Beim Pflanzen sind nur gesunde, möglichst vorgekeimte Kartoffeln zu verwenden. Um sicher zu gehen, dass die Knollen in einem guten Gesundheitszustand sind, sollte nur zertifiziertes Pflanzgut verwendet werden.

Vorkeimen:
Wir empfehlen das Vorkeimen der Pflanzkartoffeln zur Ertragssicherung und um den Pflanzen einen Vorsprung vor bodenbürtigen Krankheiten wie der Braunfäule zu verschaffen. Etwa vier Wochen vor dem geplanten Pflanztermin werden die Knollen im Netz in die warme Stube gelegt. So wird die Keimruhe unterbrochen. Am nächsten Tag legt man die Kartoffeln in flache Schalen, Kisten oder Eierpappen aus. Diese stehen nun bis zur Pflanzung bei 10 bis 15° C an einem hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Hier bilden sich stabile, dunkle Keime, die der vorsichtig gesetzten Kartoffelpflanze einen wichtigen Wachstumsvorsprung verschaffen.

Pflanzung:
Als Faustregel gilt: Kartoffeln werden etwa Mitte bis Ende April gepflanzt, da bei eventuellen Spätfrösten dann nur das Laub und nicht die ganze Knolle beschädigt wird. In milden Regionen und besonders unter Vlies oder Folie ist eine frühere Pflanzung möglich. Schwere Böden müssen bei der Pflanzung ausreichend abgetrocknet sein. Pflanzen Sie die Kartoffeln in Dämme. Diese erwärmen sich schneller, und die spätere Ernte wird erleichtert. Bei einem Reihenabstand von 75 cm sollte der Abstand in der Reihe ca. 30 bis 35 cm betragen. Es gilt die Regel, dass die Kartoffeln nicht tiefer gepflanzt werden dürfen, als die Knolle dick ist. Durch die Verwendung von Vlies kann eine Verfrühung der Ernte erreicht werden.

Düngung:
Kartoffeln gehören zu den Starkzehrern, sie vertragen daher eine kräftige Düngung, die idealerweise bereits im Herbst in organischer Form, z. B. als verrotteter Mist oder Kompost, ausgebracht wird. Frischen Mist verträgt die Pflanze nicht. Im Frühjahr können Sie Stickstoff in Form von Hornspänen oder Klee-Pellets in den Boden bringen. Bedenken Sie, dass zu hohe Stickstoffgaben zwar den Ertrag erhöhen, der Geschmack aber darunter leidet. Am Besten gedeihen Bio-Kartoffeln, denen reifer Kompost mit ins Pflanzloch gegeben wird. Kartoffeln haben einen relativ hohen Kaliumverbrauch. In der Regel sind Gartenböden gut mit Kali versorgt. Wird bei einer Bodenuntersuchung Kalimangel festgestellt, kann mit Kalimagnesia oder Holzasche gedüngt werden. Eine gute Kaliumversorgung verbessert die Haltbarkeit bei der Lagerung.

Pflege:
Ziel der Pflegearbeiten ist es, die Unkräuter wirksam zu regulieren, den Boden zu krümeln und den Damm immer wieder aufzuschütten. Alle Kartoffeln müssen stets mit Erde bedeckt sein, sonst werden sie grün. Achten Sie auf Kartoffelkäfer und sammeln Sie diese und ihre Larven beim ersten Auftreten ab.

Kraut- und Knollenfäule:
Wenn die Pflanzen voll ausgewachsen sind, beginnen sie im Hochsommer auch bald schon, abzusterben. Dies ist bedingt durch den Pilz Phytophtora infestans, den Erreger der Kraut- und Knollenfäule. Ein frühes Auftreten kann erhebliche Ertragseinbußen zur Folge haben. Die wichtigste Maßnahme gegen die Krautfäule ist das zeitige Pflanzen von vorgekeimten Kartoffeln. Dadurch ist am ehesten sicher gestellt, dass beim Absterben des Krautes bereits ein befriedigender Ertrag angesetzt hat.

Ernte:
Je nach Sorte beginnt die Ernte ab Juni oder bis in den Herbst hinein. Frühkartoffeln können geerntet werden, sobald die Knollen eine akzeptable Größe erreicht haben. Das Kraut kann noch grün sein. Frühkartoffeln sind kaum lagerfähig. Am besten ernten Sie immer frisch. Lagerkartoffeln - mittelfrühe und späte Sorten - müssen voll ausgereift sein. Als Zeichen für die Reife gilt, dass sich die Schale nicht mehr mit dem Finger abreiben lässt. Ernten Sie bei trockenem Wetter. Die Knollen sollten vor der Einlagerung einige Stunden auf dem Boden abtrocknen.

Lagerung:
Kartoffeln sollen dunkel, trocken und luftig bei 4° C bis 8° C gelagert werden. Zur Lagerung eignen sich frostfreie Mieten oder Horden und Kisten im Keller.