„DER ZWEITE SATZ“

Ein Gemüsegärtner im Erwerbsanbau muss nicht nur dafür sorgen, dass die Salatköpfe gut aussehen. Genauso wichtig wie die Qualität ist es, möglichst früh und den ganzen Sommer über, Salate anzubieten. Dazu wird satzweise, also immer wieder eine kleinere Menge, ausgesät. Auch im Hausgarten macht das Sinn: Beispielsweise sät man Anfang März etwa 15 Körnchen Salat aus. Wenn diese Salate gekeimt sind und das dritte Blatt (also das erste Laubblatt) bilden, sät man erneut 15 Korn aus. Anfangs dauert das etwa fünf Wochen oder länger, später nur noch zwei bis drei. So wird man den zweiten Satz Salat Mitte April aussäen, den dritten Mitte Mai und so fort. Nach etwa sechs bis acht Wochen ist der Salat erntereif, und zwar, mit Glück, immer ungefähr so viel, wie man gerne isst. (Oder man ist zufällig genau dann im Urlaub.) Schreiben Sie das Aussaatdatum immer mit auf das Schildchen, z. B. ein Stecketikett. So lernen Sie mit der Zeit, die Reifedauer abzuschätzen. Sie könnten dann sogar gezielt ein „Sommerloch“ einplanen.

Satzweiser Anbau lohnt sich nicht nur bei Salat. Auch Buschbohnen lassen sich in drei Sätzen von Anfang Mai bis Ende Juni legen. Schätzen Sie vorher ab, ob Sie einkochen bzw. einfrieren wollen, denn für den Frischverzehr reichen pro Satz meist schon wenige Meter.

Wenn Sie im April Gurken vorgezogen oder im Mai fertige Pflanzen gesetzt haben, werden Sie eine Weile versorgt sein. Dennoch lässt sich Mitte Juni noch ein zweiter Satz Gurken säen. Dieser funktioniert auch als Direktsaat im Beet, gegebenenfalls in Schneckenkragen. Die im Juni gesäten Pflanzen bleiben länger gesund als die frühen und bringen bis in den Spätsommer hinein frische, leckere Gurken.

Zuckererbsen sind eine besondere Delikatesse. Die Schoten sind zart am leckersten, reif schmecken sie mehlig. Deshalb lohnt sich auch hier eine folgernde Aussaat an mehreren Terminen bis Anfang Juli. Essen Sie sich satt an süßen, knackigen Schoten!

Möhren, und zwar Sorten mit kürzerer Wachstumszeit wie Milan oder Fanal, lassen sich jetzt noch einmal aussäen und im Herbst zart und frisch ernten. Diese Möhren sind dann allerdings nur begrenzt lagerfähig.

Der satzweise Anbau von Gemüse erfordert etwas Planung und Wissen, belohnt uns aber mit einer großen Auswahl von frischem, knackigem Gemüse bis in den späten Herbst hinein. In jedem Fall lohnt es sich, jetzt Saatgut von Salat, Möhren, Gurken, Bohnen und Erbsen bereitzuhalten, falls sich noch irgendwo eine Lücke auftut.