
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.
Aus „der Frühling ist die schönste Zeit“ von Annette von Droste-Hülshoff
(1797 – 1848, deutsche Schriftstellerin und Komponistin)
Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,
Darüber, welche Jahreszeit die schönste ist, lässt sich bekanntlich streiten; jede hat ihre eigenen Vorzüge. Aber es ist nicht abzustreiten, dass der Frühling etwas besonders Magisches mitbringt. Wie sonst ließe sich erklären, dass an Stellen, die eben noch kahl wirkten, plötzlich Blumen erscheinen (gespeist aus den verborgenen Kraftreserven der Blumenzwiebeln)? Dass braune Zweige einen frischen, hellgrünen Schimmer bekommen, Knospen anschwellen und sich zarte Blütenblätter entfalten?
Vielleicht stehen auf Ihren Fensterbänken jetzt schon kleine Pflänzchen, die darauf warten, bald in den Garten umzuziehen. Oder Sie gehen einen anderen Weg und stöbern in unserer Auswahl an Jungpflanzen. In diesem Jahr haben es besonders viele Neuheiten in unser Gemüsepflanzen- und Kräuterangebot geschafft. Drei neue Tomatensorten und vier neue Paprikasorten stellen wir in diesem Newsletter exemplarisch vor.
Außerdem in diesem Monat: Wir rücken die Minzen in den Fokus.
Ihr Team vom Hof Jeebel

Von sonnigen Plätzen und kalten Füßen: So gelingt Paprika
Paprika sind keine Selbstläufer im Beet, aber auch kein Hexenwerk. Bei ihnen ist es fast wie bei Immobilien: Am Ende entscheidet vor allem die Lage. Ist sie gefunden, ist das schon mal die halbe Miete. Dann kommt es nur noch auf das passende Timing und die richtige Versorgung an. Was das konkret heißt, zeigt dieser Überblick.
zu den Paprika-Jungpflanzen
Paprika-Basics
Standort: sonnig, sonnig, sonnig, dazu warm und windgeschützt. Am ertragreichsten wachsen Paprika im Gewächshaus oder auf einem geschützten Logenplatz im Freiland.
Boden: locker, humos und nährstoffreich. Bereiten Sie das Beet mit viel Kompost, gut verrottetem Stallmist oder einem organischen stickstoffhaltigen Dünger vor. Kalk und Kali nicht vergessen.
Pflanzzeit: Weil Paprika und Chili wärmeliebend und frostempfindlich sind, geht es für sie erst nach den Eisheiligen ins Freiland oder ins unbeheizte Gewächshaus.
Pflanzabstand: Kleinere Paprikasorten und Chili kommen auf 40 x 50 Zentimetern gut zurecht, größere brauchen eher 50 x 70 Zentimeter Platz.
Düngung: Damit den Pflanzen nicht die Puste ausgeht, empfiehlt sich – besonders auf mageren Böden – regelmäßiger Nährstoffnachschub, etwa in Form von organischem Flüssigdünger oder verdünnter Brennnesseljauche.
Pflege: Den Boden gleichmäßig feucht halten und gelegentlich vorsichtig lockern oder mit Mulch bedecken. Wüchsige Sorten profitieren von einer Stütze.
Kübel: Paprika und Chili wachsen auch in großen Töpfen, wenn Wasser- und Nährstoffmanagement stimmen.

Wenn der Boden zu kalt ist
Paprika bekommt im Vergleich zur Tomate schnell kalte Füße: Sinkt die Bodentemperatur unter 15 Grad, gerät der Stoffwechsel in den Wurzeln ins Stocken, was die Aufnahme essenzieller Nährstoffe wie Phosphor deutlich hemmt. Wer die wärmeliebenden Sensibelchen zu früh in die noch kühle Erde setzt, riskiert einen hartnäckigen Wachstumsstopp, der die Pflanzen für Wochen zurückwerfen kann.
Dürfen wir vorstellen? Vier neue Sorten im Kurzporträt
Weil Paprika nicht gleich Paprika ist, haben wir das Paprika-Jungpflanzen-Sortiment für Sie in dieser Saison um vier Sorten ergänzt: eine für den schnellen Snack, eine dickwandige Schwergewichtlerin, ein orangefarbenes Langformat und eine mit Streifen-Look.

Radja ist eine mild-süße Paprika für den Snack zwischendurch. Die leuchtend gelben Früchte sind 7 bis 8 Zentimeter lang und bringen 30 bis 40 Gramm auf die Waage. Die Pflanzen sind robust, frühreif, sehr ertragreich, über viele Wochen zu beernten und besonders für den Anbau im Freiland geeignet.

Violetta hat ihren Namen nicht ohne Grund: Die bis zu 210 Gramm schweren, knackigen, dickwandigen Früchte reifen von dunkelviolett über grün nach rot ab und haben ein typisch fruchtiges Paprikaaroma. Violetta bevorzugt die wohlige Wärme im Gewächshaus, kommt aber auch in geschützten Freilandlagen klar.

Kyra ist süß, knackig und richtig lang: 20 bis 22 Zentimeter bringen die knall-orangenen, leicht faltigen Früchte zustande. Die Pflanzen gedeihen am besten im Gewächshaus und bringen ihre Früchte auch noch zum Ende der Saison bei kühlerer Witterung zur Ausreife.

Palila kann Farbe! Die frühreifende, reichtragende Spitzpaprika zeigt sich anfangs cremeweiß-violett gestreift und reift dann auf dunkelrot-violett ab. Die Früchte wiegen bis zu 70 Gramm und werden rund 12 Zentimeter lang. Palila gedeiht sowohl im Gewächshaus als auch an warmen, geschützten Plätzen im Freiland.
Für alle, die es schärfer mögen
Auch wer‘s feurig liebt, wird bei uns fündig. Anfänger in Sachen Schärfe finden in Chili Jalapeno einen guten Einstieg, Fortgeschrittene sind mit Wildchili oder Chili de Cayenne besser bedient.
Und Chili Lila Luzi bringt nicht nur ordentlich Schärfe mit, sondern auch eine recht eigenwillige Optik: Lilafarbenes Laub trifft bei ihr auf gelbe, orangefarbene, violette und rote Früchte.

Wenn die ersten reifen Tomaten direkt von der Pflanze in den Erntekorb wandern, ist das einer der schönsten Momente im Gemüsesommer. Damit die Freude an den roten Früchten die ganze Saison über hält, brauchen die Pflanzen von Anfang an die richtige Unterstützung. Hier geben wir einen Überblick über den Anbau und stellen drei neue Sorten im Kurzporträt vor.
Tomaten-Basics
Standort & Regenschutz: Tomaten lieben es sonnig, warm und luftig. Am wohlsten fühlen sie sich unter einem Regendach oder im Gewächshaus, denn trockene Blätter sind der beste Schutz gegen die gefürchtete Kraut- und Braunfäule.
Boden: Als Starkzehrer brauchen Tomaten ein nahrhaftes Fundament. Mit reichlich Kompost oder gut verrottetem Mist in einem lockeren, tiefgründigen Boden bereiten Sie ihnen das perfekte Beet vor.
Pflanzung: Ins Freiland oder ins unbeheizte Gewächshaus geht es erst nach den Eisheiligen. Setzen Sie die Pflanzen ruhig etwas tiefer, als sie zuvor im Topf standen. Dafür bedanken sie sich mit zusätzlichen Wurzeln am Stiel, die zu einer besseren Versorgung mit Wasser und Nährstoffen beitragen.
Bewässerung: Gießen Sie immer direkt am Fuß. So bleiben die Blätter trocken und die Pflanze gesund.

Düngung: Tomaten brauchen im Laufe der Saison regelmäßigen Nährstoffnachschub. Sobald die Pflanzen Früchte ansetzen, werden kaliumreiche Dünger wichtig. Sie fördern Fruchtbildung und Ausreifung. Seien Sie mit Stickstoff ab jetzt sparsam, sonst investiert die Pflanze ihre Energie in kräftige Blätter statt in leckere Früchte.
Pflege: Stabtomaten konzentrieren ihre Kraft am besten auf die Haupttriebe, wenn Sie die Seitentriebe in den Blattachseln regelmäßig ausbrechen („ausgeizen“). Busch- und Wildtomaten sind unkomplizierter – sie dürfen frei wachsen.
Kübel: Auch auf Balkon oder Terrasse klappt der Anbau wunderbar, solange der Kübel mindestens 20 Liter fasst.
Tomaten profitieren nach dem Auspflanzen von einer Eingewöhnungsphase ohne allzu üppige Bewässerung. Das führt zur Bildung tieferer Wurzeln und regt osmotische Anpassungen in den Zellen an. Vereinfacht gesagt, reichert die Pflanze dabei mehr lösliche Stoffe wie Zucker in ihren Zellen an. Dadurch steigt dort die Konzentration gelöster Stoffe, sodass Wasser per Osmose auch dann noch in die Wurzeln nachströmen kann, wenn der Boden nicht mehr viel Wasser enthält. Dieses frühe Training kann die Pflanze später widerstandsfähiger machen und ihren Wasserhaushalt in Trockenphasen stabiler halten. Bei weniger Bewässerung steigt zudem oft der Brix-Wert, also der Anteil an gelösten Zuckern in den Früchten. Das ist kein reiner Laborwert, sondern ein Fest für den Gaumen.
Aber Vorsicht! Tauchen erste Anzeichen von Blütenendfäule auf, also dunkle eingesunkene Flecken an der Blütenansatzstelle, steigen Sie wieder auf gleichmäßige Bewässerung um. Solche Schäden entstehen nämlich meist dann, wenn durch Wassermangel oder starke Schwankungen nicht genug Calcium aus dem Boden in die Früchte gelangt.
Drei neue Sorten im Kurzporträt
Bei Tomaten gibt es eigentlich kein "Genug". Umso schöner, dass in diesem Jahr drei neue Sorten ins Sortiment einziehen. Dabei: eine Wuchtbrumme, eine Kübel-Künstlerin und ein preisgekröntes Farbwunder.


Ochsenherz: Ohne stabile Stützen geht hier gar nichts, denn die karmesinroten Früchte der traditionellen Fleischtomaten bringen pro Stück bis zu 240 Gramm auf die Waage. Wenn sie nach der Ernte noch ein wenig nachreifen, kommt das vollwürzige, süße Aroma richtig zur Geltung. Die Pflanzen können ein- oder zweitriebig gezogen werden und eignen sich für den Anbau im Gewächshaus und für geschützte Lagen im Freiland.

Bogus Fruchta: Eine frühreife Buschtomate für alle, die auf Balkon oder Terrasse ihre eigenen Tomaten ernten möchten. Die vielen kleinen, roten, bis zu 40 Gramm schweren Früchte schmecken fruchtig-süß. Obwohl die Pflanze mit 65 Zentimetern recht kompakt bleibt, sollte sie mit einer Stütze stabilisiert werden. Ausgeizen ist nicht nötig.

Brad´s Atomic Grape: Diese pflaumenförmige Tomate fällt optisch aus dem Rahmen. Sie reift von grün-violett bis orange-gelb aus. Die bis zu 40 Gramm schweren Früchte sind platzfest, knackig im Biss und saftig-fruchtig. Entwickelt wurde die Sorte von Tomatenzüchter Brad Gates in Kalifornien, wo seit Jahren ungewöhnliche Sorten entstehen. 2017 wurde Brad‘s Atomic Grape offiziell eingeführt und bei der National Heirloom Expo, einer großen US-Messe für samenfeste Sorten, als „Best in Show“ ausgezeichnet.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die nicht an einer Minze vorbeigehen können, ohne ein Blättchen abzupflücken, es zwischen den Fingern zu verreiben, um daran zu schnuppern oder zu kosten? Je nach Sorte entfalten sich unterschiedliche, überraschende Nuancen! Sie unterscheiden sich nicht nur in Duft und Geschmack, sondern oft auch im Wuchs, in Blattformen und -farben.
Der Grund dafür liegt in der besonderen Biologie der Gattung Mentha: Minzen sind ausgesprochen kreuzungsfreudig und bringen immer wieder neue Varianten hervor.
Eine Pflanzengattung mit großer Kreuzungsfreude
Es gibt etwa 30 echte Minzearten. Treffen diese aufeinander, entstehen leicht natürliche Hybriden und damit neue Sorten. Ein bekanntes Beispiel ist die Pfefferminze (Mentha × piperita), die aus einer Kreuzung von Wasserminze (Mentha aquatica) und Grüner Minze (Mentha spicata) hervorgegangen ist und heute weltweit zu den wichtigsten Kulturminzen gehört.
Solche Kreuzungen entstehen nicht nur einmal, sondern immer wieder dort, wo mehrere Arten nebeneinander wachsen und sich gegenseitig bestäuben. Einige dieser Mischformen verschwinden wieder, andere bringen Eigenschaften mit, die für Garten oder Küche besonders interessant sind und werden deshalb gezielt vegetativ weitervermehrt.
Oft ist es nur schwer herauszufinden, aus welchen Kreuzungen eine Minze entstanden ist. Daher werden sie der Einfachheit halber Mentha × species genannt.


Vermehren leicht gemacht
Viele Minzsorten sind Hybriden, aus einer ausgesäten Pfefferminze kann daher eine Pflanze entstehen, die ganz anders riecht oder schmeckt als die Mutterpflanze.
In der Praxis werden Minzen deshalb fast immer vegetativ vermehrt: durch Teilung älterer Horste, über Ausläufer oder mit Stecklingen. Für Gärtnernde hat das einen praktischen Nebeneffekt: Ältere Minzbestände lassen sich alle paar Jahre teilen und verjüngen, wodurch die Pflanzen wieder kräftiger austreiben und besonders aromatische Blätter liefern.
Das Aroma steckt in den ätherischen Ölen
Die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der Minzen hängen stark von der Zusammensetzung ihrer ätherischen Öle ab. Schon kleine Verschiebungen in dieser Mischung verändern den Duft deutlich und lassen Minzen sehr unterschiedlich wirken: von kühl und mentholbetont bis mild, süßlich oder fast zitrusartig.
Kräftige, mentholreiche Minzen wie Pfefferminze oder Japanische Heilminze ergeben einen besonders intensiven Tee und eignen sich auch gut für Sirup und zum Aromatisieren von „Infused Water“, Limonaden, Cocktails und Eistees. Mildere Typen wie z.B. die Marokkanische Minze oder Erdbeerminze sind deutlich weicher im Geschmack und passen gut zu Salaten, orientalischen Gerichten, Taboulé oder zu frischen Joghurt- und Obstspeisen.
Und auch wenn der Sommer noch vor uns liegt: Gerade jetzt im Frühling lohnt es sich, verschiedene Minzen zu pflanzen. Sobald die ersten frischen Triebe wachsen, lassen sich schon die ersten Blätter ernten.


Unkompliziert und wüchsig
Damit Minzen ihr volles Aroma entwickeln, brauchen sie einen sonnigen bis halbschattigen Platz, ein humoser Boden und ausreichend Feuchtigkeit. Regelmäßige Ernte oder ein gelegentlicher Rückschnitt regen den Neuaustrieb an und sorgen dafür, dass die Pflanzen triebfreudig bleiben. Darüber hinaus sind sie äußerst pflegeleicht.
Viele Minzen sind wirklich ganz schön wüchsig, um es gelinde auszudrücken. Manche Sorten mehr als andere. Wer also mehrere Sorten kultivieren möchte, ohne dass eine Sorte die Oberhand gewinnt, pflanzt sie am besten in größere Töpfe oder in eingegrabene Kübel. So bleibt jede Sorte an ihrem Platz und die Pflanzen überwuchern sich nicht gegenseitig.
Nicht alles, was Minze heißt, ist auch Minze
Neben den „echten“ Minzen aus der Gattung Mentha gibt es noch eine ganze Reihe von Pflanzen, die zwar den Namen Minze tragen, botanisch aber zu ganz anderen Gattungen gehören. Dazu zählen zum Beispiel die Katzenminze (Nepeta), die Koreanische Minze (Agastache rugosa) oder auch Indian Mint (Satureja douglasii).
Gemeinsam ist ihnen meist ein aromatischer Duft oder ein minzähnliches Aroma, daher hat sich der Name im Alltag eingebürgert. Im Garten bringen diese Pflanzen eine schöne Ergänzung ins Kräuterbeet: Sie sind oft robuste Blühpflanzen, werden von Bienen und anderen Insekten (und eben Katzen…) gern besucht und lassen sich ebenfalls für Tee oder in der Küche verwenden.



Für die folgenden Saatgut- und Pflanzenmärkte planen wir eine Teilnahme. Bitte informieren Sie sich auf den Webseiten der Marktbetreiber über kurzfristige Änderungen und Auflagen, die für den Besuch der jeweiligen Veranstaltung gelten.
11. – 12.4. Staudenmarkt Berlin
Domäne Dahlem, Königin-Luise-Str. 49
11. – 12.4. Du und Dein Garten
EGA-Park Erfurt, Gothaer Str. 38
18. – 19.4. Pflanzenmarkt Kiekeberg
Freilichtmuseum am Kiekeberg 1, Rosengarten
18. – 19.4. Biogartenmesse Schloss Türnich
Kerpen/Köln
24. – 26.4. Gartenträume Schloss Hundisburg
Haldensleben
25. – 26.4. Pflanzen-Raritätenmarkt Grugapark Essen
Virchowstr. 167

WARM:
GESCHÜTZT:
FREILAND:

