„Die Blumen des Frühlings
sind die Träume des Winters.“
Khalil Gibran (1883–1931),
libanesisch-amerikanischer Dichter
Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,
der Februar ist ein stiller Übergangsmonat – noch fest im Griff des Winters, aber voller kleiner Anzeichen, dass der Frühling nicht mehr weit ist. In jeder einzelnen Knospe der Bäume und Sträucher liegt das unsichtbare Versprechen des Frühlings verborgen. Nun heißt es: Ärmel hochkrempeln und die Basis für das schaffen, was bald wachsen soll. Bäume und Sträucher werden jetzt mit einem Winterschnitt startklar für die Saison gemacht. Außerdem können Hochbeete gebaut und befüllt und unterschiedliche Gemüse im Haus vorgezogen werden. Wer es nicht erwarten kann, dass es draußen mit Gemüse losgeht, kann mit einem Mistbeet dem Frühjahr einheizen. Der Februar gehört den leisen Strategen – denen, die schon jetzt anpacken und dem Frühling den Weg bereiten.
Ihr Team vom Hof Jeebel


Schon im Januar haben die ersten Samen ihren Weg in die Anzuchttöpfe gefunden. Im Februar geht es weiter. Jetzt sind es eine ganze Reihe mehr Arten und Sorten, die an den Start gehen können.
Beste Bedingungen für kräftige Jungpflanzen:
Wenn sich nach etwa zwei bis drei Wochen die ersten Laubblätter bilden, werden die Tomatenpflänzchen in einzelne, größere Töpfe pikiert. Setzen Sie die Jungpflanzen gerne deutlich tiefer in die neuen Töpfe. Das erhöht die Standfestigkeit und ermöglicht es den Pflanzen, mehr Wurzeln zu bilden und damit besser an Nährstoffe und Wasser zu gelangen.
Für das gesunde Wachstum bis zur Pflanzung brauchen die jungen Tomaten nach dem Pikieren einen Platz mit viel Licht bei eher kühlen Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad.

Auch wenn Sie Ihre Lieblingstomaten schon gefunden haben: Vielleicht kommt in dieser Saison ein Liebling dazu. Wir haben einige neue Sorten ins Sortiment aufgenommen, von denen wir Ihnen hier die interessantesten vorstellen wollen:
Neben den Tomaten gibt es noch weitere wärmeliebende Fruchtgemüse, wie Paprika, Chili und Auberginen. Sie alle brauchen, genau wie die Tomaten, eine sehr warme Umgebung von mindestens 20 Grad, besser 22 Grad, um keimen zu können. Wenn selbst Ihr wärmster Raum (auch ganz oben auf dem Regal) diese Temperaturen nicht bieten kann, können Sie mit einer Heizmatte nachhelfen.
Einige unserer neuen Sorten:
Auch manche Sorten von Kohlrabi, Porree, Fenchel und Salaten können im Februar vorgezogen werden. Mit QuickPot Platten und Anzuchtschalen ist das schnell gemacht. Mit selbsthergestellten Papiertöpfchen mittels Papiertopfpresse oder mit kompostierbaren Fertilpots gelingt die Anzucht auch plastikfrei.
Wenn Sie lieber direkt ins Freiland säen möchten, dann können Sie das jetzt tun. Dicke Bohnen, auch als Ackerbohnen, Puffbohnen oder Saubohnen bekannt, können ab Mitte oder Ende Februar gesät werden, spätestens Mitte April jedoch sollten die Samen im Boden sein. Die ideale Saattiefe liegt bei 5 bis 8 cm. Eine frühe Aussaat der Dicken Bohne hat mehrere Vorteile: Die Pflanzen wachsen schneller, entwickeln mehr Hülsen und bleiben insgesamt gesünder. Zudem reduziert ein zeitiger Anbau die Gefahr eines starken Befalls durch Blattläuse, da diese oft noch nicht in großer Zahl aktiv sind.

Hochbeete verbinden praktische Vorteile mit kreativen Gestaltungsmöglichkeiten. Erfahren Sie, wie Sie Hochbeete planen, bauen und mit der richtigen Befüllung optimale Ergebnisse erzielen.
Hochbeete können aus Holz, Stein, Metall oder Kunststoff bestehen und bieten eine breite Palette an Gestaltungsmöglichkeiten. Holz strahlt Natürlichkeit aus und ist bei guter Pflege recht langlebig, während Stein und Metall Robustheit mit moderner Optik verbinden. Kunststoff ist leicht und flexibel, gut für mobile Lösungen oder temporäre Standorte, doch es fehlt ihm oft an natürlichem Charme.
Für Selbermacher bieten gebrauchte Materialien wie Ziegelsteine oder alte Weinfässer attraktive Alternativen. Auch Europaletten eignen sich gut, sofern sie unbehandelt sind. Egal welche Materialien Sie verwenden: Ihr Hochbeet sollte nicht breiter als 120 cm sein, damit Sie überall gut rankommen.
Unsere Hochbeete aus unbehandeltem Douglasienholz bestehen aus 50 mm starken Bohlen und sind bei normaler Nutzung über zehn Jahr haltbar. Die Länge der Beete kann individuell an Ihre Wünsche angepasst werden.
Wenn Sie sich für ein Hochbeet aus Holz entscheiden, sollten Sie die Innenwände mit Folie vor nasser Erde und den Wurzeln schützen. Noppenfolie eignet sich hier besonders gut, denn sie ermöglicht eine ausreichende Belüftung. Egal ob das Beet aus Holz oder einem anderen Material ist: Ein Wühlmausgitter, das vor der Befüllung des Beetes auf dem Boden ausgelegt wird, kann ein effektiver Schutz vor ungebetenen Gästen im Beet sein.
Die Füllung von Hochbeeten besteht aus verschiedenen Schichten. Grob zusammengefasst enthält der untere Teil organisches Material, das sich im Laufe der Zeit zersetzt, der obere Teil gute Pflanzerde. Ganz unten im Hochbeet bildet eine 25 bis 30 cm hohe Schicht aus grobem Material wie Ästen oder Holzhäcksel die Basis. Diese sorgt dafür, dass Wasser gut abfließen kann. Darauf kommt eine etwa 5 cm dicke Lage aus umgedrehten Grassoden, Laub oder Rasenschnitt, die feine Materialien am Durchrieseln hindert. Die dritte Schicht besteht aus halbreifem Kompost oder halbverrottetem Stallmist. Sie ist reich an Nährstoffen und fördert die Bodenbelüftung. Zuletzt werden feine Pflanzerde und reifer Kompost eingefüllt. Diese oberste Schicht sollte etwa 30 cm hoch sein, um optimale Wachstumsbedingungen für die Pflanzen zu schaffen. Zusätzlich untergemischtes Bentonit oder aktivierte Holzkohle sorgen für eine bessere Wasserhaltefähigkeit.
Da der Nährstoffgehalt im Hochbeet im ersten Jahr besonders hoch ist, ist eine Bepflanzung mit Starkzehrern wie Kohl, Tomaten, Auberginen, Paprika, Porree, Kürbisgewächsen oder Süßkartoffeln ideal. Eine mögliche Kombination: Porree und Gurken. Ergänzen lässt sich diese Kombi beispielsweise mit Kapuzinerkresse.

Wenn Pfirsich- und Nektarinenbäume gekräuselte, sonderbar verfärbte Blätter bekommen, steckt meist die Kräuselkrankheit dahinter. Eine Pilzinfektion, die nicht nur die Optik, sondern auch die Gesundheit der Bäume beeinträchtigen kann. Mit der richtigen Pflege und präventiven Maßnahmen lässt sich der Pilz aber gut in Schach halten.
Verursacht wird die Krankheit durch den Pilz Taphrina deformans, der an den Trieben und in den Ritzen der Baumrinde überwintert. Sobald die Temperaturen im Frühjahr auf etwa 10 Grad steigen und Regen die Luftfeuchtigkeit erhöht, gelangen die Sporen in die sich öffnenden Knospen und infizieren die jungen Blätter. Die Symptome sind unverkennbar: verdickte, blasige Verformungen, die sich weißlich grün bis rot verfärben. Später sterben die befallenen Blätter ab und fallen vom Baum.
Im Sommer folgt zwar oft ein gesunder Neuaustrieb, doch der Baum ist durch den Befall geschwächt. Stark beeinträchtigte Pflanzen tragen weniger Früchte, sind empfindlicher gegenüber Frost und können langfristig Schaden nehmen.

Im Biogarten ist Vorbeugung ein zentrales Element, um Pflanzen von Anfang an in ihrer natürlichen Widerstandskraft zu unterstützen. Bei der Kräuselkrankheit ist dies besonders wichtig, da bereits befallene Blätter nicht mehr geheilt werden können.
Um die Kräuselkrankheit einzudämmen, sind frühzeitige Spritzungen entscheidend. Eine Behandlung zu Beginn des Knospenschwellens schafft eine Schutzbarriere und reduziert das Risiko einer Infektion.
Ackerschachtelhalm ist ein bewährtes Mittel im Biogarten. Dank seines Kieselsäuregehalts stärkt er die Zellwände der Pflanzen, wodurch Pilzinfektionen erschwert werden.
Wenn Sie keinen Schachtelhalm zur Hand haben, bekommen Sie bei uns Schachtelhalm-Extrakt und Schachtelhalm-Pellets, die Sie zur unkomplizierten und schnellen Herstellung einer Spritzlösung nutzen können.
Tipp: Wenn Sie schon früh im Jahr Ackerschachtelhalm-Tee herstellen möchten, empfiehlt es sich, das Kraut im Hochsommer zu ernten. Nach dem Trocknen kann es problemlos bis zur nächsten Saison aufbewahrt und dann verwendet werden.

Mit einem warmen Frühbeet kann man der kalten Jahreszeit ein Schnippchen schlagen. Dieses altbewährte System ist nachhaltig und effizient zugleich und macht es möglich, schon im ausgehenden Winter frisches Gemüse zu ernten und die Gartensaison zu verlängern. Wie diese besonderen Beete funktionieren und was zu beachten ist, damit es mit der Ernte klappt, erfahren Sie hier.
Ein Warmbeet ist eine spezielle Form des Frühbeets, bei der die Wärme durch die Verrottungsprozesse von organischem Material erzeugt wird. Frischer Pferdemist wird hier als natürliche, unterirdische „Heizung“ genutzt, um den Boden und die Luft im Beet auf angenehme Temperaturen zu bringen. Strom wird für die Erzeugung der Wärme nicht gebraucht.
Nach der Ruhezeit ist das Warmbeet bereit für die Aussaat von Gemüse wie Radieschen, Salaten, Kohlrabi, Sellerie, Lauch oder Fenchel. Achten Sie darauf, das Beet regelmäßig zu lüften und vor Nachtfrost zu schützen, zum Beispiel mit Schilfmatten oder Decken. Eine dicke Laub- oder Strohschicht an den Außenwänden bietet zusätzlichen Schutz vor der winterlichen Kälte und hält die Wärme im Beet.

Wer ernten will, muss schneiden! Denn nur regelmäßig geschnittene Obstbäume bringen das gewünschte Ergebnis: viele, qualitativ hochwertige Früchte. Bis Ende Februar sollten die Arbeiten abgeschlossen sein, denn danach beginnen die Säfte im Holz zu steigen, und frische Schnitte können den Baum schwächen. Obstbäume wie Apfel, Birne, Mispel und Quitte werden im Winter geschnitten, Kirsche, Aprikose und Walnuss besser im Sommer.
Der Winter ist eine ideale Zeit für den Obstbaumschnitt, da die Bäume unbelaubt sind und die Struktur der Krone gut zu erkennen ist. Der Schnitt sollte an frostfreien, trockenen Tagen erfolgen. Ein gut geplanter Schnitt sorgt dafür, dass der Baum gesund bleibt und seine Früchte reichlich Sonne und Luft erhalten. Zudem fördert eine luftige Krone das schnelle Abtrocknen der Blätter, was das Risiko von Pilzinfektionen deutlich verringert.
Eine gut aufgebaute Baumkrone ist wie ein perfekt geschnittener Anzug: Sie sitzt, hat Raum zum Atmen und hinterlässt einen starken Eindruck. Das Ziel ist eine rundliche Krone mit drei bis vier Leitästen und einer Stammverlängerung, sodass über die Jahre ein stabiler und harmonischer Aufbau entsteht. Die Hauptäste sollten gleichmäßig in alle Himmelsrichtungen zeigen, ohne enge Winkel oder sich kreuzende Triebe. Nach außen hin werden die Äste immer dünner, um Licht und Luft optimal in die Krone zu lassen. Nicht vergessen: „Die Krone eines Baumes sollte luftig genug sein, dass ein Hut problemlos hindurchfliegen könnte.“
Entfernen Sie nicht hier und da ein paar Zweige, sondern lieber ganze Astpartien. Weniger Schnittstellen bedeuten nämlich weniger Wunden, die der Baum schließen muss. Schneiden Sie Äste stets direkt am Astring – der verdickten Stelle am Ansatz – ab, um lange Stümpfe zu vermeiden. Nutzen Sie beim Schneiden immer gut gereinigtes und scharfes Werkzeug. Verschmutzte oder stumpfe Scheren oder Sägen hinterlassen verunreinigte, gequetschte und ausgefranste Schnittwunden, die schlecht verheilen.
Hier einige Tipps, wie Sie Ihren Obstbaum mit dem richtigen Schnitt in Bestform bringen:
Jetzt freuen sich auch die Beerensträucher über ein kleines Pflegeprogramm, falls sie im Herbst leer ausgegangen sind.
Gesundes Schnittmaterial lässt sich im Sinne einer Kreislaufwirtschaft hervorragend weiterverwenden. Falls Sie ein Hochbeet bauen oder neu befüllen wollen, können Sie das Schnittgut als unterste Schicht verwenden. Ebenso ist es möglich, das Material zu häckseln und auf den Kompost zu geben, es als Mulchmaterial zu nutzen, eine Benjeshecke damit zu bauen oder es als einfachen Schnittguthaufen an geeigneter Stelle aufzuschichten.

WARM:
GESCHÜTZT:
FREILAND:

