Wir sehen meist nur die Oberfläche der Dinge. So ist es auch mit unseren Gartenböden. Wer nicht gerade ein neues Hoch- oder Hügelbeet angelegt hat oder regelmäßig umgräbt, weiß nicht wirklich, wie es unter den Pflanzen aussieht. Darüber nachzudenken, lohnt sich: Das meiste Wurzel- und Bodenleben findet in den oberen 30 cm statt. Diese sollten stets locker, feucht und gut mit Nährstoffen versorgt sein. Im besten Fall ist die Erde flauschig weich und duftet würzig. Viele Bodenlebewesen sind auf eine bestimmte Erdtiefe spezialisiert. Deshalb ist es bei nur leicht verdichtetem Boden besser, die Erde mit einer Grabegabel durch Einstechen und Hebeln zu lockern, als sie mit dem Spaten zu wenden.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit das Betreten der Beete. Setzen Sie sich einzelne Trittsteine an Stellen, wo sich das Betreten nicht vermeiden lässt, oder legen Sie von vorneherein alle 1,20 m einen Weg an.

Falls eine Tiefenlockerung nötig ist, lässt sich diese auch durch entsprechende Pflanzen unterstützen: Winterroggen und – nicht ganz so schwer wieder loszuwerden – Ölrettich wurzeln so tief, dass sie mit ihren Wurzeln Humus in den tieferen Boden bringen. Von den wild wachsenden Pflanzen sollten Sie bei Verdacht auf Bodenverdichtung den Löwenzahn stehen lassen. Er holt Nährstoffe aus den tiefen Schichten und bricht über die Jahre harte Erdklumpen auf. Wenn sein Job erledigt ist, verschwindet der Löwenzahn wieder. Bis dahin können wir ihn als Wildkraut nutzen.

Auch durch Zusatz von Urgesteinsmehl werden sehr schwere Böden etwas luftiger. Ihr Gartenboden wird auf Dauer schön locker bleiben, wenn Sie ihn mit lebendigem Kompost versorgen, feucht halten und durch die Auflage von Flächenkompost und Mulch den Regenwürmern etwas zu tun geben.