
aus „Früher Frühling“ von Fred Endrikat (1890 – 1942)
Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,
Spüren Sie auch die oben beschriebene „große Zeitenwende“? Dass es nun langsam wirklich Frühling wird? Frühblüher bringen erste Farbe in den Garten und erinnern daran, dass sich nun Licht und Wärme durchkämpfen. Auch die gelben Blüten der Kornelkirsche gehören zu den ersten leuchtenden Farbtupfern im Jahr. Während die zeitgleich blühende Forsythie für Insekten keinen Pollen oder Nektar liefert, stellt die Kornelkirsche reichlich Nahrung für Honig- und Wildbienen bereit. Im Herbst dienen ihre roten Früchte zudem vielen Vogelarten als Nahrungsquelle – also ein rundum empfehlenswertes Gehölz für den naturnahen Garten.
Wenn Sie in diesem Jahr, wie vielleicht schon seit vielen Jahren oder auch zum ersten Mal, Kartoffeln anbauen möchten, gibt es dafür ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Die vielfältige Knolle lässt sich klassisch im Dammbeet pflanzen, kann aber ebenso im Heubeet, im Kartoffelturm oder sogar im Sack angebaut werden. Jetzt kann schon vorgekeimt werden, sodass sie beim Auspflanzen im April dann direkt mit Wachsen loslegen können.
Kribbelt es Ihnen auch in den Fingern, wieder mit den Händen in der Erde zu arbeiten?
Ihr Team vom Hof Jeebel


So viele Kartoffelsorten – und jede hat ihren eigenen Charakter. Da kann man leicht den Überblick verlieren. Vielleicht haben Sie längst eine Lieblingssorte gefunden und bleiben gern bei dem, was sich bewährt hat. Vielleicht reizt Sie aber auch die Lust am Entdecken: neue Aromen, andere Kochtypen, ungewöhnliche Farben.
Auf unserer Webseite können Sie gezielt nach Sorten filtern: ob altbewährt oder modern gezüchtet, (vorwiegend) festkochend oder mehlig, blau-violett, rot oder gefleckt, früh, mittelfrüh oder spät reifend. Und wenn Sie sich nicht für eine Sorte entscheiden möchten, bieten unsere Sortimente die Möglichkeit, viele verschiedene Kartoffeln in kleinen Mengen kennenzulernen.
Reifezeit:
Die Reifezeit sagt aus, wie lange eine Sorte braucht, bis sie erntebereit ist. Wir empfehlen im Hausgarten eine Pflanzung aller Kartoffeln zum gleichen Zeitpunkt Mitte bis Ende April. Die frühen Sorten sind dann früher reif als die späten.

Annabelle: früh und fein
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es möglich ist, dass bereits im Mai deutsche Frühkartoffeln in den Supermärkten liegen? Dahinter steckt ein beachtlicher landwirtschaftlicher Aufwand.
Möglich ist dies nur in besonders milden Regionen, z. B. in der Vorderpfalz.
Im professionellen Frühkartoffelanbau werden hier die Saatkartoffeln über rund drei Monate hinweg unter kontrollierten Bedingungen vorgekeimt. Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden dabei kontinuierlich überwacht, damit sich kräftige, stabile Keime entwickeln. Sobald der Boden im Februar frostfrei ist, kommen die Knollen bereits in die Erde. Zusätzlich werden ganze Felder mit Vlies abgedeckt, um die Bodentemperatur weiter zu erhöhen, Temperaturschwankungen auszugleichen und so einen Vorsprung von etwa zwei Wochen zu gewinnen.
Auch im Hobbygarten lassen sich Frühkartoffeln mit deutlich weniger Aufwand anbauen, dann ist die Ernte etwa im Juni-Juli. Entscheidend ist immer die Sortenwahl: eine sehr frühe Sorte ist die festkochende Annabelle. Sie bringt mit ihrem feinen Geschmack und ihrer dünnen Schale den ersten Kartoffelschmaus im neuen Kartoffeljahr.
Linda: beinahe verschwunden
Eigentlich hätte es die Kartoffelsorte Linda seit über 20 Jahren nicht mehr geben dürfen. 2004 lief der Sortenschutz aus, der für 30 Jahre vergeben wird und nicht verlängerbar ist. Inhaber der Sortenschutzrechte war die Firma Europlant. Nur mit Genehmigung dieses Unternehmens durfte die Sorte vermehrt und vermarktet werden. Als Europlant die Eintragung in der Sortenliste zurückzog, war eine weitere Vermehrung rechtlich nicht mehr zulässig.
Linda war jedoch mit Abstand eine der wichtigsten und beliebtesten Speisekartoffeln! Der Widerstand war entsprechend groß: Verbraucher:innen, Landwirt:innen, Verbände und Vereine schlossen sich im „Rettet Linda-Freundeskreis“ zusammen und setzten sich über Jahre hinweg für eine erneute Zulassung ein. 2010 wurde Linda schließlich wieder in die Sortenliste aufgenommen.
Der Fall zeigt, wie stark züchterische und sortenrechtliche Entscheidungen beeinflussen, was auf unseren Feldern und in unseren Gärten wächst und damit auch, was auf unseren Tellern landet. Zugleich wird deutlich, dass engagierte Verbraucher:innen und landwirtschaftliche Praxis gemeinsam zum Erhalt von Sortenvielfalt beitragen können.
Gunda: perfekt mehlig
Kleese, Hütes, Klüeß, Knölle, Geniffte, Reiberknödel, Knedl, Gniedla, Zampe, Kließla: alles Bezeichnungen für das, was auf Hochdeutsch schlicht „Kartoffelknödel“ heißt.
Sie werden herzhaft zubereitet, mit oder ohne Füllung, oder süß als Obstknödel, etwa mit Zwetschgen oder Marillen. Die Variationen sind regional geprägt und reichen von Thüringen über Franken, das Vogtland und das Waldviertel bis nach Bayern, Schwaben und Schlesien. Jede Region hat eigene Rezepturen und Zubereitungstraditionen entwickelt.
Eins haben sie jedoch gemeinsam: für ihre Herstellung braucht es mehligkochende Kartoffeln. Eine bewährte Sorte für die Knödelküche ist Gunda. Sie reift mittelfrüh, ist gut lagerfähig und schmeckt aromatisch, leicht erdig.


Kartoffeln wachsen meist in herkömmlichen Beeten, aber es geht auch anders. Wer beim Kartoffelanbau eine neue Beetfläche schaffen, Platz sparen oder einfach etwas Neues ausprobieren möchte, findet hier drei alternative Anbauweisen.
Zu viel Rasen und zu wenig Beetfläche? Ein Heubeet kann hier Abhilfe schaffen, denn die Pflanzkartoffeln starten direkt auf dem Rasen und verschwinden unter einer dicken Schicht Heu. Der Boden bleibt dabei völlig ungestört. Nach der Ernte ist aus dem Stück Rasen eine Beetfläche geworden, die in der nächsten Saison für andere Kulturen bereitsteht.

Pflanzkartoffeln, Heu, Zweige zum Beschweren, optional: Kompost
Schritt für Schritt zum Heubeet
1. Ein sonnig gelegenes Stückchen Rasen oder Wiese kurz mähen. Ist der Boden sehr trocken, einmal kräftig wässern.
2. Pflanzkartoffeln auf den Boden legen. Praktisch ist ein zweireihiger Aufbau: In der Reihe etwa 40 Zentimeter Abstand, zwischen den beiden Reihen ebenfalls rund 40 Zentimeter. So bleibt das Heubeet von allen Seiten gut erreichbar. Optional pro Knolle eine gute Handvoll Kompost hinzugeben.
3. Das Ganze mit mindestens 50 Zentimetern Heu abdecken und gründlich wässern. Das Heu sackt schnell zusammen und kann bei Bedarf nachgelegt werden.
4. Ein paar auf dem Heubeet verteilte Zweige halten das Heu auch bei Wind an Ort und Stelle. Sobald die ersten Kartoffeltriebe zu sehen sind, können die Zweige entfernt werden.
5. Die Abdeckung regelmäßig kontrollieren, denn die Knollen dürfen nicht mit Licht in Kontakt kommen, weil sie sonst das giftige Solanin bilden und grün werden. Bei Bedarf Heu nachlegen.
6. Stirbt das Kartoffellaub ab, wird die Mulchschicht zur Seite gerollt und die Knollen werden einfach eingesammelt. Zurück bleibt ein feinkrümeliger Boden, der bereit ist für die nächste Runde.
Kein Heu? Kein Problem! Mit Stroh und Laub geht’s auch
Wenn kein Heu verfügbar ist, können Stroh oder gehäckseltes Herbstlaub die Basis der Abdeckung bilden. Weil beide Materialien weniger nährstoffreich sind als Heu, wird die Mulchmischung mit kräftigeren Komponenten ergänzt: Etwa zwei Drittel bestehen aus Stroh oder Laub, rund ein Drittel aus nährstoffreicheren Zutaten wie ungewaschener Schafwolle, frischem Grasschnitt oder gut abgelagertem Stallmist. Hornspäne kommen nach Packungsanweisung dazu. Wichtig beim Grasschnitt: Er sollte gut verteilt untergemischt werden, weil er sonst leicht zu dichten, fauligen Schichten verklumpt. Danach wird die Mischung auf die Kartoffeln gegeben und gründlich angegossen.
Hochstapeln als Prinzip: Anbau im Kartoffelturm
Ein Kartoffelturm ist ein zylinderförmiges Drahtgeflecht, das wenig Grundfläche braucht und schichtweise befüllt wird. So ein Turm kann ohne große Kosten selbst gebaut werden und ist so unkompliziert, dass er im Winter abgebaut und platzsparend gelagert werden kann. Bewährt hat sich eine Höhe von rund einem Meter. Für etwa 60 Zentimeter Durchmesser wird ein Drahtgeflecht mit ungefähr einem Meter Höhe und rund zwei Metern Länge benötigt.

Benötigte Materialien:
Estrichmatte oder Kaninchen- oder Maschendraht, Draht oder Kabelbinder zum Verbinden, Zange oder Werkzeug zum Schneiden und Biegen, ein paar Bambus- oder Metallstäbe zum Fixieren, Gartenerde, reifer Kompost, Stroh zur Innenauskleidung, (vorgekeimte) Pflanzkartoffeln.
Optional: Maschendraht für den Boden als Wühlmausschutz, Kartoffeldünger oder Hornspäne.
Schritt für Schritt zum Kartoffelturm
1. Drahtgeflecht zu einem Zylinder formen und die Enden mit Draht oder Kabelbindern stabil verbinden. Zum Schutz vor Verletzungen empfiehlt es sich, gute Handschuhe zu tragen.
2. Zylinder an einem sonnigen Standort aufstellen, bei Bedarf den Boden mit Maschendraht gegen Wühlmäuse auslegen.
3. Den Turm mit Bambus- oder Metallstäben im Boden fixieren.
4. Innen an der Wand nach und nach eine Schicht Stroh anlegen, damit später keine Erde durch das Gitter herausfällt.
5. Eine erste, etwa 20 Zentimeter dicke Schicht Erde einfüllen und reifen Kompost als Nährstoffdepot untermischen. Optional kann Kartoffeldünger oder Hornspäne zugegeben werden.
6. Vier bis sechs Pflanzkartoffeln ringförmig mit etwas Abstand zum Rand auslegen. Haben die Kartoffeln schon erste Triebe, sollten sie so platziert werden, dass die Triebe nach außen zeigen. Mit gut 15 Zentimetern Erde bedecken.
7. Das Auslegen von Stroh am Rand sowie das Einfüllen von Erde, Kompost und Pflanzkartoffeln so lange wiederholen, bis der Turm gefüllt ist.



Der Anbau im Sack ist eine unkomplizierte Lösung, wenn Kartoffeln auf kleinem Raum wachsen sollen. Jute oder ein ähnliches wasserdurchlässiges Material ist dafür eine gute Wahl, denn überschüssiges Gießwasser kann ablaufen, während das Substrat im Sack bleibt.
Benötigte Materialien:
Großer Kartoffel- oder Reissack aus Jute oder ähnlichem Material, (vorgekeimte) Pflanzkartoffeln, Gartenerde, reifer Kompost
optional: Kartoffeldünger oder Hornspäne
Schritt für Schritt zum Kartoffelsack
1. Den Sack zunächst so weit umkrempeln, dass er nur noch ungefähr 30 Zentimeter hoch ist.
2. Ein Gemisch aus Erde und Kompost etwa 20 Zentimeter hoch einfüllen.
3. Kartoffeln mit dem Austrieb nach oben auflegen, je nach Sackdurchmesser eine oder mehrere. Zwischen den Knollen mindestens 10 Zentimeter Abstand lassen. Anschließend knollenhoch mit Substrat bedecken und gut angießen.
4. Sobald die Triebe etwa 10 Zentimeter über den Sackrand hinausgewachsen sind, den Sack weiter auskrempeln und vorsichtig Substrat zwischen den Pflanzen nachfüllen, bis nur noch die Spitzen herausschauen.
5. Das Auskrempeln und Nachfüllen wiederholen, bis der Sack vollständig mit Erde gefüllt ist.

Steckzwiebeln: Mit eingebautem Vorsprung ins Beet

Natürlich kann man Zwiebeln auch säen. Wer aber Steckzwiebeln setzt, erntet in der Regel früher und überspringt die sensible Startphase der Aussaat, in der Saatzwiebeln gleichmäßig feucht gehalten werden müssen und leicht vom Unkraut überholt werden.
Ideal ist ein sonniger, eher offener Standort, damit das Laub nach Regen oder Tau schnell abtrocknen kann und so weniger Angriffsfläche für Krankheiten bietet. Der Boden sollte locker, frei von Unkraut und nicht zu stark gedüngt sein. Eine kleine Gabe reifen Komposts oder leicht in den Boden eingearbeiteter organischer Langzeitdünger reichen aus. Frischer Mist hingegen gehört nicht aufs Zwiebelbeet.
Wichtig ist außerdem die Anbaupause: Damit sich Schädlinge und bodenbürtige Krankheiten nicht festsetzen, empfiehlt es sich, Zwiebeln, Schalotten, Lauch, Schnittlauch und Knoblauch nur etwa alle vier Jahre auf dieselbe Fläche anzubauen.
Steckzwiebeln werden je nach Wetterlage im März und April gesteckt. Und zwar so tief, dass die Spitze gerade noch aus dem Boden herausschaut. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt idealerweise rund 30 Zentimeter. Innerhalb einer Reihe gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Werden die Zwiebeln alle 10 Zentimeter gesteckt, hat jede Zwiebel ausreichend Platz, um richtig groß zu werden. Wer die Zwiebeln alle 5 Zentimeter steckt, kann doppelt ernten. Im Mai wird jede zweite Zwiebel als Frühlingszwiebel geerntet. Die im Beet verbleibenden Zwiebeln haben dann genauso viel Platz wie Zwiebeln, die von vornherein mit 10 Zentimeter Abstand gesteckt worden sind.


Weil das schmale Laub den Boden kaum beschattet, kommen Beikräuter schnell auf Ideen. Regelmäßig flach hacken und jäten zahlt sich aus, denn ohne Konkurrenz werden die Zwiebeln deutlich größer. Weil Zwiebeln flach wurzeln, sollte man hier mit Vorsicht vorgehen. Beim Gießen zählt das Timing: In trockenen Frühjahren hilft gleichmäßiges Wässern beim Anwachsen. Aber auch wenn die Zwiebeln an Größe gewinnen, ist eine regelmäßige, aber nicht übermäßige Wasserversorgung hilfreich. Fängt das Laub im Sommer an umzukippen, wird weniger bis gar nicht mehr gegossen. Eine Mulchschicht hilft sowohl beim Beikraut- als auch beim Bewässerungsmanagement.
Zwiebeln sind gute Beetpartner für Rote Bete, Kopfsalat und Tomaten. Genauso passen sie zwischen Erdbeeren oder unter Obstbäumen. Der Klassiker schlechthin ist die Mischkultur mit Möhren. Die beiden gelten als gegenseitige Schutzpartner: Möhren können Zwiebelfliegen bremsen, Zwiebeln wiederum die Möhrenfliegen. Auch das Bestäuben der Zwiebeln mit Gesteinsmehl kann im Kampf gegen die lästige Fliege hilfreich sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt Kulturschutznetze, die am besten gleich nach dem Stecken über das Beet gespannt und lückenlos am Boden fixiert werden.


Schalotten sind ein bisschen die Kartoffeln unter den Zwiebelgewächsen: Aus einer Pflanzschalotte entsteht im Sommer ein Horst mit mehreren neuen Zwiebeln. Sie brauchen deshalb etwas mehr Platz als Steckzwiebeln, nämlich 25 Zentimeter in jede Richtung, und mögen leichte, durchlässige Böden mit einer moderaten Kompostgabe. Geschmacklich wirken sie oft feiner und milder.
Red Sun liefert runde, rosafarbene Schalotten mit guter Lagerfähigkeit. Longor ist eine früh reifende Gourmet-Schalotte, schlank geformt, ertragreich und ebenfalls gut lagerfähig.
Knoblauch ist ähnlich unkompliziert wie Steckzwiebeln, nur mit Zehen statt mit Zwiebelchen und mit etwas mehr Abstand. Gepflanzt wird einzeln: 30 bis 40 Zentimeter zwischen den Reihen, rund 15 Zentimeter in der Reihe. Einige Sorten wie Clédor und Flavor sind super Frühlingsstarter.

Wildblumen-Inseln: bunt und lebendig

Auch wenn sich langsam die ersten Frühblüher zeigen, wirkt der Rasen mit dem noch braunen Gras eher trüb. Auf manchen Flächen kommen auch die Spuren winterlicher Besucher dazu: etwa von wühlenden, felligen Bodenbewohnern, die eine kleine Kraterlandschaft hinterlassen haben.
Der Maulwurf ist in Deutschland geschützt, weil er eine wichtige Rolle im Ökosystem spielt und seine Lebensräume zunehmend unter Druck geraten. Durch seine Grabtätigkeit lockert und belüftet er den Boden, verbessert die Wasserdurchlässigkeit und fördert das Bodenleben. Zudem ernährt er sich von Insektenlarven, Engerlingen und anderen Bodentieren und trägt so zur natürlichen Regulation bei.
Wussten Sie, dass die Maulwurfshügel eine Hilfe sein können, um eine Wildblumenwiese anzulegen? So werden die eher unerwünschten Haufen zum Startpunkt von Blumeninseln: als eine Augenweide und als ein Schlaraffenland für wildes Leben aller Art.
Vom Maulwurfshügel zur Blumeninsel: so geht’s
Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat liegt im Frühjahr zwischen März und Mai, wenn der Boden gleichmäßig feucht ist. Besonders geeignet sind frische, lockere Maulwurfshügel, deren Erde mit Rechen oder Striegel zu „Inseln“ verteilt wird.
Gesät werden fertige Wildblumensaatmischungen oder, beim Spazierengehen gesammelte, reife Samen regionaler Blütenpflanzen, zum Beispiel von Wiesen oder Wegrändern. Allerdings nur dort, wo es erlaubt ist, in kleinen Mengen und ausschließlich von heimischen Arten. Die Samen sollten trocken gelagert und möglichst zeitnah ausgesät werden.
Da Wildblumensamen oft sehr fein sind, empfiehlt es sich, sie vor der Aussaat mit trockenem Sand zu mischen, um eine gleichmäßige Verteilung zu erleichtern. Anschließend werden sie dünn ausgestreut, nicht mit Erde bedeckt, sondern lediglich leicht angedrückt, weil viele Arten Lichtkeimer sind. Vorsichtig angießen und mit Vlies oder Reisig vor Vogelfraß schützen.


Die meisten mögen’s mager
Lassen Sie die Wiese bis Mitte oder Ende Juni lang wachsen und mähen Sie anschließend mit einer Sense oder einem Balkenmäher. Das Mähgut bleibt zunächst vor Ort liegen, wird dort getrocknet und mehrmals gewendet, damit die Samen ausfallen können. Nach dem vollständigen Trocknen sollte das Heu restlos abgetragen werden. Das ist aus zwei Gründen wichtig:
• Wildblumen benötigen zum Keimen offene Bodenstellen zwischen den Grasbüscheln und häufig auch Licht; liegengebliebener Mulch würde diese empfindlichen Keimlinge unterdrücken
• Durch das Abtragen des Schnittguts werden dem Boden langfristig Nährstoffe entzogen: eine Abmagerung, die den meisten Wildblumen sehr zugutekommt. Nährstoffliebenden, stark wachsenden Wildkräutern wie z. B. Brennnessel, Wiesenkerbel oder Melde werden allmählich die Grundlage entzogen und es wird Raum für seltenere Arten geschaffen
Es kann gut sein, dass sich langfristig andere Arten durchsetzen als ursprünglich in einer Wildblumenmischung enthalten waren. Die Gräser wirken dabei wie ein grobes, stabilisierendes Geflecht, das den Boden zusammenhält; in den Zwischenräumen können sich die zarteren Blüh- und Wildkräuter entwickeln. Es entstehen standortgerechte, regional angepasste Pflanzengemeinschaften, die den heimischen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten.


Für die folgenden Saatgut- und Pflanzenmärkte planen wir eine Teilnahme. Bitte informieren Sie sich auf den Webseiten der Marktbetreiber über kurzfristige Änderungen.
1.3. Saatgutfest Bielefeld
Volkshochschule, Ravensberger Park 1
6. – 8.3. Gartenträume Cottbus
Messe Cottbus, Vorparkstr. 3
13. - 15.3. Chemnitzer Frühling
Messe Chemnitz, Messeplatz 1
14.3. Saatgutfest Düsseldorf
Geschwister-Scholl-Gymnasium, Redinghovenstr. 41
20. – 22.3. Gartenträume Ulm
Ulm-Messe, Böfinger Str. 50
26. – 29.3. Dresdener Ostern
Messe Dresden, Messering
28. – 29.3. Biogartenmesse Wiesbaden
Reduit Festung Mainz-Kastell, Rheinufer 14

WARM:
GESCHÜTZT:
FREILAND:

