„Der beste Zeitpunkt, um einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren.
Der zweitbeste ist jetzt.“
(Chinesisches Sprichwort)


Liebe Gartenfreunde,

Bäume spenden Schatten: Wir können darunter sitzen, das Fahrrad an den Stamm anlehnen oder eine Schaukel aufhängen. Bäume spenden Nahrung: knackige Äpfel, aromatische Walnüsse oder süße Kirschen für uns Menschen; Nektar, Pollen und Beeren für Bienen und Vögel. Und Bäume sind schön: Im Frühling verzaubern uns der neue Austrieb und die Leichtigkeit der Blüten, und im Herbst färben sich die Blätter zu einzigartigen Gemälden.
Bäume sind wichtig: Diesen Herbst hat die Abholzung des Hambacher Forstes in Nordrhein-Westfalen viele Menschen bewegt. Denn der schlechteste Zeitpunkt, um einen alten Wald abzuholzen, ist jetzt.

Ihr Gerhard Wacha und das Hof Jeebel Team

BÄUME PFLANZEN

Haben Sie das Glück, Platz im Garten zu haben? Hat der letzte Sommer den Wunsch nach schattigen, baumbestandenen Bereichen geweckt? Sind Sie umgezogen und wollen ein Grundstück neu gestalten, oder gibt es gar die Geburt eines Kindes zu feiern?

Der November ist für viele Baum- und Gehölzpflanzungen einer der besten Pflanzmonate: Das Laub ist ab, die Kraft ist im Holz und in den Wurzeln, und der Boden trocknet kaum noch aus. Wenn Sie vor der Pflanzung den Boden sehr tief lockern und später gut angießen, hat der Baum gute Chancen, hier groß zu werden.

Haben Sie Lust auf frisches, eigenes Obst aus dem Garten? Wie wäre es mal mit samtigen Aprikosen und Pfirsichen? Gekaufte Früchte in Bio-Qualität sind recht teuer und halten sich nicht lange, und so ist der Genuss aus dem eigenen Garten nicht zu überbieten. Die Aprikose „Ungarische Beste“ und der Pfirsich „Kernechter vom Vorgebirge“ eignen sich, an einem geschützten Platz gepflanzt, auch für das durchschnittliche deutsche Klima. Aprikosen und Pfirsiche blühen sehr schön, werden nicht allzu groß und gedeihen, regelmäßig geschnitten, auch an Spalieren vor Hauswänden.

Wer Nüsse mag und stattliche Bäume liebt, sollte Esskastanien oder Walnüssen einen Platz einräumen. Beide bilden tolle Kletter- und Hofbäume mit schöner Gestalt und werden Sie lange erfreuen.

Wertvoll für Bienen und Vögel sind alle Sorbus-Arten: Am bekanntesten ist die Vogelbeere, sie bietet als großfruchtige und bitterstoffarme Mährische Eberesche unzähligen Arten eine Lebensgrundlage und die Früchte eignen sich zur Marmeladeherstellung. Früher in niedrigen Wäldern verbreitet, ist die heimische Elsbeere heute selten. Mit der Eberesche verwandt, wächst sie zu einem wunderbar knorrigen, weiß blühenden Einzelbaum heran. Für Gärten und Flächen in der Stadt ist die Essbare Ölweide gut geeignet: Sie verträgt Hitze und arme Böden, wird nicht allzu hoch und ist eine gute Bienenweide. Wir laden Sie ein, in unserem Shop viele weitere Bäume und Gehölze zu entdecken!

AUF DEN WINTER VORBEREITET

Da spätestens ab November mit Frösten zu rechnen ist, müssen Sie sich jetzt noch einmal im Garten umsehen und alles in Sicherheit bringen: Stehen noch empfindliche Gemüse auf den Beeten? Verbrauchen Sie sie schnell oder decken Sie die Reihen mit Vlies oder etwas Stroh ab. An der Terrasse sind vielleicht noch Kiwis zu ernten, sie müssen schnell gepflückt werden und reifen im Lager nach. Auch Süßkartoffeln kommen vor dem ersten Frost aus der Erde, besonders wenn sie im Topf stehen. Man kann die Pflanze auch in einem frostfreien Raum überwintern.

Junge und empfindliche Gehölze brauchen auf dem Wurzelstock und am Stamm einen Winterschutz. Günstig wirken ein aufgeschütteter Laub- oder Strohhaufen und ein Jutewickel für die höheren Bereiche. Hiervon profitieren besonders junge Reben, Kiwipflanzen und Feigen, aber auch manche Rosensorten, die nicht ganz so frosthart sind.

An jungen Obstbaumstämmen kann gegen die winterlichen Temperaturschwankungen ein Weißanstrich angebracht werden.

Alle Pflanzen, die in Pflanzgefäßen stehen, sind plötzlichen Kälteeinbrüchen viel stärker ausgesetzt als Pflanzen im Beet.

Winterharte Arten, die Sie im Topf kultivieren, wie z.B. Thymian, Minze oder Heidelbeeren, können dicht an dicht mit Topf in einem leeren Beet „versenkt“ werden. Wo das nicht möglich ist, wickelt man die Töpfe in Jute ein oder stellt sie in spezielle Jute-Übertöpfe und bedeckt die Erde dick mit Stroh und Laub. Frostempfindliche Pflanzen, die über Sommer draußen standen, stellt man, so kühl und so hell es eben geht, in frostfreie Räume, z.B. ins Treppenhaus. Über Winter werden Topfpflanzen nur wenig gegossen und gedüngt.

Alle Wasserbehälter müssen jetzt ausgekippt und umgedreht aufgestellt werden, damit sie nicht kaputtfrieren. Gießkannen und andere Gartengeräte verbringen den Winter im Schuppen oder Keller. Schläuche, Brausen und Spritzen werden abgebaut und eingelagert. Stellen Sie Ihren Außenwasserhahn von innen ab und lassen Sie ihn leer laufen. Oberirdisch verlegte Tropfbewässerungen werden am besten über Winter eingeräumt. Essentiell ist in jedem Fall, dass kein Wasser in den Leitungen und Gefäßen im Garten verbleibt.

Alles, was man im Winter nicht braucht, steht gut, wenn es trocken steht. Holz- und Metallteile, z.B. von hochwertigen Gartengeräten, profitieren davon, ohne Erdreste und mit etwas Ballistol oder Leinöl bestrichen in den Winter zu gehen. Kunststoffteile sollten vor allem dunkel stehen. In schneereichen Gegenden muss man zudem mit der Schneelast rechnen. So empfehlen Schweizer Firmen, die Folie von Frühbeeten, Folienhäusern und Tomatendächern über Winter abzunehmen. Mal sehen, ob wir hier von solcher weißen Pracht nur träumen können …

PFINGSTROSEN

Wenn Sie Ihren Garten fertig gestaltet haben und die Dinge voraussichtlich einige Jahre an ihrem Platz bleiben, dann ist es höchste Zeit, das mit der Pflanzung einer Pfingstrose zu feiern! Pfingstrosen ziehen nämlich ungern um und entwickeln sich an ihrem Stammplatz mit den Jahren zu prächtigen und stattlichen Stauden. Wichtig ist ein sonniger und windgeschützter Standort mit ausreichend Feuchtigkeit. Auch an die Bodenqualität stellen Pfingstrosen hohe Ansprüche: Vor der Pflanzung muss die Pflanzstelle tief gelockert werden und mit reifem Kompost, verrottetem Mist oder einem hochwertigen organischen Dünger angereichert sein. Jede Pfingstrose braucht 80 cm Platz. Die Knollen dürfen nicht zu tief gesetzt werden, sonst blühen sie nicht.

Pfingstrosen gibt es in den Farben Weiß, Rosa, Apricot und Rot. Die Blüten sind schalenförmig und anmutig. Bei den schlichten, ungefüllten Sorten kontrastieren die gelben Staubblätter sehr schön mit der Blütenfarbe. Gefüllte Blüten hingegen wirken wie frische, weiche Kissen, insbesondere wenn sie mit dem typischen berauschenden Duft gesegnet sind. Etwas Besonderes in unserem Sortiment sind dieses Jahr die Netzblatt-Pfingstrosen. Über dem fein gefiederten Laub scheinen die kugeligen, gefüllten, an Nelken erinnernden roten Blüten fast zu schweben.

… nicht einfach nur „Gärtnern ohne Spritzmittel“: Bio-Sorten

Sie erhalten bei uns über tausend Sorten Saatgut für Gemüse, Kräuter und Blumen sowie unzählige Pflanzkartoffelvarietäten. Wo kommen die alle her? Viele davon sind alte, überlieferte Sorten, die es irgendwo „schon immer“ gab, und die so gut sind, dass sie nicht von Neuzüchtungen verdrängt wurden. Manche wurden wiederentdeckt und weiter vermehrt, wie der „Altmärker Braunkohl“, eine lilafarbene Grünkohlsorte aus unserer Region, die dank einem Projekt der Uni Göttingen wieder erhältlich ist. Manche Sorten entstammen konventionellen Zuchtbetrieben, haben sich aber auch im Bioanbau bewährt. So die Stangenbohne Blauhilde, deren lila Schoten im grünen Blättergewirr leicht zu finden sind, sich aber beim Kochen grün färben. Sie wurde in den sechziger Jahren von der Firma Hild aus Marbach am Neckar auf den Markt gebracht und ist heute aus Balkon- und Hausgärten kaum noch wegzudenken. Aber es gibt auch Menschen, die jeden Tag daran arbeiten, uns Biogärtnerinnen und Biogärtnern und Konsumierenden noch bessere Sorten anzubieten: So ist die beliebte Tomate „Ruthje“mit dem charakteristischen Zipfel und dem herrlichen Geschmack das Ergebnis langjähriger akribischer Auslese auf einem Demeterhof bei Bremen. Die Züchterin Ulrike Behrendt arbeitet hier im Rahmen des Kultursaat e.V. für biodynamische Züchtung. (Nächstes Frühjahr gibt’s bei uns die Gurke „Helena“ als Pflanze – auch eine Behrendt-Sorte!) In Göttingen arbeitet Dr. Bernd Horneburg im ökologischen Freiland-Tomatenprojekt seit vielen Jahren daran, die robustesten und leckersten Früchte zu selektieren. Beispielsweise ist die saftige gelbe Tomatensorte „Dorada“ dieser Herkunft. Der Landwirt Karsten Ellenberg in der Lüneburger Heide hat lange dafür prozessiert, die besonders im Bioanbau beliebte Kartoffel „Linda“ wieder auf den Markt bringen zu dürfen, und nebenbei die „Rote Emmalie“ nach den Bioland-Richtlinien gezüchtet, eine der wenigen komplett rotfleischigen Kartoffeln. In den biologischen Vermehrungsbetrieben arbeiten zudem viele fleißige Hände an der Erhaltungszucht der Sorten, so dass auch wirklich jedes Jahr wieder genau der Kopfsalat „Merveille de quatre saisons“ bei den Aussaaten herauskommt und nicht plötzlich irgendein grüner Eissalat. So packen hinter den Kulissen viele Menschen an, um gutes biologisches Saat- und Pflanzgut zu schaffen. Diese Sorten sind unter Biobedingungen groß geworden und genau auf unsere Bedürfnisse im Biogarten zugeschnitten. So ist es nicht „konventionelles Gärtnern, nur ohne Spritzmittel“, sondern eine ganz eigene Herangehensweise mit viel investierter Zeit und großem Hintergrundwissen. Hierfür gebührt der biologischen Züchtungsarbeit ein großes Dankeschön!


ARBEITEN
Ernte
- Wasserleitungen und Gefäße winterfest machen
- Topf- und Kübelpflanzen vor Frost schützen
- leere Beete mit Mulch abdecken
ERNTE
Aussaat/Pflanzung
Grünkohl, Rosenkohl, Kopfkohl, Lauch, Endivien, Feldsalat, Winterpostelein, Möhren, Kartoffeln, Sellerie, Rote Bete, Pastinaken, Chicoréewurzeln, Süßkartoffeln, Kiwis