbare, einfache Sorten: Torpilleur bildet mit ihrer tiefen pinkfarbenen Schale einen perfekten Raum, in dem man sich als Käfer oder Elfe gut verstecken kann. Kameno Wegoromo trägt intensiv gefärbte, flache Schalen mit leuchtend goldgelber Mitte über einem dunkleren und zarteren Blattwerk.
Wenn Sie vor allem Ihrer Nase nach gehen und an Pfingstrosen besonders diesen herrlich schweren, süßen Duft lieben, entscheiden Sie sich für die cremeweiße Primevère, die schneeweiße Duchesse de Nemours oder die rosa, stark gefüllte Monsieur Jules Elie. Ein wenig zurückhaltender, aber auch fein aromatisch sind Torpilleur und die tiefrote Karl Rosenfield.
Pfingstrosen möchten nicht zu tief in die Erde gesetzt werden, sonst blühen sie nicht. Geben Sie jedem Wurzelstück einen knappen Quadratmeter Platz für sich und sorgen Sie für eine gute Düngung mit reichlich Kompost, Wolldünger, Rosendünger oder Mist. Wichtig ist, dass es dieser Platz auf Dauer bleiben darf, damit Ihre Pfingstrose Ihnen jedes Jahr wieder Freude macht.


SCHNITT UND PFLEGE VON APFEL- UND BIRNBÄUMEN

Jetzt im Oktober, bei manchen Sorten und in manchen Gegenden schon früher, sind Äpfel und Birnen reif geworden und abgeerntet. Der Baum, von seiner Last befreit und zur Ruhe kommend, kann jetzt gepflegt und geschnitten werden. Dieser Zeitpunkt kurz nach der Ernte und vor dem Frost ist ideal.
Sie brauchen:
eine scharfe Säge
eine gute Astschere und / oder
eine kräftige Rosenschere und wahrscheinlich
eine Leiter
eine Idee, wo die Äste entsorgt werden können (Benjeshecke*)
einen ruhigen Blick
Erster Schritt:
HYGIENE: Entfernen Sie sichtbar krankes und totes Holz mit einem glatten Schnitt. Tote Äste und faserige Stummel leiten Feuchtigkeit und Keime ins Holz. Pflücken Sie sogenannte Fruchtmumien und entsorgen Sie sie weit weg vom Baum. Sonst sind sie als Sporenträger prima Starterkulturen für die nächstjährige Erkrankung. Auch unterm Baum schadet es nicht, einmal den Boden von fauligem Obst freizuharken. Als Mulchschicht oder Kompost für junge Obstbäume sollten Sie lieber Stroh, Laub oder Abfälle aus dem Gemüsebeet nehmen.

Zweiter Schritt:
STATIK: Jedes Gebäude und jedes Lebewesen steht am stabilsten, wenn es gut ausbalanciert und harmonisch gebaut ist. Beim Baum bedeutet das: Ein gerader, gesunder Stamm, der senkrecht nach oben geht. In der Krone gleichmäßig in alle Richtungen gehende, starke Leitäste mit Verzweigungen. Nach außen dünner werdende Zweige. Optimalerweise sollten die Äste und Zweige eher nach außen streben als steil nach oben. Nach unten zeigende Äste kürzt man ein. Junge Bäume sollten Sie im Höhenwachstum bremsen, damit sie sich nach außen verzweigen. Achtung: Ohne Höhenregulierung übernimmt bei einem Baum immer der höchste Zweig die absolute Führung. Entfernen Sie für einen besseren Überblick jetzt auch einen Großteil der steil nach oben wachsenden, jungen Wassertriebe.

Dritter Schritt:
LUFTIGE KRONE: Obst braucht Licht zum Reifen und Luft, um gesund zu bleiben. Wo Äste und Zweige sehr dicht stehen, aneinander reiben oder wo zu viel Laub Schatten wirft und das Abtrocknen verhindert, müssen Sie auslichten. Auch zu nah stehende Nachbarbäume oder zu hoher Unterwuchs verhindern in jedem Fall eine richtig schöne Entfaltung eines Obstbaumes. So schwer es fallen mag: Entscheiden Sie sich lieber für einen schönen Baum als für zwei oder drei schwache. Gute Abstände sind bei Apfel- und Birnbäumen:

Halbstämme > 6 bis 7 m
Buschbäume > 4 bis 5 m
Spindelbäume > 2,5 bis 3 m
Säulenäpfel > 0,8 m (Hecke) oder 1 bis 1,50 m (einzeln)

Vierter Schritt:
BLATT- UND FRUCHTKNOSPEN UNTERSCHEIDEN: Wenn Ihr Baum jetzt so weit geputzt, im Gleichgewicht und luftig ist, können Sie sich noch einmal die jüngeren Triebe näher anschauen: Die Knospen, die an geraden Trieben weit auseinanderliegen und eine länglich spitze Form haben, sind Blattknospen. Die rundlichen Knospen an kurzen Zweigen oder an der Basis eines jungen Zweiges sind Fruchtknospen. Die Zweige wirken hier eher gedrungen und die Knospen liegen nah beieinander. An einjährigen Trieben befinden sich oft nur Blattknospen, während Blütenknospen meist am zweijährigen Holz entstehen. Für eine gute Ernte braucht der Baum natürlich viele Fruchtknospen. Doch die daraus reifenden Äpfel und Birnen müssen von den Blättern, die die Photosynthese betreiben, versorgt werden, und gleichzeitig soll der Baum neues Holz für die kommenden Jahre bilden. Sorgen Sie also für ein ausgewogenes Knospenverhältnis.

Schauen Sie immer wieder in Ruhe hin. Schneiden Sie insgesamt Ihre Bäume nicht plötzlich zu stark, sondern versuchen Sie, regelmäßig jedes Jahr den Wuchs ein wenig mehr in die richtige Richtung zu lenken, so dass der Baum seine volle Schönheit entfaltet und Ihnen viele Jahre lang gutes Obst liefert.
Es ist keine Schande, wenn man den Obstbaumschnitt nicht selbst schafft. Fachkundige Unterstützung von einem Baumpfleger oder einer Baumpflegerin ist eine vernünftige und lohnende Investition in die Zukunft.

* Eine Benjeshecke ist ein Stapel aus geschnittenen Ästen, der seitlich von zwei Pfostenreihen gehalten wird. Optisch ähnlich einem Korbgeflecht und ökologisch besonders wertvoll, da sie Unterschlupf bietet und in Bodennähe zu Kompost wird. Im Alltag praktisch als Entsorgungsort für Äste, sackt immer wieder nach.
Komposter


KOMPOSTER

Reifer Kompost ist der wertvollste Dünger, den es gibt. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen. Kompost enthält eine große Auswahl an Haupt- und Spurennährstoffen, hält das Wasser in der Erde und bringt Millionen von kleinen Helfern in Ihr Beet. Um kein Gramm dieses Wertstoffes zu verschwenden und den Rohstoff, also den Biomüll, dennoch gut zu entsorgen, brauchen Sie einen guten Kompostplatz. Dabei lohnt es, sich vorzustellen, dass auf manchen Biohöfen der Kompostplatz einer der am besten zugänglichen und zentralen Schmuckstücke des Betriebes ist. Planen Sie Platz ein, dann scheuen Sie sich nicht vor der Entsorgung von großen Mengen Laub, Schubkarren voller Rhabarberblätter oder Unkrautbergen. Spinnen Sie alles zu Gold.
Der geschlossene Thermokomposter aus Recycling-Kunststoff eignet sich besonders gut für kleine Gärten, wo der Sitzplatz oder die Nachbarn nah bei Ihrem Kompost sind. Der Deckel verhindert weitgehend Insektenflug und Geruchsbelästigung, und dennoch können beispielsweise Regenwürmer von unten bei der Materialverarbeitung helfen. Hier kann man ständig oben befüllen und unten entnehmen.

Der feuerverzinkte Brista besteht ausschließlich aus Drahtgitter. Hier hat der Biomüll Luft- und Erdkontakt, man kann aber sowohl Mäuse als auch Hühner und andere Vögel sowie Katzen durch Zusatzgitter aussperren.

Der Klassiker unter unseren Kompostern, der Holzkomposter, entspricht dem Modell "Selbstbau aus Latten", erspart uns aber das Zusägen. Außerdem ist er versetzbar, was man beispielsweise dazu nutzen kann, zu zweit einfach den Rahmen hochzuheben, den alten Kompost vor Ort zu lassen und den Rahmen woanders neu zu befüllen. Bei allen Kompostern mit Erdkontakt kann es, besonders bei neu angelegten Gärten, eine gute Idee sein, den Komposter nur für eine Saison an einem Ort zu lassen und dann genau dort ein Beet anzulegen oder einen Baum zu pflanzen. Es gibt kaum eine bessere Pflanzvorbereitung.

Wer gleich die Vorteile solch einer Direktkompostierung nutzen will – nämlich dass 100 % der eingesetzten Biomasse im Beet landen –, kann kleinere Abfälle in einer WormUp TUBE entsorgen. Diese platziert man zwischen den Gemüsepflanzen oder Obstgehölzen und befüllt sie immer wieder mit frischen Küchenabfällen. Die Regenwürmer holen sich ihre Leckereien durch die unterirdischen Löcher und hinterlassen feinste Erde.

16,55 EUR / Stück

(165,50 EUR/ l)

Horchen Sie, wie die Mikroorganismen ein Fest feiern. Geben Sie ihnen bei Bedarf etwas Wasser und decken Sie sie zu, wenn der Kompost ruht. Fangen Sie den Kohlenstoff und das Nitrat ein: Setzen Sie den Kompost nicht Wind, Sonne und Starkregen aus, sonst kommen Nährstoffe ins Grundwasser und CO2 in der Luft. Genießen Sie Ihren gut organisierten Recyclinghof, Sie sind hier Ihres Glückes Schmied.



ARBEITEN
Ernte
- Obst und Gemüse ernten, konservieren, einlagern (und Erntedank feiern!)
- abgeerntete Beete leerjäten und mit Kompost, Mist und Mulch versorgen
- Wurzelunkräuter ausstechen
- Baum- und Sträucherpflanzungen vorbereiten
- Hecken anlegen
- abgeerntete Gehölze schneiden
- Fallobst einsammeln auch bei Nicht-Verwertung
- Wiesen mähen und abharken
- Pflanzen in Kübeln winterfest machen
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Pastinaken, Sellerie, Porree, Chicoréewurzeln zum Antreiben

Salate, Spinat, Mangold, Fenchel, Endivien, Feldsalat und Winterpostelein, Asia-Gemüse

alle Kohlarten

letzte Tomaten und Paprika, Chilis, Kürbisse, Mais

späte Himbeeren, Physalis, Weintrauben, Feigen und Kiwis

Äpfel, Birnen, Quitten, Pflaumen und Zwetschgen

Walnüsse und Esskastanien