
„Solange der Herbst andauert, werde ich nicht genug Hände, Leinwand und Farben haben, um all die schönen Dinge zu malen, die ich sehe.“
Vincent van Gogh (1853-1890), niederländischer Maler und Zeichner
Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,
die Farben des Herbstes laden uns noch einmal zum Staunen ein, bevor die Natur langsam zur Ruhe kommt. Auch wenn wir nicht van Gogh sind, finden wir vielleicht doch jetzt die Muße, kreative Projekte anzufangen oder weiterzuführen: ein Bild mit Bleistift oder Aquarell, ein kleines DIY-Projekt im Haus oder Garten oder das lange begonnene Strickstück, das im Winter kuschelig wärmt.
Apropos warm eingepackt: Auch im Garten ist jetzt die Zeit der Vorbereitung. Junge Feigenbäume im Beet oder Kübel sollten rechtzeitig einen passenden Winterschutz bekommen, und auch Dahlien benötigen bald ein frostfreies Quartier. Gleichzeitig sind viele Tiere auf der Suche nach einem Unterschlupf. Wer den Garten nicht zu gründlich aufräumt, schafft wertvolle Rückzugsorte – ob mit Laub, Totholz oder Reisighaufen.
Wer noch mehr für die Biodiversität tun möchte, kann Hecken pflanzen, die gleich mehrfach Freude bereiten: Sie bieten Schutz, Nahrung und Lebensraum für Tiere – und oft auch köstliche Früchte für uns. Neben bekannten Arten wie Felsenbirne, Holunder und Kornelkirsche lohnen sich auch weniger verbreitete Gehölze wie Ölweide, Berberitze oder Haferschlehe.
Und falls noch kein Kompostplatz im Garten vorhanden ist: Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, damit zu beginnen und das eigene „schwarze Gold“ herzustellen.
Ihr Team vom Hof Jeebel


Kompostieren ist wie Brot backen. Es dauert ein bisschen, doch wenn die Zutaten passen, stimmt am Ende auch das Ergebnis. Aus Garten- und Küchenresten entsteht im Laufe der Zeit wertvoller Humus, der die Bodenstruktur verbessert, Wasser speichert und Luft an die Wurzeln lässt. Humus macht den Boden fruchtbar und bildet die Grundlage für gesunde Pflanzen und reiche Ernten. Der Oktober ist ein guter Monat, um diesen Kreislauf zu starten: Laub fällt, Beete werden abgeräumt, Pflanzenreste sammeln sich an, und all das landet auf dem Kompost und findet dort den Weg zu neuem Leben.

Ob ein offener Haufen für Puristen, ein Holzrahmen für Naturliebhaber oder ein feuerverzinkter Komposter – für alle, die es dauerhaft mögen – erlaubt ist, was gefällt. Ein Extra-Tipp: Wer eine bequeme und schnelle Variante bevorzugt, findet im Thermokomposter ein passendes Modell. Hier lässt sich der fertige Kompost einfach über eine Klappe am Boden entnehmen.
Zu unseren KomposternDer Kern guten Komposts ist das richtige C/N-Verhältnis, also das Verhältnis von Kohlenstoff (C) zu Stickstoff (N). Optimal liegt es zwischen 15:1 und 25:1. Ganz praktisch heißt das: mehr „braunes“ als „grünes“ Material.
• Braun = kohlenstoffreich: Stroh, Laub, Äste, Holzhäcksel, Hackschnitzel, Pappe
• Grün = stickstoffreich: Grasschnitt, Grünschnitt, Gemüsereste, aber auch Kaffeesatz, Mist und Jauche
Am besten werden die Materialien abwechselnd in nicht zu dicken Schichten eingebracht. So bleibt der Haufen luftig und die Rotte im Gleichgewicht. Zu viel Grün führt zu matschigen, faulenden Lagen, zu viel Braun bremst den Prozess.
Tipp: Zerkleinern ja, aber nicht zu fein! Sind die Stücke zu winzig, fehlt dem Haufen die Luft, und statt Rotte entsteht Schimmel oder Fäulnis. Ein Häcksler oder eine Gartenschere genügen, um grobes Material handlicher zu machen, ohne den Luftaustausch zu behindern.

Gekochte Essensreste, Fleisch, Milchprodukte und Gebäck locken Ratten an und beginnen leicht zu faulen. Auch kranke Pflanzen und Wurzelunkräuter gehören nicht hinein, da Gartenkompost nicht zuverlässig heiß genug wird, um Erreger abzutöten und Wurzeln zu zerstören. Grasschnitt ist zwar grundsätzlich geeignet, sollte aber nur in dünnen Schichten eingebracht werden. Am besten trocknet man ihn vorher leicht an, damit keine fauligen Lagen entstehen.

Damit die Rotte richtig in Gang kommt, helfen kleine Tricks. Effektive Mikroorganismen, die mit Wasser vermischt auf den Haufen gegossen werden, sorgen für eine gleichmäßige Rotte. Auch etwas Gartenerde oder ein wenig fertiger Kompost bringt von Beginn an die passenden Mikroorganismen ins Spiel.
Ebenfalls hilfreich ist ein selbstgemachter Kompost-Starter aus 10 l Wasser, 1 Würfel Hefe und 1 kg Zucker. Dieser Mix bringt die Bodenlebewesen ordentlich auf Trab. Und besonders fleißige Helfer sind Kompostwürmer: Sie lockern das Material, sorgen für Durchmischung und verwandeln Abfälle in feinkrümelige, nährstoffreiche Erde.


Eine Wildhecke ist weit mehr als nur eine grüne Wand im Garten. Sie schützt vor neugierigen Blicken und Wind, grenzt Grundstücke oder Gartenbereiche natürlich ab und filtert Staub aus der Luft. Gleichzeitig ist sie Lebensraum und Nahrungsquelle für Vögel, Insekten und Kleinsäuger und trägt zur Förderung der Artenvielfalt bei. Von der Blüte im Frühling über bunte Früchte bis hin zum leuchtenden Herbstlaub bereichert sie das Gartenbild das ganze Jahr. Das Schönste daran: Viele Sträucher schenken uns Früchte, die frisch oder verarbeitet genießbar sind. Man kann sie entsaften, zu Marmelade, Kompott, Chutney oder Fruchtleder verarbeiten. Manche kann man roh genießen oder zu Eis verarbeiten, andere schmecken getrocknet im Müsli.
Wer eine Wildhecke pflanzen möchte, findet bei uns eine große Auswahl an Sträuchern, die Garten und Küche bereichern und zugleich ökologisch wertvoll sind.

Felsenbirnen zeigen im April oder Mai massenhaft weiße, wunderschöne Blüten. Aus ihnen entwickeln sich je nach Art und Sorte rote bis schwarze, süße Beeren mit unverkennbarem Mandelaroma. Wer auf möglichst große Beeren aus ist, sollte die Felsenbirne Ballerina (ca. 1,5 cm) oder die Erlenblättrige Felsenbirne Smoky (ca. 1,3 cm) pflanzen. Im Herbst färben sich die Blätter von Felsenbirnen orange bis rot.
Zu den Felsenbirnen
Apfelbeeren, auch als Aronia bekannt, sind bis zu 2,5 m hohe Sträucher, die im Mai ihre reinweißen Doldenblüten öffnen und im Herbst mit leuchtend rotem Laub Akzente im Garten setzen. Die Beeren schmecken herb-sauer und haben nicht nur einen hohen Vitamin-C-Gehalt, sondern sind auch reich an gesundheitsfördernden Anthocyanen. Fehler Nr. 1 bei der Ernte der Beeren ist, dass sie zu früh geerntet werden. Erst, wenn die Früchte von außen nahezu schwarz und im Inneren dunkel durchgefärbt sind, ist Erntezeit. Dann ist Tempo gefragt, weil auch die Amseln ganz wild auf die reifen Früchtchen sind.
Zu den Aroniabeeren
Berberitzen werden bis zu 3 m hoch, sind mit Dornen bestückt und haben eine schöne rote Herbstfärbung. Ihre gelben Blüten erscheinen von Mai bis Juni, die leuchtend roten, säuerlichen Früchte werden meist im September geerntet. Die Samen sollten nicht mitgegessen werden. Gut zu wissen: Neben unserer essbaren Berberitze (Berberis vulgaris) gibt es auch giftige Arten der Berberitze.
Berberitze kaufen
Die Korallen-Ölweide ist eine noch recht unbekannte Art mit viel Potenzial. Sie ist hart im Nehmen, kommt mit Hitze, Trockenheit, Stadtklima und Wind gut zurecht. Ähnlich wie Hülsenfrüchtler ist die Korallen-Ölweide in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und ihn in eine pflanzenverfügbare Form umzuwandeln. Davon profitiert nicht nur sie selbst, sondern auch Nachbarn und Nachfolger. Aus ihren weißgelben Blüten, die von Mai bis Juni honigsüß duften, entwickeln sich ihre bis zu 1,5 cm großen, süß-sauren Früchte. Wichtig: Wer Früchte ernten möchte, sollte unbedingt eine zweite Korallen-Ölweide in die Nähe pflanzen, weil die Korallen-Ölweide nicht selbstfruchtbar ist.
Zur Korallen-Ölweide
Kornelkirschen sind Frühstarter im Garten, die schon im März und April mit ihren gelben Blüten für viele Insekten eine willkommene Nahrungsquelle sind. Die Sträucher werden je nach Sorte bis zu 8 m hoch. Ihre Früchte sind im September erntereif und eignen sich wegen ihres säuerlich-herben Geschmacks meist besser zur Verarbeitung als zum Rohverzehr. Die Kornelkirsche Schönbrunner Gourmet Dirndl bildet hier eine Ausnahme: Sie kann auch roh ein Genuss sein. Kornelkirschen sind zwar selbstfruchtbar, doch ihr Ertrag lässt sich deutlich erhöhen, wenn eine zweite Sorte in der Nähe wächst.
Zu den Kornelkirschen-Sorten
Der Eingriffelige Weißdorn ist ein dicht verzweigter, dorniger Strauch, der eine Höhe von bis zu 5 m erreichen kann. Aus seinen überbordenden, weißen Blüten entwickeln sich kleine, rote Früchte, die verarbeitet genießbar sind. Der Strauch kommt mit Hitze, Trockenheit und Stadtklima gut klar und ist bei Vögeln, Insekten und Kleintieren ganz besonders beliebt.
Weißdorn kaufen
Die Haselnuss, ist abhängig von der Sorte, ein bis zu 6 m hoher Strauch. Obwohl sie hauptsächlich vom Wind bestäubt wird, liefert sie sehr früh im Jahr für Bienen und andere Insekten wertvollen Pollen. Wer Nüsse ernten möchte, muss für die Bestäubung eine zweite Haselnuss in der Nähe haben. Besonders attraktiv ist die Rote Zellernuss, die im Frühjahr tiefrot austreibt und im Laufe des Sommers langsam vergrünt.
Zu den Haselnuss-Sträuchern
Holunder zeigt zwischen Mai und Juli seine weißen, duftenden Doldenblüten. Während Holunder Sampo schon ab Mitte August erntereif ist, sind die Sorten Haschberg und Haidegg erst im September plückreif.
Zum Holunder
Schlehen sind dornige, bis zu 4 m hochwachsende Wildpflaumen-Sträucher, deren unzählige weiße Blüten schon ab Ende März erscheinen und bei Insekten hoch im Kurs stehen. Ihre Früchte sind bis zu 1,5 cm groß und werden erst nach den ersten Frösten geerntet, weil sich durch die Kälte Gerbstoffe abbauen und die Früchte dann süßer schmecken.
Zu den SchlehenEbenfalls bereichernd für eine essbare Wildhecke sind Mispeln, Korallen-Ölweiden, Zieräpfel oder Haferschlehen. Und wer lieber eine vergleichsweise niedrige Hecke pflanzen möchte, findet in Japanischen Scheinquitten, Zierquitten, Mahonien und der Hagebuttenrose Piro 3 genau die richtigen Kandidaten.

Nach der Auswahl der Sträucher geht es an die Umsetzung. Damit die Hecke gut gedeiht, lohnt es sich, bei Pflanzung und Pflege ein paar Grundlagen zu beachten.
Die meisten Wildobstarten bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte mit einem lockeren, durchlässigen Boden. Wichtig ist zudem genügend Platz. Während 3 m Breite für die Pflanzreihe ein guter Anhaltspunkt ist, sollte der Abstand zwischen den einzelnen Sträuchern je nach ihrer Endgröße 1 bis 2 m betragen. Auf normalen Gartenböden ist keine Düngung nötig, auf ärmeren Standorten hilft in den Boden eingearbeiteter Kompost. Vor dem Einpflanzen den Wurzelballen gründlich wässern und anschließend vorsichtig aufreißen, damit die Wurzeln leichter ins Erdreich finden. Nach dem Setzen kräftig angießen und im ersten Jahr regelmäßig auf die Wasserversorgung achten. Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit länger im Boden und unterdrückt Beikraut. Alternativ eignet sich auch eine Baumscheibenabdeckung.
Die Pflege einer Wildhecke beschränkt sich im Wesentlichen auf das Herausschneiden von abgestorbenen, kranken oder störenden Ästen.
Extra-Tipp bei Trockenheit: Aktivierte Pflanzenkohle wirkt im Boden wie ein Schwamm und hilft jungen Sträuchern, längere Trockenphasen besser zu überstehen.


Dahlien sind wahre Blühwunder und schenken bis in den späten Herbst hinein ihre Farbenpracht. Doch zwischen Ende Oktober und Ende November wird es Zeit, die Knollenschätze ins Frostfreie zu holen. Für eine gute Lagerfähigkeit empfiehlt es sich, den ersten richtigen Frost abzuwarten (also jenen, der die einjährigen Sommerblumen erfrieren lässt) und danach noch etwa zwei Wochen zu warten. In dieser Zeit stellen sich die Pflanzen auf Winterruhe ein, wodurch die Knollen weniger anfällig für Fäulnis und Austrocknung werden. Wichtig ist jedoch, dass sie auf keinen Fall Bodenfrost ausgesetzt werden, da sonst die wertvollen Knollen verloren sind.
So überwintern Sie Ihre Dahlien richtig:
1. Stützen entfernenNehmen Sie zunächst alle Pfähle, Schnüre usw., die die Dahlien gegebenenfalls gestützt haben, aus dem Beet.
2. Pflanzen zurückschneidenSchneiden Sie die oberirdischen Pflanzenteile mit einer scharfen Gartenschere ab.
3. Sorten kennzeichnenDamit Sie im Frühjahr den Überblick haben, lohnt sich jetzt das Beschriften. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, z. B.:
Verwenden Sie am besten eine Grabgabel, da ein Spaten die Knollen leicht verletzt. Stechen Sie mit etwas Abstand neben den Stielen in die Erde und heben Sie das Knollenbündel vorsichtig heraus.
5. Knollen schonend bergenAchten Sie darauf, dass die Bündel nicht auseinanderbrechen, denn offene Bruchstellen begünstigen Fäulnis.
6. Erde abschüttelnSchütteln Sie die Knollen sanft, sodass die meiste Erde abfällt. Eine dünne Schicht darf ruhig haften bleiben, denn sie schützt die Knollen vor dem Austrocknen.
7. Geeigneten Lagerort wählenLagern Sie die Knollen an einem kühlen Ort mit möglichst gleichbleibenden Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius, z. B. in einem Keller oder einer Garage.
8. Auf Luftfeuchtigkeit achtenDer Raum sollte nicht zu trocken sein. Leichtes Schrumpeln ist unproblematisch, starke Austrocknung hingegen gefährlich für die Triebkraft.
9. Regelmäßig kontrollierenPrüfen Sie die Knollen während der Wintermonate in regelmäßigen Abständen. Entfernen Sie faulende oder schimmelnde Exemplare sofort, um gesunde Knollen zu schützen.

Das Ausgraben der Dahlienknollen mag zunächst aufwändig erscheinen, doch die Mühe lohnt sich gleich in mehrfacher Hinsicht:


Feigenbäume holen ein Stück Mittelmeer in unsere Gärten. Damit sie es gut über den Winter schaffen, benötigen sie jedoch nun ein bisschen Aufmerksamkeit, denn sie sind nur bedingt frosthart. Im Spätherbst verlieren die Feigenbäume ihre Blätter und gehen in die Winterruhe. Genau dann ist der richtige Zeitpunkt, um für Schutz zu sorgen.
Besonders in den ersten Jahren reagieren Feigen empfindlich auf Kälte. Junge Bäume sollten deshalb gut eingepackt werden – etwa mit Vlies oder einer dicken Schicht Laub und Stroh im Wurzelbereich.

Bei kleineren Exemplaren hat sich ein isolierender „Mantel“ aus Maschendraht und losem Laub bewährt: Das Drahtgeflecht wird in etwa 20 cm Abstand um die äußeren Zweigspitzen zu einem Zylinder geschlossen und anschließend mit trockenem Laub gefüllt. Die Blätter wirken wie eine natürliche Isolierung, halten Frost ab und lassen gleichzeitig Luft zirkulieren.
Wichtig: Kontrollieren Sie bitte regelmäßig, ob sich nicht Mäuse im Laub eingenistet haben. Sie lieben nämlich die Rinde von Feigen und können großen Schaden anrichten.
Mit den Jahren wächst die Robustheit: Je älter ein Feigenbaum ist, desto besser verkraftet er Frost. Ältere Exemplare bilden stärkere Wurzeln und dickere Triebe, die Kälteperioden deutlich besser standhalten. Dennoch empfiehlt es sich, auch große Feigenbäume an sehr kalten Standorten mit langen, strengen Wintern durch eine Schutzschicht zu unterstützen.

Wer seine Feige im Kübel kultiviert, hat den Vorteil, sie zum Winter einfach an einen geschützten Ort umstellen zu können. Ab November sollte der Baum in ein frostfreies Winterquartier ziehen. Ideal dafür sind kühle Räume wie eine Garage, ein Keller, ein unbeheizter Wintergarten oder ein frostfreies Gewächshaus. Temperaturen zwischen 0 und 8 °C sind optimal. Während der Überwinterung darf der Kübel nicht zu warm stehen, bei höheren Temperaturen beginnt die Pflanze nämlich vorzeitig auszutreiben.
Da die Feige im Winter ihr Laub abwirft und in die Ruhephase geht, benötigt sie in dieser Zeit kein Licht. Wichtig ist jedoch, das Gießen nicht ganz zu vergessen: Auch ohne Blätter darf die Erde nie vollständig austrocknen. Ein sparsames Gießen etwa einmal im Monat reicht aus, um die Wurzeln vital zu halten.
Ab März/April, wenn die Temperaturen wieder milder werden, darf die Feige schrittweise ins Freie ziehen. Zunächst an einen geschützten, halbschattigen Platz stellen und erst nach den Eisheiligen dauerhaft ins Freie. So gewöhnt sich die Pflanze behutsam an Sonne und Temperaturwechsel.


Wenn die ersten Blätter fallen, sieht der Garten schnell ein bisschen so aus, als hätte er eine wilde Party gefeiert. Der Sommer war rauschend bunt und jetzt bleibt das Durcheinander zurück. Doch anstatt alles blitzblank zu räumen, geht es im Naturgarten um ein anderes „Aufräumen“: ein bisschen ordnen, wo es nötig ist, und vieles bewusst liegen lassen. So bekommen Boden, Pflanzen und Tiere genau das, was sie brauchen, um gut durch den Winter zu kommen.
Laub muss weder in die Biotonne wandern noch in Säcken verschwinden. Auf Beeten und unter Sträuchern schützt es den Boden wie eine wärmende Decke und wird nach und nach zu wertvollem Humus. Ebenso wichtig: Viele Tiere sind auf Laub angewiesen. Spätestens im November ziehen Igel in ihr Winterquartier, und ein Laubhaufen in einer trockenen, windgeschützten Ecke ist für sie ein perfekter Rückzugsort. Damit der Haufen nicht zusammensackt, sollten ein paar Zweige beigemischt werden. Sie geben Stabilität und sorgen für gute Luftzirkulation. Auch Spinnen, Marienkäfer oder Florfliegen finden in einer lockeren Laubschicht ein sicheres Versteck. Anders sieht es auf Rasenflächen und Wegen aus: Dort schadet liegengebliebenes Laub. Im Rasen nimmt es den Gräsern Licht und Luft, auf Wegen macht es die Flächen glatt und damit unsicher.

Reisig- und Totholzhaufen sind Hotspots der Artenvielfalt. Am besten werden sie an einer ruhigen, geschützten Stelle aufgeschichtet, wo weder Wind noch Dauerregen hineinpeitschen. In solchen Ecken finden Käfer, Amphibien und andere Gartenbewohner Unterschlupf. Selbst ein Stapel aus ein paar dicken Ästen kann schon wertvolle Lebensräume bieten und ergänzt Laubverstecke perfekt.
Wer beim Herbstschnitt genügend Material zusammenbekommt, kann es zu einer Benjeshecke aufschichten. Dabei werden Äste und Zweige zwischen zwei parallel verlaufenden Pfostenreihen gesammelt. Nach und nach entsteht eine dichte, lebendige Hecke, die Vögeln, Kleinsäugern und Insekten Schutz und Rückzugsorte bietet. Ganz nebenbei dient sie als natürlicher Sicht- oder Windschutz und wertet den Garten dauerhaft auf.

Mulch und Gründüngung schützen den Boden vor dem Austrocknen und ungeschütztem Offenliegen. Früher galt es als ordentlich, Beete nach der Saison komplett leerzuräumen. Wer aber naturnah gärtnern möchte, lässt besser eine lockere Schicht aus Laub, Stroh oder gehäckseltem Strauchschnitt liegen: Sie nährt den Boden, schützt vor Erosion, hält das Bodenleben aktiv und unterdrückt das Aufkommen von Beikräutern. Wer den Boden lieber mit lebenden Pflanzen abdecken möchte, kann auch jetzt noch Leindotter, Wintereiweißerbse, Winterleguminosen oder die Mischung „Semopur 9.11“ aussäen.

Stehengelassene Samenstände von Stauden und Gräsern mögen auf den ersten Blick vielleicht etwas unordentlich wirken, aber in Wahrheit sind sie Speisekammer und Augenweide zugleich. Vögel finden dort Futter, Kleintiere nutzen die Hohlräume zwischen umgeknickten Halmen als Unterschlupf, und die Pflanzen selbst verschaffen sich mit ihren Stängeln einen eigenen kleinen Winterschutz. Viele Arten verbreiten sich zudem über Samen und sorgen so für neue Blütenfülle im nächsten Jahr. Im Winterlicht treten ihre Formen und Muster besonders schön hervor. Wenn sich Raureif darüberlegt, wirkt es noch einmal eindrucksvoller.

Ein Komposthaufen bringt Ordnung in den Garten und verwandelt Schnittgut, Laub und Küchenabfälle in beste Erde. Gleichzeitig ist er selbst Lebensraum: Erdkröten oder Blindschleichen suchen hier Wärme, Spitzmäuse finden in der lockeren Umgebung reichlich Beute.
Auch Spaten, Scheren und Harken wollen ordentlich in die Winterpause geschickt werden. Bevor sie verstaut werden, lohnt sich eine gründliche Reinigung. Besonders praktisch ist dafür eine stabile Gartengerätebürste, die Erde zuverlässig entfernt und Rost vorbeugt. Anschließend schützt ein dünner Ölfilm, etwa mit dem biologisch abbaubaren Universalöl Ballistol, die Metallteile. Wer die Geräte trocken und frostfrei lagert, verlängert ihre Lebensdauer und kann bei der Gelegenheit gleich Inventur machen, um fehlendes oder defektes Werkzeug fürs nächste Gartenjahr zu notieren.

GESCHÜTZT (dauerhaft im Frühbeet oder Gewächshaus):
IM FREILAND:
GRÜNDÜNGUNG wie

